Kriminelle Banden auf der Karibikinsel haben sich zusammengeschlossen und kontrollieren nun etwa 80 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen, die internationalen Flughäfen sind geschlossen, ebenso die Grenze zur Dominikanischen Republik. Der Programmkoordinator von Fastenaktion sitzt in einem Vorort der Hauptstadt fest – vorerst mit ausreichend Vorräten. Unsere Arbeit im Landesprogramm geht dennoch weiter.

Text: Ralf Kaminski, Redaktor bei Fastenaktion

Die Sicherheitslage in Haiti ist schon seit Jahren prekär, doch in den letzten Tagen hat sie sich nochmals dramatisch verschärft. Normalerweise verfeindete kriminelle Banden haben sich zusammengeschlossen, einige Polizisten getötet und die Kontrolle über die Hauptstadt Port-au-Prince weitgehend übernommen. Rund 4000 zum Teil hoch gefährliche Häftlinge wurden aus zwei Gefängnissen befreit. Die Gangs fordern den Rücktritt von Premierminister Henry, der sich aktuell im Ausland befindet und nicht ins Land zurückkehren kann. Die internationalen Flughäfen in Port-au-Prince und Cap Haitien sind geschlossen, ebenso die Grenze zum Inselnachbarn, der Dominikanischen Republik.

Alle Botschaften geschlossen

Die haitianische Regierung hat den Notstand ausgerufen und nachts eine Ausgangssperre verhängt, die in der Hauptstadt aber kaum durchsetzbar sein dürfte. Die Schweiz hatte wie andere Länder ihre Botschaft bereits letztes Jahr geschlossen, nun sind auch die verbleibenden diplomatischen Vertretungen zu. Die USA haben ihre Bürger:innen dazu aufgerufen, Haiti umgehend zu verlassen, was derzeit allerdings kaum möglich ist.  

Der Programmkoordinator von Fastenaktion, dessen Namen wir zu seiner Sicherheit nicht nennen, lebt in einem Vorort von Port-au-Prince und arbeitet von zu Hause aus. Derzeit sind sämtliche Strassen aus seinem Quartier raus blockiert, weshalb er es nicht verlassen kann. Er hat jedoch genügend Wasser und Vorräte im Haus, um einige Zeit ausharren zu können.

Die Mehrheit unserer Partnerorganisationen auf Haiti arbeitet auf dem Land.

Fastenaktion vor allem auf dem Land aktiv

Die Mehrheit unserer Partnerorganisationen auf Haiti arbeitet auf dem Land, wo die Gangs bisher nur eingeschränkt aktiv sind. Die meisten Projektaktivitäten können deshalb trotz der Eskalation weitergehen. Dies sichert für die Menschen eine Versorgung mit lokalen Nahrungsmitteln.

Allerdings ist der Zugang zu Banken, die sich alle in Städten befinden, noch schwieriger als sonst. Zudem ist zu befürchten, dass einige der entflohenen Kriminellen in ihre Heimatregionen zurückkehren, was auch auf dem Land zu einer Destabilisierung führen könnte. Und die Versorgungslage wird generell immer prekärer. In einem der ärmsten Länder der Erde erhöht dies das Risiko, dass schon bald noch mehr Menschen hungern als zuvor.


Banden als neue politische Akteure

Doch was ist das Ziel dieser Eskalation seitens der kriminellen Banden? Benno Steffen, der bei Fastenaktion in Luzern für das Programm in Haiti verantwortlich ist, hat mit unserem Koordinator gesprochen. «Die Gangs wollen sich auf diese Weise wohl als politisch anerkannte Akteure positionieren», sagt Steffen. Es sei ja geplant, dass schon bald ausländische Polizeikräfte mit Uno-Mandat bei der Stabilisierung der Lage auf der Karibikinsel helfen sollen. «Es wird vermutet, dass die Banden sich im Vorfeld eine gute Verhandlungsposition sichern wollen, um später Straffreiheit auszuhandeln, so ähnlich wie dies schon in anderen lateinamerikanischen Ländern passiert ist.»

Die meisten Projektaktivitäten können deshalb trotz der Eskalation weitergehen.

In Haiti setzen multiple Krisen der Bevölkerung zu. Die Ernährung von mehr als 3,6 Millionen Menschen ist gefährdet. Erfahren Sie hier mehr über unsere wirksamen Projekte im Land.

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Dank der Arbeit von Justiça nos Trilhos, einer Partnerorganisation von Fastenaktion, hat die Gemeinde Itapecuru-Mirim im Juni 2023 ein neues Gesetz verabschiedet. Das Gesetz ermöglicht eine soziale und transparente Kontrolle über die Steuereinnahmen aus dem Bergbau. Eine Premiere in diesem Land, die noch weitere Nachahmer finden könnte.

François Mercier, Fachverantwortlicher für Rohstoffe und Menschenrechte

Seit Jahren prangert Justiça nos Trilhos – was so viel wie „Gerechtigkeit auf Schienen“ bedeutet, mit Unterstützung von Fastenaktion, die Auswirkungen der weltgrößten Eisenerzmine in Carajás im brasilianischen Amazonasgebiet an. Um das Eisenerz von dieser Mine zum nächstgelegenen Hafen in São Luís zu transportieren, wurde eine fast 900 km lange Eisenbahnstrecke gebaut. Tag und Nacht fahren 48 Züge mit je 330 Waggons durch die Ortschaften an der Zugstrecke – 15 Minuten dauert es, bis ein Zug vorbei ist. Die Menschen in den Dörfern leiden unter dem Lärm und den regelmässigen Unfällen verursacht durch die Züge. Vom enormen Profit der Mine fliesst aber kaum etwas in die betroffenen Dörfer an der Zugstrecken.

Tricks zur Steuervermeidung

Im Juli 2022 prangerte Justiça nos Trilhos insbesondere die Steuertricks des Minenbetreibers VALE an. Ihre mit unserer Unterstützung durchgeführte Studie konnte zeigen, dass die Eisenexporte systematisch unterfakturiert werden, indem sie sich auf in der Schweiz situierte Tochtergesellschaften stützen.

Das brasilianische Gesetz sieht vor, dass die mit dem Eisenabbau verbundenen Steuern zwischen der nationalen Regierung, dem betroffenen Bundesstaat und den betroffenen Gemeinden aufgeteilt werden. Letztere haben jedoch aufgrund der vom Unternehmen praktizierten Steuervermeidung, aber auch aufgrund der intransparenten Gemeindeverwaltung und der Korruption bislang nur wenig oder gar nicht davon profitiert.

Steuergewinn aus dem Bergbau kommt nun der Bevölkerung zugute

Die betroffenen Gemeinden sind größtenteils arm und mittellos. Justiça nos Trilhos hat mit vielen Gemeinden und der Bevölkerung Gespräche über die Nutzung dieser Steuergelder und der Ressourcen aufgenommen. Am 1. Juni 2023 verabschiedete die Gemeinde Itapecuru-Mirim das Gesetz 1601/2023. Es ermöglicht die Einrichtung eines Komitees mit Bürgerbeteiligung für die Verwaltung der Steuereinnahmen aus dem Bergbau. Dank diesem Gesetz können 50 Prozent der Steuergelder aus dem Bergbau direkt für die nachhaltige Entwicklung der am stärksten betroffenen Dörfer eingesetzt werden. Gespräche mit anderen Gemeinden über ähnliche Projekte sind am Laufen.

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Sowohl Projekte in Guatemala wie auch auf den Philippinen waren diesen Herbst ausgesprochen früh von Hurrikans und Taifunen betroffen. Die Verantwortlichen für das Landesprogramm Guatemala Philippa Mund und für das Landesprogramm Philippinen Helena Jeppesen, schildern, welche Auswirkungen diese auf die betroffenen Länder haben und wieso Nothilfe so wichtig ist.

Guatemala CODECA
Philippa Mund: «Hurrikan Julia erreichte Zentralamerika am 9. Oktober mit einer Geschwindigkeit von mehr als 140 km/h. Neben der starken Windgeschwindigkeit führte der Wirbelsturm zu starken Regenfällen, die ganze Landstriche unter Wasser setzten. Bereits Hurrikan Eta und Iota Ende 2020 hatten enorme Schäden in Alta Verapaz angerichtet. Genau dieses Phänomen traf im Oktober nun wieder ein. Die Regierung nutzte die Situation aus, um einen Ausnahmezustand auszurufen. Dies ist ein bekanntes Muster bei Naturkatastrophen. Damit werden jegliche politischen Proteste oder Mobilisierung kriminalisiert. Alle Partnerorganisationen erstellten eine Schadensbewertung und Bedarfsanalyse in den Regionen der Projektarbeit. Diese Analyse zeigte, dass die Partnerorganisationen Tzuul Taq’a in Alta Verapaz sowie Codeca an der Südküste am meisten betroffen sind».

Helena Jeppesen: «Die Philippinen wurden innerhalb eines Monats von zwei starken Taifunen heimgesucht: Taifun Noru am 25. September und Taifun Nalgae am 29. Oktober. Obwohl die Windsignale von Taifun Nalgae nicht über die Windstärke 3 hinausgingen, (89-117 km/h), brachte der Sturm schwere Regenfälle, die Gebiete in Luzon, Visayas und Mindanao überfluteten. Wir wissen von den indigenen Gemeinschaften der Agtas auf Bordeos Island auf Luzon, dass die Zerstörung an Häusern, Infrastruktur und Landwirtschaft durch Supertaifun Noru gewaltig war. Auf Bordeos traf der Taifun das erste Mal auf Land. Da Elektrizität und Mobilfunknetze ausgefallen waren, dauerte es lange, bis wir uns ein Bild des Schadens machen konnten. Die am stärksten betroffenen Gebiete waren die Inseln vor der Küste der Provinzen Quezon und Aurora und einige Küstendörfer.
Im Projektgebiet von YAPAK im Küstenort Dingalan wurden hunderte Häuser zerstört».

Philippa Mund. «Fastenaktion hat am 30. Oktober einer Co-Finanzierung des Nothilfeprojekts für Guatemala mit einem Gesamtvolumen von 216‘500 USD zugestimmt. Hiervon tragen wir 50‘000 USD. Die Humanitäre Hilfe der DEZA steuert den Grossteil bei. Im Rahmen dieses Projekts sollen 1‘800 Familien mit Nothilfe in den Departementen Alta Verapaz, Suchitepéquez und Izabal versorgt werden.

Philippinen YAPAK
Helena Jeppesen: Schon bevor die Wirbelstürme auf den Philippinen auf Land trafen, konnten Partnerorganisationen Notvorräte besorgen. Die Bevölkerung in den Dörfern wurde frühzeitig in Schulen, Turnhallen und Kirchen evakuiert. Die Vorbereitung auf Naturkatastrophen wird in den Dörfern, in denen wir arbeiten, regelmässig geübt. So können wir verhindern, dass Menschen durch Erdrutsche, umfallende Bäume und herumfliegende Dächer ums Leben kommen. Zudem bieten wir psychologische Hilfe für die traumatisierte Bevölkerung und die Teams der Projekte an. (mehr zum psychosozialen Ansatz im Dossier von Perspektiven)

Philippa Mund: «Das Equipo de Emergencia Local (EEL), das seit 2015 von der Fastenaktion-Koordination geleitet wird, aktivierte sich am 9. Oktober und sendete bereits am 12. Oktober einen ersten Bericht an die Abteilung der Humanitären Hilfe der DEZA in Managua. Teil des EEL sind alle in Guatemala tätigen Schweizer Hilfswerke. Das EEL ist an die Schweizer Botschaft angeschlossen und aktiviert sich im Falle einer Naturkatastrophe über klar festgelegte Mechanismen».

Helena Jeppesen: «Die Menschen auf den Philippinen brauchen nun am dringendsten Hygienekits, Lebensmittel, Plachen und Holz für die Reparatur der Häuser. In Absprache mit den politischen Gemeinden und anderen Hilfsorganisationen, konzentrieren wir uns bei YAPAK in Dingalan auf die psychologische Hilfe. Für die Agta-Gemeinschaften von TCD haben wir Mittel für Lebensmittelhilfe freigegeben. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit diesen Projektpartnern zusammen und stehen in regelmässigem Austausch, nebstdem, dass regelmässig Monitorings gemacht werden. So können wir sichergehen, dass die Hilfe auch bei den Menschen ankommt».

Philippa Mund: «In Guatemala wird die Verteilung auch von den lokalen Partnerorganisationen organisiert und umgesetzt. Sie sind es, die die Gegebenheiten am besten kennen und beurteilen können, wo die Bedürfnisse am grössten sind. Es werden hierbei HygieneKits, Wasserfilter zur Reinigung des verschmutzten Wassers und Nahrungsmittelpakete verteilt. Für den Einkauf greift die Koordination auf bereits etablierte Kontakte mit lokalen Verkaufsstellen zurück, die agrarökologische Produkte anbieten und mit denen wir bereits 2019 zusammengearbeitet haben».  Mehr darüber erfahren Sie hier.

Wirbelstürme und die Klimakrise

Die Klimaerhitzung hat massgeblichen Einfluss auf die Häufigkeit und die Stärke von Wirbelstürmen.

Wirbelstürme verursachen oft grosse Schäden und Verluste (Loss and Damage). Bei der 27. Weltklimakonferenz (COP27), die ab dem 06. November in Ägypten stattfindet, werden auch diese Schäden und Verluste durch die Klimaerhitzung ein Thema sein, denn viele reiche Länder blockieren Verhandlungen dazu. Es geht um die Entschädigung für irreversible Schäden als Folge der Klimaerhitzung.

Fastenaktion setzt sich daher an der COP27 für höhere Beiträge zur Finanzierung von Massnahmen gegen die Klimaerhitzung und zur Abfederung der Folgen ein. Die Lebensgrundlagen der Menschen im globalen Süden sind durch die Klimakrise am stärksten bedroht. Daher ist es wichtig, dass an der COP27 ernsthafte Bekenntnisse zum Pariser Klimaabkommen von 2015 erfolgen und ambitionierte Programme dazu verabschiedet werden.

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Eine Welt ohne Hunger ist möglich, wenn alle Zugang zu sauberem Wasser haben. Kleinbauernfamilien ernähren 70% der Weltbevölkerung. Für diese wichtige Aufgabe brauchen sie unsere Unterstützung. Bitte helfen Sie mit. 

Die industrielle Landwirtschaft raubt das Wasser von Kleinbauernfamilien.

Egal, ob für den industriellen Anbau von Monokulturen, den Abbau von Rohstoffen oder die Gewinnung von Strom: Industrielle Betriebe verbrauchen Unmengen von Wasser. Sie gewinnen es hauptsächlich aus Flüssen – Wasserquellen, von denen die Existenz tausender Familien abhängt. Das wenige Wasser, das übrigbleibt, ist oft mit Pestiziden, Schwermetallen und Abfall belastet.

Besonders schlimm:

Die industrielle Landwirtschaft Brasiliens verbraucht nicht nur Unmengen an Ressourcen, sie trägt auch nur 30 % zur Ernährung der Bevölkerung bei.

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Die industrielle Landwirtschaft Brasiliens verbraucht nicht nur Unmengen an Ressourcen, sie trägt auch nur wenig zur Ernährung der brasilianischen Bevölkerung bei.

Die Traditionelle Landwirtschaft ernährt die Welt

Die Bewässerung riesiger Plantagen lässt die Pegelstände vieler Flüsse absinken. Mit diesem Wasserraub bedroht die Industrie die Existenz von Kleinbauernfamilien, Fischern und indigenen Stämme, die seit Generationen an- und von diesen Flüssen leben. Dabei sind sie die Lösung gegen den Hunger in der Welt: Mit traditionellen Anbaumethoden tragen sie den Ressourcen Sorge, fördern die Biodiversität und ernähren den Grossteil der Weltbevölkerung. 

Besonders gut:

Kleinbäuerische Landwirtschaft ernährt 70%  der Bevölkerung. Und das auf besonders nachhaltige und ressourcenschonende Art.

Maria Souza giesst Salatpflanzen im selbst gebauten Gewaechshaus.Pará, Brasil.
Die industrielle Landwirtschaft Brasiliens verbraucht nicht nur

Bitte schützen Sie die Bauernfamilien heute vor dem Unrecht.

Eine Kleinbäuerin aus Kolumbien zeigt stolz ihre Nahrungsmittel, die sie aus bäuerlichem Saatgut produziert.

z.B. 50 Franken für dürreresistentes Saatgut… 

…für eine Kleinbauernfamilie, die vom Klimawandel betroffen ist.

Lisete Aleixo Monteiro im Huehnerstall.Pará, Brasil.

z.B. 80 Franken zur Erhaltung der Lebensgrundlagen…

…damit alle genug zu essen haben.

Brasilien Cimi

z.B. 150 Franken für Bauernorganisationen…

…damit ihr Zugang zu Wasser sichergestellt werden kann.

Ja, ich helfe, den Hunger zu beenden. Ich spende: 

Maria Souza ist eine engagierte Kleinbäuerin in Brasilien. Sie betreibt eine vielfältige Landwirtschaft. Doch die Flüsse versiegen. Die Bauern- und Fischerfamilien in ihrem Dorf verlieren die Lebensader. Bitte helfen Sie heute mit einer Spende. Vielen Dank

«Wenn die Flüsse nicht mehr leben, fehlen uns die Fische für unsere Nahrung und zum Verkauf. Wie soll ich ohne Einkommen meine Kinder ernähren?»

Früher konnte Maria Souza im brasilianischen Amazonasgebiet ihre Familie von traditioneller Landwirtschaft und von Fischen aus dem Flusswasser ernähren. Jetzt hat es ausgerechnet in ihrer Region zu wenig Wasser. Sie macht sich Sorgen über die Zukunft. Denn Staudämme haben den Fluss und seine ursprüngliche Natur zerstört.

Der unfaire Kampf um das lebensnotwendige Wasser
Energieprojekte und die industrielle Landwirtschaft trocknen die Lebensader für die Kleinbauern aus. Alleine im brasilianischen Juruena-Flussbecken sind 125 neue Staudämme geplant. Mit gravierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung: Flüsse sterben, Fische fehlen. Was bleibt, ist Hunger. Der Klimawandel macht die Situation noch schlimmer.

Es darf nicht sein, dass Konzerne und Regierungen das Land und die Lebensgrundlagen der Einheimischen ausbeuten und zerstören. 

Bitte schützen Sie die Bauernfamilien heute vor dem Unrecht.

Eine Kleinbäuerin aus Kolumbien zeigt stolz ihre Nahrungsmittel, die sie aus bäuerlichem Saatgut produziert.

z.B. 50 Franken für dürreresistentes Saatgut… 

…für eine Kleinbauernfamilie, die vom Klimawandel betroffen ist.

Maria Souza giesst Salatpflanzen im selbst gebauten Gewaechshaus.Pará, Brasil.

z.B. 80 Franken zur Erhaltung der Lebensgrundlagen…

…damit alle genug zu essen haben.

Von den Wasserprojekten im Gebiet Matto Grosso sind unzählige Indigene betroffen - so nicht nur die Manoki, sondern, ganz in der Nähe, die Rikbaktsa.

z.B. 150 Franken für Bauernorganisationen…

…damit ihr Zugang zu Wasser sichergestellt werden kann.

Ja, ich helfe, den Hunger zu beenden. Ich spende: 

Auch dieses Jahr liegt nicht nur Feierliches in der Luft. Denn nach wie vor belastet uns die Pandemie, beschäftigt uns das Virus. Darum bitten wir Sie: Werden Sie heute ein Lichtblick, der helle Stern am Himmel für Menschen in Not.

Ein Zeichen der Verbundenheit und der Solidarität brauchen jetzt vor allem auch die Menschen im globalen Süden. Denn die Pandemie hat ihre Not verstärkt. Die Zahl der Menschen, die in Hunger und Armut leben, ist stark gestiegen. 

Damit auch diese Menschen hoffnungsvoll ins neue Jahr starten können, bitte ich Sie heute um Ihre Unterstützung. Denn: Gemeinsam können wir Hunger stillen und Hoffnung nähren.

Ihre Weihnachtsspende

Mit Ihrer Spende erfüllen Sie den Wunsch nach Hoffnung: Zum Beispiel…

Kinder aus einem Dorf, das von Fastenaktion im Projekt Tsinjo Aina unterstütz wird.

…mit 50 Franken für dringend benötigte Nahrungsmittel

Verhindern Sie Hunger: In Madagaskar herrschte in diesem Jahr eine grosse Dürre. Mit einer Spende ermöglichen Sie Solidaritätskassen. Helfen Sie Bauern und Bäuerinnen Dürrezeiten durchzuhalten.

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…mit 80 Franken für Saatgut und sichere Ernten

Verhindern Sie die Verschuldung: Ein Dach geht kaputt, ein Kind wird krank oder das Saatgut wird knapp. Fördern Sie Spargruppen – eine echte Hilfe zur Selbsthilfe. 

Madagaskar TARATRA

… mit 150 Franken für klimaangepasste Landwirtschaft

Verhindern Sie verdorrte Ernten. Mit landwirtschaftlicher Ausbildung und Wasserprojekte ermöglichen Sie Ernten auch in der Klimaerhitzung. Helfen Sie Familien den Gefahren des Klimwandels zu trotzen. 

Seien Sie ein Lichtblick für Menschen in Not

Dank Fastenaktion erhalten Indigene Gemeinschaften aus Brasilien an der COP26 eine Stimme. Sie leiden im Amazonas unter Vertreibung und Brandrodungen. Derweil das offizielle Brasilien alles tut um den Klimagipfel zu sabotieren.

Ein Einblick direkt in die COP26 in Glasgow von Stefan Salzmann und Bernd Nilles

Klimagerechtigkeit gefordert – Staudämme im Amazonas vertreiben lokale Gemeinschaften.

Der Fastenaktion Anlass an einer Klimakonferenz in Glasgow war gut besucht. Rund 100 Zuschauerinnen waren vor Ort, weitere 200 online zugeschaltet. Vertreter und Vertreterinnen von indigenen Gemeinschaften aus dem Amazonasbecken haben über ihren Alltag erzählt.

Traurige Geschichten über Vertreibung, den Verlust von Heimat und Kultur, Perspektivlosigkeit, verursacht durch den Bau des Staudamms von Belo Monte. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen, deshalb sind die Indigenen Vertreterinnen nach Glasgow gereist. Die Welt soll wissen, wie die Kehrseite von Grossprojekten zur erneuerbaren Energieproduktion aussieht.

Brasilianische Politik: Voller Greenwashing und Widersprüche

Zur selben Zeit unterzeichnen brasilianische Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft und Politik haufenweise internationale Initiativen zur Begrenzung der Klimaerwärmung. Eine davon soll Entwaldung ohne Massnahmen und Umsetzungsplan stoppen. Doch genau das macht die aktuelle Regierung.

Eine andere soll die Errichtung globaler Energieverteilungsnetze für erneuerbare Energien vorantreiben. Im Namen des Klimaschutzes werden grosse Projekte vorangetrieben ohne Rücksicht auf lokale Gemeinschaften zu nehmen. Wird doch am Rio Tapajos bereits der nächste grosse Staudamm in Angriff genommen.

Eine Regierung, die sich nicht zu schade ist, im brasilianischen Pavillon die Erfolge der nachhaltigen «grünen» Entwicklung des Bundesstaates Mato Grosso zu präsentieren. Der Bundesstaat also, der in den letzten Jahren wie kein anderer gerodet wurde, um agrarindustriellen Ackerbau voranzutreiben.

Fastenaktion bringt indigenen Gemeinschaften an die COP26 – Brasilien bringt die Lobbyisten der Agrar-Industrie

Der Bundesstaat, in dem indigene Gemeinschaften, vereint im Netzwerk «Jurena Vivo» sich gegen diese Regierung zur Wehr setzen. Fastenaktion hat diese Menschen nach Glasgow gebracht damit ihre Stimme gehört wird.

Das offizielle Brasilien ist in Glasgow mit sage und schreibe 479 Personen vertreten. Das sind etwa doppelt so viele wie aus dem Gastgeberland Grossbritannien vertreten sind. Die Fastenaktion Partnerorganisation «Observatorio do Clima» hat nachgezählt wie viele der wertvollen Zugangslizenzen an Lobby-Organisationen der Agrarwirtschaft (9), der Industrie (6), oder der Wirtschaft (25) vergeben wurden.

Zugangslizenzen für die Ehepartnerinnen – kaum Zugang für indigene Aktivistinnen

Sogar First Ladies aus vier Bundesstaaten und einer Grossstadt sind in die Delegation eingeladen worden und haben Zugang zu sämtlichen Verhandlungsräumen. Und genau in diesen Verhandlungsräumen sind die brasilianischen Vertreter und Vertreterinnen dafür bekannt Transparenzanforderungen zu blockieren, mit langen Monologen die Verhandlungen aufzuhalten oder die Texte mit nicht mehrheitsfähigen Ergänzungen anzureichern.

Gleichzeitig wird die junge indigene Aktivistin Txai Suruí, die nur mit Glück eine Akkreditierung für die Teilnahme an der Konferenz ergatterte, in der Öffentlichkeit physisch belästigt. Ein brasilianisches Delegationsmitglied wurde vom Sicherheitspersonal verhaftet, weil er sich der Frau ungebührlich genähert hatte. Brasilien hat für diese Belästigung und ihr Auftreten den von der Zivilgesellschaft verliehenen «Fossil of the Day»-Award bekommen. Ein Preis der für negatives Verhalten an der Klimakonferenz verliehen wird.

Unterstützen Sie unsere Arbeit für mehr Klimagerechtigkeit

Paralell zur COP26 organisierte Fastenaktion den Klimaevent „4 days 4 future“ in Köln. Engagierte Klimaaktivistinnen besuchten das Dorf Lützelrath, das für die Braunkohle dem Erdboden gleich gemacht werden soll.

Dieses gigantische dunkle Loch, liess uns erschaudern. Es ist ein Symbol für die Leere ist, die nach der kompletten Ausbeutung dieses Landes zurückbleibt. 

Ein Erfahrungsbericht von Pauline Bellanger aus Genf: 

Der verantwortliche Energiekonzern RWE plant in Lützerath den Braunkohleabbau zu erweitern

Lützelrath: Eine der grössten CO2-Schleudern Europas

Im Rahmen der Veranstaltung «4 days 4 future» in Köln, Deutschland, die von den Hilfswerken Fastenaktion, CIDSE und MISREOR organisiert wurde, besuchten wir das rheinische Braunkohlerevier in der Nähe des Dorfes Lützerath. 

in Lützelrath befindet sich bereits heute eine der grössten Quellen für CO2-Emissionen in Europa. Dennoch plant der verantwortliche Energiekonzern RWE, das Dorf Lützerath zu zerstören, um den Braunkohleabbau zu erweitern.

Bauernfamilien und Klimaaktivistinnen wehren sich gegen die Zerstörung

Vor Ort trafen wir eine Frau, die einen alten Bauernhof besitzt, und sich seit Jahren gegen den Kohleabbau und die Zerstörung ihres Dorfes wehrt. Gleich nebenan haben zudem Klimaaktivistinnen ein Camp aufgeschlagen. Sie fordern einen Stopp des Kohleabbaus und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°.

Ein grosses Engagement für die Umwelt und die Menschen war auch bei den Aktivist*innen spürbar, mit denen wir im Camp sprechen konnten.

Das Camp der Klimaaktivistinnen in Lützelrath

Umsiedlung und Verlust von fruchtbarem Ackerland

Obwohl das Land so fruchtbar ist, soll es weiter zerstört werden, damit noch mehr Kohle abgebaut werden kann. Gemäss den Aussagen der Landwirtin, wird es nach der Ausbeutung des Landes nicht mehr möglich sein, das ursprüngliche Ökosystem wiederherzustellen.

Der Braunkohleabbau zur Gewinnung von Strom zerstört nicht nur das kostbare Ökosystem, sondern auch die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort. Denn auch wenn RWE eine Umsiedlung anbietet, werden die Bewohnerinnen von Lützerath ihre Heimat und ihr Land verlieren.

Aktivisten und Aktivistinnen hoffen auf die COP26

Ein grosses Engagement für die Umwelt und die Menschen war auch bei den Aktivistinnen spürbar, mit denen wir im Camp sprechen konnten. Diese jungen Menschen harren trotz Kälte, Wind und Schlamm aus und fordern auf friedliche Weise das Recht auf Leben ein. Das Versprechen von mehr als 190 Staaten an der COP26, der Ausstieg aus dem Braunkohleabbau ist deshalb verpflichtend und darf nicht aufgeschoben werden!

Pauline Bellanger aus Genf, engagiert sich für Klima und Umwelt und weilte auf Einladung der Fastenaktion an der Rahmenveranstaltung zur COP26 in Köln

Pauline Bellanger engagiert sich für Klima und Umwelt. Sie weilte auf Einladung der Fastenaktion an der Rahmenveranstaltung „4 Days 4 Future“ zur COP26 in Köln

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Helena Jeppesen ist Verantwortliche des Landesprogramms Philippinen und Asien allgemein sowie für die Kooperation Inland.Helena Jeppesen ist Verantwortliche des Landesprogramms Philippinen und Asien allgemein sowie für die Kooperation Inland.

„In meiner ganzen NGO-Karriere hat mich keine andere Organisation je gefragt: ‚Wie geht es dir?». Die Programmmitarbeitenden erleben Gewalt, Armut und Katastrophen hautnah mit. Wie kann man damit umgehen? Die Programmverantwortliche Helena Jeppesen schildert, wie ihr der psychosoziale Ansatz hilft.

«Der psychosoziale Ansatz hat meine Arbeit stark verändert: Früher haben wir nicht wirklich auf den Zusammenhang zwischen der philippinischen Geschichte, der politischen Realität und dem Umgang innerhalb der Projektteams geachtet.

Viele unserer heutigen Projektmitarbeitenden in den Philippinen waren einst in der Widerstandbewegung. Sie haben Muster, Begrifflichkeiten und militärische Strukturen unreflektiert in die NGO-Kultur übernommen.

Die lokalen Psycholog/innen-Teams, mit denen wir zusammenarbeiten, kennen den kulturellen Hintergrund, die Sprache und können auch die Begriffe anpassen. Genial finde ich auch, dass wir nun die Dimension des Teambefindens und der Zusammenarbeit aufgenommen haben. Das Vertrauen zueinander und der Zusammenhalt ist enorm gewachsen.

Erst kürzlich ist die Direktorin einer Partnerorganisation zusammengebrochen, weil sich die Schwester einer ihrer Mitarbeitenden umgebracht hat. Diese hochprofessionelle Direktorin war am Rande ihrer Kräfte. Sie war die Hauptverantwortliche, doch sie konnte ihre von Selbstvorwürfen verzweifelte Mitarbeiterin nicht mehr auffangen. Sofort war eines unserer lokalen Teams von Psycholog/innen zur Stelle und führte Gespräche mit den betroffenen Personen sowie mit dem ganzen Team.

Sehr berührt hat mich, als mir eine Projektverantwortliche einmal sagte: „In meiner ganzen NGO-Karriere hat mich keine andere Organisation je gefragt: ‚Wie geht es dir?»

Ein Interview von Romana Büchel: 
Weiterführende Informationen zu unserer Arbeit mit dem psychosozialen Ansatz (PSA) finden Sie in unserer Publikation: 
PERSPEKTIVEN vom September 2021

PERSPEKTIVEN 3/21: Mit Hand und Herz

Unterstützen Sie den Psychosozialen Ansatz von Fastenaktion

Partnerorganisationen der Fastenaktion informieren über Corona und verteilen Material zur Desinfektion.Partnerorganisationen der Fastenaktion informieren über Corona und verteilen Material zur Desinfektion.

In Haiti ist die Situation verheerend: Klimawandel und eine korrupte Regierung bringen viel Leid über das Land. In das bestehende Chaos kommt nun der Corona-Virus hinzu - worüber nur ungenügend informiert wird. Die Partnerorganisationen der Fastenaktion informieren ihre Solidaritätsgruppen und geben Hygienematerial ab.

Menschen mit Corona-Virus werden stigmatisiert

Viele befürchten, dass es in Haiti bei einem grösseren Ausbruch der Covid-Krankheit zu Gewalt kommen könnte. Es gibt bereits Berichte über Gewaltausbrüche. Es wurden Personen mit verdächtigen Symptomen angegriffen und sogar ein Spital, welches diese Betroffenen behandelt hat.

Haitianischer Staat mit widersprüchlichen Informationen

Der Premierminister hat noch Mitte April gemeldet, dass Haiti bezüglich dem Corona-Virus über dem Berg sei. Es ging wohl vor allem darum, die Textilfabriken für den Export wieder zu öffnen. In den Fabriken können jedoch die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Seit 22. April besteht nun wieder der Ausnahmezustand.

Fastenaktion informiert über das Virus und verteilt Hygienematerial

Alle Partnerorganisationen der Fastenaktion organisieren Sensibilisierungs-Aktivitäten. Sie informieren, wo sie können, über die Gefährlichkeit des Virus und über Hygienemassnahmen. Zusätzlich haben sie Material zum Händewaschen organisiert: Kübel mit Hähnen und Seife zur Desinfektion.

 

Fastenaktion plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. 

Um diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende. 

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