Im brasilianischen Amazonasgebiet betreibt das multinationale Unternehmen Vale die grösste Eisenerzmine der Welt. Jeden Tag transportieren mehr als 10.000 Waggons das Eisenerz zum Exporthafen. Die Gemeinden entlang der Bahnlinie gehören zu den ärmsten Brasiliens und leiden unter den Umweltbelastungen, während das Unternehmen Rekordgewinne erzielt – auch dank Hilfe aus der Schweiz. Fastenaktion unterstützt Projekte zur Stärkung der Gemeinden.
In Carajás, im brasilianischen Amazonasgebiet, betreibt das multinationale Unternehmen Vale die grösste Eisenerzmine der Welt. Jeden Tag transportieren mehr als 10.000 Waggons das Eisenerz um Exporthafen. Die Gemeinden entlang der Bahnlinie gehören zu den ärmsten Brasiliens und leiden unter den Umweltbelastungen, während das Unternehmen Rekordgewinne erzielt – auch dank Hilfe aus der Schweiz.

Ein Kommentar von François Mercier, Verantwortlicher für Rohstoffe und Menschenrechte bei Fastenaktion

Heute hat unsere brasilianische Partnerorganisation Justiça nos Trilhos (JnT, Gerechtigkeit auf Schienen) mit Unterstützung von Fastenaktion den Bericht «Steuertricks durch Bergbauunternehmen: Was bleibt den Gemeinden» veröffentlicht. Der Bericht analysiert die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Estrada de Ferro Carajás (EFC, Carajás-Eisenbahn), einer fast 900 km langen Eisenbahnstrecke, die Vales Eisenerzmine in Carajás mit dem Hafen von São Luís verbindet.

Schweiz zentral für Steuervermeidung
Vale ist der mit Abstand grösste Exporteur von brasilianischem Eisenerz. Durch die Analyse von Daten der brasilianischen Regierung konnte JnT aufzeigen, dass die Exporte von Eisenerz systematisch falsch berechnet werden. Während das Eisenerz hauptsächlich nach China exportiert wird, wird es zunächst, zu einem Preis weit unter dem internationalen Kurs, an Zwischenhändler in der Schweiz verkauft. Dieses System verschafft dem Bergbauunternehmen Steuervorteile.

Lokale Gemeinschaften profitieren nicht vom Export von Eisenerz. © Ingrid Barros
Von der Mine bis zum Hafen führt die Eisenbahnlinie durch mehr als 130 Gemeinden. Diese beschweren sich über Lärm, häufige Unfälle und das Fehlen von sicheren Bahnübergängen. Während Vale im letzten Jahr einen Nettogewinn von über 20 Milliarden Franken erzielte, gehen die davon betroffenen lokalen Gemeinschaften leer aus. Die Mechanismen, wie die Steuergelder umverteilt werden, sind für die betroffenen Gemeinden ungerecht und intransparent.

Mit der Unterstützung von Fastenaktion prangert JnT diese Situation an und setzt sich für eine transparentere Umverteilung der Steuern zugunsten der betroffenen Gemeinden ein. Auf die Fragen von Justiça nos Trilhos ob der Exporteur von Eisenerz Steuervermeidung betreibe, verneint Vale und schiebt nach, dass sie an der Verbesserung der Sicherheit an der Bahnstrecke arbeiten.

Steuertricks durch Bergbauunternehmen: Was sagen die Anwohner:innen der Bahnlinie? (englische Untertitel)

Unterstützen Sie unser Engagement für nachhaltiges Wirtschaften

Gemeinsam mit Partnerorganisationen wie Justiça nos Trilhos macht Fastenaktion auf die zerstörerischen Auswirkungen des Abbaus von Eisenerz und anderen Rohstoffen und die Verantwortung der Schweizer Unternehmen aufmerksam.

Diese Website verwendet Cookies, die die Funktionalität der Website ermöglichen. Sie helfen uns dabei, die Interessen unserer Nutzer:innen zu analysieren. Damit optimieren wir für Sie unserer Inhalte und Ihre Spendenmöglichkeiten. Die gesammelten Daten werden weder durch uns noch durch unsere Partner verwendet, um Sie zu identifizieren oder zu kontaktieren. Mehr erfahren

Maria Souza ist eine engagierte Kleinbäuerin in Brasilien. Sie betreibt eine vielfältige Landwirtschaft. Doch die Flüsse versiegen. Die Bauern- und Fischerfamilien in ihrem Dorf verlieren die Lebensader. Bitte helfen Sie heute mit einer Spende. Vielen Dank

«Wenn die Flüsse nicht mehr leben, fehlen uns die Fische für unsere Nahrung und zum Verkauf. Wie soll ich ohne Einkommen meine Kinder ernähren?»

Früher konnte Maria Souza im brasilianischen Amazonasgebiet ihre Familie von traditioneller Landwirtschaft und von Fischen aus dem Flusswasser ernähren. Jetzt hat es ausgerechnet in ihrer Region zu wenig Wasser. Sie macht sich Sorgen über die Zukunft. Denn Staudämme haben den Fluss und seine ursprüngliche Natur zerstört.

Der unfaire Kampf um das lebensnotwendige Wasser
Energieprojekte und die industrielle Landwirtschaft trocknen die Lebensader für die Kleinbauern aus. Alleine im brasilianischen Juruena-Flussbecken sind 125 neue Staudämme geplant. Mit gravierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung: Flüsse sterben, Fische fehlen. Was bleibt, ist Hunger. Der Klimawandel macht die Situation noch schlimmer.

Es darf nicht sein, dass Konzerne und Regierungen das Land und die Lebensgrundlagen der Einheimischen ausbeuten und zerstören. 

Bitte schützen Sie die Bauernfamilien heute vor dem Unrecht.

Eine Kleinbäuerin aus Kolumbien zeigt stolz ihre Nahrungsmittel, die sie aus bäuerlichem Saatgut produziert.

z.B. 50 Franken für dürreresistentes Saatgut… 

…für eine Kleinbauernfamilie, die vom Klimawandel betroffen ist.

Maria Souza giesst Salatpflanzen im selbst gebauten Gewaechshaus.Pará, Brasil.

z.B. 80 Franken zur Erhaltung der Lebensgrundlagen…

…damit alle genug zu essen haben.

Von den Wasserprojekten im Gebiet Matto Grosso sind unzählige Indigene betroffen - so nicht nur die Manoki, sondern, ganz in der Nähe, die Rikbaktsa.

z.B. 150 Franken für Bauernorganisationen…

…damit ihr Zugang zu Wasser sichergestellt werden kann.

Ja, ich helfe, den Hunger zu beenden. Ich spende: 

Drei Wochen lang stand bei der Amazonassynode in Rom die sogenannte Peripherie im Zentrum des Geschehens, wurde dem Schrei der Erde und der Armen höchste Aufmerksamkeit geschenkt. In zahlreichen Arbeitsgruppen wurde zusammengearbeitet und wurden Vorschläge zur Zukunft des Amazonas wie der Weltkirche erarbeitet. An diesem Kraftakt haben viele mitgewirkt – einschliesslich der Vertreter/innen der katholischen Hilfswerke die an die Synode eingeladen waren, und vor allem auch die Vertreter/innen aus dem Amazonasgebiet.

Für sie ging es um viel, da die katholischen Organisationen und die Kirche selbst zu den wenigen Akteuren gehören die sich im Amazonasgebiet der Ausbeutung durch Konzerne und Regierungen entgegenstellen. Sie stellen sich an die Seite der indigenen Gemeinschaften, um ihre Rechte einzuklagen und die den Mut haben, sich Regierungen, wie der von Bolsonaro, in den Weg zu stellen.

Diesem Einsatz – bei dem auch viele Partnerorganisationen von Fastenaktion mitwirken – wurde in Rom der Rücken gestärkt. Durch intensives Zuhören gelang es allen einen tiefen Einblick zu bekommen in die Wirklichkeit des Amazonasgebiets. Diese Nähe, dieses Wissen, diese Betroffenheit, diese Sorge um unser gemeinsames Haus haben es auch ermöglicht, dass sich die Bischöfe wagten Vorschläge zu machen, die das Potential haben die ganze Kirche – weltweit – zu verändern. Dafür war auch der synodale Prozess vor der Synode entscheidend, bei dem zehntausende Vertreter/innen aus dem Amazonasgebiet konsultiert wurden.

Spannend bleibt, wie die Kirche mit diesen Beschlüssen umgehen wird, ob die Chance zur Veränderung ergriffen wird, wie weit Papst Franziskus in seinen Beschlüssen zur Synode gehen wird. Ein erstes positives Zeichen ist auch der Beschluss, dass es in Zukunft im Vatikan ein Büro geben soll, dass sich explizit mit dem sozial-ökologischen Wandel und dem Amazonasgebiet befassen wird.

Es kommt aber auch auf uns in der Schweiz an. Wir konsumieren vieles aus der Amazonasregion, sind indirekt an seiner Ausbeutung und Zerstörung beteiligt: Vom Soja für die Massentierhaltung über Bergbau für Gold oder Eisenerz bis hin zu Palmöl für unseren Fastfood. Zudem zerstören wir das Klima, was für die Amazonasregion eine zusätzliche Bedrohung darstellt. Es ist wichtig, dass wir in dieser globalisierten Welt nicht übersehen was konkret vor Ort geschieht. Wir müssen die Augen dafür öffnen, damit wir unsere Lebensgrundlagen nicht zerstören.

Diese Synode kann uns dabei helfen, unseren Lebensstil, unser Wirtschaften aber auch unsere Kirche neu auszurichten.  Die Synode ist nicht das Ende, sondern ein wichtiger Schritt auf neuen Wegen für die Kirche und die Welt. Dabei wird es auch weiterhin Widerstände geben. Doch von diesen dürfen wir uns nicht abschrecken lassen.

 

Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion