Agrarökologie ist lokal angepasste und umweltschonende Landwirtschaft. In den Projektländern von Fastenaktion ist dieser Ansatz zentral, um Ernährungssicherheit und Selbstbestimmung zu erreichen.

Ein Text von Christa Suter, Fachverantwortliche für Agrarökologie bei Fastenaktion

Die negativen Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf Umwelt und Klima nehmen unübersehbar zu. Klimaerwärmung, Kriege, Rohstoffspekulationen und die Beeinträchtigung internationaler Handelsketten gefährden die Verfügbarkeit von gesunden und bezahlbaren Nahrungsmitteln im globalen Süden. Mit dem sorgsamen Umgang und dem Erhalt des Bodens und durch die Förderung von Biodiversität liefert Agrarökologie einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigeren Anbausystem. Nicht nur, dass sich Pflanzen, Tiere, Menschen und Umwelt gegenseitig stützen, auch das Ernährungssystem wird gerechter, da die Menschen selbst entscheiden können, wie sie produzieren und was sie essen. Die Produktion von gesunden Lebensmitteln, welche die Bodenfruchtbarkeit bewahrt und aufbaut, die biologische Vielfalt von Saatgut und Tieren erhalten und weiterentwickeln, und der schonende Umgang mit Wasser stehen im Zentrum der Agrarökologie.

Agrarökologie ist gleichzeitig eine Wissenschaft, eine Sammlung von nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken sowie eine soziale Bewegung für mehr Ernährungssouveränität. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten stetig weiterentwickelt. Sie konzentriert sich nicht nur auf Äcker und landwirtschaftliche Betriebe, sondern umfasst Empfehlungen für das gesamte Ernährungssystem, vom Feld bis zum Teller – und für alles, was sich dazwischen abspielt.

Menschen und nicht Konzerne oder Handelsabkommen sollen entscheiden, wie und wo sie ihre Nahrungsmittel produzieren und was auf den Teller kommt. Agrarökologie kann die Klimaerhitzung nicht verhindern. Doch sie kann Möglichkeiten aufzeigen, wie sich Bäuerinnen und Bauern an die zu erwartenden Auswirkungen anpassen können.

Die Solidaritätsgruppe in der kenianischen Region Mochongoi unterstützt sich bei der Feldarbeit.

Ein Zusammenspiel von vier Dimensionen

Die ökologische Dimension der Agrarökologie ist von zentraler Bedeutung: Dabei geht es um den Aufbau von fruchtbaren Böden, den Schutz vor Erosion und die Förderung der Artenvielfalt. Hochgiftige Pestizide und synthetische Dünger werden vermieden und durch umweltschonende Methoden ersetzt. Um besser auf die Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen vorbereitet zu sein, wird bewusst auf lokales Saatgut geachtet.

Auf der sozialen Ebene ist das traditionelle Wissen von grosser Bedeutung für eine gerechte und selbstbestimmte Landwirtschaft. Solidaritätsgruppen und die Ausbildung von Frauen stärken die Gemeinschaftsbildung. Frauen spielen eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft und in der Ernährung, da sie oft viel Feldarbeit leisten oder bäuerliches Saatgut erhalten und vermehren, die Mahlzeiten zubereiten und die Ernten auf dem Markt verkaufen.

Auf ökonomischer Ebene stärken agrarökologische Ansätze die lokalen Kreisläufe, indem auf eine regionale und saisonale Landwirtschaft und Nahrungsmittel gesetzt wird. Lebensmittel werden für den lokalen Markt hergestellt, Saatgut sowie ökologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden vor Ort hergestellt. Es wird bewusst darauf geachtet, dass die angebauten Produkte vielfältig und Nahrungsmittel möglichst ganzjährig geerntet werden können, damit verschiedene Einkommensquellen die Familien stärken. Die politische Mitbestimmung und Beteiligung der Produzent:innen und Mitarbeiter:innen in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelverarbeitung wurde 2018 in der Uno-Erklärung über die Rechte der Bäuerinnen und Bauern und Personen im ländlichen Raum (UNDROP) festgehalten. Diese Rechte erlauben es, Ernährungssouveränität, das Recht auf Nahrung und die Kontrolle über Land und Saatgut auch tatsächlich einzufordern.

Konkrete Veränderungen

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Treiber der Klimakrise – und gleichzeitig sehr stark von Klimaerhitzung betroffen. Konkrete Veränderungen sind notwendig. Direkte und indirekte Subventionen für die industrielle Landwirtschaft, die einen nicht nachhaltigen Anbau fördert, müssen gestoppt werden. Der Gebrauch chemischer Düngemittel und Pestizide muss drastisch sinken. Und statt grossflächiger Plantagenproduktion braucht es vielfältige, kleinräumig strukturierte Bauernbetriebe und Zugang zu Land, gerade auch für Frauen im globalen Süden.

Die Partnerorganisationen von Fastenaktion in Asien, Afrika und Lateinamerika setzen sich sowohl auf praktischer wie auch auf politischer Ebene für die Stärkung und die Ausweitung agrarökologischer Ansätze ein. Sie fördern und fordern den Zugang zu Ressourcen wie Land, Saatgut und Wasser. Zudem verlangen sie Schutz und Sicherheit der Menschenrechtsaktivist:innen, die für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern einstehen.

Lauchsetzlinge werden sorgfältig und mit genügend Abstand eingepflanzt.

Im Rahmen der Ökumenischen Kampagne 2023 legen Fastenaktion und HEKS den Fokus auf das Thema Agrarökologie. Mehr über die Kampagne erfahren Sie hier. 

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Industrielle Landwirtschaft ist der Klimakrise nicht gewachsen, zerstört aber die Umwelt. Agrarökologische Anbaumethoden verbessern die Ernährungssituation und können die Folgen der Klimaerhitzung stärker abfedern.

Bis zu 828 Millionen Menschen haben weltweit nicht genügend zu essen. Das sind fast 10 Prozent der Weltbevölkerung. Das bedeutet: jeder 5. Mensch in Afrika, jeder 10. in Asien, jeder 12. in Lateinamerika. In Nordamerika und Europa sind es jeweils rund 2 Prozent der Bevölkerung. (Quelle: FAO Food Security and Nutrition in the World 2022)

1/3 der weltweit für Menschen produzierten Lebensmittel wird entweder verschwendet oder geht verloren.

10 Prozent mehr Frauen als Männer litten im Jahr 2020 unter Hunger. (Quelle: FAO, IFAD, UNICEF, WFP, WHO: The State of Food Security and Nutrition in the World 2022)

Wo mehrere agrarökologische Massnahmen angewendet werden, sinkt das Risiko einer Mangelernährung um 22 Prozent. (Sufosec Ernährungsbericht 2022)

Das können wir tun

  • Wollen wir bei unserer Ernährung etwas ändern, erreichen wir dies am besten, wenn wir uns überschaubare Ziele setzen.
  • Saisonal, regional und fair zum Beispiel in einem Hoflädeli oder auf dem lokalen Markt einkaufen. hoflädeli.ch
  • Was in der Ernährungspyramide ganz unten zu finden ist, ist für das Klima am besten.
  • Verpackungsarme Lebensmittel bevorzugen und Verpackungen recyceln.
  • Einen Selbstversuch wagen: während einer Woche nur Lebensmittel kaufen und konsumieren, die im Umkreis von 50 Kilometern produziert wurden.
  • Und steht ein Garten zur Verfügung: warum nicht Wildobststräucher, einheimisches Gemüse und Blühstauden anpflanzen?

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Pierre-Gilles Sthioul und Antoine Meier haben ihre Jobs aufgegeben, um sich voll und ganz in Praz Bonjour, einem landwirtschaftlichen Betrieb mit agrarökologischem Gemüseanbau in Blonay (VD), einzubringen.

Das zweieinhalb Hektar grosse Grundstück, das Pierre-Gilles und Antoine seit zwei Jahren bewirtschafteten, befindet sich in Stadtnähe, weniger als fünf Kilometer von Vevey entfernt direkt über dem Genfersee. Durch den Anbau von Gemüse, Obstbäumen und einigen Reben bieten sie eine vielfältige und qualitativ hochwertige regionale Nahrung, die in einem umweltfreundlichen System produziert wird. Anbau und Verarbeitung verursachen nur wenig CO2-Emissionen. Ihr Ziel ist es, die lokale Ernährungssouveränität auch in der Schweiz zu fördern. Sie liefern ihre Produkte an ein Dutzend Restaurants in der Region. Privatpersonen können sich vor Ort beim Betrieb selbst bedienen oder im kürzlich eröffneten Laden in Vevey einkaufen. Demnächst wollen sie auch Gemüsekörbe mit dem Fahrrad ausliefern.

Eine berufliche Veränderung

Die Eltern von Pierre-Gilles führten ein Restaurant, er selber war zehn Jahre Koch, bevor er Politikwissenschaften studierte. Schliesslich wurde er Koordinator der Ökumenischen Kampagne von Fastenopfer und Brot für alle [heute Fastenaktion und HEKS, Anm. d. Red.] in der Westschweiz. Im Frühjahr 2020 führte der Lockdown dazu, dass sämtliche Veranstaltungen für die damalige Kampagne zum Recht auf Saatgut abgesagt wurden. «Die Arbeit eines ganzen Jahres fiel ins Wasser! Da begann ich vieles infrage zu stellen», erinnert er sich. Mitten in dieser seltsamen Zeit erhielten Pierre-Gilles und Antoine das Land über dem Genfersee angeboten. Dank dem andauernd schönen Wetter und weil nichts weiter zu tun war, nutzten die beiden die Zeit, um im Freien zu arbeiten. Nach und nach wurde Pierre-Gilles klar, dass er künftig als Bauer arbeiten wollte. «Ich realisierte, dass ich genau das in meinem Leben machen wollte, auch wenn mein Einkommen um die Hälfte reduziert werden würde.»

Agrarökologie als Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels

Als die beiden im Jahr 2021 ganz offiziell ihre Tätigkeit auf der Praz Bonjour aufnahmen, wiesen starke Regenfälle, Kälte und Spätfrost bereits auf eine katastrophale Saison im Gemüseanbau hin. Im Jahr darauf wurde die grosse Hitzewelle im Sommer von einer Trockenperiode begleitet. Auch wenn das Klima in unseren Breitengraden eher mild ist, sind sich die Fachleute in der Landwirtschaft einig: Extreme Wetterereignisse sind heute die Norm, und wir müssen uns darauf einstellen. Hier zeigen sich die Vorteile der agrarökologischen Anbaumethoden – auch auf dem Hof der Jungbauern – während der sommerlichen Hitzewelle 2022. Denn der Wald entlang der Wiese in Praz Bonjour sorgte dafür, dass die Feuchtigkeit auf den Feldern so hoch blieb, dass fast nicht gegossen werden musste. Um zu verhindern, dass die Setzlinge austrocknen, installierten Pierre-Gilles und Antoine zudem Schattenspender, die sie aus Ästen und Laub bauten, die sie auf dem Betrieb gesammelt hatten. Pierre-Gilles ist überzeugt: «Die Agrarökologie ist die Methode, die es uns ermöglicht, mit den zunehmend schwierigen klimatischen Bedingungen umzugehen und auch dann noch Nahrungsmittel zu produzieren, wenn die industriellen Nahrungsmittelsysteme versagen.» Der von ihnen gewählte Ansatz gibt den beiden Bauern recht. Nicht nur konnten sie mit den agrarökologischen Anbaumethoden, die klimatisch schwierigen Jahre 2021/2022 überstehen. Sie leben auch ihren Traum einer in allen Belangen nachhaltigen Landwirtschaft.

Weitere Informationen: www.praz-bonjour.ch

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Auf dem Feld von Phylis Mumbi Kamau wachsen Obstbäume und verschiedene Gemüsesorten in schönster Eintracht nebeneinander. Die Pflanzen unterstützen sich gegenseitig und trotzen der zunehmenden Dürre.

«Früher haben wir nur Mais und Bohnen angebaut, und wenn die Dürre kam, hatten wir wenig bis gar nichts mehr zu essen.» Das erzählt Phylis Mumbi Kamau, die seit einigen Jahren im Projekt der Fastenaktion-Partnerorganisation Caritas Nyahururu mitarbeitet. Sie lebt, zusammen mit ihrem Mann und den vier Söhnen, im Dorf Mithuri Laikipia County, im Hochland von Kenia. Die Nächte sind kalt, und eigentlich gilt das Land als fruchtbar. Doch seit sich die Folgen der Klimaveränderung immer stärker auswirken, fallen die Regenzeiten teilweise ganz aus oder sind nur kurz. Für die Menschen in der Region um Nyahururu, die sich auf Ackerbau und Viehzucht spezialisiert haben, eine bedrohliche Situation. Denn nebst der Klimaveränderung führen auch Überweidung und weitverbreitete Abholzung zu immer mehr Trockenheit. Ernteausfälle sind die Folge, und das Vieh findet kein Futter mehr. Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut und Kunstdünger sowie Ausbeutung durch Wucherer treiben die Bäuerinnen und Bauern schnell einmal in die Verschuldung. Doch die Partnerorganisation von Fastenaktion geht die Ursachen der Probleme von Grund auf an. So werden in einem ersten Schritt die Menschen ermuntert, sich in Gruppen zusammenzuschliessen, denn so können sie ihre Probleme gemeinsam angehen.

Auch Phylis Mumbi Kamau hat sich organisiert. «Ich gehöre zu einer Gruppe mit dem Namen Mithuri-Jugendgruppe. Jede von uns bewirtschaftet ihr eigenes Feld, auf dem sie die unterschiedlichsten Pflanzen anbaut. Wir ziehen und tauschen Setzlinge, manchmal werden sie uns auch zur Verfügung gestellt.»

Vielfalt auf gesunden Böden

Die lokalen Animator:innen bilden die Menschen in Bodenschutz- und Anbaumethoden nach den Prinzipien der Agrarökologie aus. Dank Erosionsschutz, gesünderen Böden und gepflanzten Obst und Nutzbäumen kann der Boden Regenwasser besser speichern, wird fruchtbarer, und die Setzlinge gedeihen besser. Durch die gemeinsame Arbeit auf den Feldern können die Menschen ihr Wissen austauschen. Phylis pflanzt Mangos, Passionsfrüchte und Grünkohl, Kürbisse, Süsskartoffeln und Maniok an. Auch ihr ältester Sohn Joseph hilft auf dem Feld regelmässig mit. Er hat sich auf die Veredelung von Pflanzen spezialisiert. So können die Obstbäume trotz zunehmender Dürre weiterwachsen. Joseph gefällt die Landwirtschaft, doch sein Berufswunsch ist Ingenieur. «Weil», wie er sagt, «Ingenieure Dinge normalerweise von Grund auf neu erschaffen. Das kommt dem nahe, was wir hier auf dem Feld machen.»

Der älteste Sohn Joseph beim Veredeln einer Pflanze.

Für das Schulgeld bleibt genügend übrig

Die Tage der Bäuerin und Mutter sind streng. Um 5.45 Uhr steht sie auf, spricht ihr Morgengebet und macht dann Feuer, um den Tee für die ganze Familie zu kochen. Wenn die Kinder ihr Frühstück beendet haben, gehen die drei älteren zur Schule, der Jüngste bleibt noch zu Hause, gerne auch bei den Grosseltern, die ganz in der Nähe wohnen. Phylis fegt das Haus, füttert die Hühner, melkt die Kühe und bringt sie danach auf die Weide. Anschliessend geht sie mit ihrem Mann zum Feld. «Ich geniesse es, zu sehen, dass alles, was ich angepflanzt habe, gut gedeiht. Ich bin einfach gerne auf dem Feld.»

Die Arbeit im Projekt hat das Leben der ganzen Familie Kamau verändert. «Ich hätte nie im Leben daran gedacht, Obstbäume zu pflanzen. Doch dank der Unterstützung der Koordinator:innen und zusammen mit meiner Gruppe habe ich es gewagt. Mittlerweile kaufe ich keine Früchte mehr. Ich hole sie einfach auf meinem Feld und gebe sie meinen Kindern zu essen. Ich habe sogar so viel Überschuss, dass ich ihn an einige meiner Nachbarinnen verteile, die nicht am Programm teilnehmen. Ich verwende auf meinem Hof keine chemischen Düngemittel mehr. Ich benutze natürliche Mittel, um Schädlinge zu vertreiben. Das hat die Qualität der Lebensmittel, die wir essen, verbessert und die Krankheiten, die wir früher hatten, drastisch reduziert. Zudem ernte ich so viele Früchte, dass ich sie zusätzlich noch auf dem Markt verkaufen kann. Mit dem Geld, das ich damit verdiene, bezahle ich das Schulgeld meiner Kinder und kaufe nur noch wenige Dinge, die ich für den Haushalt brauche. Mein Lebensmittelbudget ist nicht mehr sehr hoch, denn das meiste kommt aus meinem Garten.»

Zurück vom Feld gibt es erst einmal Tee und eine kleine Pause.

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Norberta Contreras mit ihrem Mann José und den beiden Söhnen im eigenen Garten.
Der Bauer José Barrera und die Bäuerin sowie Leaderin einer Spargruppe, Norberta Contreras, arbeiten in Guatemala mit nachhaltigen Anbaumethoden. Im Interview sprechen sie über die Fortschritte und Wirkung des Programmes.

«José Barrera: Meine Frau und ich arbeiten jetzt seit zwei Jahren im Programm von Fastenaktion mit und praktizieren agrarökologische Anbaumethoden. Wir haben gesät und angepflanzt, was uns zur Verfügung gestellt wurde. Angefangen haben wir mit Obstbäumen, von denen wir bereits die ersten Früchte geerntet haben. Einen Teil davon haben wir für unsere Familie zurückbehalten, und den anderen Teil haben wir verkauft.

Norberta Contreras: Mein Mann und ich sind Teil dieses Programmes, weil es uns überzeugt. Ich pflanze meine Früchte an und verkaufe die geernteten Bananen, Zitronen und Mangos, und damit verdiene ich Geld und kann meine Familie versorgen. Bevor uns die Projektverantwortlichen Unterstützung anboten, fühlten wir uns einsam, weil wir uns an niemanden wenden konnten. Doch mittlerweile haben wir viele unterschiedliche Anbaumethoden kennengelernt. Wir haben gelernt, unseren Garten zu terrassieren, um den Boden zu pflegen.

José Barrera und Norberta Contreras arbeiten in Guatemala mit nachhaltigen Anbaumethoden. Im Interview sprechen sie über die Vorteile und Fortschritte.
Wir bauen das Futter für die Tiere selbst an, damit sie auch während der Dürrezeit nicht hungern müssen. Wir sind Bäuerin und Bauer, das ist unser Beruf, und es ist das, was wir sein wollen. Mittlerweile haben wir auch einen Streuer für organischen Dünger. Er erleichtert uns die Arbeit. Zudem müssen wir keinen chemischen Dünger kaufen, der teuer und auch schädlich ist. Wir machen unseren eigenen Dünger und pflegen damit unsere Pflanzen und Obstbäume.

José Barrera: Doch der fehlende Zugang zu Wasser macht uns Sorgen. Und wir hoffen sehr, dass wir das mit der Unterstützung des Partners von Fastenaktion bald ändern können.

Norberta Contreras: Seit zwei Jahren bin ich die Leaderin unserer Spargruppe. Dank ihr hat unsere Gemeinschaft mittlerweile auch gemeinsame Ersparnisse. Das hilft uns sehr. Hätten wir diese Ersparnisse nicht, wüsste ich nicht, was mit der Gemeinschaft geschehen würde. Wenn jetzt jemand krank wird, haben wir die Mittel und können ins Krankenhaus gehen, um Hilfe zu bekommen. Das macht mich und auch die Gemeinschaft glücklich.»

 

Der Artikel ist in der Dezemberausgabe des Magazins Perspektiven  «Hoffnung in Guatemala» erschienen. Hier finden Sie die vollständige Ausgabe.

Unterstützen Sie Bäuerinnen und Bauern in Guatemala

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Die Rechte von Bäuerinnen und Bauern müssen geschützt werden. Fastenaktion unterstützt deshalb die UN-Bauernrechtsdeklaration für mehr Gerechtigkeit.

Angesichts der globalen Krisen müssen Regierungen konkrete Schritte unternehmen, um Bauern, Bäuerinnen und Landarbeiter:innen zu schützen und zu unterstützen. Ihre Stimme muss gehört werden. Staaten müssen endlich Verantwortung übernehmen und die UN-Bauernrechtdeklaration von 2018 in ihren Ländern umsetzen. Dies fordern mehrere Expert:innen der UNO zum 4. Jahrestag der UN-Bauernrechtsdeklaration (UNDROP) in ihrer Erklärung vom 16. Dezember. Fastenaktion unterstützt diese wichtige Erklärung.

Ein Kommentar von Claudia Fuhrer, Fachverantwortliche für Ernährungsgerechtigkeit / Recht auf Nahrung bei Fastenaktion

Kleinbäuerliche Landwirtschaft ernährt die Welt

Kleinbäuerinnen, Kleinbauern und Landarbeiter:innen produzieren 70-80 Prozent unserer Nahrung. Umso schockierender ist es, dass 4 von 5 von ihnen unter Hunger leiden. Sie sind überproportional von Klimakrise, Umweltzerstörung sowie Landraub betroffen und zudem giftigen Pestiziden ausgesetzt. Die Covid-Pandemie und der Ukrainekrieg haben ihre Lage weiter verschlimmert. Die Regierungen stehen in der Pflicht, die Rechte der ländlichen Bevölkerung zu sichern und so das Recht auf Nahrung zu verwirklichen.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bei der Feldarbeit in der Nähe von Gambo, Burkina Faso.

Mehr Gerechtigkeit durch Bauernrechtsdeklaration

Anlässlich des 4. Jahrestags gaben mehrere UN-Expert:innen eine gemeinsame Erklärung zu den bäuerlichen Rechten ab. Sie führen aus, dass die UNO mit der UNDROP ein wegweisendes internationales Rechtsinstrument geschaffen hat. Es ist «ein Aufruf zu Gerechtigkeit», der auf den Klag­en und Kämpfen von Bauern, Bäuerinnen und Landarbeiter:innen basiert. Die Expert:innen betonen weiter, dass die UNDROP die Rechte und die wichtigen Beiträge der bäuerlichen Bevölkerung zur Ernährungssicherung anerkennt. Zudem soll sie auch als Aktionsplan für Staaten, die Vereinten Nationen, Wirtschaftsunternehmen und andere Akteure dienen. Entsprechend fordern die UN-Expert:innen die Staaten auf, die UNDROP in ihren nationalen Gesetzgebungen zu verankern und konkrete Massnahmen zu ergreifen. Der Menschenrechtsrat soll zudem in seiner regelmässigen Staatenüberprüfung die Umsetzung der UNDROP kontrollieren.

Gemeinsam Hunger beenden

Fastenaktion setzt sich zusammen mit den Partnerorganisationen des Internationalen Programms «Ernährungsgerechtigkeit» und dem Projekt RAISE für die Verwirklichung der bäuerlichen Rechte in Zehn Ländern und auf internationaler Ebene ein. So kann gemeinsam der Hunger beendet werden.

Die gemeinsame Erklärung der UN-Expert:innen finden Sie hier.

Den Kommentar der RAISE-Partnerorganisationen finden Sie hier. 

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Lidia Morente ist Animatorin der Partnerorganisation von Fastenaktion.
Lidia Morente, Animatorin Spargruppen Caritas Verapaz

«Wir von Caritas Verapaz, der Partnerorganisation von Fastenaktion, arbeiten mit den Frauen daran, dass sie das Recht haben, ihre traditionelle Kleidung zu tragen, und dass sie mit Stolz in ihrer eigenen Sprache sprechen können, kurzum, das Recht ihre Identität zu leben. Zwischen dem Recht auf Identität und dem Recht auf Nahrung bestehen viele Zusammenhänge. Beispielsweise in der Art, wie Nahrung zubereitet wird, oder was gegessen wird.

Recht auf Nahrung als Grundsatz

Das Essen ist Teil der kulturellen Identität, und jeder Mensch hat das Recht auf Nahrung. Das ist unser Grundsatz. Wir wollen Traditionen und Kultur weder verändern noch den Menschen eine aufzwingen, die der eigenen fremd ist. Wir betonen immer wieder, dass sie auch das Recht auf Wasser haben. Genauso wie sie das Recht haben, auf kommunaler Ebene mitzuwirken, um die Sitten und Gebräuche der einzelnen Gemeinschaften bekannt zu machen. Sie sollen sich dabei wohl und sicher fühlen. Vielen ist das nicht bewusst, wurde es ihnen doch so lange gesetzlich verboten.

Die Guatemaltekin Lidia Morente ist Animatorin einer Spargruppe. Die Partnerorganisation von Fastenaktion arbeitet mit Frauen daran, ihre Rechte zu nutzen.

Weibliche Mitwirkung bringt Fortschritt

Durch unsere Projekte lernen die Frauen sich zu beteiligen, und das verändert vieles. Sie handeln unternehmerisch, ernähren mit dem Anbau von Gemüse und Früchten die Familie und erzielen mit den Überschüssen ihrer Ernte ein wirtschaftliches Einkommen. Die Kinder essen nicht mehr so viel Junkfood, sondern selbstangebaute nährstoffreiche Lebensmittel. Die Gemeinschaften haben dadurch die Ernährungssouveränität, denn sie bauen ihre eigenen Pflanzen und Lebensmittel an.


Klimakrise erfordert Veränderungen

Dennoch gibt es grosse Herausforderungen. Eine davon ist die Klimakrise. Es gibt Jahre, in denen Dürre herrscht, und andere, in denen es zu viel regnet. Laufend müssen wir uns an diese einschneidenden Veränderungen anpassen. Eine andere sind die politischen Rechte der Frauen, denn es ist oft schwierig, ihnen verständlich zu machen, dass sie Rechte haben. Doch wir setzen uns unermüdlich dafür ein, dass sie eine Stimme haben und auf Gemeindeebene mitbestimmen und mitwirken können.»

Der Artikel ist in der Dezemberausgabe des Magazins Perspektiven  «Hoffnung in Guatemala» erschienen. Hier finden Sie die vollständige Ausgabe.

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Heute ist der internationale Tag der Menschenrechte. Menschenrechte sind die Basis für ein friedliches Zusammenleben auf diesem Planeten. Die Menschenrechte sollen jedem Menschen ein würdevolles Leben garantieren. Dazu gehört auch Zugang zu ausreichend und gesunder Nahrung. Das ist das Menschenrecht auf Nahrung.

Ein Kommentar von Claudia Fuhrer, Fachverantwortliche für Ernährungsgerechtigkeit / Recht auf Nahrung bei Fastenaktion

Der grösste Teil der Menschheit bezieht seine Nahrung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Ohne die kleinbäuerliche Landwirtschaft könnte die Menschheit nicht überleben. Kleinbäuerliche Landwirtschaft sichert die Ernährung vieler Menschen – auch in den Städten. Deshalb ist es wichtig, dass die Rechte der Bäuerinnen und Bauern als zentrale Menschenrechte geschützt werden.

Das Recht auf eigenes Saatgut ist zentral.
Keine Nahrung ohne Zugang zu Land und Saatgut
Doch leider wird ihr Zugang zu Land und zu ihrem eigenen Saatgut immer stärker eingeschränkt. Sei es durch den jeweiligen Staat, durch die industrielle Landwirtschaft oder durch den Rohstoffabbau. Wertvolles Land für die Produktion von nachhaltiger Nahrung geht an Minen verloren, regional angepasstes Saatgut wird verboten. Das kommerzielle Interesse grosser multinationaler Unternehmen steht im Vordergrund – nicht das Wohl der Menschen.

Das Recht der Bäuerinnen und Bauern auf Mitgestaltung einer lokal angepassten Landwirtschafts- und Ernährungspolitik ist in der UNO-Deklaration UNDROP festgehalten und muss dringend ermöglicht werden. Dies ist umso wichtiger, weil die Bäuerinnen und Bauern in ihrer Produktion von Nahrungsmitteln in mehrfacher Hinsicht beeinträchtigt werden, wie durch den Klimawandel, den Verlust der biologischen Vielfalt und die Verschlechterung der Bodenqualität.

Heute ist der internationale Tag der Menschenrechte. Menschenrechte sind die Basis für ein friedliches Zusammenleben auf diesem Planeten. Dazu gehört auch Zugang zu ausreichend und gesunder Nahrung.
Recht auf ein Leben in Würde
Darum ist es wichtig, dass heute am Tag der Menschenrechte auch an die Bauernrechte gedacht wird. Denn ohne Zugang zu Land und Saatgut keine Nahrung und Nahrung ist eine der Grundlagen für ein würdevolles Leben. Darum setzt sich Fastenaktion auch in Zukunft für das Recht auf Nahrung ein – unter anderem durch unser Projekt RAISE. Dies ist eine Grundlage, um den Hunger zu beenden.

Das von der DEZA mitfinanzierte Fastenaktions-Projekt «RAISE» steht für Rights-based and Agroecological Initiatives for Sustainability and Equity in Peasant Communities. Netzwerke von Frauengruppen, Jugendlichen und Kindern, Kleinbauernfamilien und Viehhalter:innen schliessen sich unter dem Projekt zusammen. Sie fordern und fördern die Umsetzung der Bauernrechte in ihren Ländern und auf globaler Ebene. Fastenaktion und fünf Partnerorganisationen bilden ein internationales Konsortium (Fastenaktion, Searice, Rural Women Assembly, Dreikönigsaktion und Sociedad Cientifica Latinoamerica de Agroecología sowie Vétérinaires sans Fontières Suisse mit ihren Partnern CEMIRIDE und RBM) und tragen das Projekt «RAISE» mit ihren Partnerorganisationen in den Ländern Philippinen, Indien, Nepal, Kenya, Niger, Mali, Burkina Faso, Südafrika, Bolivien und Mexiko. Zudem ist die Geneva Academy als strategischer Partner mandatiert. Das Projekt «RAISE» läuft unter dem DEZA-Programm Menschenrechte in Ernährungssystemen und wird von der DEZA kofinanziert. Erfahren Sie hier mehr über das Projekt.

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Die Welt erholt sich vom Klimagipfel der Vereinten Nationen, der COP27 in Sharm El-Sheikh. Loisa Maimpu aus Kenia hat dazu keine Zeit. Sie ist den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser und Essen für ihre Familie und ihre Tiere zu suchen. Kenia erleidet seit über zwei Jahren eine extreme Dürre.

Ein Bericht von Leon Jander, Verantwortlicher für das Landesprogramm in Kenia

Loisa Maimpu lebt in Kajiado County, einer trockenen Region Kenias, an der Grenze zu Tansania. Sie gehört zum Volk der Massai. Die Massai sind eigentlich Viehhirtinnen und -hirten. Die grossen Herden sind der Stolz jeder Familie und ihre Lebensgrundlage. Die zunehmende Trockenheit durch den Klimawandel macht es schwerer, grosse Herden zu unterhalten und die Massai müssen immer weitere Strecken zurücklegen, um geeignete Weideflächen zu finden.

Die lange Trockenheit schwächt die Tiere. Viele sterben.
Verkürzte Regenzeit hat drastische Folgen
Loisa Maimpu und die anderen Menschen in den trockenen Gebieten Kenias sind Hitze- und Trockenperioden eigentlich gewöhnt. Sie erholen sich während der nächsten Regenzeit. Der Klimawandel verlängert deren Dauer und Intensität aber derart, dass Menschen und Tiere sich nicht schnell genug anpassen können. Eigentlich sollte es jetzt in vielen Regionen Kenias regnen. Teilweise tut es das auch, aber zum fünften Mal in Folge fällt diese Regenzeit unterdurchschnittlich aus. Meteorolog:innen sprechen von 60 Prozent weniger Regen. Die Aussichten für die lange Regenzeit im Frühjahr 2023 sind ebenso schlecht. Die langanhaltende Dürre führt dazu, dass die Menschen und Tiere gesundheitlich beeinträchtig sind und vermehrt sterben. Auch die langfristige Entwicklung der Kinder wird beeinträchtigt. Ausserdem kommt es zu mehr Konflikten zwischen Menschen, und zwischen Menschen und Tieren. Alle sind auf der Suche nach Wasser und Nahrung.
Die Landwirtschaft bietet zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquellen.
Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung
Doch die Menschen wissen sich zu helfen. Als zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquelle steigen sie teilweise auf Landwirtschaft um. Die Partnerorganisation Olkejuado Pastoralists Development Organization (Dupoto-e-Maa), mit der Fastenaktion seit 2009 erfolgreich zusammenarbeitet, begleitet sie dabei. In einer externen Projektevaluierung im Jahr 2021 wurden ermutigende Wirkungen festgestellt: 18 Prozent der Zielgruppe gaben den Verkauf von Gemüse als Haupteinnahmequelle an, zu Beginn des Projektes war dies noch kein Thema. Durch die Landwirtschaft konnte auch die Ernährung abwechslungsreicher gestaltet werden. Die Familien haben nun mehr Gemüse auf dem Tisch.
Die Welt erholt sich vom Klimagipfel der Vereinten Nationen, der COP27 in Sharm El-Sheikh. Loisa Maimpu aus Kenia hat dazu keine Zeit. Sie ist den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser und Essen für ihre Familie und ihre Tiere zu suchen. Kenia erleidet seit über zwei Jahren eine extreme Dürre.
Fastenaktion unterstützt mit Nothilfe 
Es wird Jahre brauchen, bis die Beschlüsse der COP27 umgesetzt werden. Die Erreichung des 1,5-Grad-Zieles wird Jahr für Jahr schwieriger. Loisa Maimpu hat diese Zeit nicht. Um die grösste Not in der Projektregion zu mindern, leistet Fastenaktion Nothilfe. Diese ist wichtig, damit erreichte Fortschritte in den langfristigen Entwicklungsprojekten der Partnerorganisationen nicht verloren gehen.  

Im Jahr 2020 berichtete SRF mitenand über Dupoto-e-Maa, einer Partnerorganisation von Fastenaktion in Kenia: Hier finden Sie den Beitrag.

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Agrarökologische Anbaumethoden stärken die Ernährungssicherheit.
Der heutige Welternährungstag liefert keinen Anlass zur Freude: Mit 828 Millionen Menschen sind über zehn Prozent der Weltbevölkerung von Hunger und Unterernährung betroffen. Fastenaktion engagiert sich in der Allianz Sufosec für eine Welt ohne Hunger. Der erste Ernährungsbericht von Sufosec zeigt auf, welche Lösungsansätze für die Überwindung von Hunger gefragt sind. Christa Suter, Fachverantwortliche für Agrarökologie, fasst im Interview die Ergebnisse zusammen.

Warum verschlechtert sich die globale Ernährungslage?
Der Ernährungsbericht benennt die hauptsächlichen Fehlentwicklungen, die seit 2015 zur starken Zunahme von Hunger bei weiteren 150 Millionen Menschen geführt haben: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft werden immer akuter. Die COVID-19-Pandemie und deren negativen Folgen, die Zunahme von bewaffneten Konflikten sowie Preisspekulationen beeinflussen die globale Ernährungssicherheit. Der Ernährungsbericht beschreibt, dass obwohl genügend Nahrungsmittel produziert werden, dennoch die Zahl der an Hunger leidenden Menschen zunimmt. Rund 60 Prozent der chronisch hungerleidenden Menschen sind Frauen.

Warum sind Frauen stärker von Hunger betroffen?
Obwohl in vielen Ländern überwiegend Frauen für Zubereitung von Nahrung zuständig sind und mehr Arbeitsleistung in der Landwirtschaft erbringen, halten Frauen weniger als 20 Prozent des Landbesitzes, in Nordafrika und Westasien gar weniger als 5 Prozent. Innerhalb des Haushalts ist es zudem oft so, dass zuerst die Männer und Kinder essen und dann erst die Frauen. Die Ungleichheiten haben sich durch die verschiedenen Krisen verstärkt, sodass mehr Frauen als Männer von Mangelernährung betroffen sind.

Was sind die weiteren Erkenntnisse des Ernährungsberichts?
Der Ernährungsbericht 2022 beinhaltet Ergebnisse einer Umfrage bei 14’000 Haushalten aus 16 Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien. Die Studie hat gezeigt, dass agrarökologisch wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern ihre Produktion diversifizieren und dass sie dadurch Hunger und Unterernährung verringern können. Auch in den Gebieten auf der Welt, in denen Hunger von erschreckender Normalität ist.

Was unternehmen Fastenaktion und die Allianz Sufosec konkret gegen den Hunger?
Mit unseren Projekten zielen wir auf eine selbstbestimmte Ernährungssicherung in lokalen Ernährungssystemen ab. Wir fördern agrarökologische Anbaumethoden wie Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau oder lokal angepasstes Saatgut. Besonders der Einsatz von organischem Dünger, effizienten Bewässerungen oder Bodenschutzmethoden verringern den Hunger. Aber auch die soziale Unterstützung und politische Massnahmen für das Recht auf Nahrung sind mitentscheidend in unserem gesamtheitlichen agrarökologischen Ansatz. Im Ernährungsbericht werden mit sechs konkreten Beispielen die integrierten Ansätze zur Bekämpfung des Hungers erläutert, darunter auch jene von Fastenaktion in Kenia.

Die Allianz Sufosec ist eine Partnerschaft zwischen den Schweizer Organisationen Aqua Alimenta, Fastenaktion, Swissaid, Skat Foundation, Vétérinaires sans Frontières Suisse und Vivamos Mejor. Die Allianz will die selbstbestimmte Ernährung von Menschen im globalen Süden sichern, indem sie lokale Ernährungssysteme fördert und stärkt. Erfahren Sie hier mehr über die Arbeit von Sufosec.

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Ein erfolgreiches Projekt in Senegal hat seinen Ursprung in einem alten Brauch der Volksgruppe der Serer. Es basiert auf den Pfeilern Solidarität, Würde und Diskretion. Die getrocknete Hälfte des Flaschenkürbisses – die Kalebasse – ist Namensgeberin der Gruppen.

Folgend finden Sie die multimediale Geschichte über die Solidaritätskalebassen in Senegal. Mit einem Klick auf «Enter» starten Sie das visuelle Abenteuer. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Erkunden!

Steigt Rauch auf, ist das Mittagessen gesichert
Wie ein alter senegalesichscher Brauch den Ursprung für das erfolgreiche Prinzip der Solidaritätsgruppen bildet.
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Die Studentin Sofia Poku reiste letztes Jahr in den Senegal und besuchte unsere Projekte. Ihre eindrücklichen Beobachtungen hat sie in Zeichnungen festgehalten.

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Lungisa Huna ist Vertreterin der Rural Women’s Assembly, dem grössten Netzwerks von Kleinbäuerinnen und Landarbeiterinnen im südlichen Afrika. Das Netzwerk stellte Ende August am Menschenrechtsrat die Forderungen von Tausenden von Frauen vor, wie deren Recht auf Nahrung, Land, Saatgut und politischer Mitsprache zu verwirklichen ist.

Ein Text von Claudia Fuhrer, Fachexpertin Ernährungsgerechtigkeit bei Fastenaktion

Eingeladen wurde Lungisa Huna vom Menschenrechtsrat anlässlich der Überprüfung der Menschenrechtslage in Südafrika. Der Menschenrechtsrat lässt mit einem speziellen Prüfverfahren, der Universal Periodic Review (siehe unten), die Menschenrechtslage jedes UNO-Mitgliedlands überprüfen. Ziel des Verfahrens ist es, die Menschenrechtssituation vor Ort zu verbessern und die Einhaltung der menschenrechtlichen Verpflichtungen zu fördern.

Hunderttausende setzen sich für bäuerliche Rechte ein
Die Rural Women’s Assembly (RWA) ist in 10 afrikanischen Ländern südlich der Sahara vertreten und hat über 300’000 Mitglieder. Das Netzwerk hat eine schriftliche Eingabe zum Prüfverfahren Südafrikas gemacht. Die Eingabe legt die prekäre Ernährungs- und Rechtslage der Kleinbäuerinnen und Landarbeiterinnen dar und zeigt auf, wie deren Rechte verbessert werden können. Für Lungisa Huna war dies der erste Auftritt am Menschenrechtsrat. Im Interview mit Fastenaktion (auf Englisch) schildert sie ihre Erfahrungen und erzählt, was sie und Tausende von Kleinbäuerinnen und Landarbeiterinnen mit dem Auftritt am Menschenrechtsrat bewirken wollen. Die Rural Women’s Assembly ist eine Partnerorganisation von Fastenaktion im Projekt RAISE. Dieses setzt sich für die Verwirklichung bäuerlicher Rechte in 10 Ländern und auf internationaler Ebene ein.

In diesem Verfahren begutachten sich die Staaten gegenseitig und haben die Möglichkeit, Empfehlungen zur Verbesserung der Menschenrechtssituation abzugeben. Zivilgesellschaftliche Organisationen können entweder versuchen, ihre Empfehlungen in den Staatenbericht einfliessen zu lassen oder beim Menschenrechtsrat eigene Berichte einzureichen, so wie dies die Rural Women’s Assembly gemacht hat.

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Lungisa Huna is a representative of the Rural Women's Assembly (RWA), the largest network of women smallholders and women farm workers in Southern Africa. At the Human Rights Council at the end of August, the network presented the demands of thousands of women on how their rights to food, land, seeds and political participation should be realised. In the following interview with Fastenaktion, she talks about her impressions and the demands of the RWA.
Lungisa Huna is a representative of the Rural Women’s Assembly (RWA), the largest network of women smallholders and women farm workers in Southern Africa. At the Human Rights Council at the end of August, the network presented the demands of thousands of women on how their rights to food, land, seeds and political participation should be realised. In the following interview with Fastenaktion, she talks about her impressions and the demands of the RWA.

Geneva, 30 August 2022
Interview: Tiziana Conti, Responsible for media, information, campaigning in French-speaking Switzerland at Fastenaktion

Lungisa, on behalf of the Rural Women’s Assembly, you have presented a report to the UN on the situation of women farmers and agricultural workers in South Africa. What did you focus on more precisely?
As you only have five minutes to present, I focused on the UNDROP [Editor’s note: the United Nations Declaration on the Rights of Peasants and Other People Working in Rural Areas] and why the Rural Women’s Assembly asks for its implementation in South Africa. During the negotiations for UNDROP, South Africa was in the core group discussion and we signed the declaration in 2018. Now, four years later, which is the cycle for review, we take this opportunity to point out that the UNDROP is not something even in the lips of the duty bearers or even of our country. We therefore selected three of the UNDROP articles that matter for us and pushed them forward.

Could you tell me more about your demands?
One of the biggest campaigns we’ve been working on since 2015 is about access to land and is called “One Woman, One Hectare”. It aims to raise awareness of the importance of food for women. Women, who bear the brunt to feed their families, work the land, but they don’t own and they don’t have access to it, because the tenure rights are not in their name. The patriarchal norms and practices are still very much entrenched, especially in rural areas where women have no say on all right. Traditional leaders are the custodians of the land, and even though we have a democracy and we vote in some rural areas, they do have the power to decide who gets land. With the “One Woman, One Hectare” campaign, we ask that women be acknowledged one hectare and stop being discriminated. “One Hectare” doesn’t mean it’s the only hectare we want, but it’s the minimum we’re asking for.

The struggle of water is another big issue. In addition to land, we also want water, because land without water is useless. Moreover, walking long distances to get water can be dangerous in some villages. South Africa is a country where gender based violence is high, which is an additional barrier for women.

Another central element of the “One Woman, One Hectare” campaign is having the right to use our own seeds. The transmission on traditional seeds is a cultural practice in some African societies. Young women receive traditional seeds as a gift when they get married. Whatever happens, they have something they can plant and grow, and they don’t starve. Seeds allow the creation of seed banks, they can be exchanged, shared and replicated. Today, seed banks allow us to avoid genetically modified seeds.

Did anything change since the beginning of this campaign in 2015?
Nothing really has changed. We marched to Pretoria and we submitted our petition. Then the government changed the campaign’s name and called it “One Household, One Hectare”, which means that the land is still under the husband’s name, and not the wife. The discrimination against women remains. But the Rural Women’s Assembly continues to mobilize for this campaign by putting the issue on the table. We wrote to the president and to the ministries of land and agriculture. The president’s office replied, but it just sent us to refer us to the Women’s Ministry, which never even answered or interacted with us. So we never had any platform. We wanted to hear about how many households got land, and of the household, how many women got land, to get more statistics and for us to engage with them.

What is the main threat to the traditional system of seed transmission and exchange?
Our seeds are at risk of extinction. In a recent seeds audit, women say that when you want to plant genetically modified seeds in the next season, they don’t grow, even by using pesticides. They are not resistant to climate change either. They have tested this by comparing with their own seeds. They can grow, they can survive and they are able to stand drought. The Rural Women’s Assembly is a network that reaches ten countries. We have a tradition where the women bring their seeds across the borders in order to exchange them, share knowledge and educate each other. We do so even if we are not be allowed to [Editor’s note: traditional seed exchange is outlawed in law that favours multinational agribusinesses over local farmers]. Because we understand how to work the land. We understand how the climate patterns work and what they respond for. We understand the resilience of our seeds. They can withstand drought and they can withstand moments where floods happen in other areas. Sometimes women get excited because they get maize from other countries that they haven’t seen for decades, like red maize or purple maize seeds. I only knew of white and yellow maize. I never knew there were all these different variety of seeds. Seed sharing is a knowledge bank, which allows people to perpetrate their culture.

Do you mean that having to conform to the industrial system makes you outlaws if you keep sharing the seeds the way you’ve been doing for hundreds of years?
Absolutely. But now, one of the articles of the UNDROP says that we have the right to our seeds. And this is what we put on the table through our submission: that we want those seeds to be acknowledged and be able to have seed banks. We don’t want to be hiding that we are sharing seeds. It has to be allowed. It has to be legislated. It has to be in a policy form.

Since 2018, when you signed the UNDROP, has anything changed concretely?
There are two critical processes that must occur. First of all, a declaration is a declaration. We applaud South Africa for supporting the UNDROP, the peasants’ rights and the rights of rural people. The government takes part in the big meetings with all the other countries and endorse these declarations. But very little has happened since, because there is no legislation, there isn’t a policy of implementation. The government should make sure that the declaration is implemented, but that is not being done.

The second point is the way we engage with duty bearers. Because even if the declaration has been signed and is known at high level, that doesn’t mean it has filtered down to the duty bearers who are supposed to implement it. The declaration is not a paper exercise, but it must change and transform people’s lives. The peasants, the rural women and others demand those rights to be implemented and want to be able to engage with the government. This is what we are putting forward at the Human Rights Council.

With the UN Decade for Family Farming, 2019-2028, and the hunger and food crisis having been exacerbated by COVID, we felt strongly that this is the right moment to move things forward. With the climate crisis, this is also going to be an ongoing issue. In the province where I lived in the Western Cape, there was a moment where we were nearing “Day Zero” without water. You would open the tap and there wouldn’t be water. The same is happening now in the Eastern Cape, they are in the brink of no water. The government should now deal with this situation and allow for the implementation of the UNDROP. This is even more critical for the women, because women grow the food, they are the caregivers, they do the care work, they have to feed. In the time of the COVID, women had many more struggles with children at home with lockdowns and no shops to buy food at, especially in rural areas. They couldn’t go to their fields, and yet they had to maintain livelihoods.

What was the impact of the so called “seed harmonization” put in place by the government?
After voting in favour of UNDROP in 2018, South Africa has adopted two new laws that do not meet any and all of the seed rights in UNDROP. One is the “Plant Improvement Act” and the other is the “Plant Breeders Rights”. The “Plant Improvement Act” focus is on the commercial seed sector covering 96 food and fodder crops on a “National Plant Variety List” whose seeds, to be sold, must be certified according to the “Distinct, Uniform, Stable” criteria and prohibits the sale of uncertified seed. The “Plant Breeders Rights” protects the intellectual property rights of breeders of new varieties. Instead of starting processes, which are supposed to allow for farmer managed seed system and seed banks, the government opts for a so-called seed harmonisation that takes us further away from that.

Under pressure of big corporations like Syngenta or Monsanto, which push their own seeds and destroy what was the indigenous seeds, this harmonization is a short-term solution that is not helpful because it leads to food crisis. “Contract farming” is another way to try to monopolize what big companies want to grow. Wheat, for instance, is not a food that people want to grow in South Africa. Unfortunately, some end up giving up the land for the money, but then when you want to use your land for something else, nothing grows anymore. In addition, the product of these crops is not even for local people because it is destined for export. South Africa is facing a hunger crisis at the moment. Food has become exuberantly expensive and the issues of inequality and poverty are increasing. So finding the right and long-term solutions is a huge challenge.

Do you think agroecology could be an answer in times of crisis and lockdowns?
Agroecology is an approach that sustains food sovereignty and is a central aspect of the Rural Women’s Assembly’s work. It is an alternative way of growing and eat food according to indigenous practices, without the use of pesticides, nor genetically modified organisms. It is based on an understanding of the interaction and interdependence between humans and nature. The people who fish near the coastal areas, for example, used to fish to be able to survive and had a relationship with the sea. They knew when to go and fish and when to allow for nature to replicate itself. There was a balance. They didn’t fish to clean the ocean by taking all the fish. Now they get quotas to be able to fish. Agroecology allows for a deep inherent way in which we relate to nature. But here again, in order to be able to work the land in the right way, by not putting in chemicals, you have to have access to land.

Can the UNDROP also be used to protect yourself against the construction of mines on your land?
Absolutely. We can protect ourselves. And we know there are many situations of land grabbing for mining in South Africa. The women can use the UNDROP to raise those issues and claim that we have the right to use our land for food instead of letting others digging it up by moving and displacing the community. We have the right to say no. It is the free prior consent: we have the right to participate and to say no. South Africa is known for its diamonds and gold mines, but also coal. The mining companies use a huge amount of energy, which causes energy shortage for the civil society. This is an additional challenge if you want to do political work. The divide between the urban and rural areas is very big.

What kind of support does Fastenaktion give you?
It has been amazing to have a partnership with Fastenaktion for all these years. We were able to use this momentum to take up issues on UNDROP and use the instruments and the frameworks of the United Nations. The current RAISE project partnership we have with Fastenaktion gave us leverage to take things one step further. Fastenaktion has made a big contribution in the journey of accompaniment, support and growing of our network during the last years. The Rural Women’s Assembly South Africa celebrated 10th anniversary in 2019.

Since the beginning, we have been building from the ground up, made sure that women can speak for their own rights and have a voice in their own countries. Now they are able to go on global platforms to raise their issues and to challenge their own countries. We want to say thank you to Fastenaktion for journeying with us. It has been a good cooperation.

What do you think of joint movements?
One of the good things about the RAISE project is the fact that we are across the region. There is a sense of commitment, support and solidarity. The fact of being connected beyond the movements that we know in the global south allows us to create a network with movements that are involved in the same kind of work, also beyond the UNDROP. Looking at other treaties helps us to better utilize and connect the parts of the different recommendations.

Do you feel that your voice has been heard at the UN?
It sure has! This is the first time ever that the Rural Women’s Assembly came to that kind of podium and it was just wonderful to be there. I found this space for the civil society and the Universal Periodic Review process was one that we felt we owned. We felt we had a voice, a voice that came from the women who dealt with the issues. We felt we wrote our submission and we could put the UNDROP on the table. From the beginning, where we started having awareness of the UNDROP, the women could see something that they could say. It is like a ticket or a passport that allows us to table our issues. I think there is no turning back and this gives us more fuel to continue to put pressure and to really put the agenda of the rural women and their struggles on the table.

It was worthwhile to come here, even just for a five-minute presentation. I can see the gains and I can see the possibilities, many possibilities. Yesterday we met with the Bolivian mission, which was extremely, engaging and positive. Bolivian rural women and South African rural women sitting together and sharing. It wasn’t just a conversation, it was a good dialogue and a very constructive exchange of ideas. It is reassuring and hopeful. Today we met the South African mission and we reiterated the importance of having to interact with our government and with the duty bearers. We’ll take it from there and see how we move forward with them. We may have a declaration high up there, but we have to take it down, because what’s happening it’s a grassroots level and the gap is too wide.

One last question: what would be your dream scenario for South Africa?
For me, the ideal situation is to see the UNDROP operationalized, and once operationalized, it has to transform people’s lives. It assists the peasants, and the peasants own this process, because to be a meaningful intervention, you have to be part of it, as the people. It shouldn’t be a government process. The realization of the “One Woman One Hectare” campaign is very key in leveraging the socioeconomic rights that are embedded in that. We have a high rate of unemployment and women have the answers. They can feed themselves. Peasants can feed themselves and they can sell excess produce. They can be able to look after their families. So the ideal is to see that women are free from the bondage of dependency.

If people grow their own vegetables, they will only buy what they cannot produce, but for the rest they can produce themselves, which will close a gap here and there. Give us the land! Let us produce! We’ve got our seeds, allow us to save our own seeds. We can feed ourselves. We can find the alternatives. We do have the answers on how to deal with the issue of poverty, the food crisis and hunger.

It’s a long walk to freedom. If we have to borrow the title of Mandela’s book.

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Die Koordinator:innen von Fastenaktion berichten über die Lebensumstände in ihren Ländern. Hier folgen die Stimmen von Djibril Thiam und Ndeye Wade, Koordination im Senegal bei Fastenaktion.
In der Geschichten-Reihe «Stimmen aus dem Süden» berichten unsere Koordinator:innen über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern.  Sie wissen bald nicht mehr, wie sie noch über die Runden kommen sollen. In diesen harten Zeiten sind die Programme von Fastenaktion ein Lichtblick und geben den Menschen Zuversicht.

Hier die Stimmen von Djibril Thiam und Ndeye Wade, Koordination im Senegal bei Fastenaktion.

«Zu Beginn war die Bevölkerung Senegals nicht sehr besorgt über diesen Krieg in der Ukraine, da er für sie sehr weit weg von unserem Land stattfindet. In den Medien wurden lediglich einige Informationen über die russischen Angriffe und die Reden des ukrainischen Präsidenten wiedergegeben. Doch das Bewusstsein hat sich gewandelt. Dieser Krieg betrifft auch uns. Denn das, was wir im Senegal lieben und viel essen, nämlich Brot, kann nicht ohne das Getreide aus der Ukraine gebacken werden. Mittlerweile ist den Menschen klar, dass dieser Krieg aufhören muss, und alle beten für ein rasches Ende.

In Knappheitsperioden hilft den Frauen der Solidaritätsgruppen der gemeinschaftlich angelegte Nahrungsmittelvorrat.
Eigenanbau statt Import
Die Grundnahrungsmittel Weizen und Mais sind sehr viel teurer geworden, weil sie mehrheitlich importiert werden. Zwar hat der Staat Subventionen eingeführt, doch es ist ungewiss, wie lange er diese finanzielle Unterstützung leisten kann. Zudem befürchten Expert:innen, dass Unternehmen geschlossen werden müssen und viele Menschen ihre Arbeit verlieren. Denn der Senegal exportierte Fisch, Schalentiere, Erze, Schlacke und Asche in die Ukraine.

Selbst wenn der Krieg heute aufhört, sind wir im Senegal in den kommenden Monaten nicht vor einer schweren Hungersnot gefeit. Derzeit suchen wir mit den Menschen in den Projekten nach Möglichkeiten, um die Folgen einer möglichen Nahrungsmittelkrise abzuwehren. Die Lösung wäre, dass wir 80 Prozent der benötigten Nahrungsmittel selber anbauen. Das passiert zwar nicht von heute auf morgen, doch dank unseren Solidaritätsgruppen sind wir auf dem richtigen Weg und haben schon sehr viel erreicht.»

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Die Projekte von Fastenaktion initiieren Solidaritätsgruppen, Kalebassen genannt. Rund 50‘000 Gruppenmitglieder – 90 Prozent von ihnen Frauen – legen regelmässig Geld ein. Innerhalb dieser Gruppen können sich die Mitglieder in Notlagen ohne Zinsen gegenseitig aushelfen und sich so langfristig entschulden. Die Vernetzung durch die Kalebassen sorgt für Unabhängigkeit und fördert den Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Die Koordinator:innen von Fastenaktion berichten über die Lebensumstände in ihren Ländern. Hier folgen die Stimmen von Sam Barthélémy und Natacha Compaoré, Koordination in Burkina Faso bei Fastenaktion.
In der Geschichten-Reihe «Stimmen aus dem Süden» berichten unsere Koordinator:innen über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern.  Sie wissen bald nicht mehr, wie sie noch über die Runden kommen sollen. In diesen harten Zeiten sind die Programme von Fastenaktion ein Lichtblick und geben den Menschen Zuversicht.

Hier die Stimmen von Sam Barthélémy und Natacha Compaoré, Koordination in Burkina Faso bei Fastenaktion.

«Die Menschen in unseren Projekten in Burkina Faso sind meist Bäuerinnen und Bauern, leben in ländlichen Gebieten fernab der Stadt und der Medien. Die meisten konnten keine Schule besuchen und verstehen nicht, was mit dem Krieg in der Ukraine auf dem Spiel steht. Russland und die Ukraine sind für sie so weit entfernt wie ein Mythos oder eine Geschichte. Die Menschen hier beschäftigt vielmehr die Unsicherheit durch die verbreiteten Terroranschläge. Seit nunmehr sechs Jahren leben vor allem die Menschen in der Sahelzone im Norden, im nördlichen Zentrum und im Westen mit dieser ständigen Bedrohung.

Neben dem Terrorismus ist der Klimawandel eine weitere Sorge. Da die vergangene Winterperiode katastrophal war und die Ernte sehr schlecht ausfiel, hat sich bei den Menschen in fast allen Gebieten, in denen wir aktiv sind, die Situation verschlechtert und es wird zunehmend schwierig, sich noch ausreichend zu ernähren.

Möglichst viel selber herstellen, um wirtschaftlich unabhängig zu sein.
Abhängigkeit vom Ausland verringern
Dieser eigentlich weit entfernte Konflikt zeigt uns, wie sehr wir alle von wenigen Ländern abhängig sind. Ein Krieg, der in der Ukraine ausbricht, wirkt sich sowohl auf Europa als auch auf Afrika aus. Die derzeitige Situation betrachten wir als Chance für den lokalen Getreideanbau, der die Grundlage der Ernährung in Burkina bildet. Um das Fehlen von importiertem Weizen auszugleichen, probieren wir mit den Menschen in den Projekten aus, welches Getreide unter diesen schwierigen klimatischen Bedingungen bei uns wachsen und verarbeitet werden kann. Zudem wollen wir andere Techniken der Brotherstellung mit anderen Getreidearten ausprobieren.

Wir versuchen alles, um die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern und uns auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Immerhin hatte Burkina Faso bis 2005 eine nationale Getreidemühle (Les grands moulins du Burkina) in der der eigene Weizen gemahlen wurde. Da wollen wir wieder hin.»

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Mit der Unterstützung von Fastenaktion erhalten Familien eine Ausbildung zu angepasster Landwirtschaft und vielfältigem Saatgut. Dadurch können sie besser auf die Folgen des Klimawandels reagieren. Zusätzlich gründen sie Solidaritätsgruppen, in die sie regelmässig Geld einlegen und sich in Notlagen ohne Zinsen gegenseitig aushelfen können.
Die Koordinator:innen von Fastenaktion berichten über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern. Hier folgen die Stimmen von Diary Ratsimanarihaja und Parany Rasamimanana, Koordination in Madagaskar bei Fastenaktion.
In der Geschichten-Reihe «Stimmen aus dem Süden» berichten unsere Koordinator:innen über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern.  Sie wissen bald nicht mehr, wie sie noch über die Runden kommen sollen. In diesen harten Zeiten sind die Programme von Fastenaktion ein Lichtblick und geben den Menschen Zuversicht.

Hier folgen die Stimmen von Diary Ratsimanarihaja und Parany Rasamimanana, Koordination in Madagaskar bei Fastenaktion.

«Madagaskar wird von einer galoppierenden Inflation beherrscht, die eine grosse Abhängigkeit von ausländischer Hilfe schafft. Selbst Reis, der im Land selbst produziert werden kann, muss eingeführt werden. Diese Abhängigkeit in Verbindung mit den Auswirkungen von Wirbelstürmen, Covid-19 und schlechter Regierungsführung lässt die Bevölkerung von Tag zu Tag ärmer werden. Mit unseren Projekten arbeiten wir hauptsächlich in ländlichen Gebieten, und die Bauern und Bäuerinnen wissen nicht einmal vom Krieg in der Ukraine.

Regelmässig versammeln sich die Mitglieder der Spargruppe.
Unabhängigkeit als Schlüssel 
Bis heute sind Getreide, Benzin, Gas, Sonnenblumenöl und Dünger noch erhältlich. Die Medienberichte über mögliche Engpässe haben Spekulationen begünstigt, und seit Beginn des Krieges steigen die Preise stetig an. Die immer höher werdenden Preise sind für die Haushalte eine grosse Belastung und für viele zunehmend unerschwinglich.

Wir haben gelernt, dass es für die Menschen in den Projekten am wichtigsten ist, gegenüber einem möglichen Mangel an Importprodukten, wie er derzeit droht, unabhängig zu sein. Die Instabilität der Weltwirtschaft aufgrund eines Krieges, gepaart mit der schlechten Regierungsführung unserer Staatsoberhäupter, bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass die Unterstützung der Bedürftigsten mehr als sinnvoll ist. Unser Programm zielt darauf ab, dass die Menschen sich selbst ernähren können, indem sie den Grossteil ihres Bedarfs selbst produzieren.»

Unterstützen Sie unser Landesprogramm in Madagaskar

Die Projekte von Fastenaktion bieten armen Familien einen Ausweg. Sie initiieren Spargruppen, welche sich in Notfällen gegenseitig mit zinslosen Darlehen aushelfen können – wenn am Ende der Regenzeit die Nahrungsvorräte zu Ende gehen, wenn jemand erkrankt oder wenn die Kinder Schulmaterial brauchen.
Elsy Marulanda
Nach der Wahl von Gustavo Petro zum Präsidenten hat unsere Koordinatorin in Kolumbien, Elsy Marulanda, umgehend reagiert: «Wir freuen uns über diesen ersten Triumph einer linken Regierung. Er gibt uns Hoffnung auf einen Wandel in unserem Land, in dem die Jahre voller Gewalt und Ungerechtigkeit Tausende von Opfern gefordert haben. Wir wollen auch weiterhin zu diesem Wandel beitragen, der Frieden, Würde, Achtung der Menschenrechte, Verteidigung des Territoriums und Vielfalt zum Ziel hat.»

Der am 19. Juni von den Kolumbianerinnen und Kolumbianern gewählte neue Präsident, schaffte die Wahl mit 50,5 Prozent. Gustavo Petro ist ein ehemaliges Mitglied der Guerillabewegung M-19, ehemaliger Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá und bisheriger Senator.

Petro will einen sozialen Wandel einleiten, er strebt tiefgreifende Reformen an. Dazu zählen höhere Steuern für Vermögende und Unternehmen, die Förderung erneuerbarer Energien und die Rohstoffausbeutung bremsen. Die grosse Ungleichheit im Land will er mit kostenloser Hochschulbildung und Rentenreformen ausgleichen. Zudem will er ein Notprogramm gegen Hunger einführen.

Umweltschützerin wird Vizepräsidentin
Erstmals zieht mit Petro in der jüngeren Geschichte Kolumbiens ein bekennender Linker in den Präsidentenpalast in Bogotá ein. Die soziale Kluft im Land ist gross und durch die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger noch einmal stark zugenommen. An Petros Seite wird mit Francia Márquez eine afrokolumbianische Menschenrechtsaktivistin und Umweltschützerin als Vizepräsidentin mit an die Staatsspitze rücken. Sie kämpfte in der von der Gewalt besonders betroffenen Region Cauca, gegen den illegalen Goldabbau, in der Fastenaktion verschiedene Projekte der Partnerorganisationen unterstützt. Sie wurde mehrfach bedroht. Für ihren Kampf erhielt Francia Márquez 2018 den renommierten Goldman-Preis.

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Die Projekte von Fastenaktion unterstützen die demokratische Entwicklung auf Gemeindeebene. Mit Ausbildung zu umweltfreundlichen landwirtschaftlichen Methoden können sich die begünstigten Familien künftig besser ernähren. Dank gemeinsam verwalteter Sparkassen helfen sie sich in Notlagen gegenseitig aus.
Germain Nyembo
In der Geschichten-Reihe «Stimmen aus dem Süden» berichten unsere Koordinator:innen über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern.  Sie wissen bald nicht mehr, wie sie noch über die Runden kommen sollen. In diesen harten Zeiten sind die Programme von Fastenaktion ein Lichtblick und geben den Menschen Zuversicht.

Hier folgt die Stimme von Germain Nyembo, Koordinator Demokratische Republik Kongo bei Fastenaktion.

«Drei Viertel der kongolesischen Haushalte, einschliesslich der Menschen, die in unseren Projekten arbeiten, leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind rasant gestiegen, was sich auf den Warenkorb der Haushalte auswirkt. Maismehl, Reis, Zucker, Austernpflanzen, Seife, Medikamente, Tomaten, Brot, Öl, Benzin, Diesel, krankheits- und schädlingsresistentes Saatgut und Dünger sind teuer und werden knapp.

Die Regierung hat die russische Invasion in der Ukraine scharf verurteilt. Unser Land hat nacheinander für zwei UN-Resolutionen gestimmt: diejenige, die verlangt, dass Russland die Gewalt gegen die Ukraine unverzüglich einstellt, und den Ausschluss Russlands aus dem Menschenrechtsrat. Damit hat sich unsere Regierung von der Position einiger afrikanischer Länder, die sich der Stimme enthalten haben, abgegrenzt. Sie scheint sich des Ernstes der Lage bewusst zu sein und verbündet sich mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft, um ein Ende der Feindseligkeiten zu erreichen.

Die beschränkten Nahrungsmittel werden zusammengelegt und nach dem Kochen untereinander aufgeteilt.
Einheimische Produktion sichert Versorgung
Wir befürchten, dass die Menschen in unseren Projekten noch tiefer in die ständige Ernährungsunsicherheit und in extreme Armut getrieben werden. Für sie ist es wichtig, dass wir unermüdlich an der Entwicklung nachhaltigerer und längerfristiger Ernährungssysteme arbeiten, die auf eine solidarische Gemeinschaft und ausreichend Nahrung ausgerichtet sind. Wir wollen uns auf Regierungsebene und bei den internationalen Partnern dafür einsetzen, dass die einheimische Produktion gefördert wird und die landwirtschaftlichen Versorgungswege verbessert werden. Die überhöhte Besteuerung von Lebensmitteln muss abgeschafft und ein günstiges Handelsumfeld geschaffen werden.»

Unterstützen Sie unser Landesprogramm in der Demokratischen Republik Kongo

Dank Fastenaktion lernen die Familien verbesserte Anbautechniken kennen. Mit organischer Düngung und einer sinnvollen Fruchtfolge wird die Bodenfruchtbarkeit erhalten und die Produktion erhöht. Mit der Einführung von verbessertem Getreide- und Gemüsesaatgut und dank selbst angelegten Fischteichen erreichen die Familien eine ausgewogenere Ernährung.
Die burkinische Bäuerin Safiotou Sanfo am Hirseernten
Agrarmulti Syngenta behauptet, weil wir in Europa Bioprodukte essen, leiden Menschen in Afrika an Hunger – eine ziemlich verkürzte Sichtweise.

Ein Kommentar von Christa Suter, Verantwortliche für Agrarökologie bei Fastenaktion

Der Chef des Agrarmultis Syngenta hat in einem Bericht der NZZ am Sonntag vom 08.05.22 angesichts der drohenden Ernährungskrise eine neue Ausrichtung der Landwirtschaft und Steigerung der Agrarproduktion gefordert. Nicht mit Bio, sondern mit den teuren Produkten von Syngenta. Denn Bio habe bis zu 50 Prozent weniger Erträge, fördere den Landverbrauch und schade sogar dem Klima. Die indirekte Folge sei, dass Menschen in Afrika hungern, weil wir immer mehr Bioprodukte essen.

Biologische Landwirtschaft ist nachhaltig
Das mag für Syngenta wohl verkaufsfördernd sein, stimmt aber nicht mit der Realität überein. Langjährige Erfahrungen von Fastenaktion zeigen, dass eine nachhaltige Landwirtschaft zu weniger Hunger führt. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Landesprogrammen von Fastenaktion setzen auf lokales bäuerliches Saatgut und wenden agrarökologische Methoden an, damit sie ihre Ernährungssouveränität stärken können. Gerade internationale Krisen, wie die Klimakrise, Covid-19 oder nun auch der Krieg in der Ukraine, bestärken uns in der langjährigen Arbeit, die lokalen Ernährungssysteme zu fördern und gegen die Abhängigkeit von internationalen Agrarfirmen zu schützen.

Intensive Landwirtschaft birgt grosse Risiken
Mit unserer politischen Arbeit stärken wir die Rechte der Bäuerinnen und Bauern und unterstützen sie in ihrer Selbstbestimmung, welche Art der Landwirtschaft sie umsetzen wollen. Denn die Anbaubedingungen im ländlichen Afrika, mit sehr kleinen Anbauflächen und geringen Möglichkeiten für den Kauf von teuren Agrochemikalien, sind grundlegend verschieden zu hochintensivierten Monokulturbetrieben in Europa oder Amerika. Im Gegenteil, die Intensivierung der Landwirtschaft mit teuren und zudem umweltschädigenden Inputs birgt grosse Risiken und gefährdet die Lebensgrundlage der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Agrochemikalien führen zu Verunreinigungen
Die intensive konventionelle Landwirtschaft hat über Jahre die Böden verunreinigt. Die agrarökologischen Methoden fördern die Bodenfruchtbarkeit und ermöglichen den Aufbau von Humus, der zudem CO2 im Boden bindet.* Insbesondere verhindert der agrarökologische Ansatz sämtliche negativen Auswirkungen wie die Verunreinigung von Boden und Wasser oder gesundheitliche Schäden durch Agrochemikalien.

Nachhaltige Landwirtschaft vermindert Hunger
Eine differenziertere Debatte wäre dringend nötig. Der Hunger in der Welt hat vielschichtige Ursachen und kann nicht nur durch eine möglichst hohe Produktion gemindert werden. Bestehende Machtstrukturen müssen hinterfragt werden. Der Agrarmarkt darf nicht durch einige wenige internationale Firmen beherrscht werden, die diktieren, was die beste Anbaumethode ist und welches Saatgut angebaut werden darf. Auf der Erde kann genügend Lebensmittel für alle Menschen produziert werden, wenn die Produktion lokal und den regionalen Bedürfnissen angepasst erfolgt. Zugang zu eigenem Land und eine nachhaltige agrarökologische Landwirtschaft wie sie Fastenaktion unterstützt ist daher unabdingbar.

*Wissenschaftlich ist es nicht ausreichend belegt, dass Bio dem Klima schaden würde. Eine Studie, die CO2 Emissionen von Biolandwirtschaft und konventioneller Landwirtschaft verglich, kam zum Schluss, dass ein Hektar Bio-Land 10% mehr Kohlenstoff bindet als konventionell bewirtschaftetes.
Zitat von FIBL Chef Knut Schmidtke 

Unterstützen Sie Bäuerinnen und Bauern und ihr Recht auf das eigene Saatgut

Heute ist der internationale Tag des Fairen Handels. In diesem Jahr liegt der Fokus auf «Klimaresilienz und Lebensgrundlagen». Fastenaktion unterstützt die Thematik mit seinem Kernanliegen für das Recht auf Nahrung. Fairer Handel macht die bäuerliche Landwirtschaft nicht nur widerstandsfähiger – also resilienter, sondern trägt auch zum Klimaschutz bei.

Ein Kommentar von Sophie de Rivaz, Verantwortliche für das Dossier Fairer Handel

Fastenaktion setzt sich seit der Gründung für die Bekämpfung des Hungers ein. Im Jahr 2007 wurde der Begriff «Menschenrechte» in die Strategie aufgenommen. Unser Einsatz gegen den Hunger und für das Recht auf Nahrung wird vom Grundsatz der Menschenrechte geleitet. Wir unterstützen Organisationen, die im Bereich des Fairen Handels tätig sind und Fairer Handel stützt die Menschenrechte.

Klimakrise verursacht verheerende Folgen in der Landwirtschaft
Die Folgen der Klimakrise bekommen vor allem diejenigen zu spüren, die am wenigsten dafür verantwortlich sind. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im globalen Süden verfügen nicht über finanzielle Mittel, um sich gegen die Folgen von Dürren, Überschwemmungen, Missernten, Pflanzenschädlingen oder Krankheiten schützen zu können.

Fairer Handel stärkt die Betroffenen
Die Folgen der Klimakrise sind umso ungerechter, weil die Menschen darunter leiden, die eigentlich durch ihre Anbaumethoden dem Klimawandel entgegenwirken. Denn die Methoden der kleinbäuerlichen Landwirtschaft schonen die natürlichen Ressourcen und verursachen weitaus weniger Emissionen, als der grossflächige industrielle Anbau.

Fair-Trade-Landwirtschaft ist nicht nur weniger klimaschädlich, sondern auch robuster, da ökologische Anforderungen erfüllt werden. Die Schulungen durch lokale Expertinnen und Experten basieren auf eine Landwirtschaft, die sowohl die Ernährungssicherheit als auch das Einkommen gewährleistet.

Unser Konsum macht den Unterschied
Der Anbau und die Verarbeitung von Produkten aus der bäuerlichen Landwirtschaft ist klimafreundlicher, als jene aus der industriellen Landwirtschaft. Zudem wird ein Grossteil der Produkte aus fairem Handeln per Schiff transportiert, wodurch der CO2-Ausstoss verhältnismässig gering bleibt.

Konsumieren wir fair, gerecht und bewusst!

Unterstützen Sie Bäuerinnen und Bauern und ihr Recht auf das eigene Saatgut

Regelmässig besuchen die Landesverantwortlichen die von ihnen betreuten Projekte. Einerseits informieren sie sich über den Stand der Arbeit, vor allem aber stehen die Menschen der Zielgruppen im Zentrum. Was bewirkt die Projektarbeit, wie entwickelt sie sich? Vreni Jean-Richard hatte während ihrer letzten Reise in den Senegal in einem Dorf der Casamance ein einmaliges Erlebnis.

Ein Bericht von Vreni Jean-Richard, Verantwortliche für das Landesprogramm im Senegal

Im Dorf erwarteten uns ungefähr 30 Frauen und 15 Männer. Der hohe Anteil an Männern, zusammengesetzt aus Dorfältesten, Dorfchef, Lehrer, Imam, dazu verschiedene Kalebassenmitglieder, erstaunte mich. Zudem waren auch ältere Kinder dabei, eigentlich hätten sie zu dieser Zeit in der Schule sein müssen. Bei der Vorstellungsrunde wurde klar, dass selbst der Dorfchef und einer der beiden Lehrer Kalebassenmitglied sind. Die Lehrer hatten ihre Schülerinnen und Schüler bewusst an dieses Treffen mitgenommen, denn die Kinder und Jugendlichen sollten etwas über das Dorf und seine Entwicklung lernen. So etwas habe ich während einer Projektreise noch nie erlebt. Genau wie ich, waren die Projektverantwortlichen und die Verantwortlichen der Koordination sehr beeindruckt. Denn landesweit sind über 90 Prozent der Mitglieder von Kalebassengruppen1 Frauen. Doch in der Casamance hatte sich das ganze Dorf eingefunden. «Das ist keine Kalebassengruppe innerhalb des Dorfes, das ganze Dorf ist in einer Kalebasse vereint,“ ging mir beim Anblick der Menschen durch den Kopf. Sogar Mitglieder des Nachbarsdorfs waren gekommen, die beiden Dörfer haben sich zu einem Réseau de Proximité (Nachbarschaftsnetzwerk) zusammengeschlossen.

Kalebassen schaffen Sicherheit
Susanne Madjia musste bis vor wenigen Jahren während der Trockenzeit ihre Familie zurücklassen, um in Cap-Skirring in einer Fischproduktion den Lebensunterhalt zu verdienen. Heute kann sie dank der ökonomischen Aktivitäten der Kalebassengruppe das ganze Jahr über im Dorf bleiben und sich und die Familie finanziell über Wasser halten. Sie ist mittlerweile Vizepräsidentin des Netzwerks, das alle Kalebassen in der Region vereint. Als erste der Partnerorganisationen im Senegal, haben sie ihr Netzwerk bereits in eine Genossenschaft umgewandelt. Nebst ihren regelmässigen Gruppentreffen, den zinslosen Krediten, die die Mitglieder aus dem gemeinsam angesparten Vermögen aufnehmen können, lernen sie immer wieder Neues, um sich damit zusätzliche wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erarbeiten.

Zusammenhalt der Dörfer gestärkt
Bei dem Besuch zeigen sie uns wie sie selber Seife herstellen. Die Vorbereitungen dazu waren bereits am Vorabend getroffen worden. So wurden nur noch die zwei zubereiteten Flüssigkeiten gemischt und verrührt. Wichtig dabei, wie mir gesagt wurde, sei, dass nur in eine Richtung gerührt werden darf. Die fertige Seife wurde in 35 Töpfchen abgefüllt, die danach mindestens zehn Tage gelagert werden müssen. Die Herstellung ging sehr schnell. Das hohe Produktionstempo hatte einen Grund: Durch die immer wieder aufflackernden Angriffe der Separatisten in der Casamance, ist die Polizei schnell vor Ort, wenn sich grössere Menschenansammlungen bilden. In Zusammenhang mit den Unruhen kamen die Leute auf das von der Partnerorganisation eingeführte Réseau de Proximité zu sprechen. Dank diesem seien die Dörfer näher zusammengerückt, und freundschaftlich miteinander verbunden. Gerade in unruhigen Zeiten, wenn das gegenseitige Misstrauen gross ist und jederzeit der Vorwurf im Raum stehen kann die Rebellen zu unterstützen, leisten die Kalebassen und die Netzwerke einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt. Einer der Ältesten meinte, dass die Beziehungen zwischen den Dörfern, die in den letzten Jahren zu verschwinden drohten, heute besser denn je seien.

Am Ende des Besuchs berechneten die Frauen noch den Verkaufspreis für die Seife. Der immer von den verwendeten Zutaten abhängig ist. Zurzeit ist Karitébutter sehr teuer. Zudem wurden die Einnahmen der Kalebasse aufgeteilt, 75 Prozent wurden für das Nachbarschaftsnetzwerkverbucht und 25 Prozent wurden, wie es Tradition ist, der gastgebenden Kalebassengruppe überreicht.

Die Solidaritätsgruppen im Senegal nennen sich Kalebassen. Zurückzuführen ist das auf die getrocknete Hälfte der Flaschenkürbisse, in denen die Gruppenmitglieder während ihren Treffen die freiwilligen Geldbeiträge sammeln.

Unterstützen Sie unsere Projekte im Senegal

Kommentar zum Internationalen Tag der Bauernrechte

Rechte der Bäuerinnen und Bauern müssen auch in Konfliktzeiten geschützt und respektiert werden

Nach wie vor sind die Bäuerinnen und Bauern, obwohl sie die Nahrungsmittel produzieren, am stärksten von Hunger und Armut betroffen. Der 17. April ist der Internationale Tag der Bäuerinnen und Bauern und will weltweit auf die Rechte und die weitreichenden Herausforderungen der Bäuerinnen und Bauern aufmerksam machen.

Ein Kommentar von Christa Suter, Fachverantwortliche Agrarökologie bei Fastenaktion

Konflikte gefährden Ernährungssicherheit
Der Hunger in der Welt hat zugenommen, was grösstenteils auf verschiedene Krisen zurückzuführen ist – anhaltende Konflikte, schwerwiegende Klimaauswirkungen und Ernährungsunsicherheit. Zwischen 720 und 811 Millionen Menschen auf der Welt waren im Jahr 2020 von Hunger betroffen. Die Zahl der unterernährten Menschen in der Welt ist seit dem Jahr 2020 weiter gestiegen.

Mehr als die Hälfte aller von Ernährungsunsicherheit betroffenen Menschen leben in Ländern, die von Konflikten betroffen sind. Konflikte und Ernährungsunsicherheit können zusammen einen Teufelskreis schaffen, da Nahrungsmittelknappheit zu Marktstörungen führt, die wiederum die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln weiter verringern und zu noch grösseren Störungen führen. Klimaschocks können ähnliche Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit haben, wovon die Bäuerinnen und Bauern am meisten betroffen sind.

Recht auf Nahrung nicht gewährleistet
Der UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Michael Fakhri, unterstreicht die Bedeutung der Bäuerinnen und Bauern für das Ernährungssystem und erwähnt in seinem aktuellen Statement deutlich, dass «der unverzichtbare Beitrag der Bauern und Bäuerinnen zur Gesellschaft nach wie vor nicht ausreichend anerkannt und unterstützt» ist. Dies obwohl die 2018 verabschiedete UNO Deklaration über die Rechte der Bäuerinnen und Bauern und anderer Personen im ländlichen Raum (UNDROP) umfassend ihre Rechte beschreibt und insbesondere das Recht auf Nahrung, Ernährungssouveränität, Saatgut und Land.

Rural Women’s Assembly setzt sich für die Rechte der ländlichen Frauen in Südafrika ein, damit Sie Zugang zu Land erhalten und ihre Familien selber ernähren können.
«Raise» stärkt Bäuerinnen und Bauern
Im Projekt «RAISE», das von Fastenaktion gemeinsam mit Partnernetzwerken lanciert wurde, weisen die lokalen Partner auf die anhaltende Marginalisierung und fehlendem Zugang der Bauerngruppen zu Nahrung und zu natürlichen Ressourcen wie den Landzugang oder den Erhalt des bäuerlichen Saatguts hin. Mit RAISE werden die Partnerorganisationen und Netzwerke in ihren Bestrebungen gestärkt, die UNDROP in ihrem Kontext umzusetzen und selbstbestimmte Veränderungen in der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik zu erwirken. Zum Beispiel durch die Bemühungen von Rural Women’s Assembly für den Landbesitz für ländliche Frauen in Südafrika und die Forderungen von SEARICE in den Philippinen, das bäuerliche Saatgut als Recht zu respektieren.

Hier finden Sie das Statement des UNO-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung (auf Englisch).

Unterstützen Sie die Rechte von Bäuerinnen und Bauern

Wir danken herzlich für jede Spende.

Eine Welt ohne Hunger ist möglich, wenn alle Zugang zu sauberem Wasser haben. Kleinbauernfamilien ernähren 70% der Weltbevölkerung. Für diese wichtige Aufgabe brauchen sie unsere Unterstützung. Bitte helfen Sie mit. 

Die industrielle Landwirtschaft raubt das Wasser von Kleinbauernfamilien.

Egal, ob für den industriellen Anbau von Monokulturen, den Abbau von Rohstoffen oder die Gewinnung von Strom: Industrielle Betriebe verbrauchen Unmengen von Wasser. Sie gewinnen es hauptsächlich aus Flüssen – Wasserquellen, von denen die Existenz tausender Familien abhängt. Das wenige Wasser, das übrigbleibt, ist oft mit Pestiziden, Schwermetallen und Abfall belastet.

Besonders schlimm:

Die industrielle Landwirtschaft Brasiliens verbraucht nicht nur Unmengen an Ressourcen, sie trägt auch nur 30 % zur Ernährung der Bevölkerung bei.

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Die industrielle Landwirtschaft Brasiliens verbraucht nicht nur Unmengen an Ressourcen, sie trägt auch nur wenig zur Ernährung der brasilianischen Bevölkerung bei.

Die Traditionelle Landwirtschaft ernährt die Welt

Die Bewässerung riesiger Plantagen lässt die Pegelstände vieler Flüsse absinken. Mit diesem Wasserraub bedroht die Industrie die Existenz von Kleinbauernfamilien, Fischern und indigenen Stämme, die seit Generationen an- und von diesen Flüssen leben. Dabei sind sie die Lösung gegen den Hunger in der Welt: Mit traditionellen Anbaumethoden tragen sie den Ressourcen Sorge, fördern die Biodiversität und ernähren den Grossteil der Weltbevölkerung. 

Besonders gut:

Kleinbäuerische Landwirtschaft ernährt 70%  der Bevölkerung. Und das auf besonders nachhaltige und ressourcenschonende Art.

Maria Souza giesst Salatpflanzen im selbst gebauten Gewaechshaus.Pará, Brasil.
Die industrielle Landwirtschaft Brasiliens verbraucht nicht nur

Bitte schützen Sie die Bauernfamilien heute vor dem Unrecht.

Eine Kleinbäuerin aus Kolumbien zeigt stolz ihre Nahrungsmittel, die sie aus bäuerlichem Saatgut produziert.

z.B. 50 Franken für dürreresistentes Saatgut… 

…für eine Kleinbauernfamilie, die vom Klimawandel betroffen ist.

Lisete Aleixo Monteiro im Huehnerstall.Pará, Brasil.

z.B. 80 Franken zur Erhaltung der Lebensgrundlagen…

…damit alle genug zu essen haben.

Brasilien Cimi

z.B. 150 Franken für Bauernorganisationen…

…damit ihr Zugang zu Wasser sichergestellt werden kann.

Ja, ich helfe, den Hunger zu beenden. Ich spende: 

Maria Souza ist eine engagierte Kleinbäuerin in Brasilien. Sie betreibt eine vielfältige Landwirtschaft. Doch die Flüsse versiegen. Die Bauern- und Fischerfamilien in ihrem Dorf verlieren die Lebensader. Bitte helfen Sie heute mit einer Spende. Vielen Dank

«Wenn die Flüsse nicht mehr leben, fehlen uns die Fische für unsere Nahrung und zum Verkauf. Wie soll ich ohne Einkommen meine Kinder ernähren?»

Früher konnte Maria Souza im brasilianischen Amazonasgebiet ihre Familie von traditioneller Landwirtschaft und von Fischen aus dem Flusswasser ernähren. Jetzt hat es ausgerechnet in ihrer Region zu wenig Wasser. Sie macht sich Sorgen über die Zukunft. Denn Staudämme haben den Fluss und seine ursprüngliche Natur zerstört.

Der unfaire Kampf um das lebensnotwendige Wasser
Energieprojekte und die industrielle Landwirtschaft trocknen die Lebensader für die Kleinbauern aus. Alleine im brasilianischen Juruena-Flussbecken sind 125 neue Staudämme geplant. Mit gravierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung: Flüsse sterben, Fische fehlen. Was bleibt, ist Hunger. Der Klimawandel macht die Situation noch schlimmer.

Es darf nicht sein, dass Konzerne und Regierungen das Land und die Lebensgrundlagen der Einheimischen ausbeuten und zerstören. 

Bitte schützen Sie die Bauernfamilien heute vor dem Unrecht.

Eine Kleinbäuerin aus Kolumbien zeigt stolz ihre Nahrungsmittel, die sie aus bäuerlichem Saatgut produziert.

z.B. 50 Franken für dürreresistentes Saatgut… 

…für eine Kleinbauernfamilie, die vom Klimawandel betroffen ist.

Maria Souza giesst Salatpflanzen im selbst gebauten Gewaechshaus.Pará, Brasil.

z.B. 80 Franken zur Erhaltung der Lebensgrundlagen…

…damit alle genug zu essen haben.

Von den Wasserprojekten im Gebiet Matto Grosso sind unzählige Indigene betroffen - so nicht nur die Manoki, sondern, ganz in der Nähe, die Rikbaktsa.

z.B. 150 Franken für Bauernorganisationen…

…damit ihr Zugang zu Wasser sichergestellt werden kann.

Ja, ich helfe, den Hunger zu beenden. Ich spende: 

Diary Ratsimanarihaja ist Programmkoordinatorin von Fastenaktion in Madagaskar

Wirbelsturm Batsiray

Zerstörte Dörfer – Strassen unter Wasser

Am Sonntag erreichte der Wirbelsturm Batsiray Madagaskar. Nicht nur wurden ganze Dörfer zerstört, der anhaltende Regen hat auch viele Felder und Bäume – die Lebensgrundlage der Menschen – zerstört. Die Fastenaktion-Koordinatorin Diary Ratsimanarihaja schildert in bewegenden Worten, wie sich die Situation in den Projekten im Südosten des Landes präsentiert.

Diary Ratsimanarihaja, nur wenige Tage nach dem Tropensturm, traf am vergangenen Sonntag der Wirbelsturm Batsiray auf Land, wie präsentiert sich die Situation?
Gemäss der Projektleiterin vor Ort sind 95 Prozent der Häuser im Bezirk Mananjary völlig zerstört Da die grosse Mehrheit der Menschen in Häusern lebt, die mit den Blättern der Ravenala Pflanze (Baum des Reisenden) gebaut sind, wurden die Häuser buchstäblich fortgeblasen. Schätzungen zufolge sind von 30 Häusern in einem Dorf gerade mal drei bis vier stehen geblieben, und selbst die sind beschädigt. Die Gemüsefelder wurden entweder überschwemmt oder vom Wind zerstört. Viele Bäume sind umgestürzt, sogar die Brotbäume, die eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Menschen sind. Darüber hinaus sind viele Dörfer aufgrund der Überschwemmung von der Umwelt abgeschnitten und der Strom fehlt. Über das wahre Ausmass der Katastrophe können wir uns noch kein definitives Bild machen, uns fehlen noch Informationen.

Was braucht es nun am dringendsten?
Die Menschen brauchen nun dringend Nahrung, Wasser und Medikamente. Denn die Lebensmittelvorräte wurden zerstört. Zudem müssen wir den Wiederaufbau der Häuser vorantreiben, da die Infrastruktur, die für die Aufnahme der Betroffenen vorgesehen war, ebenfalls zerstört wurde. Der Wind hat die Dächer von Kirchen, Schulen und Gemeindezentren abgedeckt. Zur Zeit leben die Menschen zu dritt oder zu viert in kleinen Küchen, die dem Wind standhielten. Einige fanden bei denen Unterschlupf, die noch Häuser haben, in denen man sich ein wenig in Sicherheit bringen kann. Auch der Bedarf an Saatgut ist gross. Nach dem Wiederaufbau der Häuser müssen sie wieder mit dem Anbau beginnen können, doch ohne Saatgut geht das nicht.

Eine erste Handyaufnahme: Das Ausmass der Zerstörung ist erschreckend
Was konnte bereits getan werden?
Die Organisation Taratra, die für dieses Gebiet zuständig ist, hat dem Team bereits einen Geldbetrag als Hilfe für ihre derzeitigen Grundbedürfnisse geschickt. Wir von der Koordinationsstelle diskutieren derzeit mit den Programmbeauftragten und der Leitung von Taratra über den Aufbau von Hilfeleistungen. Aufgrund der noch vagen Informationen und der Unterbrechung der Strasse nach Mananjary ist es für uns jedoch noch schwierig, konkrete Aktionen zu planen.

Wenn Sie unsere Arbeit in Madagaskar ins Besondere jetzt in dieser schwierigen Zeit unterstützen möchten, sind Spenden herzlich willkommen. Vielen Dank!

Unterstützen Sie unsere wertvolle Arbeit in Madagaskar!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Tobias Buser konnte als Verantwortlicher für das Landesprogramm in Madagaskar erstmals Ende Dezember auf die Insel reisen. Im Rahmen der Treffen mit unseren Projektpartnern konnte er auch Schulen besuchen und sich ein Bild der prekären Situation machen.

Madagaskar

Lange Schulschliessungen wegen Corona

Die Corona Pandemie hat auch die Arbeit der Verantwortlichen der Landesprogramme von Fastenaktion erschwert. Tobias Buser, der 2020 die Verantwortung für Madagaskar übernahm, musste mehr als ein Jahr warten bis er auf die Insel reisen konnte, um zum ersten Mal die Projektpartner zu treffen.

Tobias Buser, was sind deine Eindrücke nach der ersten Projektreise im Dezember von Madagaskar?
Ich war vor allem in der Hauptstadt Antananarivo, wo ich zusammen mit den Koordinator*innen des Landesprogramms, Andrianparany Rasamimanana und Diary Ratsimanarihaja verschiedene andere Organisationen und die Schweizer Botschaft besucht habe. Um möglichst effektiv zu arbeiten, wurde ein viertägiger Workshop organisiert, an dem ich alle Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen des Landesprogramms persönlich kennengelernt habe. Leider musste ich wegen der Entdeckung der Omikron-Variante im südlichen Afrika eine Woche früher als geplant zurückreisen, da Europa auch die Grenzen zu Madagaskar jederzeit hätte schliessen können. Corona war auch der Grund, weshalb ich nur einen Feldbesuch in der Nähe der Hauptstadt machen konnte. Madagaskar habe ich auf diesem kurzen Besuch als sehr schönes, fruchtbares und grünes Land erlebt.

Wie präsentiert sich die Situation im Land?
Im November 2021 hat die madagassische Regierung die Grenzen für den Tourismus wieder geöffnet. Damit erhofft man sich Impulse für die Wirtschaft. Andererseits steigen damit aber die Befürchtungen vor einem Anstieg der Covid-Fälle und damit verbunden erneute Einschränkungen. Für die Menschen im Land ist es eine Gratwanderung.

Offiziell hat die Pandemie nur wenige Opfer gefordert, wie ist deine und die Einschätzung der Partnerorganisationen dazu?
Aufgrund der Insellage und der Grenzschliessung, war es für Madagaskar vergleichsweise einfach die Pandemie zu kontrollieren. Bis zur Wiederöffnung der Grenze im November 2021, gab es tatsächlich relativ wenige Opfer, obwohl die offizielle Zahl der Fälle wohl nicht die Realität abbildet. Seit der Grenzöffnung geht die Zahl der Neuansteckungen jedoch nach oben.

Was sind die Auswirkungen der Pandemie?
Einschneidende Auswirkungen haben die wiederholten Schulschliessungen der letzten beiden Jahre auf die Kinder. Nach den Weihnachtsferien ist der Schulstart in der Hauptstadtregion Analamanga, wegen der vielen positiven Tests, um zwei Wochen, auf den 17. Januar verschoben worden. Allein in der ersten Januarwoche wurden in der Region Analamanga 1620 positive Fälle gemeldet. Im übrigen Land gab es im gleichen Zeitraum 2155 neue Ansteckungen.

Im Süden des Landes herrschte im letzten Jahr eine grosse Dürre. Fastenaktion hat Nothilfe geleistet, wie geht es den Menschen jetzt?
Das Nothilfeprojekt hat das Überleben der Menschen für drei bis vier Wochen gesichert. In der Zwischenzeit hat es etwas geregnet, doch nicht genug, damit sich ihre Situation verbessert. Was den Menschen in der Dürreregion im Süden fehlt, ist der Zugang zu Wasser. Sobald sie Wasser haben, können sie auch Landwirtschaft betreiben. Unsere Partnerorganisation Taratra wird sich noch dieses Jahr, überall dort wo es Brunnen gibt und eine minimale Bewässerung gewährleistet ist, vermehrt auf den Anbau von Nahrungsmitteln konzentrieren. Dazu gehört auch die Einführung von Basket-Kompost, auf organischen Küchenabfällen werden Linsen, Maniok, Mais und Erdnüsse angepflanzt. Im südöstlichen Teil Madagaskars kann mit dieser Methode auf nährstoffarmen Böden auf wenig Fläche eine sehr hohe Produktivität erzielt werden. Um die Hungersnot nachhaltig zu lindern, begnügen wir uns nicht mit dem Gemüseanbau in den Gärten. Die Partnerorganisation Taratra wird in den Dörfern bei den Tsinjo Aina Gruppen auch die Technik der „Keyhole Garden“ einführen. Keyhole Garden, oder Schlüssellochgarten, ist eine Art Hochbeet, in dem Gemüse angebaut wird. Auf diese Weise können knappe Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe optimal genutzt werden. Zudem treiben wir die Einrichtung von Baumschulen voran, um die negativen Effekte, die die Abholzung auf das Wetter hat, wie beispielsweise fehlender Regen, zu stoppen und im Idealfall sogar umzukehren.

Was ist dein Wunsch und welche Hoffnungen verbindest du damit?
Ich wünsche mir, dass wir die Zusammenarbeit im Landesprogramm Madagaskar optimal weiterführen können, damit die Menschen aus eigener Kraft ihre Lebensbedingungen verbessern können.

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

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Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Fely ist Schülerin am Lycée von Betioky.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Träume sollen wahr werden

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Wenn ich mein Abitur habe, möchte ich gerne Medizin studieren. Die Menschen hier leiden so sehr unter dem Klimawandel. Ich sehe, dass Krankheiten wie Kopfschmerzen und Malaria zunehmen. Akute Unterernährung ist auch eine Ursache für verschiedene Krankheiten. Als Alternative zum üblichen Essen sind wir gezwungen, Moky zu essen, den wir in der Erde suchen müssen. Glücklicherweise hat die Gruppe mit dem Anbau von Blattgemüse begonnen. Die Anstrengungen sind jedoch aufgrund der trockenen Böden und des Mangels an Regen und Wasser nach wie vor enorm. Wenn ich Ärztin bin, kann ich meinen Landsleuten helfen. Ich weiss, wie schwer das ist, aber ich bin entschlossen, mein Ziel zu erreichen. Als Erstes würde ich die Schritte der medizinischen Versorgung umkehren, indem ich zuerst die Gesundheit meiner Patientinnen und Patienten sicherstelle, und erst dann würde ich mich um die Bezahlung der Kosten kümmern. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie die Kranken ins Krankenhaus gehen, das meilenweit vom Dorf entfernt ist, und abgewiesen werden, weil sie kein Geld haben.

Mein Traum ist es, dass meine Familie ein anständiges Leben führen kann. Ich träume davon, dass das Dorf meiner Kindheit eines Tages Fortschritte macht und sich entwickelt. Und ich hoffe, dass Gruppen wie Tsinjo Aina Taratra gedeihen. Schliesslich wünsche ich mir ein Dorf, in dem alle Kinder die Schulen besuchen können.»

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Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Hareantsoa ist Züchterin und Bäuerin. Sie ist verheiratet und hat acht Kinder.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Genügend Schulen, Spitäler und Häuser für alle

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Durch die Dürre ist unser Leben sehr schwer geworden. Jetzt stehe ich um vier Uhr morgens auf, um unser Gemüse zu giessen. Anschliessend machen wir uns auf den drei Kilometer langen Weg, um auf den Feldern nach Moky zu suchen. Sobald wir zurück sind, so gegen Mittag, koche ich den Moky eineinhalb Stunden lang für das Mittagessen. Das ist die erste Mahlzeit des Tages. Am Nachmittag kehren wir zurück, um wieder Moky für das Abendessen zu suchen. Früher konnten wir dank dem Regen verschiedene Pflanzen wie Maniok, Linsen und Bambara-Erbsen anbauen.

 Ich bin Vater und Mutter zugleich, denn mein Mann ist seit sieben Jahren krank. Die Ärzte im Krankenhaus diagnostizierten bei ihm Bilharziose (eine durch Würmer übertragene Krankheit, Anm. der Red.). Als wir noch Geld hatten, konnten wir ihn behandeln lassen. Ich wünsche mir, dass unser Leben wieder so wird, wie es war. Früher hatten wir acht Zebus, jetzt haben wir keines mehr, weil wir sie verkaufen mussten, um uns weiter versorgen zu können. Ich hätte gerne ein Krankenhaus in der Nähe, damit die Behandlung meines Mannes fortgesetzt werden könnte. Ich wünsche mir, dass es für meine Kinder eine Schule in der Nähe gäbe. Wenn ich Präsidentin wäre, würde ich mich vorrangig darum kümmern, dass alle ein Dach über dem Kopf hätten und es genügend Krankenhäuser und Schulen gäbe.»

Stéphanie ist 9 Jahre alt und eine der Töchter von Hareantsoa. Sie besucht die Grundschule.

«Ich träume davon, Lehrerin in unserem Dorf zu werden. Ich wünsche mir ein sauberes und entwickeltes Dorf, dem es dank der Landwirtschaft gut geht. Denn ich liebe es, Gemüse und Früchte anzupflanzen und zu den Tieren zu schauen. Heute hatten wir nur am Morgen Schule. Unser Lehrer musste an ein Begräbnis, an eine Havoria. Und manchmal ist er an Markttagen abwesend. In meinen Augen ist das ein Problem, dass der Unterricht immer wieder ausfällt.»

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Soafiavy ist Dorfvorsteher, Züchter und Bauer. Er ist verheiratet und hat elf Kinder.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Der Klimawandel bedroht Leben

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Die meisten von uns sind Landwirt*innen und Viehzüchter*innen. Der Klimawandel in unserer Region bedroht unser Leben. Weder Menschen noch Tiere bekommen genügend Nahrung. Vor der Dürre konnten die Ochsen auf der Weide regelmässig Raketa fressen. Das ist eine Kaktusart, die überall wächst und ihnen sehr schmeckt. Aber seit der Dürre gibt es fast kein Raketa mehr. Auch die Tamarindenbäume sind abgepflückt. Allenfalls gibt es noch Tamarinden zu kaufen. Die Menschen essen nichts anderes mehr als Moky. Der letzte Regen fiel im Februar 2021, und die Landwirtschaft befindet sich in einem kritischen Zustand.

Um das Land zu bearbeiten, müssen wir unsere Kräfte bündeln, denn für eine Person allein ist es zu anstrengend. Je mehr wir zusammenarbeiten, desto besser. Die gegenseitige Hilfe hält weiterhin an: Diejenigen, die Moky ausgraben können, geben denen, die keinen haben. Die Gruppe lehrt uns, einander zu helfen, besonders in diesen schweren Zeiten.»

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Emahatratse und seine Frau Hinerisoa sind Viehzüchter*in und Bauer und Bäuerin. Sie sind Eltern von zwei Kindern.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Hoffnung auf Regen

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«In der Ausbildung haben wir gelernt, wie wir mit Wasser und Pflanzen sorgfältig umgehen können. Vor der Dürre war das Land fruchtbar, und es konnten Maniok, Süsskartoffeln und andere Feldfrüchte angebaut werden. Wir waren mit dem, was wir an Wasser und Lebensmitteln hatten, zufrieden. Wir mussten nur ein wenig graben, um Wasser zu bekommen. Und sogar unsere Tiere hatten genügend Futter. Wir hatten ein gutes Leben. Doch die Dürre ist schlimm. Das Land ist unfruchtbar geworden. Allmählich verlieren wir die Mittel, um für uns und unsere Tiere zu sorgen. Das Wasser ist sehr knapp geworden. Wir dürfen täglich maximal zwei Kleidungsstücke von Hand waschen. Wasser kann nur zu einer bestimmten Tageszeit geholt werden.

Um unseren Hunger zu stillen, müssen wir meilenweit fahren, um Moky, die Knollen, die eine Alternative zu den üblichen Nahrungsmitteln sind, in der Erde zu finden. Es gibt kein Wasser, keinen Regen und somit auch keine Ernte. Es ist der Gruppe Tsinjo Aina Taratra zu verdanken, dass wir durchhalten. Glücklicherweise ist unsere Selbsthilfegruppe immer noch aktiv. Wir alle hoffen, dass der Regen eines Tages zurückkehrt und der Boden wieder fruchtbar wird.»

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