Ein von Fastenaktion in Auftrag gegebener Bericht in Südafrika zeigt die verheerenden Auswirkungen des Bergbaus auf Frauen und Männer. In der Studie wurde untersucht, welchen Einfluss Kohleminen auf die Bevölkerung um die Minen haben. Dabei interessierte insbesondere die Frage, wie das Leben je nach Geschlecht unterschiedlich beeinflusst wird.

Ein Text von Philippa Mund, Verantwortliche für Gender und das Landesprogramm Guatemala

Die Studie wurde von der Soziologin Asanda-Jonas Benya von der Universität Kapstadt und Gastdozentin am Graduate Institute in Genf durchgeführt. Dazu besuchte sie verschiedene Gemeinden in Südafrika, die von Kohleabbauaktivitäten betroffen sind, zu denen unsere Partnerorganisationen arbeiten. Sie sprach mit Direktbetroffenen und wertete die Interviews aus.

Frauen sind existenziell betroffen

Der Bericht zeigt, dass die negativen und lebensfeindlichen Auswirkungen der Minentätigkeit vielfältig sind. Der Staub des Kohleabbaus breitet sich überall aus und legt seinen grauen Schleier über Land, Pflanzen, Tiere und Häuser. Vor allem Frauen – darunter viele Grossmütter – pflanzen traditionell in Küchengärten Gemüse für den täglichen Bedarf an. Durch den Minenstaub gehen die Ernten zurück, das Vieh verendet. Den Menschen, die zuvor selbstversorgend waren, wird damit ihre Lebensgrundlage genommen und die Armut steigt massiv an. Frauen sind hiervon stärker betroffen, da es meist sie sind, die sich um die Nahrungsversorgung und -zubereitung für die Familie kümmern.

Mama Moya, Anwohnerin einer Mine, schildert die schlimmen Folgen der Mine folgendermassen:

«Wir müssen alles bedecken – das Essen, Wasser, die Möbel, einfach alles. Denn wenn wir es nicht tun, wird alles schwarz, sobald der Wind aus Richtung der Mine bläst. […] Unser Wasser ist verschmutzt. Wenn du den Hahn öffnest, kommt schwarzes Wasser. Wir essen und trinken faktisch Kohle und wir werden krank. Auch die Kinder werden krank. Wir brauchen öfter Medikamente für sie, müssen häufiger zum Arzt mit ihnen. Das alles kostet – wir müssen mehr Geld ausgeben. Wir können nicht einmal unsere traditionellen Heilpflanzen nutzen – denn sie sind mit Kohlestaub bedeckt. Nichts wächst mehr, der Staub tötet alle Pflanzen.»  

Der Kohlestaub bedeckt die Pflanzen und löst einen Rückgang der Ernte aus.
Der Kohlestaub bedeckt die Pflanzen und löst einen Rückgang der Ernte aus.

Verbindliche Gesetze notwendig

Die Arbeitslast für Frauen vermehrt sich, denn sie müssen wieder und wieder ihr zu Hause von Staub befreien. Sie essen und trinken den Staub täglich. Die Umsetzung des Rechts auf gesunde Nahrung ist in weiter Ferne. Arbeitsplätze werden für die lokale Bevölkerung hingegen fast keine geschaffen, da primär Wanderarbeiter (in geringem Masse auch Wanderarbeiterinnen) von den Minen angestellt werden.

Der Bericht zeigt die verheerenden Auswirkungen des Bergbaus auf Frauen und Männer. Umso wichtiger sind verbindliche Gesetze, die multinationale Konzerne in die Verantwortung nehmen – zum Beispiel auch Glencore als einer der grössten Kohleproduzenten weltweit.

Die komplette Studie (Englisch) finden Sie hier.

Asanda-Jonas Benya berichtet hier in einem Beitrag von Alliance Sud über Folgen des südafrikanischen Bergbaus. 

In unseren Programmen sollen sich Menschen unabhängig vom Geschlecht selbst befähigen, ihre Interessen zu verfolgen und ihre spezifischen Rechte einzufordern. Die Gender-Arbeit muss sich daher immer auch mit der Vergabe von Ressourcen und der Umverteilung von Macht befassen. Und im Idealfall löst Geschlechtergerechtigkeit in den Fastenaktions-Programmen auch einen gesellschaftlichen Veränderungsprozess aus.

Das Wasser in der Nähe der Kohleminen ist verschmutzt und giftig.
Das Wasser in der Nähe der Kohleminen ist verschmutzt und giftig.

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Jahrelang haben John* und seine Kollegen in südafrikanischen Kohleminen geschuftet, ohne Masken zum Schutz vor dem Kohlestaub zu erhalten. Heute leiden mehr als tausend ehemalige Minenarbeiter wie er an Lungenkrankheiten. Sie fordern eine Entschädigung von den Bergbauunternehmen. Fastenaktion und HEKS unterstützen sie in ihrem Anliegen.

Ein Text von François Mercier, Leiter des Programms Rohstoffe und Menschenrechte

In der südafrikanischen Provinz Mpumalanga sind Kohleminen allgegenwärtig. Die Arbeit in den Minen, egal ob unter oder über Tage, ist hart und schlecht bezahlt. Kohlestaub und andere Gefahren sind allgegenwärtig.

Die vier Minenarbeiter, die ich vor einigen Jahren in Ermelo getroffen habe, haben alle über 20 Jahre lang in Kohleminen gearbeitet. Darunter auch in solchen, die dem Schweizer Rohstoffriesen Glencore gehören. Erst im Jahr 2000, nachdem die Gewerkschaften gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestiert hatten, erklärten sich die Bergbauunternehmen dazu bereit, den Mitarbeitenden Mundschutz auszuhändigen.

Lebenslange Folgeschäden

Für mehr als tausend Minenarbeiter kam diese Massnahme zu spät. Der Kohlestaub hat sich tief in ihren Lungen angesammelt und löst viele Jahre später die Lungenkrankheit «Staublunge» aus.

Die vier Männer in Ermelo arbeiten heute nicht mehr und sind von der Krankheit sichtlich gezeichnet: «Ich kann nicht mehr normal atmen. Meine Brust tut weh und ich habe Herzprobleme», erklärt John*. Einer seiner Kollegen fügt hinzu: «Ohne Medikamente kann ich nicht mehr atmen». Zusammen mit anderen ehemaligen Bergleuten gründeten sie den Verein Zamani (Zulu für: «Versuchen wir unser Glück»), um sich gegenseitig zu helfen. Mehrere ihrer ehemaligen Kollegen sind bereits an der Krankheit gestorben.

Nach mehr als 20 Jahren Arbeit in Kohleminen leiden diese ehemaligen Bergleute an Lungenkrankheiten.

Der lange Weg zur Entschädigung

2017 beschliesst die Kommission Justitia et Pax der südafrikanischen Bischofskonferenz, eine Partnerin von Fastenaktion und HEKS, die Minenarbeiter und ihre Familien in ihrem Kampf zu begleiten. Sie lässt den Gesundheitszustand von Hunderten von Menschen untersuchen, testet sie auf Staublunge und unterstützt sie bei den Entschädigungsforderungen gegenüber den fehlbaren Unternehmen.

Im Dezember 2022 ist die Geduld der Minenarbeiter am Ende. Sie protestierten vor einer Glencore-Niederlassung ausserhalb von Johannesburg und forderten Wiedergutmachung für die Erkrankten. Joseph Nzimande, Vertreter der betroffenen Gemeinden, sagt: «Glencore hat mit den Kohleminen Milliarden verdient. Es ist nur fair, dass das Unternehmen nun diejenigen entschädigt, die durch harte Arbeit für das Unternehmen an Staublunge erkrankten».

Anfang Februar 2023 trafen sich Justitia & Pax Südafrika und eine Delegation von Minenarbeitern schliesslich mit dem Unternehmen. Glencore verspricht eine baldige Stellungnahme, scheint die Forderungen aber nicht ernst zu nehmen. Die Arbeiter haben bereits angekündigt, dass sie ihren Protest fortsetzen und rechtliche Schritte in Betracht ziehen. Unterstützen wir sie, damit sie ihre Rechte durchsetzen können!

*richtiger Name bekannt

Kranke Bergarbeiter und ihre Familien protestieren vor einer Glencore-Filiale in Südafrika.

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Die Koalition für Konzernverantwortung, in der Fastenaktion aktives Mitglied ist, hat eine Petition lanciert. Innerhalb von 100 Tagen sollen 100 000 Unterschriften zusammenkommen, damit der Bundesrat endlich ein Gesetz zur Rechenschaftspflicht multinationaler Unternehmen nach dem Vorbild der Europäischen Union erarbeitet. Unterzeichnen auch Sie die Petition!
Die Koalition für Konzernverantwortung, in der Fastenaktion aktives Mitglied ist, hat eine Petition lanciert. Innerhalb von 100 Tagen sollen 100 000 Unterschriften zusammenkommen, damit der Bundesrat endlich ein Gesetz zur Rechenschaftspflicht multinationaler Unternehmen nach dem Vorbild der Europäischen Union erarbeitet. Unterzeichnen auch Sie die Petition!

Ein Kommentar von François Mercier, Verantwortlicher für Rohstoffe und Menschenrechte bei Fastenaktion

Erinnern Sie sich noch an den Abstimmungskampf über die Konzernverantwortungsinitiative im Herbst 2020? Bundesrätin Karin Keller-Sutter bekämpfte die Initiative und versicherte gleichzeitig dem ganzen Land, dass die Schweiz ein «international abgestimmtes Gesetz» brauche und dass multinationale Unternehmen in der Schweiz und in der EU «gleich lange Spiesse» haben müssten.

Nun hat die Europäische Kommission Ende Februar 2022 einen Gesetzesentwurf über die Verantwortung multinationaler Unternehmen vorgelegt, der bald für alle Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden in der EU gelten könnte. Die Unternehmen sollen verpflichtet werden, alle ihre wichtigen Geschäftsbeziehungen auf mögliche Umweltverschmutzungen oder Menschenrechtsverletzungen zu überprüfen. Wenn also ein europäisches Unternehmen Materialien von einem ausländischen, beispielsweise einem asiatischen Lieferanten bezieht und dieser seine Arbeitnehmenden ausbeutet, ist das Unternehmen in der Pflicht, diese Praktiken zu stoppen. Zudem sollen Missbräuche zum Vornherein verhindert werden.

Schweizer Bergbauunternehmen verletzen Menschenrechte
Das europäische Gesetz sieht auch wirksame Durchsetzungsmechanismen vor. Eine Aufsichtsbehörde wird Geldstrafen verhängen können, und es soll möglich sein, bei einem europäischen Gericht Klage gegen Missbrauch durch Tochtergesellschaften oder Zulieferer der europäischen Unternehmen zu erheben. Schliesslich müssen europäische multinationale Unternehmen über die Schritte informieren, die sie zur Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens unternehmen.

Der europäische Gesetzesentwurf stellt einen grossen Fortschritt dar. Denn in den armen Regionen des globalen Südens leiden weiterhin viele Menschen unter der Ausbeutung oder der Verschmutzung durch die Geschäftspartner von multinationalen Unternehmen aus der Schweiz und Europa. Fastenaktion prangert solche Praktiken, insbesondere von Schweizer Bergbauunternehmen, regelmässig an.

Wir brauchen ein Gesetz zur Rechenschaftspflicht
Im Vergleich zum geplanten europäischen Gesetz verlangt der am 1. Januar 2022 in der Schweiz in Kraft getretene, indirekte Gegenvorschlag des Parlaments nur eine begrenzte Sorgfaltspflicht, und die Unternehmen können nicht für Missbräuche im Ausland zur Verantwortung gezogen werden. Keine Aufsichtsbehörde kontrolliert die Unternehmen oder ist befugt, Sanktionen zu verhängen. Wird die Schweiz also bald das einzige Land in Europa sein, in dem es kein wirksames Gesetz zur Rechenschaftspflicht multinationaler Unternehmen gibt? Es ist höchste Zeit, Karin Keller-Sutter dazu aufzufordern, ihre Versprechen zu halten!

Unterstützen Sie deshalb bitte die Petition für ein Konzernverantwortungsgesetz: Jetzt unterzeichnen!

Unterstützen Sie die Menschen, die ihr Leben selber in die Hand nehmen wollen.

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Im brasilianischen Amazonasgebiet betreibt das multinationale Unternehmen Vale die grösste Eisenerzmine der Welt. Jeden Tag transportieren mehr als 10.000 Waggons das Eisenerz zum Exporthafen. Die Gemeinden entlang der Bahnlinie gehören zu den ärmsten Brasiliens und leiden unter den Umweltbelastungen, während das Unternehmen Rekordgewinne erzielt – auch dank Hilfe aus der Schweiz. Fastenaktion unterstützt Projekte zur Stärkung der Gemeinden.
In Carajás, im brasilianischen Amazonasgebiet, betreibt das multinationale Unternehmen Vale die grösste Eisenerzmine der Welt. Jeden Tag transportieren mehr als 10.000 Waggons das Eisenerz um Exporthafen. Die Gemeinden entlang der Bahnlinie gehören zu den ärmsten Brasiliens und leiden unter den Umweltbelastungen, während das Unternehmen Rekordgewinne erzielt – auch dank Hilfe aus der Schweiz.

Ein Kommentar von François Mercier, Verantwortlicher für Rohstoffe und Menschenrechte bei Fastenaktion

Heute hat unsere brasilianische Partnerorganisation Justiça nos Trilhos (JnT, Gerechtigkeit auf Schienen) mit Unterstützung von Fastenaktion den Bericht «Steuertricks durch Bergbauunternehmen: Was bleibt den Gemeinden» veröffentlicht. Der Bericht analysiert die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Estrada de Ferro Carajás (EFC, Carajás-Eisenbahn), einer fast 900 km langen Eisenbahnstrecke, die Vales Eisenerzmine in Carajás mit dem Hafen von São Luís verbindet.

Schweiz zentral für Steuervermeidung
Vale ist der mit Abstand grösste Exporteur von brasilianischem Eisenerz. Durch die Analyse von Daten der brasilianischen Regierung konnte JnT aufzeigen, dass die Exporte von Eisenerz systematisch falsch berechnet werden. Während das Eisenerz hauptsächlich nach China exportiert wird, wird es zunächst, zu einem Preis weit unter dem internationalen Kurs, an Zwischenhändler in der Schweiz verkauft. Dieses System verschafft dem Bergbauunternehmen Steuervorteile.

Lokale Gemeinschaften profitieren nicht vom Export von Eisenerz. © Ingrid Barros
Von der Mine bis zum Hafen führt die Eisenbahnlinie durch mehr als 130 Gemeinden. Diese beschweren sich über Lärm, häufige Unfälle und das Fehlen von sicheren Bahnübergängen. Während Vale im letzten Jahr einen Nettogewinn von über 20 Milliarden Franken erzielte, gehen die davon betroffenen lokalen Gemeinschaften leer aus. Die Mechanismen, wie die Steuergelder umverteilt werden, sind für die betroffenen Gemeinden ungerecht und intransparent.

Mit der Unterstützung von Fastenaktion prangert JnT diese Situation an und setzt sich für eine transparentere Umverteilung der Steuern zugunsten der betroffenen Gemeinden ein. Auf die Fragen von Justiça nos Trilhos ob der Exporteur von Eisenerz Steuervermeidung betreibe, verneint Vale und schiebt nach, dass sie an der Verbesserung der Sicherheit an der Bahnstrecke arbeiten.

Steuertricks durch Bergbauunternehmen: Was sagen die Anwohner:innen der Bahnlinie? (englische Untertitel)

Unterstützen Sie unser Engagement für nachhaltiges Wirtschaften

Gemeinsam mit Partnerorganisationen wie Justiça nos Trilhos macht Fastenaktion auf die zerstörerischen Auswirkungen des Abbaus von Eisenerz und anderen Rohstoffen und die Verantwortung der Schweizer Unternehmen aufmerksam.
Bernd Nilles, Geschäftsleiter der FastenaktionBernd Nilles, Geschäftsleiter der Fastenaktion schöpft Suppe am 50 Jahre-Jubiläum mit HEKS.

Im Jahr 2019 konnte Fastenaktion über 620‘000 Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika direkt erreichen. Das bedeutet: bessere Lebensbedingungen, weniger Hunger und gesichertere Menschenrechtssituationen für 2,7 Millionen Menschen in 14 Ländern. Auch finanziell schloss das Hilfswerk 2019 erfreulich ab: Geschäftsleiter Bernd Nilles kann eine schwarze Null präsentieren.

Fastenaktion schaut auf ein erfolgreiches Jahr mit einer schwarzen Null zurück, die ohne die treuen Spenderinnen und Spender nicht möglich gewesen wäre. Ihnen gebührt ein grosser Dank! Geschäftsleiter Bernd Nilles zeigt sich denn auch trotz der schwierigen aktuellen Umstände optimistisch: «Das gute finanzielle Ergebnis von 2019 ermöglicht es uns, zuversichtlich in das schwierige, durch Corona geprägte 2020 zu blicken, da wir trotz der Krise eine effiziente und wirksame Entwicklungszusammenarbeit sicherstellen können.»

In den Projektländern ist die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Partnerorganisationen erfolgreich. Die Evaluierung der Strategie zur Halbzeit hat gezeigt; Fastenaktion erreicht mit seinen Projekten die angestrebten Zielgruppen.

Auch in der Schweiz arbeitet Fastenaktion in Bündnissen und hat 2019 zusammen mit fünf weiteren Hilfswerken die neue Allianz SuFoSEC (Sustainable Food Systems and Empowered Communities) gegründet – mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit der Lebensgrundlagen, der Ernährungssicherheit und der Selbstorganisation lokaler Gemeinschaften vor dem Hintergrund der Agenda 2030 zu stärken.

Auch das Engagement für die auf Parlamentsebene noch immer hängige Konzernverantwortungs-initiative wird gemeinschaftlich vorangetrieben. Mit der Gruppierung «Kirche für Konzernverantwortung» konnten breite kirchliche Kreise mobilisiert werden.

Ruf nach Klimaschutz hoch oben in den Bergen

2019 wurde der weltweite Einsatz gegen den Klimawandel durch Millionen von Schülerinnen und Schülern gestärkt und hat dieses existenzielle Thema in die Wohnzimmer quer durch alle Altersgruppen und Schichten getragen. Zeitgleich hat Fastenaktion die «KlimaGespräche» ausgebaut, welche landesweit auf grosses Interesse stossen. Die in England entwickelte Methode hatte Fastenaktion in Zusammenarbeit mit HEKS zuerst in der Suisse Romande eingeführt. Seit 2019 haben sich auch in der Deutschschweiz Gruppen zusammengeschlossen, die gemeinsam einen ressourcenschonenderen Lebensstil entwickeln. Während der «Schweizer Klimawochen», kurz vor den Parlamentswahlen, war Fastenaktion zudem massgeblich an der Durchführung der vielbeachteten Abdankungsfeier für den Pizolgletscher beteiligt.  

Die Ökumenische Kampagne «Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine bessere Welt» hat 50 Akteurinnen des Wandels ein Gesicht gegeben. Sie hat aufgezeigt, was Frauen, die mit Fastenaktion und HEKS zusammenarbeiten, bewirken und welchen Mut sie dabei aufbringen. Diese Botschaft wurde mit dem 50-Jahr-Jubiläum der Kampagne verbunden, die in Bern und Luzern mit öffentlichen Anlässen gefeiert wurde. Mit der Ökumenischen Kampagne werden jedes Jahr über zwei Millionen Menschen in der Schweiz erreicht.

Forderung nach verstärkter Armutsbekämpfung

Ein guter Anlass um die Entwicklungszusammenarbeit und die Arbeit der Fastenaktion zu stärken, bot die Vernehmlassung des Bundes zur neuen Botschaft über die Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit Alliance Sud, deren Präsidentschaft Fastenaktion im Dezember übernommen hat, hat sich das Hilfswerk aktiv mit Sensibilisierung, Mobilisierung und Anwaltschaftsarbeit in den politischen Prozess und die öffentliche Debatte eingebracht. Dazu gehören auch die Forderungen nach einem klaren Fokus der Armutsbekämpfung, 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe und eine Klimafinanzierung, die nicht auf Kosten der Armen geht.

Dank vielen Spenden, einem stabilen DEZA-Beitrag und sparsamem Wirtschaften, gelang ein Abschluss mit einer schwarzen Null. Die Einnahmen aus Spenden und Beiträgen (ohne Deza) betrugen CHF 15‘361‘184 (Vorjahr CHF 15‘685‘116). Zusammen mit den Erträgen aus Handel- und Dienstleistungen resultierte ein betrieblicher Gesamtertrag von CHF 21’625’102 (Vorjahr CHF 21‘889‘927). Dank dem Liegenschafts- und Finanzertrag kann Fastenaktion mit einer schwarzen Null abschliessen.  

Auskünfte:

Colette Kalt, Medienbeauftragte Fastenaktion
kalt@fastenaktion.ch, 041 227 59 51

 

Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine bessere Welt
Fastenopfer Jahresbericht 2019
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