Die Schweiz hat sich verpflichtet, Armut und Hunger in der Welt zu bekämpfen. Obschon die Anzahl an Menschen auf der Welt, die in Armut leben und Hunger leiden, dramatisch zunimmt, schlägt der Bund aber keine Erhöhung der Mittel für die Internationale Zusammenarbeit (IZA) vor. Fastenaktion fordert Solidarität für die ärmsten Menschen auf der Welt.  

Ein Kommentar von Daniel Hostettler, Leiter Internationale Programme bei Fastenaktion 

Der vom Bund vorgelegte Strategieentwurf für die Periode 2025-2028, zu dem Fastenaktion eine Vernehmlassungsantwort eingereicht hat, sieht vor, auch die Unterstützung für die Ukraine und einen Grossteil der Klimafinanzierung aus dem IZA-Budget zu begleichen. Natürlich ist es begrüssenswert, dass sich Bund und Parlament dafür ausgesprochen haben, die Ukraine von 2025 bis 2028 mit einem namhaften Betrag von 1,5 Milliarden Franken zu unterstützen. Der Finanzbedarf in der Ukraine ist immens. Hilfe und Wiederaufbau in Osteuropa gehen so aber auf Kosten der Entwicklung in Afrika und Asien. Statt zusätzlicher Mittel werden die Gelder innerhalb des Budgets umverteilt – unter dem Strich zulasten der Armutsbekämpfung im globalen Süden. 

Humanitäre Tradition bewahren

Fastenaktion fordert deshalb, dass die für die Unterstützung der Ukraine und die Klimafinanzierung notwendigen Mittel auf der Basis eigener gesetzlicher Grundlagen zusätzlich zur IZA-Strategie gesprochen werden. Nehmen wir es mit der globalen Solidarität ernst und leisten wir einen Beitrag, der unserem reichen Land, das sich seiner humanitären Tradition rühmt, entspricht! 

Die Medienmitteilung von Alliance Sud finden Sie hier.

AllianceSud hat die Kampagne «Mehr Solidarität jetzt» lanciert. Alle Informationen sowie Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Die Solidaritätsgruppe arbeitet gemeinsam auf einer Farm in Kenia.
Wir fordern, dass die finanziellen Mittel für die internationale Zusammenarbeit in Afrika und Asien nicht gekürzt werden.

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Am 30. September findet die nationale Klimademo in Bern statt. Fastenaktion trägt die Aktion als Mitglied der Klima-Allianz  mit. Die Klimakrise bedroht die Menschen in den Programmländern von Fastenaktion jedes Jahr stärker. Diese globale Herausforderung braucht Lösungen auch auf politischer Ebene. Darum setzen wir uns in der Schweiz und im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen für eine ambitionierte und gerechte Klimapolitik ein. 

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Gemeinsam mit über 140 Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz und mit der Klimabewegung fordert Fastenaktion mehr Klimagerechtigkeit: Die grössten Verursacher:innen der Klimakrise müssen ihre Verantwortung wahrnehmen! 

Jahrzehntelanger Einsatz für Klimagerechtigkeit 

Seit der ersten Klimakampagne 1989 setzt sich Fastenaktion öffentlich für Klimagerechtigkeit ein. Von unseren Partnerorganisationen in den Programmländern wissen wir: Es sind die ärmsten Menschen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden. Immer stärkere Taifune auf den Philippinen, Dürren in Burkina Faso oder häufigere Starkniederschläge in Laos sind nur einige Beispiele und führen zu mehr Hunger. Ungerecht daran ist, dass die Betroffenen in diesen Ländern nicht zu den Verursacher:innen der Krise gehören. Doch sie müssen die Folgen tragen, weil ihnen die Mittel zur Anpassung fehlen. Verursacht wird die Klimaerwärmung durch reiche Menschen, die mit grossem ökologischem Fussabdruck leben. 

Weckruf des Weltklimarats 

Der beste Moment zu handeln wäre gestern gewesen – der zweitbeste Moment ist heute. Dieses Fazit kann man aus den Berichten des Weltklimarats ziehen. Wenn wir die schlimmsten Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung abwenden wollen, müssen die globalen Emissionen an Treibhausgasen bis 2030 auf 50 Prozent gegenüber 1990 sinken. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss global und in der Schweiz noch einiges passieren. 

Am 30. September gemeinsam für Klimagerechtigkeit

Wir wissen, dass politische Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz wichtig und notwendig sind. Die Schweiz muss ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 auf Netto-Null senken. Eine Lösung ist noch möglich, wenn wir jetzt handeln. Die Zeit drängt. Deshalb helft mit, am 30. September ein Zeichen zu setzen: Kommt alle nach Bern – für mehr Klimagerechtigkeit! Zeigen wir, dass uns Klimaschutz am Herzen liegt und dass wir Lösungen von der Politik erwarten. 

Setzen wir gemeinsam ein Zeichen an der Klimademo – für mehr Klimagerechtigkeit!
Weitere Informationen zur Klimademo finden Sie hier. 

Zehntausende Demonstrierende standen 2019 vor dem Bundeshaus für Klimagerechtigkeit ein.
Die letzte nationale Klimademo im Jahr 2019 mobilisierte zehntausende Menschen, die mehr Klimagerechtigkeit forderten.

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Klimagerechtigkeit

Menschenrechte in der Klimakrise

Je länger die Klimakrise andauert und je weiter sie sich verschärft, desto deutlicher werden die Schäden für die Menschheit. Es trifft am stärksten Menschen im globalen Süden, die schon jetzt Hunger erleiden und deren prekäre Situation sich weiter verschlechtert. Die Vereinten Nationen (UNO) warnen davor, dass Menschenrechtsverletzungen als Folge der Klimakrise weiter zunehmen. Fastenaktion setzt sich mit seiner Arbeit für mehr Klimagerechtigkeit ein.

Ein Kommentar von Daniel Hostettler, Leiter Internationale Programme bei Fastenaktion

Die Menschenrechte sind bedroht
Die Klimakrise bedeutet massive Menschenrechtsverletzungen für Millionen von Menschen. Das hat die UNO-Menschenrechtsrat vergangenen Sommer in einer Resolution deutlich gemacht. Die Auswirkungen davon sind laut UNO ein reduzierter Zugang zu Nahrung und Trinkwasser, zu Gesundheitsdiensten und sozialer Fürsorge, zu Bildung, geeigneten Unterkünften, Transport und Arbeit. Sie listet eine ganze Reihe von Menschenrechten auf, deren Durchsetzung durch die Klimakrise erschwert oder verunmöglicht wird. Das Recht auf Nahrung etwa; das Recht auf Gesundheit; oder das Recht auf Leben.

Unser Konsum entzieht Menschen die Grundrechte
Die Verknüpfung der Klimakrise mit den Menschenrechten ist ein wichtiger Schritt. Er bringt uns dazu, die Krise nicht als moralische Frage abzutun, die je nach weltanschaulichem Standpunkt beantwortet werden kann. Deutlich wird vielmehr, dass durch die Art der Produktion und Konsumation der reichen Staaten und Gesellschaftsschichten die Grundrechte ganz vieler Menschen verneint werden. Der UNO-Menschenrechtsrat ruft deshalb dazu auf, den Ausstoss an Treibhausgasen gemäss Pariser Abkommen schnell und kontinuierlich zu reduzieren und den ärmeren Ländern bei der Anpassung an den Klimawandel finanziell angemessen beizustehen.

Klimagerechtigkeit für alle
Die Massnahmen gegen die Klimakrise sollten dabei wiederum auf ihre Auswirkungen überprüft werden, um weitere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Es darf nicht sein, dass der Klimakrise auf Kosten der Ärmsten begegnet wird. Die Massnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, so die UNO, sollten mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung koordiniert werden, und zwar auf integrierte Weise. Dies ist auch der entwicklungspolitische Ansatz von Fastenaktion. Nur wenn die soziale und die ökologische Dimension der Krise zusammen gedacht werden, ergibt sich Klimagerechtigkeit für alle. Dabei muss die Schweiz ihre Verpflichtungen als Mitverursacherin des globalen Klimawandels wahrnehmen – auch zur Wahrung der Menschenrechte.

Die Klimakrise ist akut und die Schweiz ist mitschuldig. Fordern Sie jetzt Bundesrätin Sommaruga per Petition zum Handeln auf!

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Wir danken herzlich für jede Spende.

Die Schweiz lebt ab heute auf CO2-Kredit

Die Folgen der Klimakrise wie Dürren, Starkregen oder Hitzewellen kommen in allen Partnerländern von Fastenaktion vor. Bereits 1989 waren die Folgen der Klimakrise das Thema der damaligen Ökumenischen Kampagne. Was hat sich seither verändert? Viel zu wenig. Die Untätigkeit der letzten Jahrzehnte hat aber Konsequenzen: Wir leben ab heute in der Schweiz auf Kredit.

Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Warum leben wir ab heute auf CO2-Kredit? Ich möchte dies an einem erfundenen Beispiel erklären. Stellen Sie sich vor, 1990 hätten Sie auf einem Bankkonto 1.8 Millionen Franken gehabt und sich im Alter von 65 Jahren zur Ruhe gesetzt. Wie wir alle hätten Sie gerechnet: noch ungefähr 30 Jahre zu leben macht pro Jahr 60’000, pro Monat rund 5’000 Franken, die sie von Ihren 1.8 Mio ausgeben dürfen. Damit kann man in der Schweiz als Einzelperson leben, ohne Not zu leiden.

Über dem Budget gelebt
Die Herausforderung 1990 war aber, dass Sie mit Ihrem Lebensstil pro Monat 10’000 Franken verbraucht haben. Sie haben ihren Lebensstil nicht ihrem Budget von 5’000 Franken angepasst. Dies führt zur Situation, in der Sie nach 15 Jahren Ihres Ruhestandes kein Geld mehr gehabt hätten. Ab dann mussten andere für Ihre Ausgaben aufkommen – zum Beispiel Ihre Kinder. Genau dies passiert zur Zeit mit unserem CO2-Budget, wir haben unser Budget aufgebraucht und Leben ab sofort auf Kredit. Wir leben lieber das Leben weiter wie bisher und geniessen unseren Lebensstil auf grossem Fuss. Die Frage nach dem Guthaben bleibt unbeantwortet, sie wird nicht mal gestellt.  

Wir fordern Klimagerechtigkeit!
Fastenaktion und HEKS haben sich deshalb die Frage nach dem Guthaben gestellt. Das Ziel war zu ermitteln wie viel COdie Schweiz noch ausstossen darf, wenn sie sich klimagerecht verhalten will. Die ernüchternde Wahrheit: die Schweiz hat Mitte März 2022 die letzte klimagerechte Tonne COausgestossen. In der Finanzsprache: Ab heute leben wir auf CO2-Kredit. Das Konto ist leer und andere müssen für unser Verhalten bezahlen. Die Generationen nach uns und auch die Menschen im globalen Süden, die schon jetzt stark unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden. Das ist ungerecht. Die Schweiz steht in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Es braucht griffige Massnahmen, damit die Schweiz bis 2040 klimaneutral wird.

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Hinter der Fahne mit dem Logo der Gletscherinitiative stehen vier Mitarbeitenden der Fastenaktion, einer davon mit seiner Tochter.Auch Mitarbeitende der Fastenaktion freuen sich über den Erfolg ihrer Unterschriftensammlung.

112'296 Unterschriften konnte der Verein Klimaschutz Schweiz am 27. November der Bundeskanzlei übergeben. Die Initiative kam in nur 7 Monaten zusammen – ein starkes Zeichen dafür, dass die Bevölkerung mehr für den Klimaschutz tun will.

 Die Initiative fordert netto null Emissionen bis 2050. Sie will die Ziele des Pariser Klimaabkommens in der Verfassung verankern und die Schweiz auf Klimakurs bringen.

«In den letzten 12 Monaten hat sich politisch vieles bewegt. Die Schweiz ist aber noch lange nicht auf Kurs, ihren fairen Beitrag zum weltweit nötigen Klimaschutz zu leisten», sagt der Initiator Marcel Hänggi. Die Trockenheit des Sommers 2018 und die Hitzewellen von 2019 haben uns eine Ahnung davon gegeben, was uns erwartet. Noch viel stärker spürbar ist der Klimawandel in den Ländern, in denen Fastenaktion arbeitet. Dort hat er bereits Folgen für die Produktion der Grundnahrungsmittel.

Einreichung mit über 100 Gletscher-Liechtli

Freiwillige haben am vergangenen Wochenende über 100 Gletscher-Liechtli mit Solarlampen für die Einreichung hergestellt. Mit einer stimmungsvollen Aktion haben am Mittwochabend über 300 Teilnehmenden auf dem Bundesplatz die Gletscher-Initiative eingereicht und ein Zeichen für mehr Klimaschutz gesetzt.

Erfahren Sie hier, wie Fastenaktion sich weltweit für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einsetzt.

Wollen Sie selbst was tun für ein besseres Klima? Am Freitag, dem 29. November findet der Globale Klimastreik auch in der Schweiz statt. 

Weitere Informationen:

Stefan Salzmann, Fachverantwortlicher Energie & Klimagerechtigkeit Fastenaktion, Co-Präsident Klima-Allianz
+41 227 59 53