Agrarökologische Anbaumethoden stärken die Ernährungssicherheit.
Der heutige Welternährungstag liefert keinen Anlass zur Freude: Mit 828 Millionen Menschen sind über zehn Prozent der Weltbevölkerung von Hunger und Unterernährung betroffen. Fastenaktion engagiert sich in der Allianz Sufosec für eine Welt ohne Hunger. Der erste Ernährungsbericht von Sufosec zeigt auf, welche Lösungsansätze für die Überwindung von Hunger gefragt sind. Christa Suter, Fachverantwortliche für Agrarökologie, fasst im Interview die Ergebnisse zusammen.

Warum verschlechtert sich die globale Ernährungslage?
Der Ernährungsbericht benennt die hauptsächlichen Fehlentwicklungen, die seit 2015 zur starken Zunahme von Hunger bei weiteren 150 Millionen Menschen geführt haben: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft werden immer akuter. Die COVID-19-Pandemie und deren negativen Folgen, die Zunahme von bewaffneten Konflikten sowie Preisspekulationen beeinflussen die globale Ernährungssicherheit. Der Ernährungsbericht beschreibt, dass obwohl genügend Nahrungsmittel produziert werden, dennoch die Zahl der an Hunger leidenden Menschen zunimmt. Rund 60 Prozent der chronisch hungerleidenden Menschen sind Frauen.

Warum sind Frauen stärker von Hunger betroffen?
Obwohl in vielen Ländern überwiegend Frauen für Zubereitung von Nahrung zuständig sind und mehr Arbeitsleistung in der Landwirtschaft erbringen, halten Frauen weniger als 20 Prozent des Landbesitzes, in Nordafrika und Westasien gar weniger als 5 Prozent. Innerhalb des Haushalts ist es zudem oft so, dass zuerst die Männer und Kinder essen und dann erst die Frauen. Die Ungleichheiten haben sich durch die verschiedenen Krisen verstärkt, sodass mehr Frauen als Männer von Mangelernährung betroffen sind.

Was sind die weiteren Erkenntnisse des Ernährungsberichts?
Der Ernährungsbericht 2022 beinhaltet Ergebnisse einer Umfrage bei 14’000 Haushalten aus 16 Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien. Die Studie hat gezeigt, dass agrarökologisch wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern ihre Produktion diversifizieren und dass sie dadurch Hunger und Unterernährung verringern können. Auch in den Gebieten auf der Welt, in denen Hunger von erschreckender Normalität ist.

Was unternehmen Fastenaktion und die Allianz Sufosec konkret gegen den Hunger?
Mit unseren Projekten zielen wir auf eine selbstbestimmte Ernährungssicherung in lokalen Ernährungssystemen ab. Wir fördern agrarökologische Anbaumethoden wie Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau oder lokal angepasstes Saatgut. Besonders der Einsatz von organischem Dünger, effizienten Bewässerungen oder Bodenschutzmethoden verringern den Hunger. Aber auch die soziale Unterstützung und politische Massnahmen für das Recht auf Nahrung sind mitentscheidend in unserem gesamtheitlichen agrarökologischen Ansatz. Im Ernährungsbericht werden mit sechs konkreten Beispielen die integrierten Ansätze zur Bekämpfung des Hungers erläutert, darunter auch jene von Fastenaktion in Kenia.

Die Allianz Sufosec ist eine Partnerschaft zwischen den Schweizer Organisationen Aqua Alimenta, Fastenaktion, Swissaid, Skat Foundation, Vétérinaires sans Frontières Suisse und Vivamos Mejor. Die Allianz will die selbstbestimmte Ernährung von Menschen im globalen Süden sichern, indem sie lokale Ernährungssysteme fördert und stärkt. Erfahren Sie hier mehr über die Arbeit von Sufosec.

Unterstützen Sie Menschen in ihrem Recht auf Nahrung

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Auch dieses Jahr liegt nicht nur Feierliches in der Luft. Denn nach wie vor belastet uns die Pandemie, beschäftigt uns das Virus. Darum bitten wir Sie: Werden Sie heute ein Lichtblick, der helle Stern am Himmel für Menschen in Not.

Ein Zeichen der Verbundenheit und der Solidarität brauchen jetzt vor allem auch die Menschen im globalen Süden. Denn die Pandemie hat ihre Not verstärkt. Die Zahl der Menschen, die in Hunger und Armut leben, ist stark gestiegen. 

Damit auch diese Menschen hoffnungsvoll ins neue Jahr starten können, bitte ich Sie heute um Ihre Unterstützung. Denn: Gemeinsam können wir Hunger stillen und Hoffnung nähren.

Ihre Weihnachtsspende

Mit Ihrer Spende erfüllen Sie den Wunsch nach Hoffnung: Zum Beispiel…

Kinder aus einem Dorf, das von Fastenaktion im Projekt Tsinjo Aina unterstütz wird.

…mit 50 Franken für dringend benötigte Nahrungsmittel

Verhindern Sie Hunger: In Madagaskar herrschte in diesem Jahr eine grosse Dürre. Mit einer Spende ermöglichen Sie Solidaritätskassen. Helfen Sie Bauern und Bäuerinnen Dürrezeiten durchzuhalten.

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…mit 80 Franken für Saatgut und sichere Ernten

Verhindern Sie die Verschuldung: Ein Dach geht kaputt, ein Kind wird krank oder das Saatgut wird knapp. Fördern Sie Spargruppen – eine echte Hilfe zur Selbsthilfe. 

Madagaskar TARATRA

… mit 150 Franken für klimaangepasste Landwirtschaft

Verhindern Sie verdorrte Ernten. Mit landwirtschaftlicher Ausbildung und Wasserprojekte ermöglichen Sie Ernten auch in der Klimaerhitzung. Helfen Sie Familien den Gefahren des Klimwandels zu trotzen. 

Seien Sie ein Lichtblick für Menschen in Not

Seit März hat sich unsere Welt grundlegend verändert. Das Jahr, das jetzt zu Ende geht war schwer für viele. Mit dieser Botschaft von Bischof Felix Gmür wünschen wir Ihnen viele helle Sterne während der Weihnachtstage. 

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Auch für viele Familien in unseren Projektgebieten hat Corona die Armut und den Hunger verschärft. Nicht alle haben genug Geld und Reserven um die Krise zu meistern. Einmal mehr trifft die Krise die Ärmsten am stärksten.

Darum bitten wir Sie: Werden Sie heute ein Lichtblick, der helle Stern am Himmel für Menschen in Not.

Nur dank Spenden von Menschen ist Fastenaktion überhaupt in der Lage, den Betroffenen auf der anderen Seite unseres Planeten zu helfen.

Ihr Beitrag kommt Menschen zugute, die von anhaltender Not, Dürren und Wetterextremen betroffen sind. 

Zwei Mitarbeitende der Organisation Tzuul Taq'a verteilten gleichzeitig Informationen zu Covid und dringend benötigte Nahrungsmittel.Zwei Mitarbeitende der Organisation Tzuul Taq'a verteilten gleichzeitig Informationen zu Covid und dringend benötigte Nahrungsmittel.

In allen Programmländern der Fastenaktion gab es ab März 2020 Ausgangssperren. Das stürzte die arme Bevölkerung unmittelbar in grosse Not. Flexibilität und Kreativität waren gefragt. Doch je länger die Corona-Krise in manchen Ländern andauert, desto mehr Menschen sind auf externe Hilfe angewiesen. Hunger wird erneut zu einer grossen Herausforderung.

Die Krise war – und ist – dort am grössten, wo die Regierungen versagen. In Brasilien und Indien gibt es vergleichsweise viele Ansteckungen und Todesfälle. Hingegen blieb die befürchtete Katastrophe Afrika bisher aus. Das hat unter anderem mit der jungen Bevölkerung zu tun – aber auch mit Regierungen, welche  aufgrund von vergangenen Epidemien rasch und gut reagiert haben. Am meisten unter den Lockdowns gelitten hat die arme Bevölkerung in den Städten: Damit die Familien etwas zu essen haben, müssen sie täglich ihrer informellen Arbeit als Tagelöhner oder Strassenverkäuferinnen nachgehen. Wenn dies nicht möglich ist, führt es rasch zu Hunger. Dazu kommt, dass die Wohnverhältnisse oft sehr eng sind und sich die Leute nicht vor Ansteckungen schützen können.

Widerstandsfähig: Landwirtschaftliche Projekte 

In der Mehrheit der Fastenaktion-Projekte können die Solidaritätsgruppen oder die landwirtschaftlichen Initiativen erfolgreich weiterarbeiten – selbst wenn deren Begleitung durch die Partnerorganisationen erschwert ist. Beinahe unmöglich geworden sind jedoch Protestaktionen der Partnerorganisationen, die sich für bessere Lebensumstände einsetzen. In den Philippinen oder in Guatemala zum Beispiel nutzten die Regierungen den Lockdown, um Gesetze zu verabschieden, welche die arme Bevölkerung weiter benachteiligen.

Gefragt: Flexibilität und Kreativität

Fastenaktion diskutiert mit seinen Projektpartnern und gewährt ihnen die notwendige Flexibilität: Budgets werden ebenso angepasst wie Arbeitsweisen: So tragen Projekte in mehreren Ländern dazu bei, die Bevölkerung über die Ansteckungsgefahr zu informieren. Sie drucken Flugblätter, kommunizieren über WhatsApp wo es möglich ist und produzieren kurze Info-Videos für die Mobiltelefone.

Grösstes Problem: Hunger

In den 690 Millionen Menschen litten Anfang Jahr unter Nahrungsknappheit. Die FAO befürchtet, dass durch Corona bis zu 130 Millionen Menschen zusätzlich in eine akute Hungersnot geraten könnten. Bereits im Mai mussten erste Projekte von Fastenaktion in Guatemala Nothilfe mit Nahrungsmitteln leisten. In mehreren Ländern unterstützten Projekte mit ihrem lokalen Wissen und ihrem Personal Verteilaktionen anderer Organisationen.

Kurz: Fastenaktion unterstützt im Moment seine Projekte dabei, die Krise zu überstehen, von der wir alle nicht wissen, wie lange sie noch dauern wird. Wir garantieren, dass die Spenden bei unseren Partnerorganisationen ankommen und dass damit die ärmste Bevölkerung unterstützt wird. Bei Nahrungsmittelknappheit werden wir weiterhin flexibel mit Nothilfe reagieren. Denn für Fastenaktion ist klar: Wir lassen unsere langjährigen Partner in dieser schwierigen Zeit nicht im Stich.

Hier klicken, um die Berichte aus allen Projektländern zu sehen.

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Herzlichen Dank für Ihre Spende!
Kleinbäuerinnen stellen ihre biologisch angebauten Produkte auf der Agrarökologie-Konferenz in Nyahururu aus., November 2019. © Fastenaktion/Eyeris CommunicationsKleinbäuerinnen stellen ihre biologisch angebauten Produkte auf der Agrarökologie-Konferenz in Nyahururu aus., November 2019. © Fastenaktion/Eyeris Communications

«Covid-19 hat keine grossen Auswirkungen auf unsere Bauern und Bäuerinnen gehabt, weil sie in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Sie haben einen Waldgarten (Food Forest) und einen bio-dynamischen Gemüsegarten, in dem sie nahrhaftes Gemüse und Obst ernten und auch mit andern teilen können», sagte die Koordinatorin der Fastenaktion in Kenya, Stellamaris Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.

von Mercy Maina

Kisumu, 02. Juli 2020 / 21:00 Uhr (ACI Africa)*

Die katholische Organisation Fastenaktion unterstützt Landwirtinnen und Landwirte in acht kenyanischen Distrikten dabei, Ernährungssicherheit durch Agrarökologie zu erreichen, einer alternativen Form der Landwirtschaft, die sowohl ökologische, wie soziokulturelle, wirtschaftliche und politische Dimensionen berücksichtigt.

 «Die Arbeit in den Gärten hilft die Richtlinien der physischen Distanz einzuhalten, da die Bäuerinnen und Bauern Zugang zu nahrhaftem Gemüse haben, ohne auf den Markt gehen zu müssen – ein Beweis dafür, dass «mit der Agrarökologie die Gemeinschaften selbst in Zeiten wie diesen stark und belastbar sind», sagt Mulaeh, Koordinatorin der Fastenaktion in Kenya.

Agrarökologie trägt zur Bewältigung der Krise bei

 «Als Covid-19 im März in Kenya zuschlug, zu einer Zeit, in der Fastenaktion und seine Partnerorganisationen die Bäuerinnen und Bauern normalerweise darauf vorbereiten, die Regenfälle von März bis Mai zu nutzen, verfügten die Teilnehmenden des agrarökologischen Programms über rund 15’000 Baumsetzlinge und 50’000 Fruchtsetzlinge in jeder der 21 Baumschulen», erinnert sich die Agrarökologie-Expertin.

«Wir mussten schnell handeln, weil die Setzlinge nicht warten konnten; sie sollten verteilt werden», sagt sie und fügt hinzu: «Wir mussten uns mit den Dorfältesten und den Führungspersonen zusammensetzen und mit ihnen eine Strategie ausarbeiten, wie wir diese Setzlinge noch verteilen konnten»

Mit Unterstützung der lokalen Verwaltung fanden die Mitarbeitenden der Organisation Wege, um in den Baumschulen sicher zu arbeiten. Sie richteten Handwaschanlagen ein und erstellten einen Plan, der es den Verantwortlichen der 241 Agrarökologie-Gruppen ermöglichte, die Anzahl der Setzlinge zu erfassen, welche die Landwirt/innen benötigten, erzählt Mulaeh.

In Bezug auf die physische Distanz fügt sie hinzu: «Wir entwickelten eine Methode, bei der die Projektteams die Setzlinge an einen bestimmten Ort ablegten, wo sie danach von den Leuten abgeholt werden konnten, jeweils von drei Bäuerinnen und Bauern auf einmal.

Wir arbeiten auch in Schulen, wo wir den Schüler/innen beibringen, wie man Waldgärten und biologisch-dynamische Gemüsegärten anlegt», sagt Mulaeh und fügt hinzu: «Dieses Jahr planten wir, mit 18 Schulen zu arbeiten, aber wir mussten die Initiative wegen Covid-19 stoppen.»

Friedensprogramme und Solidaritätsgruppen leiden unter Versammlungsverbot

Die in Nairobi wohnhafte Koordinatorin erzählt aber auch, dass die Covid-19-Krise die Friedensförderungsprogramme der Fastenaktion, in denen Mitglieder von Gemeinschaften zum «Dialog über die Nutzung ihrer Ressourcen» zusammenkommen, «enorm beeinträchtigt» habe.

«An diesen Programmen nehmen etwa 200 Personen teil, die sich mindestens einmal alle drei Monate treffen, um konfliktive Themen wie Wasser und Weideland zu diskutieren», sagte Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.

Die Pandemie hat sich auch auf die Aktivitäten der 69 Spargruppen negativ ausgewirkt, die Fastenaktion in Kenya unterstützt, da deren Arbeitsweise es erfordert, dass sich die 15 Mitglieder jeder Gruppe jeweils physisch treffen, um ihre Beiträge in die gemeinsame Kasse einzuzahlen und Kredite zu vergeben.

«Um die Spargruppen funktionsfähig zu halten, musste die Koordination der Fastenaktion in Kenya Anpassungen vornehmen und den Gebrauch von Mobiltelefonen einführen, um den Verantwortlichen der Gruppen die Vergabe von Krediten zu ermöglichen», erklärt Mulaeh und ergänzt, dass die Ausbildung zur Methode der Spargruppen nach wie vor unterbrochen sei.

Zusammenarbeit innerhalb der katholischen Kirche und darüber hinaus

Die Koordinatorin gibt auch bekannt, dass Fastenaktion plant, die Katholische Bischofskonferenz von Kenya (KCCB) mit 20 000,00 US-Dollar zu unterstützen. Dies als Antwort auf den aktuellen Appell der Bischöfe, die Millionen von Menschen erreichen wollten, die von der Covid-19-Krise und den Überschwemmungen betroffen sind.

Mulaeh vertrat Fastenaktion übrigens auch bei der allerersten Agrarökologie-Konferenz 2019 in Kenya, die beschloss, sich von der Soziallehre der katholischen Kirche inspirieren zu lassen und verschiedene Akteur/innen – insbesondere junge Menschen – zu gewinnen, mit dieser Methode die Ernährungssicherheit und den Umweltschutz in dem ostafrikanischen Land zu verbessern.

Die Organisation Fastenaktion hat ihren Sitz in Luzern, in der Schweiz, und arbeitet unter dem Motto «Wir teilen». Sie stärkt Initiativen, «in denen Menschen und Gemeinschaften unterschiedlicher konfessioneller und religiöser Ausrichtung sich einsetzen für die Beseitigung der Armut, für globale Gerechtigkeit sowie die Schaffung sicherer Lebensgrundlagen». Das katholische Hilfswerk arbeitet in Partnerschaft mit lokalen Organisationen in 14 Ländern sowie in der Schweiz.

*ACI Africa ist eine neue afrikanische Medienagentur im Dienste der Kirchen in Afrika, basiert in Nairobi.
Übersetzt und bearbeitet von Blanca Steinmann

Artikel Original auf Englisch

Fastenaktion plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. 

Um diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende. 

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Essbare Wälder und Küchengärten

Das Bistum Nyahururu liegt nordwestlich von Nairobi am Fuss der Aberdarekette. Die junge Diözese umfasst ein Gebiet von einem Viertel der Fläche der Schweiz. Besonders die Gebiete in den weiten Ebenen sind teilweise sehr trocken und werden von verschiedensten Volksgruppen besiedelt. Die Menschen leben fast ausschliesslich von Ackerbau oder Viehzucht. Regelmässige Ernteausfällen wegen dem Klimawandel, immer kleinere Anbauflächen, Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut und Kunstdünger sowie Ausbeutung durch Geldverleiher führen dazu, dass sich Kleinbauern und Kleinbäuerinnen immer stärker verschulden und sich oft nicht einmal selber ernähren können.

Mehr zum erfolgreichen Einsatz der Agrarökologie im Programm Fastenaktion in Kenia sehen Sie hier (Deutsch)

Wie sieht diese Arbeit nun in Zeiten von Corona aus? Machen Sie sich hier ein Bild:

Stefan SalzmannStefan Salzmann

Es fällt schwer, nach den letzten Wochen über die Notwendigkeit zu schreiben, den Konsum zu reduzieren. Und dennoch müssen wir das tun, wenn wir die nächsten Krisen verhindern wollen: Die in vielen Ländern des Südens bereits akute Klimakrise, die Übernutzung natürlicher Ressourcen, der Verlust der Biodiversität.

Wir alle waren betroffen von den Corona-Herausforderungen und wir alle kennen andere, die es härter traf: Krankheit, Unsicherheit, Arbeitslosigkeit, Verschuldung. Meine Gedanken drehten sich für eine Weile weniger um die in Armut lebenden Menschen in fernen Ländern sondern um Familienmitglieder und Nachbarn – mir liebe Menschen die wir über Wochen nur am Telefon oder über den Gartenzaun hinweg sehen durften. Wir mussten uns zu Hause gegenseitig aushalten: Wir haben Homeschooling und Kinderbetreuung plötzlich ohne Unterstützung von KiTa und Fussballverein gemacht. Wir ertrugen die soziale Kontrolle der Nachbarn, die mitzählten, mit wie vielen Leuten ich mich auf der Strasse unterhielt oder wie nahe ich dem Handwerker kam, wenn ich ihm einen Kaffee offerierte. Aber es ging uns auch gut dabei.

Unser Land erholt sich langsam und ich bin froh um bisher gesunde Staatsfinanzen und um kreative Köpfe dank einem gutem Bildungssystem. Wir haben uns solidarisch gezeigt und auf diesem guten Gefühl schauen wir auf die bevorstehenden Herausforderungen zur Bewältigung der Krise.

Wir schaffen das!

Diese Bewältigung aber – dies mein Appell – sollte nicht darin bestehen, wieder zum gleichen Leben zurückzukehren. Und wenn ich «wir» schreibe, dann meine ich uns alle – mich, meine Familie, meine Nachbarn, Sie und die Anderen. Wir alle können an Samstagen im Wald spazieren statt shoppen gehen. Wir können zum Teil im Homeoffice arbeiten, anstatt jeden Tag zu pendeln. Wir halten internationale Sitzungen online ab statt ins Flugzeug zu steigen. Wir machen Velotouren statt Ausflüge ins Trampolin-Zentrum und ins Möbelgeschäft. Junge Menschen haben Solidarität gezeigt gegenüber Alten und Schwächeren, sich als verantwortungsvolle Bürger/innen bewiesen und Corona eingedämmt bevor es zu einer Überforderung unseres Gesundheitssystems kam. In der Klimakrise zählen die Jungen nun auf die Solidarität der Älteren – unser Lebensstil muss jetzt ändern nicht erst wenn die heute Jungen die Älteren sind.

Shopping, Geschäftsflüge und Spritzfahrten werden nicht verboten sein nach Corona, aber sie zu reduzieren, ist nicht nur der Weg aus der Corona-Krise – es trägt auch bei zur Lösung der Klimakrise bei. In vielen Programmländern der Fastenaktion zeigt der Klimawandel bereits verheerende Folgen für die Menschen, verstärkt Hunger, Armut und Migration. Von den neu zu entwickelnden Strategien wird abhängig sein, wie wir die Klimakrise bewältigen können.

Corona hat uns gezeigt, dass vieles möglich ist, was wir uns nicht vorstellen konnten.

Stefan Salzmann, Fachverantwortlicher Energie und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

 

 

Hinweis, Klimagespraeche

6 Tipps, um den Klimawandel zu stoppen

Zur Bewältigung von Krisen braucht sowohl Individuen wie sinnvolle politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Den Individuen kommt eine wichtige Rolle zu: Wir können unser Verhalten und unsere Handlungen steuern. 

1.Über eine kohlenstoffarme Zukunft nachdenken

Grundlage für ist Bewusstsein und Wissen über den eigenen Ressourcenverbrauch, seinen eigenen ökologischen Fussabdruck. Um mehr über diesen zu erfahren, kann sich dafür anmelden bei «Le climat entre nos mains». Es ist wichtig zu wissen, wo das eigene Verhalten am meisten Potential hat, den Ressourcenverbrauch zu verringern. Je schneller wir die wichtigen Schritte angehen, desto mehr hilft es der Umwelt, dem Klima und dadurch auch den Armen der Welt.
Oder melden Sie sich dazu für die Klimagespräche der Fastenaktion und HEKS an.

2. Energie zu Hause

Für den schweizerischen Durchschnitt gilt: Rund ein Drittel der Energie, die wir als Individuen verbrauchen, fällt beim Wohnen an, dafür brauchen wir Strom und fossile Energieträger. Daran etwas zu ändern ist schwierig und braucht eine langfristige Strategie und einen langen Atem. Dennoch kann man viel tun.

Mieter/innen

  • Ökostrom beziehen – jeder Anbieter bietet eine Auswahl. Erkundigen Sie sich und bezahlen Sie den Aufpreis.
  • Weniger heizen – ein Grad weniger reduziert den Fussabdruck um bis zu 6 Prozent: Heizung ausschalten, wenn man in die Ferien fährt; Fenster nur zum Lüften öffnen.
  • Führen Sie ein Gespräch mit ihrem Vermieter – und zeigen Sie sich als bewusste Konsumentin von Energie. Fragen Sie nach Heizsystem und Rohstoff für die Heizung, wann die Heizung eingesetzt wurde und wann Sie ersetzt werden muss. Wann wurde etwas getan für die Wärmedämmung in den Hauswänden? Gerade wenn die Antworten abweisend oder ausweichend sind, ist die Botschaft angekommen.

Hausbesitzer/innen

  • Suchen Sie nach einer Energieberatung in ihrer Umgebung. Fachexpert/innen werden ihr Haus anschauen, Kostenschätzungen machen und mögliche nächste Schritte mit Ihnen planen. Solche Beratungen machen Sinn, weil die Reihenfolge und Umfang von Massnahmen aufeinander abgestimmt sein sollten.

3. Reisen und Mobilität

Wir pendeln, machen Ferien, nehmen an Meetings von internationalen Netzwerken teil. Doch das heutige Ausmass an Mobilität ist nicht zukunftsfähig. Selbst wenn alle Fahrzeuge elektrisch betrieben würden, brauchen die Batterien grosse Mengen an seltenen Erden und Energie aus Kraftwerken.

  • Keine Flugreisen in Europa – den Zug nehmen auch wenn es teurer ist. Die Zugreise gehört mit zum Erlebnis – ein Buch lesen, sehen, wie sich draussen die Landschaft sich langsam verändert, erleben, wohin man sich bewegt.
  • Einen Tag Homeoffice machen, statt pendeln.
  • Im Zug zu Arbeit und unterwegs die Sozialen Medien bearbeiten – Zeit gewinnen und den vollen Zug aushalten, dafür Zeit gewinnen statt alleine im Auto die Ruhe zu geniessen.

4. Nahrung und Wasser

Zu diesem Thema hat Fastenaktion bereits viele Kampagnen organisiert. Hier ein paar konkrete Ratschläge, die Energie und Ressourcen sparen:

  • Kein Mineralwasser in Flaschen einkaufen.
  • Beim Einkauf: bio – lokal – saisonal.
  • Weniger Fleisch essen.
  • Weniger Produkte aus Übersee kaufen.
  • Weniger Fertigprodukte kaufen

5. Konsum und Abfall

  • Abfall trennen, auch Nespresso-Kapseln richtig entsorgen
  • Ein Gemüseabonnement oder der Einkauf im Hofladen hilft nicht nur, den Abfall zu reduzieren.
  • Besuchen Sie mal den nächsten Unverpackt-Laden – Sie finden ihn mit Google.
  • «Verpackungs-Fasten» geht, ist aber nicht einfach!

6. Weniger ist mehr – diskutieren mit Freunden und Familie

Die Gespräche darüber, wie man weniger Ressourcen verbrauchen kann, sind wichtig. Und sehr schwierig zugleich. Es gibt kein Rezept dafür. Ausser vielleicht dieses: positiv bleiben – von gewonnenen Momenten erzählen statt mahnend andere zum Verzicht erziehen wollen. Selbstbewusst bleiben, nicht moralisch werden. Die eigene Freude teilen statt neidisch wirken. Zuhören. Wir überzeugen nicht mit guten Argumenten sondern mit guten Geschichten.

Quelle: Klimagespräche, ein Projekt der Fastenaktion und Brot für Alle

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Porträt Aimé SawadoAimé Sawado ist Koordinatorr der Bäuerinnenorganisation Akofed

Burkina Faso, das «Land der aufrechten Menschen», wie es übersetzt heisst, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Weit mehr als die Hälfte muss mit weniger als einem Dollar täglich auskommen. Auf die Coronakrise reagieren die Politiker/innen mit Schliessung und Ausgangsverbot. Das treibt die Menschen noch weiter in die Armut.

Betroffen waren zuerst Minister/innen, Botschafter/innen, ein eben erst aus Frankreich zurückgekehrter Pastor und seine Frau, sowie der Erzbischof von Ouagadougou. Sie waren die ersten Covid-19 Patient/innen in Burkina Faso. Doch seit dem Auftreten der ersten Fälle Anfang März, hält hat das ganze Land den Atem an.

Die von der Regierung ergriffenen Massnahmen, um die Ansteckung zu verlangsamen oder zu stoppen, trifft die arme Bevölkerung besonders hart. Es gilt Quarantäne in den Städten, es herrscht landesweit ein Mangel an Schutzmasken, Seife und Desinfektionsmittel. Märkte, Gotteshäuser, Schulen und Bahnhöfe sind geschlossen.

Die Präventionsmassnahmen so gut es geht umsetzen

Akofed (Association Koglzanga féminin pour le développement), die Partnerorganisation der Fastenaktion, ist in der ländlichen Gemeinde Tikaré, 140 km von der Hauptstadt entfernt aktiv.

Aimé Swado der Koordinator erzählt: «Die von 19.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens festgelegte Ausgangssperre wird eingehalten, auch wenn viele Menschen in der Region dies als ungerechtfertigt empfinden, da die Städte, allen voran Ouagadougou, die meisten Ansteckungen verzeichnen. An der Organisation gesellschaftlicher Ereignisse hat sich wenig oder gar nichts geändert, da nach wie vor Zusammenkünfte bei Beerdigungen und glückliche Ereignisse wie Hochzeiten stattfinden.»

Zwar praktizieren einige Familien das Händewaschen, doch Distanz zu halten fällt allen schwer, denn das passt einfach nicht in den soziokulturellen Kontext. Händeschütteln, in Gruppen diskutieren, miteinander Zeit zu verbringen gehört zur Kultur der Burkinabe.

Schwerer Rückschlag für die Projekte

Doch die Bevölkerung von Tikaré lebt in ständiger Angst, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Die über die internationalen Medien verbreiteten Informationen, die tägliche Zahl der Todesfälle in den am stärksten betroffenen Ländern, die tägliche Aktualisierung der Situation in Ouagadougou, die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesungen, verschlimmern diese noch. Auch die mangelnde Gesundheitsversorgung – im ganzen Land gibt es fünf Beatmungsgeräte und das für über zehn Millionen Menschen – schüren zusätzliche Ängste. Die Behörden sind sich dieser Situation zwar bewusst; doch was sollen sie tun, falls die Katastrophe eintrifft? 

Aimé Sawado, der Koordinator von Akofed ist mehr als besorgt. «Durch das Versammlungsverbot und die sozialen Distanzierungsmassnahmen dürfen wir uns nicht mehr mit den Begünstigten treffen, verschiedene unserer Aktivitäten sind zum Erliegen gekommen. Das trifft die Menschen, die in der Solidaritätskalebasse organisiert sind besonders hart. Denn normalerweise treffen sie sich wöchentlich, um sich auszutauschen und auch um untereinander Geld zu sammeln, um für harte Zeiten gewappnet zu sein. Doch das ist jetzt verboten. Glücklicherweise dürfen die Felder noch bearbeitet werden. Aber wenn die Schliessung der Märkte und andere Massnahmen über die Trockenzeit hinaus andauern, werden wir in eine schwere Hungerkatastrophe schlittern.»

Colette Kalt, Fastenaktion

Covid-19 und seine Auswirkungen  in Burkina Faso – Stand 1. Mai 2020

645 Personen erkrankt an Covid-19, 43 Tote, 506 geheilte. Die tatsächliche Zahl ist nicht bekannt, da es an Testkits mangelt und eine medizinische Versorgung praktisch inexistent ist. 600’000 Menschen sind intern auf der Flucht vor Terrorgruppen im Norden und Osten des Landes. 

Fastenop

Fastenaktion plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. 

Um diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende. 

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Portrait Bernd Nilles© Jacques Berset, cath.ch

Mit der Globalisierung haben wir alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche weltweit miteinander vernetzt. Das bringt zwar Vorteile wie kostengünstige Produktion, Zugang zu Produkten aus aller Welt, Zugang zu fremden Kulturen, Kommunikation ohne Grenzen. Doch die Nachteile kennen wir seit Jahren: Ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, eine Liberalisierung des Welthandels, die keine Rücksicht auf Menschen und Umwelt nimmt, Rohstoffausbeutung, bei denen Menschenrechte missachtet werden und die Erwärmung des Klimas.

Die Globalisierung macht sich auch das Corona-Virus zunutze. Durch die global vernetzte Welt verbreitet es sich mit hohem Tempo in jeden Winkel der Erde. Es waren Reisende und Touristen, die es zu Beginn von Ort zu Ort trugen. Was werden wir daraus lernen? Wie werden wir diese Erfahrung nutzen? Sind wir bereit für einen Wandel?

Jetzt gerade steht die Welt erst einmal still. Eine ungewohnte Ruhe kehrt in fast alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche ein. Zugleich macht sich innere Unruhe und die Angst um seine Liebsten breit. Man sorgt sich um seine Gesundheit, die Ernährungssicherheit und die Arbeitsplätze. Paradoxe Realitäten zeigen sich: Die CO₂-Konzentration und der Feinstaubausstoss nehmen weltweit stark ab, was Leben rettet, während das Corona-Virus es anderen nimmt.

Existenzgrundlagen brechen zusammen

Auch in der Entwicklungszusammenarbeit stehen wir vor neuen Herausforderungen. In allen 14 Ländern, in denen Fastenaktion-Partner tätig sind, breitet sich das Corona-Virus aus. Im Amazonasgebiet bringen die Arbeiter der Bergbaukonzerne das Virus zu den schutzlosen indigenen Gemeinschaften. Überall werden Ausgangssperren verhängt und Gesundheitssysteme kollabieren. Die Mittel- und Oberschichten machen Hamsterkäufe. Die Armen aber haben keine Ersparnisse, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Der informelle Sektor, in dem die meisten von ihnen arbeiten, im Kleinstgewerbe oder auf Märkten, bricht zusammen und damit auch ihre Existenzgrundlage. Einige Regimes nutzen zudem den Ausnahmezustand, um repressive Massnahmen zu ergreifen und Freiheit und Menschenrechte einzuschränken. Fake News werden verbreitet und führen zu Unruhe, Chaos und Gewalt.

Dem wollen wir entgegenwirken und weiterhin helfen. Viele denken möglicherweise momentan nicht ans Spenden, da sie damit beschäftigt sind, sich um ihre Familie zu kümmern. Doch es ist zu befürchten, dass uns in den nächsten Wochen, wenn wir in der Schweiz die erste Corona-Welle gemeistert haben, schreckliche Nachrichten aus aller Welt erreichen werden. Dann, wenn die Corona-Welle im globalen Süden angekommen ist, bei den Ärmsten. Dieselben Massnahmen, die auch bei uns notwendig sind, werden verordnet, aber in vielen Dörfern gibt es kein Wasser. Es gibt kaum Krankenhäuser; es fehlt eine gute und gesunde Ernährung und die Versorgung wird zusammenbrechen.

Den Menschen überall auf der Welt Sorge tragen

Fastenaktion wird in dieser Situation seine fast 60-jährige Erfahrung in der Arbeit mit armen marginalisierten Bevölkerungsgruppen nutzen. Wir werden alles tun, um die lokale Versorgung mit Nahrung bei rund zwei Millionen Menschen sicherzustellen. Wir werden sensibilisieren und informieren, damit die Menschen sich schützen können, nicht auf Fake News hereinfallen und keine Unruhen entstehen. Und wir werden alles daran setzen zu intervenieren, wenn versucht wird, die Corona-Krise dazu zu nutzen, um Menschenrechte zu verletzen.

Einander zu helfen stärkt und eint eine Gemeinschaft – auch die Weltgemeinschaft. Während wir jetzt um die Gesundheit unserer Liebsten fürchten und die schwierige Situation in Zeiten des Corona-Virus für uns alle bedrückend ist, unterstützt Fastenaktion nach wie vor die Ärmsten in 14 Ländern der Welt. Das Fastenaktion-Team arbeitet derzeit an vielen Orten in der Schweiz im Homeoffice. Wir sind jedoch digital untereinander und mit hunderten Partnerorganisationen weltweit vernetzt, um unseren Auftrag weiterhin mit der gewohnten Sorgfalt zu erfüllen. Unsere Sorge gilt den Menschen im globalen Süden genauso wie den Menschen hier. Deshalb sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen: Helfen Sie mit – denn Solidarität kennt keine Grenzen und verbindet Menschen auf der ganzen Welt.

Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion

Hier können Sie direkt für die Menschen in unseren Projekten spenden. Danke!

Dürfen die Menschen nicht in die Kirche, kommen die Palmen halt zu den Menschen. Seit seiner Jugend bindet Othmar Küttel für die Pfarrei Horw Palmbüschel für den Palmsonntag. Gerade dieses Jahr sollten die Bauernfamilien in Horw – einer grossen Gemeinde bei Luzern – nicht ohne ihre Palmen sein. 

 

Ôthmar Küttel mit seiner Frau, Horw bei Luzern
Die gesegneten Palmen sind für Menschen und Tiere ein Zeichen des Schutzes vor Krankheiten und Seuchen. Dieses Jahr fand der Palmsonntags-Gottesdienst wegen der Corona-Krise nicht statt. Doch gerade in dieser schwierigen Zeit sollten die Bauernfamilien der umliegenden Höfe nicht auf Gottes Segen verzichten müssen. Deshalb verteilten Othmar Küttel und seine Frau die Palmen – traditionell gebunden mit Zweigen von Stechpalme, Buchs und verschiedenen Koniferen  – heuer nicht in der Kirche, sondern gingen direkt bei den Bauernfamilien vorbei.
Palmen segnen Palmsonntag 2020
Pfarrer Benedikt Wey vom Pastoralraum Horw segnete die Palmen am Samstag auf dem Hof der Familie Küttel.

 

Am Palmsonntag wird im Gottesdienst traditionell die Kollekte für Fastenaktion aufgenommen.

Herzlichen Dank, wenn Sie in diesem Jahr Online spenden.

Quinta Titus rechts, lange bevor die verordneten Einschränkungen Namaqualand an den Rand des Kollapses brachten. ©Fastenaktion/Claudia Fuhrer

Die Fastenaktion-Partnerorganisation Namko, ist eine der wenigen NGOs, die noch im Gebiet von Namaqualand tätig ist und die Folgen der verordneten Einschränkungen wegen des Coronavirus, hautnah zu spüren bekommt.

Wie Quinta Titus, die Geschäftsleiterin von Namko berichtet, waren die Menschen der isolierten und armen Gemeinde im äussersten Westen der Nordkap-Provinz überzeugt, dass es sich beim Coronavirus um das Virus des reichen Mannes handelt. Ein aus China in den Rest der Welt verschlepptes Virus. Und da nur reiche Leute in der Lage sind, nach Übersee zu reisen, hätten sie in ihrer Abgeschiedenheit nichts zu befürchten.

Umso mehr erstaunte sie, als der Staatspräsident Abriegelungsmassnahmen verkündete. Nach wie vor waren die Menschen in der abgelegenen Region überzeugt, dass diese Anordnungen sie nicht betreffen würden. Als jedoch die südafrikanische Polizei und das Militär begannen, in den Gemeinden zu patrouillieren, erinnerte dies viel ältere Menschen aufs Schmerzlichste an das alte Apartheidregime. Etliche der jüngeren Generationen waren schockiert über die Einschränkungen, das Ausgehverbot und die Schliessung der kleinen Nahrungsmittel-Shops. Ihr Widerstand führte zu einer Zunahme brutaler Polizeieinsätze.

Die Schulen sind geschlossen, deswegen hungern die Kinder

Seit dem 23. März – dem südafrikanischen Lockdown – sind vertraute Aktivitäten wie der Besuch beim Nachbarn, Fussballspielen, in der Gruppe zusammensitzen um sich auszutauschen, und auch mal die Sorgen und Kümmernisse abladen zu können, nicht mehr erlaubt. Quinta Titus sagt: «Wir sind daran gewöhnt, in Zeiten der Not einander Grundnahrungsmittel zu borgen. Doch dafür müssen wir in der Lage sein, uns frei bewegen zu können. So wie die Situation jetzt aber ist, verschärft das den Überlebenskampf unseres Volkes.»

Die einzige Einkommensquelle für die meisten Menschen in der Region sind die staatlichen Sozialbeihilfen und Gelegenheitsjobs wie Putzen, die aber durch die Abriegelungsmass-nahmen nicht mehr gemacht werden können. Die Gemeindemitglieder haben hart zu kämpfen, da viele von ihnen ohne etwas zu essen zu Bett gehen müssen. Auch die Kinder trifft es hart. Bekommen sie doch in der Schule eine gratis Mahlzeit täglich, die wegen der Schliessung nun aber wegfällt. Oft gehen sie jetzt ohne eine anständige Mahlzeit zu Bett, und den Menschen in Namaqualand bricht es das Herz, wenn sie die Kinder vor Hunger weinen hören.

Telefonberatung gegen häusliche Gewalt

Durch diese nur schwer zu ertragende Situation steigt die Frustration, gerade auch bei den Männern. Das wiederum führt zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt, und da die Frauen und Kinder keine Möglichkeit haben anderswo hinzugehen, sind sie gezwungen, in dieser schwierigen, oft auch lebensgefährlichen Situation auszuharren. Die Namko-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter versuchen über Facebook und telefonischen Kontakt, den betroffenen Frauen zu helfen. Doch selbst für sie ist es eine grosse emotionale Belastung, da sie nicht in der Lage sind direkte Hilfe anzubieten.

Quinta Titus spricht Klartext: «In der gegenwärtigen Situation hat unser Volk keine Hoffnung, und die staatlichen Hilfsprogramme erreichen nur wenige Menschen, und Elemente der Korruption sind im Nahrungsmittelpaketprogramm offensichtlich. Wenn es jemals eine Zeit gab, in der unser Volk Unterstützung brauchte, nur um zu überleben, dann ist es jetzt.»

Colette Kalt, Fastenaktion

Covid-19 und seine Auswirkungen – Stand 19. April 2020

Die ersten drei Fälle traten zwischen dem 6.-12. März auf. Bisher wurden 3158 bestätigte Fälle gemeldet. 54 Menschen sind an der Krankheit gestorben. Bisher sind 903 Personen wieder genesen. Im ganzen Land wurden 114’711 Tests durchgeführt.

Im Northern Cape verläuft die Ansteckungskurve äusserst flach, gemeldet sind 16 Fälle. In der Provinz Gauteng ist die Ansteckungsrate mit 1148 am höchsten, gefolgt vom Western Cape und Kwa Zulu Natal mit 868, resp. 617 gemeldeten Fällen. Durch die Ausgangssperre nimmt auch die häusliche Gewalt zu. Seit Beginn des Lockdowns wurden in Südafrika bereits 87’000 Fälle häuslicher Gewalt gemeldet.

Namko – eine Partnerorganisation der Fastenaktion

Namko unterstützt die Bevölkerung, sich in Gruppen zusammen zu schliessen, um gemeinsam ihre Lebenssituation zu verbessern. Mit der Bildung und Beratung von Spargruppen wird der Bevölkerung ein Instrument angeboten, um sich von Verschuldung zu befreien. Zudem werden Haus- und Gemeinschaftsgärten angelegt. Mit diesen können einzelne Haushalte und ganze Gemeinschaften ihre Ernährung kostengünstig sichern und zugleich ausgewogener gestalten. Statt teure Nahrungsmittel im Supermarkt einkaufen zu müssen, können sie das Geld für andere dringende Auslagen verwenden oder in den Spargruppen anlegen. Namko führt seit ungefähr 10 Jahren auch Kampagnen gegen häusliche Gewalt durch und berät betroffene Frauen und Kinder.

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Covid-19 und seine Auswirkungen – Stand 19. April 2020

Die ersten drei Fälle traten zwischen dem 6.-12. März auf. Bisher wurden 3158 bestätigte Fälle gemeldet. 54 Menschen sind an der Krankheit gestorben. Bisher sind 903 Personen wieder genesen. Im ganzen Land wurden 114’711 Tests durchgeführt.

Im Northern Cape verläuft die Ansteckungskurve äusserst flach, gemeldet sind 16 Fälle. In der Provinz Gauteng ist die Ansteckungsrate mit 1148 am höchsten, gefolgt vom Western Cape und Kwa Zulu Natal mit 868, resp. 617 gemeldeten Fällen. Durch die Ausgangssperre nimmt auch die häusliche Gewalt zu. Seit Beginn des Lockdowns wurden in Südafrika bereits 87’000 Fälle häuslicher Gewalt gemeldet.

Namko – eine Partnerorganisation der Fastenaktion

Namko unterstützt die Bevölkerung, sich in Gruppen zusammen zu schliessen, um gemeinsam ihre Lebenssituation zu verbessern. Mit der Bildung und Beratung von Spargruppen wird der Bevölkerung ein Instrument angeboten, um sich von Verschuldung zu befreien. Zudem werden Haus- und Gemeinschaftsgärten angelegt. Mit diesen können einzelne Haushalte und ganze Gemeinschaften ihre Ernährung kostengünstig sichern und zugleich ausgewogener gestalten. Statt teure Nahrungsmittel im Supermarkt einkaufen zu müssen, können sie das Geld für andere dringende Auslagen verwenden oder in den Spargruppen anlegen. Namko führt seit ungefähr 10 Jahren auch Kampagnen gegen häusliche Gewalt durch und berät betroffene Frauen und Kinder.