Die Energiekrise beschäftigt die Schweiz. Strom, Gas, Öl und Treibstoffe werden knapp und die Preise gehen durch die Decke. Der Energiepfad von Fastenaktion liefert Ihnen Tipps zum bewussten Energiekonsum für die ganze Familie und in verschiedenen Lebensbereichen.

Wir verbrauchen zu viele natürliche Ressourcen. Wenn alle Länder so haushalten würden wie die Schweiz, dann bräuchten wir fast drei Erden. Der Energieverbrauch in der Schweiz bestimmt diesen Wert massgeblich mit. Unser Energie-Überkonsum ist aktuell nicht nur wahnsinnig teuer, sondern schadet auch dem Klima. Die Folgen für das Klima spüren die Menschen im globalen Süden am härtesten, obwohl sie am wenigsten zum Klimawandel beitragen. Wenn wir bewusst und klimagerecht Handeln, kommt das also nicht nur unserem Geldbeutel zu Gute, sondern auch den Menschen in den ärmsten Ländern.

Wie kann ich Energie sparen?
In allen Lebensbereichen gibt es Potenzial, Energie zu sparen: Sei es bei der morgendlichen Dusche, beim Heizen oder in der Freizeit. Der Energiepfad aus der Ökumenischen Kampagne von Fastenaktion und HEKS gibt dabei auf spielerische Art und Weise Energiespartipps für die ganze Familie. Das Ziel: Gemeinsam dem Energiefresserli zu entwischen!

Die Energiereise durch den eigenen Alltag wird mit eindrücklichen Hintergrundinformationen über unseren Konsum und dessen Auswirkungen ergänzt. Inspirierende Beispiele aus unseren Partnerländern zeigen zudem auf, wie die Menschen dort mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen.

Unsere Lebensweise hat Auswirkungen, die weit über unsere eigene Existenz hinausgehen. Seien wir also solidarisch mit den künftigen Generationen – in der Schweiz und auf der ganzen Welt.

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Der Bau von einem neuem Ofen

Ein Bericht aus Kenya

Ein Ofen ist nicht nur zum Kochen gut

Zwei Jahre lang konnte Leon Jander, Programmverantwortlicher Kenya von Fastenaktion, aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht nach Kenya reisen. Während dieser Zeit fand der Austausch zwischen den Partnerorganisationen und der nationalen Koordination hauptsächlich über Videokonferenzen statt, was recht gut funktionierte. Nichtsdestotrotz ergeben sich die besten Anekdoten bei persönlichen Begegnungen. Im Februar konnte er endlich wieder reisen sich mit den Partnerorganisationen von Fastenaktion treffen und die Projekte besuchen.

Ein Bericht von Leon Jander, Verantwortlicher für das Landesprogramm in Kenya

Rebecca Wambui ist eine der ersten Begünstigten, die sich über einen verbesserten Ofen freuen kann. Das Ofen-Projekt wurde von der Caritas Kitui subventioniert und von Fastenaktion finanziert. Die verbesserten Öfen verbrauchen beim Kochen im Vergleich zu den traditionellen Drei-Steine-Feuerstellen nur die Hälfte Holz. Dadurch sparen die Familien Zeit (etwa drei Stunden pro Woche) und Geld (etwa 1,20 Franken pro Woche). Das kommt vor allem den Frauen und Mädchen zu Gute, die traditionell für das Holzholen zuständig sind. Im Gespräch erzählte mir Rebecca, dass sie den Ofen nicht nur zum Kochen nutzt: Am Abend stellt sich nach dem Kochen einen Eimer mit Wasser auf den Ofen. Da der Ofen die Wärme optimal speichert, hat sie am Morgen warmes Wasser, um sich zu waschen.

Hunger wird zunehmen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Partnerorganisationen sind trotz der erfreulichen Projektfortschritte besorgt. Grund dafür sind die Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. Der Preis für Mais ist aufgrund von pandemiebedingten Lieferengpässen und langanhaltenden Dürren am Horn von Afrika zwischen Januar 2021 und Januar 2022 um 8 Prozent gestiegen. Der Preis für Weizen ist im gleichen Zeitraum gar um 15 Prozent angestiegen. In Kenya werden 4 von 5 Weizenkörnern importiert. «Chapati» (Fladenbrot aus Weizenmehl) und «Ugali» (eine Art Maispüree) sind die Hauptkalorienlieferanten in Kenya. Der plötzliche Stopp der Getreideexporte aus der Ukraine und die Exportbeschränkungen in Russland werden die Lebensmittel verteuern. Gleichzeitig verschlechtert der Anstieg der Treibstoffpreise die Versorgung im Land. Die Menschen in Kenya befürchten, dass die Preise weiter in die Höhe schnellen und die Zahl der Hungernden steigt. 

Unser Geschäftsleiter Bernd Nilles ordnet  die Konsequenzen des Krieges  für den globalen Süden ein.

Hilfe zur Selbsthilfe
Die Partnerorganisationen von Fastenaktion unterstützen die Selbstversorgung kenyanischer Familien mit Ausbildungen in agroökologischen, diversifizierten und klimaresistenten Anbaumethoden. Dadurch wird den Familien geholfen, besser mit gesundheitlichen, politischen oder ökologischen Krisen umzugehen.

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Krieg in der Ukraine

Fastenaktion erwartet schlimme Konsequenzen für Projektländer

Die Nahrungsmittelpreise steigen aufgrund der blockierten Agrarproduktion in der Ukraine und Russland rasant an. Das hat schwerwiegende Folgen für den Hunger auf der Welt. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) könnte der Krieg in Osteuropa weitere 8 bis 13 Millionen Menschen in den Hunger stürzen. Fastenaktion ist besorgt über das Ausmass dieser Bedrohung für viele Länder, die bereits mit strukturellen Nahrungsmittelkrisen zu kämpfen haben.

Ein Kommentar von Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion

Der «Arabische Frühling» 2011 wurde unter anderem durch teureres Brot aufgrund höherer Getreidepreise ausgelöst. Damals ist es zu mehreren Hungerrevolten in nordafrikanischen Ländern gekommen. Getreide aus der Ukraine oder Russland kostet heute teilweise bereits mehr als zu Beginn des Arabischen Frühlings. Der Krieg in Osteuropa befeuert somit nochmals den starken Anstieg des Hungers auf der Welt, der durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöst wurde. Nach Angaben der FAO sind derzeit 811 Millionen Menschen unterernährt, 160 Millionen mehr als vor Ausbruch der Pandemie.

Die globalen Agrarmärkte sind fragil
Viele Länder, in denen Fastenaktion tätig ist, haben bereits Probleme, ihre Bevölkerung mit genug Nahrung zu versorgen. Es droht, dass sich dies weiter akut verschlechtern wird. Laut der FAO betrug die Abhängigkeit von Weizenimporten aus der Ukraine und Russland im Jahr 2021 in der Demokratischen Republik Kongo mehr als 80 Prozent, in Madagaskar 70 Prozent, im Senegal 50 Prozent und in Kenya und Burkina Faso 30 Prozent. Darüber hinaus berichten lokale Koordinatorinnen und Koordinatoren von Fastenaktion, dass die Brotpreise in Kenya bereits gestiegen sind und dass es in Senegal kaum noch möglich ist, Weizen auf den Märkten zu finden.

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm und weisen darauf hin, dass 45 afrikanische Länder mindestens ein Drittel ihres Weizens aus der Ukraine oder Russland importieren. 18 afrikanische Länder importieren gar mindestens 50% ihres Weizens aus den beiden Ländern. Der Krieg in Osteuropa droht also einen Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems zu verursachen. Die politische Instabilität könnte Unruhen auf der ganzen Welt auslösen.

Die Unabhängigkeit von Bauernfamilien stärken
Zusätzlich zu den steigenden Lebensmittelpreisen, werden die ärmsten Bauernfamilien auch mit einem Mangel an Düngemitteln und steigenden Energiekosten zu kämpfen haben. Viele Bäuerinnen und Bauern sind in Regionen mit unregelmässigen Niederschlägen und ständiger Dürre auf Bewässerungssysteme angewiesen, die von kleinen Motoren angetrieben werden. Motoren, die Energie benötigen.

Partner von Fastenaktion zeigen den Bäuerinnen und Bauern nachhaltige und den lokalen Gegebenheiten angepasste Anbaumethoden. So wird die Umwelt geschützt, Biodiversität erhalten und die Kleinbauernfamilien sind weniger abhängig vom internationalen Saatgutgeschäft. Durch die Stärkung der Unabhängigkeit sind sie besser vor Hungersnöten und ernster Nahrungsunsicherheit geschützt, sei es angesichts von Gesundheits-, Polit- oder Umweltkrisen. Fastenaktion unterstützt bäuerliche Gemeinschaften, ihr Recht auf Land und Saatgut zu verteidigen.

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Wir danken herzlich für jede Spende.

Ein Kommentar von Bernd Nilles

Gewalt ist nie die Lösung

Seit über drei Wochen herrscht Krieg in Europa. Meldungen zu Gewalt und Leid in unserer Nähe beschäftigen uns. Doch viele Menschen in den Ländern, in denen Fastenaktion tätig ist, sind ständig mit Gewalt, Unruhen und Kriegen konfrontiert – und dies teilweise seit mehreren Jahren. Gewalt ist nie eine Option. Es ist wichtig, die friedlichen Kräfte und Appelle zu stärken.

Ein Kommentar von Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion

Der Krieg in der Ukraine ist bereits über drei Wochen alt. Die weiterhin schockierenden Meldungen gehen mir nahe. Meine Betroffenheit ist hoch, denn Menschen erleiden Gewalt, in meiner unmittelbaren Nähe, nur ein paar Stunden entfernt. Gewalt verursacht durch eine staatliche Macht mithilfe ihrer riesigen Armee. Gerichtet gegen einen souveränen Staat und ein Volk das sich unter grossem Einsatz und Schmerz Freiheit und Demokratie errang.

Gewalt an der Tagesordnung
In fast allen Ländern in denen Fastenaktion tätig ist, ist Gewalt aber leider auch an der Tagesordnung. Bewaffnete Konflikte, Vertreibungen, Morddrohungen – damit leben die Menschen in unseren Projektländern teilweise seit Jahrzehnten. Auch sie erleiden Leid, nur ist es weiter entfernt von uns und erhält deshalb weniger Aufmerksamkeit, einige Konflikte gehen sogar vergessen. Doch Leid existiert. In der Ukraine, aber auch in Kolumbien, in der Demokratischen Republik Kongo oder auf den Philippinen.

Leid anerkennen…
Vor einigen Jahren hat Fastenaktion folgende Sätze zum Thema Leid geschrieben:

Für die Betroffenen ist jedes Leid gleich.
Das Schrecklichste, das es gibt.
Leid kann man nicht messen.
Man kann aber helfen.
Einfach weil man glaubt, diese Welt könnte eine bessere werden.

Diese Worte treffen immer noch zu. In dem Moment wo ein Mensch Leid erfährt, ist es für sie oder ihn ein schlimmer Moment. Unabhängig davon, ob es in der Ukraine, in der Schweiz oder in Burkina Faso erfolgt. Dies kann man nicht gegeneinander ausspielen. Leid ist schlimm, egal wo es erlitten wird.

… und unterstützen
Wir können den Menschen die Leid erfahren helfen – auf verschiedene Arten. Sei es durch zu hören, wenn es in unserem näheren Umfeld passiert – oder durch die Unterstützung von Organisationen wie Fastenaktion, die vor Ort versuchen, das Leid der Menschen zu lindern.

Ursachen benennen
Doch wir können nicht nur die Folgen von Gewalt und Leid mindern. Wir müssen auch die Ursachen benennen. Dies ist ebenfalls ein Auftrag von Fastenaktion. Durch unsere Arbeit stärken wir in vielen Ländern die lokale Zivilgesellschaft und damit die Demokratie und Freiheit und verhindern dadurch Autokratie und Machtmissbrauch. Viele Konflikte stehen zudem im Zusammenhang mit dem Zugang und der Nutzung von Rohstoffen und fossilen Energieträgern. Fastenaktion setzt sich auch hier durch aktiven Schutz der Menschenrechte und Einsatz für nachhaltiges Wirtschaften ein.

Nicht vergessen
Fastenaktion ist der festen Überzeugung, dass Frieden und Zusammenarbeit der einzig gangbare Weg ist, um eine gerechtere Welt ohne Leid zu schaffen. Wir zeigen uns solidarisch mit den Opfern des Krieges in der Ukraine, aber auch weltweit mit allen von Gewalt Betroffenen. Mit Menschen, die unter Konflikten leiden, die bei uns leider längst vergessen sind. Helfen Sie – vergessen Sie nicht!

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