Diary Ratsimanarihaja ist Programmkoordinatorin von Fastenaktion in Madagaskar

Wirbelsturm Batsiray

Zerstörte Dörfer – Strassen unter Wasser

Am Sonntag erreichte der Wirbelsturm Batsiray Madagaskar. Nicht nur wurden ganze Dörfer zerstört, der anhaltende Regen hat auch viele Felder und Bäume – die Lebensgrundlage der Menschen – zerstört. Die Fastenaktion-Koordinatorin Diary Ratsimanarihaja schildert in bewegenden Worten, wie sich die Situation in den Projekten im Südosten des Landes präsentiert.

Diary Ratsimanarihaja, nur wenige Tage nach dem Tropensturm, traf am vergangenen Sonntag der Wirbelsturm Batsiray auf Land, wie präsentiert sich die Situation?
Gemäss der Projektleiterin vor Ort sind 95 Prozent der Häuser im Bezirk Mananjary völlig zerstört Da die grosse Mehrheit der Menschen in Häusern lebt, die mit den Blättern der Ravenala Pflanze (Baum des Reisenden) gebaut sind, wurden die Häuser buchstäblich fortgeblasen. Schätzungen zufolge sind von 30 Häusern in einem Dorf gerade mal drei bis vier stehen geblieben, und selbst die sind beschädigt. Die Gemüsefelder wurden entweder überschwemmt oder vom Wind zerstört. Viele Bäume sind umgestürzt, sogar die Brotbäume, die eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Menschen sind. Darüber hinaus sind viele Dörfer aufgrund der Überschwemmung von der Umwelt abgeschnitten und der Strom fehlt. Über das wahre Ausmass der Katastrophe können wir uns noch kein definitives Bild machen, uns fehlen noch Informationen.

Was braucht es nun am dringendsten?
Die Menschen brauchen nun dringend Nahrung, Wasser und Medikamente. Denn die Lebensmittelvorräte wurden zerstört. Zudem müssen wir den Wiederaufbau der Häuser vorantreiben, da die Infrastruktur, die für die Aufnahme der Betroffenen vorgesehen war, ebenfalls zerstört wurde. Der Wind hat die Dächer von Kirchen, Schulen und Gemeindezentren abgedeckt. Zur Zeit leben die Menschen zu dritt oder zu viert in kleinen Küchen, die dem Wind standhielten. Einige fanden bei denen Unterschlupf, die noch Häuser haben, in denen man sich ein wenig in Sicherheit bringen kann. Auch der Bedarf an Saatgut ist gross. Nach dem Wiederaufbau der Häuser müssen sie wieder mit dem Anbau beginnen können, doch ohne Saatgut geht das nicht.

Eine erste Handyaufnahme: Das Ausmass der Zerstörung ist erschreckend
Was konnte bereits getan werden?
Die Organisation Taratra, die für dieses Gebiet zuständig ist, hat dem Team bereits einen Geldbetrag als Hilfe für ihre derzeitigen Grundbedürfnisse geschickt. Wir von der Koordinationsstelle diskutieren derzeit mit den Programmbeauftragten und der Leitung von Taratra über den Aufbau von Hilfeleistungen. Aufgrund der noch vagen Informationen und der Unterbrechung der Strasse nach Mananjary ist es für uns jedoch noch schwierig, konkrete Aktionen zu planen.

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Tobias Buser konnte als Verantwortlicher für das Landesprogramm in Madagaskar erstmals Ende Dezember auf die Insel reisen. Im Rahmen der Treffen mit unseren Projektpartnern konnte er auch Schulen besuchen und sich ein Bild der prekären Situation machen.

Madagaskar

Lange Schulschliessungen wegen Corona

Die Corona Pandemie hat auch die Arbeit der Verantwortlichen der Landesprogramme von Fastenaktion erschwert. Tobias Buser, der 2020 die Verantwortung für Madagaskar übernahm, musste mehr als ein Jahr warten bis er auf die Insel reisen konnte, um zum ersten Mal die Projektpartner zu treffen.

Tobias Buser, was sind deine Eindrücke nach der ersten Projektreise im Dezember von Madagaskar?
Ich war vor allem in der Hauptstadt Antananarivo, wo ich zusammen mit den Koordinator*innen des Landesprogramms, Andrianparany Rasamimanana und Diary Ratsimanarihaja verschiedene andere Organisationen und die Schweizer Botschaft besucht habe. Um möglichst effektiv zu arbeiten, wurde ein viertägiger Workshop organisiert, an dem ich alle Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen des Landesprogramms persönlich kennengelernt habe. Leider musste ich wegen der Entdeckung der Omikron-Variante im südlichen Afrika eine Woche früher als geplant zurückreisen, da Europa auch die Grenzen zu Madagaskar jederzeit hätte schliessen können. Corona war auch der Grund, weshalb ich nur einen Feldbesuch in der Nähe der Hauptstadt machen konnte. Madagaskar habe ich auf diesem kurzen Besuch als sehr schönes, fruchtbares und grünes Land erlebt.

Wie präsentiert sich die Situation im Land?
Im November 2021 hat die madagassische Regierung die Grenzen für den Tourismus wieder geöffnet. Damit erhofft man sich Impulse für die Wirtschaft. Andererseits steigen damit aber die Befürchtungen vor einem Anstieg der Covid-Fälle und damit verbunden erneute Einschränkungen. Für die Menschen im Land ist es eine Gratwanderung.

Offiziell hat die Pandemie nur wenige Opfer gefordert, wie ist deine und die Einschätzung der Partnerorganisationen dazu?
Aufgrund der Insellage und der Grenzschliessung, war es für Madagaskar vergleichsweise einfach die Pandemie zu kontrollieren. Bis zur Wiederöffnung der Grenze im November 2021, gab es tatsächlich relativ wenige Opfer, obwohl die offizielle Zahl der Fälle wohl nicht die Realität abbildet. Seit der Grenzöffnung geht die Zahl der Neuansteckungen jedoch nach oben.

Was sind die Auswirkungen der Pandemie?
Einschneidende Auswirkungen haben die wiederholten Schulschliessungen der letzten beiden Jahre auf die Kinder. Nach den Weihnachtsferien ist der Schulstart in der Hauptstadtregion Analamanga, wegen der vielen positiven Tests, um zwei Wochen, auf den 17. Januar verschoben worden. Allein in der ersten Januarwoche wurden in der Region Analamanga 1620 positive Fälle gemeldet. Im übrigen Land gab es im gleichen Zeitraum 2155 neue Ansteckungen.

Im Süden des Landes herrschte im letzten Jahr eine grosse Dürre. Fastenaktion hat Nothilfe geleistet, wie geht es den Menschen jetzt?
Das Nothilfeprojekt hat das Überleben der Menschen für drei bis vier Wochen gesichert. In der Zwischenzeit hat es etwas geregnet, doch nicht genug, damit sich ihre Situation verbessert. Was den Menschen in der Dürreregion im Süden fehlt, ist der Zugang zu Wasser. Sobald sie Wasser haben, können sie auch Landwirtschaft betreiben. Unsere Partnerorganisation Taratra wird sich noch dieses Jahr, überall dort wo es Brunnen gibt und eine minimale Bewässerung gewährleistet ist, vermehrt auf den Anbau von Nahrungsmitteln konzentrieren. Dazu gehört auch die Einführung von Basket-Kompost, auf organischen Küchenabfällen werden Linsen, Maniok, Mais und Erdnüsse angepflanzt. Im südöstlichen Teil Madagaskars kann mit dieser Methode auf nährstoffarmen Böden auf wenig Fläche eine sehr hohe Produktivität erzielt werden. Um die Hungersnot nachhaltig zu lindern, begnügen wir uns nicht mit dem Gemüseanbau in den Gärten. Die Partnerorganisation Taratra wird in den Dörfern bei den Tsinjo Aina Gruppen auch die Technik der „Keyhole Garden“ einführen. Keyhole Garden, oder Schlüssellochgarten, ist eine Art Hochbeet, in dem Gemüse angebaut wird. Auf diese Weise können knappe Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe optimal genutzt werden. Zudem treiben wir die Einrichtung von Baumschulen voran, um die negativen Effekte, die die Abholzung auf das Wetter hat, wie beispielsweise fehlender Regen, zu stoppen und im Idealfall sogar umzukehren.

Was ist dein Wunsch und welche Hoffnungen verbindest du damit?
Ich wünsche mir, dass wir die Zusammenarbeit im Landesprogramm Madagaskar optimal weiterführen können, damit die Menschen aus eigener Kraft ihre Lebensbedingungen verbessern können.

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Fely ist Schülerin am Lycée von Betioky.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Träume sollen wahr werden

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Wenn ich mein Abitur habe, möchte ich gerne Medizin studieren. Die Menschen hier leiden so sehr unter dem Klimawandel. Ich sehe, dass Krankheiten wie Kopfschmerzen und Malaria zunehmen. Akute Unterernährung ist auch eine Ursache für verschiedene Krankheiten. Als Alternative zum üblichen Essen sind wir gezwungen, Moky zu essen, den wir in der Erde suchen müssen. Glücklicherweise hat die Gruppe mit dem Anbau von Blattgemüse begonnen. Die Anstrengungen sind jedoch aufgrund der trockenen Böden und des Mangels an Regen und Wasser nach wie vor enorm. Wenn ich Ärztin bin, kann ich meinen Landsleuten helfen. Ich weiss, wie schwer das ist, aber ich bin entschlossen, mein Ziel zu erreichen. Als Erstes würde ich die Schritte der medizinischen Versorgung umkehren, indem ich zuerst die Gesundheit meiner Patientinnen und Patienten sicherstelle, und erst dann würde ich mich um die Bezahlung der Kosten kümmern. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie die Kranken ins Krankenhaus gehen, das meilenweit vom Dorf entfernt ist, und abgewiesen werden, weil sie kein Geld haben.

Mein Traum ist es, dass meine Familie ein anständiges Leben führen kann. Ich träume davon, dass das Dorf meiner Kindheit eines Tages Fortschritte macht und sich entwickelt. Und ich hoffe, dass Gruppen wie Tsinjo Aina Taratra gedeihen. Schliesslich wünsche ich mir ein Dorf, in dem alle Kinder die Schulen besuchen können.»

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Hareantsoa ist Züchterin und Bäuerin. Sie ist verheiratet und hat acht Kinder.

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Genügend Schulen, Spitäler und Häuser für alle

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Durch die Dürre ist unser Leben sehr schwer geworden. Jetzt stehe ich um vier Uhr morgens auf, um unser Gemüse zu giessen. Anschliessend machen wir uns auf den drei Kilometer langen Weg, um auf den Feldern nach Moky zu suchen. Sobald wir zurück sind, so gegen Mittag, koche ich den Moky eineinhalb Stunden lang für das Mittagessen. Das ist die erste Mahlzeit des Tages. Am Nachmittag kehren wir zurück, um wieder Moky für das Abendessen zu suchen. Früher konnten wir dank dem Regen verschiedene Pflanzen wie Maniok, Linsen und Bambara-Erbsen anbauen.

 Ich bin Vater und Mutter zugleich, denn mein Mann ist seit sieben Jahren krank. Die Ärzte im Krankenhaus diagnostizierten bei ihm Bilharziose (eine durch Würmer übertragene Krankheit, Anm. der Red.). Als wir noch Geld hatten, konnten wir ihn behandeln lassen. Ich wünsche mir, dass unser Leben wieder so wird, wie es war. Früher hatten wir acht Zebus, jetzt haben wir keines mehr, weil wir sie verkaufen mussten, um uns weiter versorgen zu können. Ich hätte gerne ein Krankenhaus in der Nähe, damit die Behandlung meines Mannes fortgesetzt werden könnte. Ich wünsche mir, dass es für meine Kinder eine Schule in der Nähe gäbe. Wenn ich Präsidentin wäre, würde ich mich vorrangig darum kümmern, dass alle ein Dach über dem Kopf hätten und es genügend Krankenhäuser und Schulen gäbe.»

Stéphanie ist 9 Jahre alt und eine der Töchter von Hareantsoa. Sie besucht die Grundschule.

«Ich träume davon, Lehrerin in unserem Dorf zu werden. Ich wünsche mir ein sauberes und entwickeltes Dorf, dem es dank der Landwirtschaft gut geht. Denn ich liebe es, Gemüse und Früchte anzupflanzen und zu den Tieren zu schauen. Heute hatten wir nur am Morgen Schule. Unser Lehrer musste an ein Begräbnis, an eine Havoria. Und manchmal ist er an Markttagen abwesend. In meinen Augen ist das ein Problem, dass der Unterricht immer wieder ausfällt.»

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Soafiavy ist Dorfvorsteher, Züchter und Bauer. Er ist verheiratet und hat elf Kinder.

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Der Klimawandel bedroht Leben

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Die meisten von uns sind Landwirt*innen und Viehzüchter*innen. Der Klimawandel in unserer Region bedroht unser Leben. Weder Menschen noch Tiere bekommen genügend Nahrung. Vor der Dürre konnten die Ochsen auf der Weide regelmässig Raketa fressen. Das ist eine Kaktusart, die überall wächst und ihnen sehr schmeckt. Aber seit der Dürre gibt es fast kein Raketa mehr. Auch die Tamarindenbäume sind abgepflückt. Allenfalls gibt es noch Tamarinden zu kaufen. Die Menschen essen nichts anderes mehr als Moky. Der letzte Regen fiel im Februar 2021, und die Landwirtschaft befindet sich in einem kritischen Zustand.

Um das Land zu bearbeiten, müssen wir unsere Kräfte bündeln, denn für eine Person allein ist es zu anstrengend. Je mehr wir zusammenarbeiten, desto besser. Die gegenseitige Hilfe hält weiterhin an: Diejenigen, die Moky ausgraben können, geben denen, die keinen haben. Die Gruppe lehrt uns, einander zu helfen, besonders in diesen schweren Zeiten.»

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Emahatratse und seine Frau Hinerisoa sind Viehzüchter*in und Bauer und Bäuerin. Sie sind Eltern von zwei Kindern.

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Hoffnung auf Regen

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«In der Ausbildung haben wir gelernt, wie wir mit Wasser und Pflanzen sorgfältig umgehen können. Vor der Dürre war das Land fruchtbar, und es konnten Maniok, Süsskartoffeln und andere Feldfrüchte angebaut werden. Wir waren mit dem, was wir an Wasser und Lebensmitteln hatten, zufrieden. Wir mussten nur ein wenig graben, um Wasser zu bekommen. Und sogar unsere Tiere hatten genügend Futter. Wir hatten ein gutes Leben. Doch die Dürre ist schlimm. Das Land ist unfruchtbar geworden. Allmählich verlieren wir die Mittel, um für uns und unsere Tiere zu sorgen. Das Wasser ist sehr knapp geworden. Wir dürfen täglich maximal zwei Kleidungsstücke von Hand waschen. Wasser kann nur zu einer bestimmten Tageszeit geholt werden.

Um unseren Hunger zu stillen, müssen wir meilenweit fahren, um Moky, die Knollen, die eine Alternative zu den üblichen Nahrungsmitteln sind, in der Erde zu finden. Es gibt kein Wasser, keinen Regen und somit auch keine Ernte. Es ist der Gruppe Tsinjo Aina Taratra zu verdanken, dass wir durchhalten. Glücklicherweise ist unsere Selbsthilfegruppe immer noch aktiv. Wir alle hoffen, dass der Regen eines Tages zurückkehrt und der Boden wieder fruchtbar wird.»

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Tsarasoa ist Landwirtin und die Präsidentin der Dorfgruppe Tsinjo Aina Taratra. Sie ist alleinerziehende Mutter von sechs Kindern.

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Die Gemeinschaft stärken

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Wir alle haben viel Leid erfahren. Das hat bei mir den Wunsch geweckt, die Gruppe zu leiten. Wir alle litten unter extremem Hunger. Die Erziehung und der Unterricht der Kinder waren miserabel, und sie hatten mit verschiedenen Krankheiten zu kämpfen. Das hat mich sehr motiviert, beim Projekt Tsinjo Aina Taratra mitzumachen. Ich wollte Männern und Frauen, Jungen und Alten helfen. Ich hatte keine Angst davor, die Zügel in die Hand zu nehmen, denn ich hatte bereits eine Vision vom Erfolg, den das Projekt uns bringen würde. Ausserdem erleichterte mir der Enthusiasmus der Gruppenmitglieder meine Rolle als Führungsperson.

Alle waren bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, und wir lernten verschiedene Anbaumethoden, die Pflege der Gemüsefelder, erfuhren mehr über den Gemeinsinn, die Hygiene. Ich hoffe, dass die geknüpften Verbindungen weiter wachsen und dass das Projekt Tsinjo Aina Taratra für immer bestehen bleibt.»

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« Für uns selber sorgen»

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Wenn wir keine Schulden haben, haben wir ein reines Gewissen. Früher haben wir in Zeiten extremen Hungers sehr gelitten. Wir waren gezwungen, uns Geld zu leihen, um unseren Hunger zu stillen. Das Schlimmste aber war, dass wir das Geld nicht nur zurückzahlen, sondern auch noch hohe Zinsen drauflegen mussten. Wir schämten uns, dass wir Mühe hatten, unsere Schulden zu bezahlen. Wenn wir keinen Ausweg wussten, blieb uns nichts anderes übrig, als unseren Kreditgebern möglichst aus dem Weg zu gehen. Doch seit wir uns dem Projekt Tsinjo Aina Taratra angeschlossen haben, gibt es erste Veränderungen. Unsere Lebensumstände haben sich sehr verbessert.

Wir Dorfbewohner*innen haben uns zusammengetan, um gemeinsam Geld zu sparen. Von diesem Geld kann jedes Mitglied der Gruppe einen Kredit aufnehmen und diesen vor allem auch zinslos zurückzahlen. Unsere Kinder können durch das Projekt zur Schule gehen, um zu lernen. Und da die meisten von uns Bäuerinnen und Bauern sind, beinhaltet das Projekt auch Schulungen in Anbautechniken, die dem Klima und der Trockenheit unseres Bodens Rechnung tragen. Davon konnten wir sehr profitieren. Seit der Gründung der Gruppe haben wir viel weniger Stress, da wir nun in aller Ruhe für uns selbst und unsere Bedürfnisse sorgen können.»

 *In der Region Betioky, im Süden von Madagaskar, ist es verbreitet,  dass die Menschen ausschliesslich einen Vornamen tragen.

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Die Studie über die Rechte der Bäuerinnen und Bauern und die Schweizer Aussenpolitik wird vorgestellt.Die Studie über die Rechte der Bäuerinnen und Bauern und die Schweizer Aussenpolitik wurde heute in Bern vorgestellt.

Bauern und Bäuerinnen ernähren die Welt und sind paradoxerweise in vielen Ländern die Hauptbetroffenen von Hunger und extremer Armut. Seit 2018 legt die UN-Deklaration die Rechte der weltweit marginalisierten Kleinbauern und -bäuerinnen* fest. Eine neue Studie zeigt, dass in der Schweizer Aussenpolitik ein beachtlicher Handlungsbedarf besteht, um die Umsetzung der UN-Deklaration, zu der sich die Schweiz verpflichtet hat, voranzubringen. Die Studie wurde heute Vormittag den zuständigen Schweizer Ämtern vorgestellt.

Für die weltweite Ernährungssicherung spielen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern eine zentrale Rolle. Dennoch sind sie gleichzeitig die Hauptbetroffenen von Hunger und extremer Armut. Zahlreiche Regierungen vernachlässigen in ihrer Landwirtschafts- und Handelspolitik ihre Rechte und Bedürfnisse, und überlassen das Geschäft mit der Nahrung den Agrarkonzernen.

Im Verhandlungsprozess der 2018 von der UNO angenommenen Deklaration über die Rechte der Kleinbäuerinnen und -bauern (UNDROP), mit der ein umfassendes internationales Instrument vorliegt, um ihre Rechte einzufordern und zu verteidigen, hatte der Bund eine Schlüsselrolle inne und setzte sich für deren Annahme ein.

Nun aber zeigt die von Schweizer NGOs in Auftrag gegebene Studie, dass die Schweiz zentrale Bereiche ihrer Aussenpolitik kohärenter gestalten sollte, um zur weltweiten Verwirklichung der Bauernrechte beizutragen.

Die Richtung stimmt, aber es bleibt noch viel zu tun

Die von den Organisationen FastenaktionHEKS, Cetim, FIAN-Schweiz, Heks, Swissaid und Uniterre in Auftrag gegebene Studie, analysiert die Schweizer Aussenpolitik in den Bereichen Handel, Saatgut und Landrechte sowie die Entwicklungszusammenarbeit im Lichte der UN-Deklaration, deckt Mängel auf und präsentiert einen Forderungskatalog.

Die Schweiz setzt auf Handelsliberalisierung und trifft bestimmte Massnahmen zum Schutz der Schweizer Landwirtschaft. Diese national ausgerichtete Politik benachteiligt jedoch die Kleinbauern und -bäuerinnen in den Ländern des Südens und verletzt die in der UNDROP verankerten Rechte. Dadurch verlieren unzählige Menschen ihr Recht auf Land, auf biologische Vielfalt sowie auf eine saubere und gesunde Umwelt. Hier ist die Schweiz aufgefordert, genau hinzuschauen und die Auswirkungen der bestehenden oder künftiger Freihandelsabkommen auf Bauernfamilien in der Schweiz sowie in Partnerländern zu überprüfen. Zudem muss die Mitsprache der Bäuerinnen und Bauern in den Verhandlungen aktiv gefördert und die Standards entsprechend angepasst werden. Die Schweiz soll sich klar für das Recht auf Saatgut positionieren und damit auf strenge Sortenschutzgesetze als Bestandteil von Freihandelsabkommen verzichten.

Bauern und Bäuerinnen züchten, nutzen und vervielfältigen seit jeher Saatgut und tragen damit zum Schutz der Biodiversität bei. Über die Entwicklungszusammenarbeit soll die Schweiz die Entwicklung alternativer Sortenschutzgesetze anregen sowie lokale bäuerliche Saatgutsysteme stärken.

Projekte des Bundes im Einklang mit den Rechten der Bäuerinnen und Bauern

Zudem zeigt die Studie, dass in der neuen Botschaft zur Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2021-2024 die Bauernrechte, ausser im Globalprogramm für Ernährungssicherheit der Deza, keine Erwähnung finden, und dass die starke Beteiligung des Privatsektors ein beträchtliches Risiko hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte und traditioneller Landnutzung darstellt. Die Schweiz muss jedoch sicherstellen, dass alle Projekte von Seco und Deza in Einklang mit den Rechten der Bäuerinnen und Bauern stehen. Um ihre Mitsprache und Mitwirkung zu ermöglichen und zu stärken, empfiehlt die Studie bei der internationalen Zusammenarbeit, Bauern und Bäuerinnen zu unterstützen, damit sie ihre Rechte einfordern und wahrnehmen können. Zudem soll sie die Bildung und Förderung bäuerlicher Organisationen und nationaler bäuerlicher Räte unterstützen.

Beim heutigen Treffen zwischen den NGOs und Vertreterinnen und Vertretern der Bundesämter, darunter das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten und das Institut für Geistiges Eigentum, konnten die Studienresultate präsentiert werden. Die Auftraggeber/innen der Studie schätzen diese Offenheit und hoffen weiterhin auf einen konstruktiven Dialog.

*Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten.

Hier finden sie die neue Studie zur Umsetzung der UN-Deklaration durch die Schweiz:

Weitere Auskunft: 

Claudia Fuhrer, Fastenaktion, +41 78 764 34 31

Judith Reusser, Swissaid, +41 78 700 49 61 

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Kampagne 2020: Briefaktion ans Seco zu Saatgut

Saatgut soll den Bäuerinnen und Bauern gehören, die es nutzen. Dies fordern über 2300 Menschen aus 11 Ländern in ihren Briefen ans Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Dieses hat mit einer Stellungnahme reagiert – welche ihrerseits HEKS und Fastenaktion kommentieren. 

Während der Ökumenischen Kampagne der Fastenaktion und HEKS von Februar bis April 2020 haben rund 2’400 Bäuer/innen und Bürger/innen aus 11 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sowie der Schweiz über 1’300 Briefe an das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) geschickt. Darin haben sie das Seco aufgefordert, in den Freihandelsabkommen (FHA) mit Ländern des globalen Südens nicht länger Sortenschutzgesetze gemäss des UPOV91-Übereinkommens zu verlangen. Diese schränken den Zugang zu Saatgut ein und bedrohen damit die Saatgutvielfalt und Ernährungssicherheit. 

In einer Stellungnahme vom Februar 2020 reagierte das Seco auf diese Briefe – auf die nun die Koalition «Recht auf Saatgut», darunter Fastenaktion und HEKS, ihrerseits ausführlich reagiert hat (lange Fassung).

Eine Analyse der Koalition zu den wichtigsten Punkten des Seco finden Sie hier in einer Kurzfassung:  

Reaktion auf die Stellungnahme des Seco (Kurzfassung)

Beitritt zu UPOV91 ist keine Voraussetzung – aber Grundforderung

Die Schweiz würde «den Beitritt zu UPOV nicht zur Voraussetzung für den Abschluss eines Freihandelsabkommens» machen. Für die Schweizer Koalition «Recht auf Saatgut» ist diese Behauptung irreführend. Gemäss der Seco-Stellungnahme ist der Beitritt zu UPOV bzw. einem Sortenschutzgesetz gemäss UPOV91-Kriterien zwar keine Voraussetzung für ein Freihandelsabkommen mit der Schweiz. Es ist aber eine Grundforderung der Schweiz beim Beginn aller Verhandlungen für Freihandelsabkommen mit Nicht-UPOV Staaten.

Ein System von wenigen, dass für viele gelten soll

Das UPOV-Abkommen wird von den Interessen der Saatgutindustrie dominiert, auch wenn mittlerweile Entwicklungsländer zu den Mitgliedern zählen. Ursprünglich wurde das Abkommen 1961 durch sechs westeuropäische Länder verhandelt. Bei der Ausarbeitung der Version von 1991, die von der Schweiz in den Freihandelsabkommen eingefordert wird, waren die damals 20 UPOV-Mitgliedstaaten beteiligt. Das einzige Land des Südens am Verhandlungstisch war Südafrika, in dem dazumal Apartheid herrschte. Die Stimme des globalen Südens blieb aussen vor. Die UPOV-Konvention kann deshalb punkto Legitimität in keiner Weise mit einem Abkommen der UNO oder ihrer Fachorganisationen gleichgestellt werden, bei denen praktisch alle Länder an den Verhandlungen teilnehmen dürfen.  Die Entwicklungsländer unter den heutigen UPOV-Mitgliedern haben – wo immer möglich – die Version von 1978 ratifiziert, die ihnen auch punkto Bauernrechte mehr Freiheiten erlaubt. Ebenfalls grosse Landwirtschaftsproduzenten wie China, Brasilien oder Argentinien haben die Version 78 unterzeichnet. Das Seco fordert nun von viel ärmeren Ländern wie Indonesien oder Malaysia, dass sie strengere Sortenschutzmassnahmen einführen als diese Mega-Agrarproduzenten. Andere Entwicklungsländer, welche die UPOV-Akte von 1991 ratifiziert haben, taten dies, weil sie durch Freihandelsverträge wie jene der EFTA oder den USA dazu gezwungen wurden (z.B. Peru, Marokko, Costa Rica).  

Wasser predigen, Wein trinken

Anders als vom Seco behauptet, ist es deshalb nicht naheliegend, dass die Schweiz und die EFTA von den Partnerländern ein Sortenschutzrecht gemäss UPOV 91 einfordern. Umso mehr, da drei der vier EFTA-Staaten (Schweiz, Norwegen und Liechtenstein) diese Anforderungen mit ihren eigenen Gesetzen ja selbst gar nicht erfüllen: Die EFTA-Länder fordern von den Partnerländern strengere Sortenschutzgesetze, als sie selbst bereit sind einzuführen.

In seiner Stellungnahme suggeriert das Seco Offenheit, die Rechte der Bäuerinnen und Bauern am Saatgut besser zu berücksichtigen: «Ziel jedes von der Schweiz ausgehandelten FHAs ist es, die bestmögliche Lösung für alle Betroffenen zu schaffen. Die Schweiz und die andere EFTA-Mitgliedsstaaten sind darum offen, mit Partnerländern bei Bedarf individuelle Alternativlösungen zu finden… Dies wurde beispielsweise in den kürzlich abgeschlossenen Verhandlungen mit Indonesien und den Philippinen gemacht.»

Dies ist nicht korrekt. Gemäss dem Freihandelsvertrag muss Indonesien alle «wesentlichen Bestimmungen» von UPOV 91 umsetzen. Auch weiterhin ihre lokalen Sorten schützen zu dürfen, ist das Einzige, was Indonesien zugestanden wurde. Dies hat aber keinen direkten Zusammenhang mit dem Recht der Bauern und Bäuerinnen, Saatgut geschützter Sorten nachzubauen, zu tauschen oder zu verkaufen. Von einer «Alternativlösung» kann in diesem Fall also nicht die Rede sein.

 Im Widerspruch zu Bauernrechten

Um eine bestmögliche Lösung zu finden, ist es unabdingbar, auch die Interessen der Bäuerinnen und Bauern in den Verhandlungsprozess einfliessen zu lassen. Da die Verhandlungen zu den Freihandelsabkommen jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, gibt es für die Betroffenen keine Möglichkeit, direkt an den Gesprächen teilzunehmen. Dieser Ausschluss steht im Widerspruch zu den Rechten der Bäuerinnen und Bauern wie sie auch im Internationalen Saatgutvertrag der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) und in der Bauernrechtsdeklaration der UNO verankert sind. Darüber hinaus weigert sich das Seco bis heute, die Auswirkungen von UPOV91 auf die Menschenrechte zu prüfen. Obwohl verschiedene Studien und Berichte darauf hinweisen, dass die Einführung von UPOV91 sehr wohl Menschenrechte gefährden können, allen voran das Recht auf Nahrung.

Interessen der Konzerne als Priorität

Eine konkrete Forderung in den Briefen der Bäuerinnen, Bauern und weiteren Bürger/innen war unter anderem, in den laufenden FHA-Verhandlungen mit Malaysia auf die Forderung nach UPOV zu verzichten. Auf dieses konkrete Anliegen geht die Stellungnahme nicht ein.

Ausserdem verweist das Seco auf den Forschungsstandort Schweiz, der «auch in Partnerländern an einem angemessenen Schutz der Rechte an geistigem Eigentum interessiert ist». Es macht damit klar, dass es auch weiterhin die Interessen von kommerziellen und staatlichen Züchter*innen, darunter die marktdominierenden internationalen Agrarkonzerne, höher gewichtet als die Rechte der Bäuerinnen und Bauern.

Die Stellungnahme schliesst mit der Bereitschaft des Seco, «den Dialog mit den verschiedenen Interessengruppen weiterzuführen». Die Schweizer Koalition «Recht auf Saatgut» wird das Gespräch mit dem Seco weiterführen.

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