Emmanuel Umpula Nkumba ist Direktor der kongolesischen Organisation African Resources Watch (Afrewatch), die der Fastenaktion unterstützt wird.Emmanuel Umpula Nkumba ist Direktor der kongolesischen Organisation African Resources Watch (Afrewatch), die der Fastenaktion unterstützt wird.

Zwischen dem Reichtum an natürlichen Ressourcen und der wirtschaftliche Armut der in den Bergbaugebieten lebenden Bevölkerung besteht in der Demokratischen Republik Kongo nach wie vor eine riesige Kluft. Das im März 2018 verabschiedete neue Bergbaugesetz hat grundsätzlich das Potenzial, diese Missstände einzudämmen. Zweieinhalb Jahre nach seiner Überarbeitung ist seine Anwendung jedoch immer noch nicht optimal.

In den letzten 15 Jahren haben die Unternehmen in hohem Masse davon profitiert, dass es der kongolesische Regierung sehr wichtig war, ausländische Investitionen anzuziehen. Dies hat sich nachteilig auf betroffene Gemeinden ausgewirkt, wo es zu vielen Umweltschäden kam und Arbeiterinnen und Arbeiter Opfer zahlreicher Minenunfälle wurden. Die multinationalen Unternehmen zahlen zwar Steuern an die Regierung in der Hauptstadt Kinshasa.  «Doch es wird nur ein verschwindend kleiner Anteil für Projekte vor Ort eingesetzt, die das Leben der vom Bergbau betroffenen Gemeinschaften in den Bereichen Bildung oder Gesundheit verbessern würden», sagt Diane Crittin, Leiterin des Landesprogramms Kongo bei Fastenaktion. «Darüber hinaus wirken sich die grosse Macht der Unternehmen, die mangelnde Transparenz bei Vertragsverhandlungen und die verbreitete Korruption weiterhin negativ auf die Situation der Bevölkerung aus. »
Pprträt Diane CrittinDiane Crittin, verantwortlich für das Landesprogramm Kongo, moderierte das Gespräch mit den kongolesischen Partnerorganisationen
Das neue Bergbaugesetz hat zum Ziel, diese Probleme anzugehen, indem es den Gemeinden mehr Rechte garantiert und von den Unternehmen höhere Steuersätze verlangt. Unzufrieden mit den neuen Bestimmungen versuchen die Unternehmen, Steuersenkungen zu erreichen und nehmen manchmal die Regierung als Geisel. «Vor fast einem Jahr stellte Glencore seinen Kobaltabbau ein, weil die Rentabilität der Mine Mutanda, der größten Kobaltmine der Welt, zurückgegangen war», fährt Crittin fort. «Auf der anderen Seite gibt es immer noch Widersprüche im Bergbaugesetz und seinen Anwendungstexten. Es müssen zudem noch grosse Anstrengungen gemacht werden, um das Gesetz bei der Bevölkerung bekannt zu machen, damit die Betroffenen ihre Rechte auch kennen und geltend machen können.»

Lesen Sie die Abschlusserklärung über die Verwaltung des Bergbausektors in der DRK vom 02.10.2020, französisch

Lesen Sie die gemeinsame Pressemitteilung vom 29.09.2020, französisch

Sehen Sie sich das französische Webinar vom 23.09.2020 in voller Länge an, übersetzt in Englisch

Fastenaktion unterstützt Organisationen, die sich für die Stärkung von Gemeinschaften und die Förderung von guter Regierungsführung einsetzen. Mehrere Partner des Kongo-Programms von HEKS und Fastenaktion wie AfreWatch – darunter Emmanuel Umpula – und das Centre d’aide juridiqueo-judiciaire arbeiten an der effektiven Umsetzung des Bergbaugesetzes mit dem Ziel, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und die Transparenz von Unternehmen und Regierung zu verbessern.

Um die anwaltschaftliche Arbeit in den Bergbaugebieten des Kongo weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende.

 

 

Unterstützen Sie die Menschen in den Bergbaugebieten der DR Kongo!

Wählen Sie hier den Betrag, den Sie spenden möchten

Diese Website verwendet Cookies, die die Funktionalität der Website ermöglichen. Sie helfen uns dabei, die Interessen unserer Nutzer:innen zu analysieren. Damit optimieren wir für Sie unserer Inhalte und Ihre Spendenmöglichkeiten. Die gesammelten Daten werden weder durch uns noch durch unsere Partner verwendet, um Sie zu identifizieren oder zu kontaktieren. Mehr erfahren

Minenarbeiter in Lumumbashi Foto: Fastenaktion/Meinrad SchadeJunger Minenarbeiter in Lumumbashi Foto: Fastenaktion/Meinrad Schade

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in den Ländern des Südens erheblich. Die Demokratische Republik Kongo (DRK) bildet da keine Ausnahme, trotz einer niedrigen Infektionsrate seit dem ersten Fall am 10. März. Bis zum 5. Juni 2020 gab es offiziell 3643 Infektionen und 77 Todesfälle.

Die Folgen der Massnahmen zur Kontrolle des Coronavirus sind jedoch sehr präsent und haben für die kongolesische Bevölkerung schreckliche Folgen auf vielen Ebenen. Der Hunger statt des Coronavirus wurde zu einer Bedrohung für die informellen Arbeiterinnen und Arbeiter, welche täglich um ihr Überleben kämpfen. Die zu erwartende weltweite Konjunkturabschwächung dürfte erhebliche Auswirkungen auf das Land haben, dessen Wirtschaft in hohem Masse von dem Export von Rohstoffen abhängt.

Die Löhne der Bergleute sinken, aber nicht ihre Arbeitszeit

Fastenaktion unterstützt in der DRK neben den Projekten für die Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung auch solche, die den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen fördern. Unsere kongolesische Partnerorganisation Afrewatch ist eine NGO, die sich auf den Umgang mit den natürlichen Ressourcen spezialisiert hat. Im vergangenen Monat veröffentlichte sie ein Bulletin, das die Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitssituation im Bergbausektor untersucht. Dabei konzentrierten sie sich auf die Provinzen Haut-Katanga und Lualaba im Südosten des Landes.

Angesichts der beobachteten Situation empfiehlt Afrewatch den beiden Provinzregierungen, dafür zu sorgen, dass die Unternehmen die Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten auch während dem Lockdown verbessern. Sie sollen zudem transparent aufzeigen, wie sie die zusätzlichen Mittel, die sie wegen der Pandemie erhalten, verwalten und einsetzen.

Gleichzeitig drängt Afrewatch die Bergbauunternehmen selbst, die nationalen Arbeitsgesetze einzuhalten und in die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Gebieten zu investieren, wo die Leute zu Hause bleiben müssen. Den neuesten Stand des Berichts von Afrewatch finden sie hier auf Französisch.

Journalisten und Menschenrechtsverteidigerinnen inhaftiert

Auch Europäische Netzwerk für Zentralafrika (EurAc), dem Fastenaktion angehört, hat in den letzten Wochen die Auswirkungen des Coronavirus im Kongo untersucht. Angeschaut wurden die Einhaltung der Grundrechte, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, die Ernährungssituation und die Versorgungsketten der Rohstoffe. Dies hat zu einer Reihe Empfehlungen für jeden Sektor geführt, welche der Fastenaktion unterstützt werden:

Unter anderem sollen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten lokale und internationale Menschen- und Frauenrechtsorganisationen in der Region der Grossen Seen an der Grenze zu Burundi und Ruanda fördern und schützen. Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit sollten angefochten werden. Die unabhängigen Medien sollen unterstützt werden. Europäische Diplomaten und Diplomatinnen sollten die Möglichkeit wahrnehmen, an den Prozessen gegen Journalist/innen, Menschenrechtsverteidiger/innen und weiteren politischen Gefangenen teilzunehmen und sie – wie in den Richtlinien für Menschenrechtsverteidiger/innen festgelegt – im Gefängnis zu besuchen. Politische Gefangene und Personen in Untersuchungshaft sollten unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden. Die umfassende Analyse von EurAc auf Englisch ist hier verfügbar.

Fastenaktion plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. Hier finden Sie mehr zu unserer Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo.

Um diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende.

 

 

Tragen Sie dazu bei, die Rechte der armen Bevölkerung zu schützen!

Wählen Sie hier den Betrag, den Sie spenden möchten