Maman Danga Esambo ist Mutter von sieben Kindern. Zusammen mit anderen Frauen hat sie eine Solidaritätsgruppe gegründet. 

«Ich bin Vorsitzende des Vereins Anawedja, was so viel wie Die Ausländerinnen bedeutet. Wir bewirtschaften gemeinsam Reis und Erdnussfelder. Im April und Mai ernten wir den Reis. Einen Teil lagern wir für den Verbrauch ein, ein Teil wird verkauft, und der Rest wird als Saatgut an die Mitglieder unseres Vereins weitergegeben, damit sie dieses auf ihren eigenen Feldern aussäen können. In der darauffolgenden Saison bauen wir Erdnüsse an. Von dieser Ernte verkaufen wir einen Teil, um mit dem Ertrag die Schuluniformen für unsere Kinder zu kaufen. Die Kinder brauchen ausserdem Armmanschetten und Bücher.

Wir Frauen kaufen von diesem Geld auch Hacken für die Feldarbeit, ausserdem Dinge des täglichen Bedarfs für unsere Familien.

Zudem schaffen wir uns Jungtiere für die Zucht an, um unsere landwirtschaftliche Produktion zu erweitern. Ein Teil der Einnahmen fliesst in die Solidaritätskasse. Zudem führen wir regelmässige Treffen durch, bei denen jedes Mitglied seine Beiträge für die Solidaritätsgruppe entrichtet. Doch nicht alle zahlen gleich viel ein. Einige zahlen nie. Das macht es für uns wiederum schwierig, sie zu unterstützen, wenn sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Wir Bäuerinnen brauchen die Unterstützung der Politik, denn wir wollen uns weiterentwickeln.

Wir brauchen Schulungen in der modernen landwirtschaftlichen Praxis. Wir möchten verschiedene Früchte und Gemüse anpflanzen, damit wir unsere Produktion variieren und ausbauen können.»

Seit über 20 Jahren stehen im Mittelpunkt der Arbeit von Fastenaktion und seinen Partnerorganisationen Solidaritätsgruppen. Dank des Ansatzes wird der Hunger nachhaltig und langfristig reduziert. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Maman Danga Esambo steht vor einer Wand. Sie ist Mutter von sieben Kindern. Zusammen mit anderen Frauen hat sie eine Solidaritätsgruppe gegründet.
Danga Esambo bewirtschaftet mit anderen Frauen Felder. Ein Teil des Erlöses aus der Ernte fliesst in die Solidaritätsgruppe.

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Am 8. März ist der internationale Frauentag! In den Projekten von Fastenaktion ist Geschlechtergerechtigkeit ein zentraler Handlungsansatz. Zwei Projekte aus Burkina Faso veranschaulichen auf eindrückliche Weise, wie erfolgreiche Gender-Arbeit über reine Frauenförderung hinausgeht.

Ein Text von Romana Büchel, Fachverantwortliche Gender, Religion & Kultur und Natacha Compaore, Koordinatorin des Landesprogramms Burkina Faso bei Fastenaktion

Gemeinsame Feldarbeit führt zum Erfolg

Seit einigen Jahren arbeitet Fastenaktion mit der Frauenorganisation Lougouzéna in Zentral-Burkina Faso zusammen. Mehr als 1‘500 Frauen sind in Frauengruppen organisiert. Die Gruppen haben das Ziel, durch sozioökonomische Aktivitäten die Lebensbedingungen ihrer Familien zu verbessern. Dies geschieht unter anderem durch die Herstellung und Vermarktung von Karitébutter und dem beliebten Sumbala-Gewürz. Gleichzeitig stärkt Lougouzéna durch nachhaltige landwirtschaftliche Techniken die Ernährungssicherheit. Dafür stellen die Frauen beispielsweise selbst organischen Dünger her, der die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht und die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber der Klimaerwärmung macht.

Die Arbeit in den Projekten hat gezeigt, dass die Frauen zwar durch die Ausbildungen gestärkt werden, sie aber nicht alle körperlichen Arbeiten effizient durchführen können – was wiederum ihr erworbenes Wissen unnütz macht. Im Jahr 2022 wurde daher das Projekt überarbeitet und seitdem werden auch Männer in die Aktivitäten miteinbezogen. Sie unterstützen die Frauen bei schweren Arbeiten wie der Herstellung von Kompost und der Bewirtschaftung der Felder der Gruppen. Dies ist eine logische Erweiterung des Projekts, denn bereits im Alltag werden die Familienfelder gemeinsam bearbeitet. Die Verantwortlichen von Lougouzéna haben realisiert, dass nur das Zusammenwirken der Geschlechter ein Projekt zum Erfolg führen kann.

Die Herstellung und der Verkauf von Karitébutter ist eine wichtige Einkommensquelle der Frauen.

Zugang zu Land unabhängig vom Geschlecht

ADIF, eine weitere Frauenorganisation, arbeitet im nördlichen Zentrum von Burkina Faso in der Gemeinde Bourzanga ebenfalls mit Frauengruppen. In dieser stark patriarchal geprägten Gesellschaft erben die Söhne das Land ihrer Väter. Die Mädchen und Frauen gehen hingegen leer aus und sind lediglich Arbeitskräfte auf den Feldern des Vaters resp. später des Ehemannes. In einer ersten Projektphase erlernten die Frauen, ihre landwirtschaftlichen Produkte auf dem Markt zu verkaufen. Damit wollte ADIF ihr Selbstbewusstsein stärken und die Ernährungssicherheit verbessern. Eine nachhaltige Sicherung der Ernährung kann aber nur erreicht werden, wenn auch Frauen Zugang zu Land bekommen. Im Jahr 2020 bekamen daher rund 50 Frauen jeweils einen halben Hektar Land, auf welchem sie nun Niebé (Augenbohnen), Erdnüsse und Erbsen produzieren, die sie später auch selbstständig vermarkten können.

Ein Problem, das es nun noch zu lösen gilt, ist die Absicherung ihres Landbesitzes durch staatliche Dokumente. Das betrifft sowohl die Männer, welche das Land abgeben, wie auch die Frauen, die solches erhalten. Durch Appelle der Partnerorganisation an den burkinischen Staat soll dies für beide Parteien erreicht werden. Denn momentan befinden sich selbst Männer aufgrund des Fehlens dieser Dokumente in einer unsicheren Situation im Hinblick auf den Landbesitz.

In unseren Programmen sollen sich Menschen unabhängig vom Geschlecht selbst befähigen, ihre Interessen zu verfolgen und ihre spezifischen Rechte einzufordern. Die Gender-Arbeit muss sich daher immer auch mit der Vergabe von Ressourcen und der Umverteilung von Macht befassen. Und im Idealfall löst Geschlechtergerechtigkeit in den Fastenaktions-Programmen auch einen gesellschaftlichen Veränderungsprozess aus.

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