Zugang zu Land unabhängig vom Geschlecht
ADIF, eine weitere Frauenorganisation, arbeitet im nördlichen Zentrum von Burkina Faso in der Gemeinde Bourzanga ebenfalls mit Frauengruppen. In dieser stark patriarchal geprägten Gesellschaft erben die Söhne das Land ihrer Väter. Die Mädchen und Frauen gehen hingegen leer aus und sind lediglich Arbeitskräfte auf den Feldern des Vaters resp. später des Ehemannes. In einer ersten Projektphase erlernten die Frauen, ihre landwirtschaftlichen Produkte auf dem Markt zu verkaufen. Damit wollte ADIF ihr Selbstbewusstsein stärken und die Ernährungssicherheit verbessern. Eine nachhaltige Sicherung der Ernährung kann aber nur erreicht werden, wenn auch Frauen Zugang zu Land bekommen. Im Jahr 2020 bekamen daher rund 50 Frauen jeweils einen halben Hektar Land, auf welchem sie nun Niebé (Augenbohnen), Erdnüsse und Erbsen produzieren, die sie später auch selbstständig vermarkten können.
Ein Problem, das es nun noch zu lösen gilt, ist die Absicherung ihres Landbesitzes durch staatliche Dokumente. Das betrifft sowohl die Männer, welche das Land abgeben, wie auch die Frauen, die solches erhalten. Durch Appelle der Partnerorganisation an den burkinischen Staat soll dies für beide Parteien erreicht werden. Denn momentan befinden sich selbst Männer aufgrund des Fehlens dieser Dokumente in einer unsicheren Situation im Hinblick auf den Landbesitz.