Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die von der Uno-Generalversammlung am 10. Dezember 1948 verabschiedet wurde, ist ein Meilenstein der menschlichen Zivilisation. Zum ersten Mal überhaupt einigte sich die Weltgemeinschaft auf grundlegende Rechte, die allen Menschen zustehen, egal wer sie sind, an was sie glauben und wo sie leben. Auch 75 Jahre später gibt es guten Grund, stolz auf die Ideen und Prinzipien zu sein, die in diesen 30 Artikeln stecken.
Menschenrechte unter Druck
Leider ist die Menschheit vielerorts noch immer weit entfernt von dieser Vision einer besseren Welt. Dies illustriert nur schon die hohe Zahl an Konflikten: 2022 nahmen sie laut dem Global Peace Index in 79 Ländern zu, 91 Staaten waren gar in externe bewaffnete Konflikte verwickelt – besonders viel Aufmerksamkeit erhalten aktuell die Kriege in der Ukraine und in Israel.
Menschenrechte sind meist die ersten Opfer solcher Konflikte. Doch auch in den weitgehend friedlichen demokratischen Ländern stehen sie zunehmend unter Druck, sei es durch ideologisch inspirierte Bücherverbote in US-Schulbibliotheken oder durch Regierungen in Europa, die öffentlich drohen, aus der Europäischen Menschenrechtskonvention auszutreten, um sich nicht an deren Regeln halten zu müssen.