Bericht des Weltklimarats zeigt: Die Staaten müssen endlich entschlossen handeln. Fastenaktion setzt sich auf verschiedenen Ebenen dafür ein.
Heute hat der Weltklimarat in Interlaken seinen zusammenfassenden Bericht veröffentlicht. Der Bericht zeigt: Die Staaten müssen endlich Verantwortung übernehmen und entschlossen handeln. Denn die Klimakrise trifft die Ärmsten besonders hart. Dies sieht Fastenaktion in seiner täglichen Arbeit.

Ein Kommentar von Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion

Nach mehreren umfangreichen Klimastudien (IPCC AR6) und Sonderberichten unter der Beteiligung von tausenden von Klimaforscher:innen aus aller Welt, hat der Weltklimarat (IPCC) heute Montag in Interlaken seine Schlussfolgerungen aus diesen Berichten, sowie seine Empfehlungen vorgelegt. Das, was wir heute vom IPCC hören, ist die wissenschaftliche Grundlage zum Handeln für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Der Klimawandel, wie wir ihn heute bereits erleben, führt zu Schäden, Verlusten und Armut. Wir bei Fastenaktion versuchen, mit unserer Arbeit und auch mit Nothilfe diesen Auswirkungen zu begegnen. Denn zu den Hauptleidtragenden gehören auch die Menschen in den Projektländern von Fastenaktion. Das sieht auch der Weltklimarat so: «Dies hat zu weitverbreiteten nachteiligen Folgen und damit verbundenen Verlusten und Schäden für Natur und Menschen geführt. Verwundbare Bevölkerungsgruppen, die historisch am wenigsten zum aktuellen Klimawandel beigetragen haben, sind unverhältnismässig stark betroffen.» Diese Hilfe wird in Zukunft immer wichtiger und braucht Entwicklungs- sowie Klimafinanzierung.

Klimakrise trifft die Ärmsten am stärksten

Der IPCC weist wie Fastenaktion in seinem Bericht «Das entscheidende Jahrzehnt» erneut darauf hin, dass entschlossenes Handeln in den nächsten sieben Jahren bis 2030 entscheidend ist für das Wohl von uns allen – aber insbesondere für die Menschen im globalen Süden. Der IPCC und Fastenaktion fordern die Einhaltung des jährlich schrumpfenden Restbudgets an CO2. Der Klimawandel betrifft alle Menschen, aber die Folgen für die Ärmsten sind am dramatischsten. In unserer täglichen Arbeit bei Fastenaktion sehen wir das Leid und den Hunger, welche die Klimakrise hervorrufen. Der Bericht des Weltklimarats ist hier eindeutig: Jede zusätzliche Tonne CO2 führt zu mehr Dürren, mehr zerstörerischen Stürmen und weiter ansteigenden Meeren.

Aus fossilen Brennstoffen aussteigen

Der IPCC hat uns heute zudem nochmal deutlich gemacht, dass wir immer noch eine Chance haben die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Politiker:innen, die das als unrealistisch oder hoffnungslos bezeichnen, offenbaren ihre Unverantwortlichkeit und ihren Unwillen, angemessen und zum Wohle aller zu handeln. Leider ist dies die Realität, mit der wir konfrontiert sind. Entsprechend zeigt der IPCC-Bericht, dass Regierungen immer noch mehr Geld für die fossile Wirtschaft ausgeben als für Anpassung und Abmilderung des Klimawandels.

Der Bericht lässt meiner Meinung nach nur einen Schluss zu: Der sofortige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, um unter 1,5 Grad Celsius globaler Erwärmung zu bleiben. Für diesen Ausstieg sieht der Bericht nur noch wenige Jahre Zeit, sofern wir grosses Leid vermeiden und ein Überleben der Menschheit unter würdigen Bedingungen sichern wollen. Dazu der Weltklimarat in seinem Bericht: «Das Zeitfenster, in dem eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für alle gesichert werden kann, schließt sich rapide.»

Wir können handeln

Solch eine Zukunft in Sicherheit wird unmöglich sein, wenn wir nicht aus den fossilen Brennstoffen aussteigen. Das gilt zuallererst für reiche Länder wie die Schweiz. Sowohl die Landesregierung, die Kantone, aber auch wir alle können handeln. Dieses Jahr zum Beispiel mit einem klaren «Ja zum Klimaschutzgesetz» am 18. Juni.

Denn die Schweiz kann sich mit hundert Prozent erneuerbarer Energie versorgen und ihre Landwirtschaft klimaneutral ausrichten. Es gibt keinen Grund weiterhin Kohle, Öl und Gas zu nutzen oder in anderen Ländern Regenwälder für unseren Konsum abzuholzen.

Die Hauptaussagen des Weltklimarat-Berichts finden Sie hier auf Deutsch.

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Die Schweiz lebt ab heute auf CO2-Kredit

Die Folgen der Klimakrise wie Dürren, Starkregen oder Hitzewellen kommen in allen Partnerländern von Fastenaktion vor. Bereits 1989 waren die Folgen der Klimakrise das Thema der damaligen Ökumenischen Kampagne. Was hat sich seither verändert? Viel zu wenig. Die Untätigkeit der letzten Jahrzehnte hat aber Konsequenzen: Wir leben ab heute in der Schweiz auf Kredit.

Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Warum leben wir ab heute auf CO2-Kredit? Ich möchte dies an einem erfundenen Beispiel erklären. Stellen Sie sich vor, 1990 hätten Sie auf einem Bankkonto 1.8 Millionen Franken gehabt und sich im Alter von 65 Jahren zur Ruhe gesetzt. Wie wir alle hätten Sie gerechnet: noch ungefähr 30 Jahre zu leben macht pro Jahr 60’000, pro Monat rund 5’000 Franken, die sie von Ihren 1.8 Mio ausgeben dürfen. Damit kann man in der Schweiz als Einzelperson leben, ohne Not zu leiden.

Über dem Budget gelebt
Die Herausforderung 1990 war aber, dass Sie mit Ihrem Lebensstil pro Monat 10’000 Franken verbraucht haben. Sie haben ihren Lebensstil nicht ihrem Budget von 5’000 Franken angepasst. Dies führt zur Situation, in der Sie nach 15 Jahren Ihres Ruhestandes kein Geld mehr gehabt hätten. Ab dann mussten andere für Ihre Ausgaben aufkommen – zum Beispiel Ihre Kinder. Genau dies passiert zur Zeit mit unserem CO2-Budget, wir haben unser Budget aufgebraucht und Leben ab sofort auf Kredit. Wir leben lieber das Leben weiter wie bisher und geniessen unseren Lebensstil auf grossem Fuss. Die Frage nach dem Guthaben bleibt unbeantwortet, sie wird nicht mal gestellt.  

Wir fordern Klimagerechtigkeit!
Fastenaktion und HEKS haben sich deshalb die Frage nach dem Guthaben gestellt. Das Ziel war zu ermitteln wie viel COdie Schweiz noch ausstossen darf, wenn sie sich klimagerecht verhalten will. Die ernüchternde Wahrheit: die Schweiz hat Mitte März 2022 die letzte klimagerechte Tonne COausgestossen. In der Finanzsprache: Ab heute leben wir auf CO2-Kredit. Das Konto ist leer und andere müssen für unser Verhalten bezahlen. Die Generationen nach uns und auch die Menschen im globalen Süden, die schon jetzt stark unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden. Das ist ungerecht. Die Schweiz steht in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Es braucht griffige Massnahmen, damit die Schweiz bis 2040 klimaneutral wird.

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Stefan SalzmannStefan Salzmann

Anpassung an den Klimawandel – es braucht mehr Mittel

Der neuste Bericht des Weltklimarates sagt klar: in Armut lebende Menschen sind nicht in der Lage, sich ausreichend an die Klimaerhitzung anzupassen. Das gefährdet ihre Versorgung mit Nahrungsmittel. Hier sind die Verursacher der Klimakrise in der moralischen Pflicht. Sie müssen Unterstützung bieten. Agrarökologische Landwirtschaft oder die Versorgung mit sauberer Energie sind Anpassungsstrategien. Damit arbeitet auch Fastenaktion in seinen Projekten.

 

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte Energie- und Klimagerechtigkeit, Fastenaktion

Das Recht auf Nahrung ist nicht mehr gewährleistet
Das neue Kapitel des 6. Berichtes vom Weltklimarat wurde am 28.02.2022 präsentiert. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen der Klimakrise. Die Strategien zur Anpassung (Adaptation) an die Auswirkungen der Krise sind je nach Kontext unterschiedlich. Die grösste Herausforderung erleben verletzliche Bevölkerungsgruppen. Zu denen gehören allen voran in Armut lebende Menschen im globalen Süden. Ihnen fehlen die Mittel für Anpassungen. Diese Menschen sind oft auf die Produktion von Nahrung durch kleinbäuerliche Systeme angewiesen. Doch nach extremen Wetterereignissen kann diese nicht mehr gewährleisten werden. Felder werden überflutet, Dürre vertrocknet die Ernte. Das Recht auf Nahrung ist nicht mehr garantiert.

Klimagerechtigkeit jetzt!
Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, ob sich diese Menschen an die Klimaerhitzung anpassen können. Reiche Länder wie die Schweiz haben hier eine grosse Verantwortung. In Armut lebende Menschen müssen unkompliziert unterstützt werden. Dafür sind finanzielle Mittel nötig. Diese ausreichend bereit zu stellen, muss innerhalb der internationalen Klimaverhandlungen geschehen. Die Schweiz nimmt in dieser Frage eine bremsende Rolle ein – das ist beschämend. Dabei steht im neusten Teilbericht des Weltklimarates, der heute publiziert wurde, klar: der Bedarf an Unterstützung für Anpassungsmassnahmen wird dramatisch steigen. Diesen Bedarf nicht anzuerkennen bedeutet; die Ungerechtigkeit wird sich weiter verschärfen.

Diese Ambitionen braucht es in der Schweiz
Der effizienteste Weg, Klimaungerechtigkeit zu stoppen ist, die Klimaerwärmung auf 1.5 Grad Celsius zu begrenzen. Dafür muss die Schweiz ihre Ambitionen steigern. Das Parlament muss ein Netto-0 Ziel bis 2040 beschliessen. Möglichkeiten dazu bieten das CO2 Gesetz und die Gletscherinitiative, die zur Zeit beraten werden. Darüber hinaus muss die Schweiz in Armut lebende Menschen im globalen Süden unterstützen. Auch sie sollen wo möglich Treibhausgase reduzieren – dazu braucht es aber einen KnowHow-Transfer und die entsprechenden Mittel. Bereits eingetretene Schäden und Verluste müssen kompensiert werden, auch von der Schweiz. Denn die Menschen im globalen Süden, haben am wenigsten zur Klimaerhitzung beitragen, leiden aber am Stärksten unter den Folgen.

Zugang zu Energie für alle
Eine Transition hin zu sauberer erneuerbarer Energie ist Teil der Lösung des Klimaproblems. Insbesondere in Armut lebende Menschen haben hier einen Bedarf. Energieversorgung und Anpassung an die Klimaerhitzung hängen oft zusammen: Anpassung kann bedeuten, Felder zu bewässern, die unter Trockenheit leiden. In Fällen wo dafür Pumpen nötig sind, müssen diese mit Energie versorgt werden. Mehrerträge aus den Ernten müssen gelagert und anschliessend verkauft werden können. So werden Produktionsengpässe überbrückt und Einkommen generiert, um für die restliche Zeit des Jahres Nahrungsmittel einkaufen zu können. Doch um Nahrungsmittel zu lagern, braucht es Kühlschränke und Tiefkühltruhen – und somit auch Energie. Zugang zu sauberer erneuerbarer Energie ist eine Anpassungsmassnahme, die funktioniert. Unsere Partnerorganisationen, zum Beispiel in Kolumbien, arbeiten erfolgreich mit dieser Strategie. Damit ermöglichen sie den Menschen in den Projekten sich an die Klimaerhitzung anzupassen. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zur Minderung von Treibhausgasen – da keine Generatoren eingesetzt werden müssen.

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Abschlusskommentar zur COP26

Den Worten müssen Taten folgen

Glasgow war zum Glück nicht die Klimakonferenz der letzten Chance – sie wäre sonst verpasst. Zum Abschluss wurde zwar erklärt, dass jetzt gehandelt werden muss – so klar wie nie zuvor – wenn wir die Klimaerhitzung stoppen wollen. Doch verpflichtende Massnahmen fehlten in der Abschlusserklärung. Fastenaktion wird sich weiter gegen die Klimaerhitzung engagieren, denn die Ärmsten sind die, die bereits jetzt an den Folgen leiden.

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte Energie- und Klimagerechtigkeit, Fastenaktion

An der Klimakonferenz in Glasgow wurde in erster Linie am Regelwerk weitergearbeitet, welches die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris klären soll. So ist positiv zu werten, dass die Abschlusserklärung von Glasgow die Dringlichkeit zu handeln benennt, klarer als jemals zuvor. Subventionen für Technologien, die fossile Energien nutzen, sollen explizit reduziert werden. Das Runterfahren der Nutzung von Kohleenergie ist Konsens. Die Lücke zwischen dem Ziel des Pariser Abkommens und den aktuellen Versprechen, auch jenen zur Klimafinanzierung, sind anerkannt. Die finanzielle Unterstützung für Klimaanpassung soll verdoppelt werden.

Verursacher müssen für Schäden zahlen
Ein Thema wurde von der Zivilgesellschaft zusammen mit den ärmsten Ländern auf die Traktandenliste gepusht: Das Thema der bereits eingetretenen Schäden und Verluste. Wenn jemand an der Küste sein Haus verliert weil der Meeresspiegel steigt, dann ist das Haus für immer verloren. Diese Menschen sind darauf angewiesen, dass die Verursacher der Klimaerhitzung für diese Schäden zusätzliche finanzielle Mittel sprechen. Über die Höhe und den Verteilmechanismus werden wir in den kommenden Jahren reden müssen. In Glasgow ist man sich lediglich einig geworden, dass Schäden & Verluste anerkannt werden und es einen Dialog dazu geben soll. Was nach wenig Fortschritt klingt, ist eine Basis, auf der man in den kommenden Jahren aufbauen muss.

Nachhaltige erneuerbare Energien sind zwingend
Dass man die Entwaldung global stoppen muss um die Klimaerwärmung zu begrenzen, wussten wir auch schon vor Glasgow. Dass Länder wie Brasilien ihren Kurs ändern, weil sie dieses Anliegen mittragen, war zu wünschen aber kaum zu erwarten. Dementsprechend gab es auch keine Zugeständnisse in diesem Bereich. Im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien kündet Brasilien neue Staudammprojekte an. Dies tönt zuerst gut, ist leider aber nicht so. Denn die grossen Staudammprojekte sind eine Gefahr für das Überleben von lokalen indigenen Gemeinschaften. Oft werden ihre Rechte nicht respektiert, ihr Land wird überflutet, sie verlieren ihre Lebensgrundlage. Fastenaktion wird seine Arbeit für erneuerbare Energiesysteme, die die Interessen der Armen berücksichtigen, fortführen.

Den Worten müssen Taten folgen
An der Konferenz gab es Bemühungen ehrgeizige Ziele zu formulieren, um die Klimaerwärmung zu stoppen. Doch diese Pläne sind alle freiwillig. Wie im Pariser Klimaabkommen festgelegt ist das Ziel die Erderwärmung auf 1.5 Grad zu begrenzen. Die zurzeit von den Ländern eingereichten Massnahmen würde die Erderwärmung aber erst bei 2.4 Grad stoppen. Bis 2025 müssen alle Länder neue Klimaziele einreichen und zeigen, wie sie ihren Treibhausgasausstoss reduzieren wollen, damit die 1.5 Grad Grenzen erreicht werden kann. Dazu ist eine Reduktion von mindestens 45 Prozent nötig. Dieses Ziel nicht zu erreichen wäre eine Missachtung des Abkommens und würde fatale Folgen für die Ärmsten bedeuten. Denn diese spüren die Klimaveränderungen schon heute. Dürren und Überschwemmungen sind an der Tagesordnung – sie verlieren ihre Lebensgrundlagen. 

Glasgow wird nicht als die Klimakonferenz in die Geschichte eingehen, die grosse Schritte versprochen hat. Doch es wurden viele kleine Schritte in die richtige Richtung gemacht. Nun gilt es diese Schritte zu nutzen und sich dem Ziel der 1.5 Grad konstant zu nähern. Fastenaktion wird sich auch in Zukunft für mehr Klimagerechtigkeit einsetzen – damit alle genug zum Leben haben.

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Klimagerechtigkeit: Beschleunigen statt bremsen! Bitte! Jetzt!

Am Montag erschien der neueste wissenschaftliche Bericht des UNO Weltklimarat (IPCC) zum Klimawandel. Die Aussagen alarmieren: Im IPCC Bericht steht in deutlichen Worten, dass der Einfluss der Menschen auf die Klimaerwärmung eindeutig ist. Die negativen Veränderungen sind über Jahrhunderte bis Jahrtausende unumkehrbar.

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte Energie- und Klimagerechtigkeit, Fastenaktion

Der IPCC-Bericht sagt unter anderem, dass die Extreme in Zukunft noch schlimmer werden. Doch schon jetzt erleben wir: Hitze in Kanada und Griechenland, Waldbrände in Griechenland, Türkei, Russland und Kalifornien, Starkniederschläge sowie Hagelstürme in der Schweiz, Dürren im Iran als auch Rekordwerte bei der Gletscherschmelze in Grönland. Häufigkeit und Intensität von Hitzeextremen und Starkniederschlägen sowie landwirtschaftliche und ökologische Dürren werden zunehmen. Partnerorganisationen der Fastenaktion berichten bereits seit Jahren, dass solche Extreme immer häufiger werden.

 

Die Welt braucht jetzt keine Bremser, sondern Gestalter

Der Ausstieg aus fossilen Energien muss konsequent erfolgen. Fastenaktion fordert Netto-Null bis 2040 auf einem linearen Absenkpfad. Denn es ist wichtig, wie viel Emissionen wir noch ausstossen – das sogenannte CO2-Budget – und nicht nur, wann wir bei null ankommen. Doch der Bundesrat ignoriert die Dringlichkeit der Klimakrise. Heute Mittwoch formuliert er einen ungenügenden Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative.

Mehr Klimagerechtigkeit

In der Schweiz haben wir mit der Ablehnung des revidierten CO2 Gesetzes demokratisch entschieden, dass wir lieber keinen Schritt zu mehr Klimagerechtigkeit tun als einen kleinen. Der Bundesrat folgt nun diesem mutlosen Entscheid. Dies ist umso tragischer, da viele Menschen im globalen Süden  schon jetzt massive Auswirkungen der Klimakrise spüren. Zum Beispiel auf den Philippinen: Ein Taifun hat Küstenbewohnerinnen und -bewohner gezwungen in den Slum von Manila umzusiedeln. Als Hauptleidtragende haben sie keine Möglichkeit, entscheidend etwas gegen die Klimakrise zu unternehmen. Sie verursachen die Klimaerhitzung nicht – aber sie tragen die maximalen Kosten.

Fastenaktion an der Klimakonferenz

Fastenaktion bringt diese Menschen und deren Stimme an die Klimakonferenz (COP26) in Glasgow im November. Dort müssen zu Gunsten der Leidtragenden der Klimaeerhitzung Aktionspläne verabschiedet werden – ausserhalb der politischen Verhandlungsagenda. Sich nur auf Detailverhandlungen zu fokussieren und die Dringlichkeit sofortigen Handelns auszuklammern wäre skandalös. Die Zeichen waren noch nie so deutlich wie jetzt – darum muss jetzt endlich etwas geschehen!

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