Update vom 21. November

Inzwischen ist weitgehend klar, welche Schäden das Erdbeben in Nepal angerichtet hat. Laut dem nepalesischen Roten Kreuz wurden fast 30’000 Häuser zerstört oder beschädigt. In den Projektgebieten von Fastenaktion haben 228 Häuser und drei Schulen den heftigen Erschütterungen nicht standgehalten, über 1’000 weitere Häuser sind beschädigt. Unsere Hilfe ist angelaufen. 

Der Wintereinbruch lässt die Temperaturen bedrohlich sinken, was die Menschen besonders trifft, die beim Erdbeben ihr Zuhause verloren haben. Derzeit leben über 34’000 nepalesische Familien in Zelten. Für ihren Schutz vor der eisigen Kälte ist es entscheidend, die zerstörten Häuser möglichst schnell wieder aufzubauen. 

Fastenaktion hat in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Saharkarmi Samaj ein Hilfsprojekt gestartet. Bei den sogenannten «Solidarity Camps» helfen jugendliche Freiwillige den betroffenen Familien beim Wiederaufbau der Häuser.  

Die ersten Arbeiten beginnen in diesen Stunden und konzentrieren sich zunächst auf die Auswahl von Schulen sowie die Häuser der ärmsten Familien. Diese gehören zu den untersten Kasten und bekommen nur wenig Unterstützung. Die Hilfe von Fastenaktion erreicht mehr als 300 Familien und ist ein Hoffnungsschimmer in dieser schwierigen Zeit. 

7. November 2023

Das schwere Erdbeben vom 4. November hat auch Regionen getroffen, in denen Fastenaktion aktiv ist. Die Schäden sind verheerend, und es ist weiterhin schwierig, abgelegene Regionen zu erreichen. Bisher haben wir keine Kenntnis von Toten oder Schwerverletzten in unseren Projekten. Derzeit prüfen wir mit unseren Partnerorganisationen den Einsatz von Nothilfe.  

Fastenaktion hat Projekte im Erdbebengebiet, derzeit wird dort das Ausmass der Schäden geprüft. Viele Regionen sind jedoch nach wie vor schwer zu erreichen. Bislang gibt es noch keine Angaben über Tote oder Verletzte in unseren Projekten. 

Unser lokaler Programmkoordinator, Samrat Katwal, berichtet von Häusern aus Stein und Lehm, die einfach in sich zusammengefallen sind. In den simplen Bauten leben häufig die ärmsten Menschen – etwa Dalits, die der untersten Kaste angehören und oft Diskriminierung und Ausbeutung erleben. 

Nothilfemassnahmen in Abklärung  

Wir prüfen nun mit unseren Partnerorganisationen Hilfe für den Wiederaufbau. Nach dem letzten schweren Erdbeben in Nepal im Jahr 2015 initiierte Fastenaktion sogenannte «Solidarity Camps», in denen Jugendliche bei den Wiederaufbau-Arbeiten halfen. Solche lokalen Initiativen kommen auch diesmal in Frage. 

Lokale Ansätze für den Wiederaufbau sind wichtig, weil ein Grossteil der internationalen Hilfe zeitlich begrenzt ist. Gerade für die schwächsten Haushalte ist es schwierig, den Wiederaufbau alleine zu bewerkstelligen. 

Fastenaktion engagiert sich seit Jahrzehnten für die Ernährungssicherheit der Menschen in Nepal. Wir setzen alles daran, dass unsere langfristige Arbeit im Land trotz der Katastrophe weitergeht und wir den betroffenen Menschen helfen können.

Erdbeben vom 4. November

Das Erdbeben mit einer Stärke von 6,4 auf der Richterskala ereignete sich um 23:47 Uhr Ortszeit. Die Erschütterungen waren im ganzen Land spürbar, besonders stark betroffen sind die Distrikte Jajarkot und Karnali im Westen Nepals. Mittlerweile haben die Behörden 157 Tote und über 256 Verletzte bestätigt (Stand 5.11.2023). Tausende Häuser sind stark beschädigt und unbewohnbar. 

Ein zerstörtes Haus, dass durch das Erdbeben in Nepal eingestürzt ist.
Das Erdbeben hat tausende Häuser zerstört oder stark beschädigt.

Unterstützen Sie den Wiederaufbau in Nepal

Wählen Sie hier den Betrag aus, mit dem Sie die Menschen in Nepal unterstützen möchten.

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Süden von Haiti erneut von Erdbeben heimgesucht

Ein starkes Erdbeben erschütterte den Süden von Haiti am Morgen vom 14. August 2021. Mit einer Magnitude von 7,2 erreicht dieses Beben dieselbe Stärke wie jenes in 2010, welches die Hauptstadt Port-au-Prince und deren Umgebung verwüstete.
Diesmal hat es den Süden von Haiti getroffen – eine Region, die sich noch immer nicht ganz erholt hat von der Beschädigung des Hurrikans Matthew im Jahr 2016. Fastenaktion und Partnerorganisationen helfen nachhaltig.

Ein Kommentar von Leon Jander, Landesprogramm Haiti

Der Verlust von Menschenleben sowie die Materialbeschädigung dieses Erdbebens scheinen beträchtlich, wie eine provisorische Bilanz zeigt. Die betroffenen Regionen sind weit verstreut und einige kaum zugänglich. Berichte von einzelnen grossen Städten, wie Jörémie und Les Cayes, zeigen die Not der ländlichen Bevölkerung, welche in den Bergen verharrt, ohne Zugang zu Strassen und mit extrem eingeschränkter Kommunikation. In einer Periode, die sowieso schon betroffen ist von Hurrikans, starken Windböen und heftigem Regen, hat das Erdbeben die Situation zusätzlich verschlimmert und somit das Leben der über 15000 obdachlosen Familien.

Trotz der chaotischen Situation kann gesagt werden, dass aus vergangenen humanitären Krisen eine wichtige Lektion gelernt wurde. Die Regierung hat, andere wichtige Themen aussen vor lassend, kurzerhand die Koordination vor Ort übernommen.

Fastenaktion unterstützt die Prävention

Die Einsatzzonen der Partnerorganisationen von Fastenaktion sind von dieser Katastrophe verschont geblieben, da sie sich im Nordwesten des Landes befinden. Dennoch zeigt das Erdbeben auf, wie zentralisiert die Politik im Land ist und wie fest Investitionen in Randregionen vernachlässigt werden. Das Fehlen und die Wichtigkeit einer holistischen Entwicklung, welche die betroffene Bevölkerung mit einbezieht, wird damit unterstrichen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn die Regierung und die Administration keine Kapazitäten haben, sich Aufgaben mit derartiger Wichtigkeit zu stellen.

Fastenaktion und Partnerorganisationen unterstützen die ländlichen Gemeinschaften auf deren Weg zur Selbständigkeit. Erst dadurch können sie ein würdevolles Leben führen und sich eigenständig schützen vor den Folgen des Klimawandels. Somit tragen die Partnerorganisationen bei zur Stärkung der Wiederstandfähigkeit der Gemeinschaften. Ziel davon ist, dass sie ihre Bedürfnisse trotz fehlender Staatshilfe decken können.

Unsichere politische Situation

Seit 2018 befindet sich Haiti in einer politischen und sozialen Krise. Bewaffnete Gruppen kontrollieren einen grossen Teil der peripheren Quartiere, insbesondere den Ausgang der Hauptstadt, was die Versorgung dieser Regionen erschwert. Die Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse vom 7. Juli ergänzt die lange Liste der Instabilitäten und Besorgnissen der Haitianerinnen und Haitianer. Dies schwächt die Institutionen und verlangsamt den Service für die Bevölkerung zusätzlich.

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Wir danken herzlich für jede Spende.
Ein starkes Erdbeben verschlimmert die sowieso schon prekäre Situation in Haiti.

Der gewaltsame Tod von Präsident Jovenel Moïse und die dramatische Situation im Land gingen weltweit durch die Presse. Doch die Fastenaktion Partnerorganisationen in Haiti kämpfen seit Jahren gegen chaotische und gefährliche Zustände.

Nach dem Mord an Präsident Moïse standen die Partnerorganisationen unter Schock und waren entsetzt über die gewaltsame Tat durch ein ausländisches Kommando. Ihre Reaktion darauf: «Wir sind machtlos, dennoch geht die Arbeit weiter. Wir haben schon vor langem gelernt, auch in Ausnahmesituationen zu funktionieren. Wir leben mit Krisen und Katastrophen.» Der getötete Präsident Jovenel Moïse kann gewissermassen als Opfer des von ihm praktizierten, aus dem Ruder gelaufenen Systems bezeichnet werden.

 

Gefährliche und chaotische Zustände

Nicht erst seit seinem gewaltsamen Tod haben die Vertreter*innen der Fastenaktion Partnerorganisationen in Haiti mit den gefährlichen und chaotischen Zuständen zu kämpfen. Bereits seit Wochen ist die Nationalstrasse, die in den Süden des Landes führt und eine der wichtigsten Verbindungsstrassen ist, durch Bandenkriege blockiert und nur unter akuter Lebensgefahr passierbar. Die Politik ist hilflos und untätig. Gleichzeitig zeigt die rasche Verhaftung der möglichen Mörder von Präsident Moïse, dass die Institutionen ihre Arbeit durchaus machen können. Doch nach wie vor ist unklar, wer die Strippenzieher waren, wer die Söldner bezahlt hat, die möglicherweise nicht einmal wussten, wen sie umgebracht haben.

 

Rivalisierende Gangs

Seit über einem Monat kann an den Treibstoffstationen kein Benzin mehr gekauft werden. Einzig im Strassenhandel gibt es Benzin zu überteuerten Preisen, das entweder verdünnt oder gepanscht wird. In den Quartieren der Hauptstadt Port-au-Prince rivalisieren die Gangs untereinander. Sie kontrollieren die Quartiere, entführen Menschen und verlangen für sie exorbitant hohe Lösegelder. Die Familien der Entführungsopfer stammen mehrheitlich aus der Mittelschicht, aber auch aus ärmeren Familien. Durch das Zahlen der hohen Lösegeldforderungen verlieren sie ihre Lebensgrundlage und verarmen. Viele Gangmitglieder haben, insbesondere während den Wahlen, ihre Dienste als Sicherheitskräfte an Politiker verkauft. Auch wenn die Unruhen sich auf die Hauptstadt Port-au-Prince beschränken, betrifft die Situation die Menschen im ganzen Land. Gerade auch, weil Haiti ein sehr zentralisiertes Land ist. Die Bäuerinnen und Bauern aus dem Landesinnern sind durch die sporadisch blockierten Strassen stark eingeschränkt. Um ihre Lebensmittel in der Stadt zu verkaufen, müssen sie eine komplizierte, oftmals auch gefährliche Reise auf sich nehmen. Sie kommen erst nach Tagen in der Hauptstadt an, in der Zwischenzeit verderben die Lebensmittel.

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