Fastenaktion setzt sich für Klimagerechtigkeit ein, weil die Klimaerwärmung die ärmsten Menschen trifft und den Welthunger verschärft. Deshalb nehmen wir auch in diesem Jahr an der Weltklimakonferenz teil, weil es für wirksamen Klimaschutz internationale Übereinkommen braucht. Die diesjährige Weltklimakonferenz findet vom 30. November bis zum 12. Dezember in Dubai statt.

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Experte für Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Zum Ende des Jahres reisen wir an die Weltklimakonferenz (COP28) nach Dubai und pochen auf dringende Fortschritte im Klimaschutz. Damit die globalen Emissionen wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart bis zum Jahr 2030 gegenüber 1990 halbiert werden, braucht es griffige Massnahmen. Die Zeit drängt und wir sind nicht auf Kurs. Wir verlangen von den internationalen Delegationen in Dubai wissenschaftliche Berichte anzuerkennen und ihrer Verantwortung Rechnung zu tragen.

 

Eine Stimme für die ärmsten Menschen

Fastenaktion hat sich mit Partnerorganisationen aus Brasilien und Kolumbien intensiv in die Vorbereitungen der COP28 eingebracht. Gemeinsam machen wir die Perspektive und Bedürfnisse der ärmsten Menschen sichtbar und geben ihnen eine Stimme. Wir kommen in kleinen Schritten vorwärts und bewirken Verbesserungen.

 

Klimagerechtigkeit stoppt den Hunger

Ob die kleinen Schritte ausreichen, um der Klimaerwärmung Einhalt zu gebieten, können wir nicht beantworten. Fastenaktion ist aber überzeugt, dass internationale Verhandlungen zentral sind, um die Interessen der ärmsten Menschen einzubringen. In Dubai setzt sich Fastenaktion für ambitionierte Klimaschutz-Massnahmen ein: Wir fordern unter anderem den Ausstieg aus fossilen Energieträgern und den Ausbau von erneuerbaren Energien, die gerecht produziert werden müssen. Das ist gerade in einem Land wie den Arabischen Emiraten ein schwerer, aber dafür umso wichtiger Auftrag. Denn Klimagerechtigkeit ist unabdingbar, um eine lebenswerte Zukunft ohne Hunger für alle Menschen zu schaffen.

Unsere Expertin für Ernährungssysteme, Christa Suter, hat die drängendsten Fragen zu den Ursachen und Folgen des Welthungers beantwortet. Lesen Sie hier das Interview.

Ein Madagasse steht neben einem Mangobaum, der vertrocknet und blattlos ist. Er blickt auf das Maniokfeld am Boden.
Weltweit sind über 700 Millionen Menschen von Hunger betroffen. Die Klimaerwärmung verschärft die Lage der ärmsten Menschen.

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Viele Frauen in Burkina Faso sind im Alltag stark benachteiligt und finanziell oft von ihren Männern abhängig. Ein von Fastenaktion unterstütztes Projekt der Partnerorganisation Lougouzena im Süden des Landes verhilft ihnen zu mehr Unabhängigkeit – und verbessert den Zugang zu Nahrungsmitteln. 

Gemeinsam mit anderen Frauen des Dorfs arbeitet Oumou Oussalé Balori im Schatten von ein paar Bäumen an mehreren grossen Töpfen. In einem knetet sie gerade mit beiden Händen eine schmierige bräunliche Masse: Sheabutter. Dieser wertvolle Rohstoff wird in Lebensmitteln, für die Haut- und Haarpflege und sogar für Seife verwendet und spielt im ländlichen Westafrika eine entscheidende wirtschaftliche Rolle: Es ermöglicht Frauen ein zusätzliches Einkommen und eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit. 

«Früher habe ich Sheabutter traditionell unter dem Mangobaum hergestellt, ohne mir Gedanken über die Hygiene zu machen», erzählt Oumou. «Heute jedoch entsteht dank einem neuen Herstellungsverfahren ein qualitativ besseres Produkt.» Dieses Verfahren lernte sie an einer Schulung der Organisation Lougouzena, die seit einem Jahrzehnt von Fastenaktion unterstützt wird. 

 

Bedrohung durch Klimaerwärmung und Chemikalien 

Die 38-Jährige ist Mutter von sieben Kindern, Hausfrau, aber auch ein aktives Mitglied der Genossenschaft im Dorf Songo im Süden Burkina Fasos. Die Menschen dieser Region sind stark mit den Folgen der Klimaerwärmung konfrontiert: häufigere Trockenphasen und unberechenbare Regenfälle erhöhen das Risko für Ernteausfälle. Hinzu kommen belastete Böden durch den Einsatz von Chemikalien beim Goldwaschen und durch nicht nachhaltige Landwirtschaft.

Oumou Oussalé Balori und andere Frauen bei der Herstellung von Sheabutter.
Die Produktion von Sheabutter ist für Frauen wie Oumou Oussalé Balori eine wichtige Einnahmequelle.

Frauen wie Oumou stehen vor zusätzlichen Herausforderungen: Da sie mit Hausarbeit und Landwirtschaft stark ausgelastet sind, haben sie wenig Zeit, ihre Kenntnisse in der Verarbeitung und Produktion von Nahrungsmitteln zu erweitern. So sind sie oft gezwungen, ihre Produkte direkt vom Feld zu lächerlich niedrigen Preisen zu verkaufen und verfügen deshalb in der weniger produktiven Jahreszeit über zu wenig Lebensmittel und Finanzen. Sie sind auch meist finanziell abhängig von ihren Männern. Oumou war zum Beispiel lange für jede noch so kleine Ausgabe ganz auf ihren Ehemann Amadou angewiesen. Dieser ist Goldgräber und häufig unterwegs, doch garantiert sein Job kein festes Einkommen. 

 

Plötzlich finanziell unabhängig

Hier setzt Lougouzena an: Schulungen und andere Unterstützungsmassnahmen stärken 634 Frauen aus 26 Genossenschaften nicht nur wirtschaftlich, sie erhöhen auch die Ernährungssicherheit. Unterrichtet werden neue Techniken der Lebensmittelverarbeitung sowie Marketing- und Finanzmanagement – beides erhöht die Einnahmen der Frauen. Und insgesamt profitieren davon 3514 Personen.  

Oumou ist mittlerweile sogar finanziell unabhängig. Sie hat ein eigenes Bankkonto, finanziert die Produktion von Maniokgriess, Sheabutter und Seifenkugeln selbst und macht so einen monatlichen Gewinn von 20.000 bis 25.000 CFA-Francs (rund 30 Franken). «Die Treffen in unserer Genossenschaft haben mir die Augen geöffnet. Ich wurde mir meines Potenzials als Frau bewusst und fühle mich heute stärker und unabhängiger», sagt Oumou sichtlich stolz. 

Oumou kniet auf dem Boden und kontrolliert ihre Ernte, die zum trocknen in der Sonne liegt.
Oumou trocknet die Ernte vor ihrem Haus. Durch die Klimaerwärmung steigt das Risiko für Ernteausfälle.

«Das Wissen, das uns hier vermittelt wird, ist ein echter Hebel für unsere Emanzipation.»

Gestärkte Gleichstellung der Geschlechter

Auch auf die Beziehung zu ihrem Ehemann hat sich das alles positiv ausgewirkt: «Es gibt heute ein besseres Verständnis und mehr Zusammenhalt und Solidarität zwischen uns», erzählt sie. Anfangs hatte Amadou gezögert, ob seine Frau sich an dem Projekt beteiligen sollte, doch sie gab nicht auf: «Ich habe ihm erklärt, dass diese Treffen Frauen auf dem Weg zur Selbstbestimmung begleiten sollen, damit sie sich besser um ihre Familien kümmern können.» Heute ist auch Amadou froh um all die positiven Entwicklungen. 

Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist die Wurzel für einen tiefergehenden gesellschaftlichen Wandel, weshalb Fastenkation in ihren Projekten darauf viel Wert legt. «Das Wissen, das uns hier vermittelt wird, ist ein echter Hebel für unsere Emanzipation», findet auch Oumou. 

Die Erfolge haben sie ausserdem zu ambitionierten Zukunftsplänen inspiriert: «Ich will meine Sheabutter-Produktion weiter verbessern und so die Vermarktung erleichtern. Und eines Tages möchte ich ein neues Haus bauen, um meiner Familie mehr Komfort zu ermöglichen.» 

Der Artikel über Oumou Oussalé Balori ist im Magazin «Perspektiven» von Fastenaktion erschienen. Erfahren Sie hier mehr über das Landesprogramm in Burkina Faso.

Oumo und ihr Ehemann Amadou und halten ihre Hände und blicken in die Kamera.
Die Beziehung von Oumo und ihrem Ehemann Amadou hat sich seit dem Fastenaktion-Projekt verbessert. Nun begegnen sie sich auf Augenhöhe.

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Die Projekte von Fastenaktion in Kenia sind von hoher Relevanz und reduzieren die Armut in ländlichen Gebieten. Zu diesem Schluss kommt eine externe Beurteilung des aktuellen Landesprogramms.

Fastenaktion engagiert sich bereits seit den 1970er-Jahren im ostafrikanischen Kenia. Bei den aktuellen Projekten liegt der Fokus auf dem Recht auf Nahrung. Die Ansätze dafür sind Agrarökologie, Solidaritätsgruppen und Friedensförderung, das Jahresbudget beträgt 800’000 Franken. 2022 liessen wir das Landesprogramm vom unabhängigen Zürcher Beratungsbüro KEK-CDC evaluieren, dessen Ergebnisse inzwischen vorliegen. 

 

Ziele übertroffen

KEK-CDC stellte fest, dass die angestrebten Ziele in Kenia bis 2022 sogar übertroffen wurden. So entstanden zwischen 2017 und 2022 im Südwesten des Landes insgesamt 557 Solidaritätsgruppen mit fast 9000 Mitgliedern aus kleinbäuerlichen Haushalten. Der Sparansatz kombiniert mit dem Anbau von Gemüsegärten und Obstbäumen nach agrarökologischen Methoden habe «greifbare Auswirkungen auf die Verbesserung der Ernährung und die Förderung der Solidarität», schreibt das Beratungsbüro in seinem Bericht.  

Insgesamt seien die neun von Fastenaktion unterstützten Projekte «von hoher Relevanz für die Armutsbekämpfung in ländlichen Gebieten». Der Bericht hebt zudem hervor, dass 77 Prozent der Solidaritätsgruppenmitglieder weiblich sind und Frauen 72 Prozent der Führungspositionen in den Gruppen besetzen. Auch die sozialen Kompetenzen sowie die Fähigkeiten zur Konfliktverminderung wurden verbessert. Mehr als ein Viertel der Solidaritätsgruppen konnte aus den Ersparnissen kleine Kredite für Lebensmittel oder Schulkosten vergeben, womit die Verschuldung bei Kreditgebern zu Wucherzinsen vermieden wurde.

 

Brennholzbedarf halbiert 

Positiv bewertet wird ausserdem ein Projekt zur CO2-Reduktion im südlichen Bezirk Kitui. Von 2017 bis 2022 wurden dort 19’530 neue, effizientere Kochöfen gebaut, die den Brennholzbedarf halbiert und die CO2-Emissionen um eine Tonne pro Jahr pro Ofen reduziert haben. 

Das Beurteilungsteam, das einige der Projekte in Kenia besucht hat, sieht aber auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. So sollte der Verkauf von nicht selbst gebrauchten Produkten auf Agrarökologiemärkten ausgeweitet werden. Zudem seien vielerorts die Eigentumsverhältnisse des genutzten Landes unklar, was adressiert werden sollte. Nicht zuletzt litten viele Gebiete zunehmend unter Dürren, weshalb es angepasste Strategien brauche, um die Nachhaltigkeit der Projektarbeit sicherzustellen.   

Die vollständige Zusammenfassung des Berichts finden Sie hier auf Englisch.

Seit über 20 Jahren stehen Solidaritätsgruppen im Mittelpunkt der Arbeit von Fastenaktion. Dank des Ansatzes wird der Hunger nachhaltig und langfristig reduziert. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Die Bäuerin Melisa Khavala steht auf dem Feld und lächelt in die Kamera.
Melisa Khavala ist Mitglied einer Solidaritätsgruppe. Seither haben sich ihre Lebensgrundlagen verbessert.

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Hunger ist in Kenia ein verbreitetes Problem – auch weil es aufgrund der Klimaerwärmung immer wieder Ernteausfälle gibt. In den Projekten von Fastenaktion lernen Landwirtinnen wie Faith Wanjiru, wie sie trotz vermehrter Trockenheit Lebensmittel produzieren können.

Klicken Sie auf «Eintreten», um in ihre multimedial erzählte Geschichte einzutauchen. Viel Vergnügen!

Von der Dürre zur Ernte: Hoffnung in Kenia
Aus dem Leben von Faith Wanjiru
Eintreten
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Auf dem Feld von Phylis Mumbi Kamau wachsen Obstbäume und verschiedene Gemüsesorten in schönster Eintracht nebeneinander. Die Pflanzen unterstützen sich gegenseitig und trotzen der zunehmenden Dürre.

«Früher haben wir nur Mais und Bohnen angebaut, und wenn die Dürre kam, hatten wir wenig bis gar nichts mehr zu essen.» Das erzählt Phylis Mumbi Kamau, die seit einigen Jahren im Projekt der Fastenaktion-Partnerorganisation Caritas Nyahururu mitarbeitet. Sie lebt, zusammen mit ihrem Mann und den vier Söhnen, im Dorf Mithuri Laikipia County, im Hochland von Kenia. Die Nächte sind kalt, und eigentlich gilt das Land als fruchtbar. Doch seit sich die Folgen der Klimaveränderung immer stärker auswirken, fallen die Regenzeiten teilweise ganz aus oder sind nur kurz. Für die Menschen in der Region um Nyahururu, die sich auf Ackerbau und Viehzucht spezialisiert haben, eine bedrohliche Situation. Denn nebst der Klimaveränderung führen auch Überweidung und weitverbreitete Abholzung zu immer mehr Trockenheit. Ernteausfälle sind die Folge, und das Vieh findet kein Futter mehr. Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut und Kunstdünger sowie Ausbeutung durch Wucherer treiben die Bäuerinnen und Bauern schnell einmal in die Verschuldung. Doch die Partnerorganisation von Fastenaktion geht die Ursachen der Probleme von Grund auf an. So werden in einem ersten Schritt die Menschen ermuntert, sich in Gruppen zusammenzuschliessen, denn so können sie ihre Probleme gemeinsam angehen.

Auch Phylis Mumbi Kamau hat sich organisiert. «Ich gehöre zu einer Gruppe mit dem Namen Mithuri-Jugendgruppe. Jede von uns bewirtschaftet ihr eigenes Feld, auf dem sie die unterschiedlichsten Pflanzen anbaut. Wir ziehen und tauschen Setzlinge, manchmal werden sie uns auch zur Verfügung gestellt.»

Vielfalt auf gesunden Böden

Die lokalen Animator:innen bilden die Menschen in Bodenschutz- und Anbaumethoden nach den Prinzipien der Agrarökologie aus. Dank Erosionsschutz, gesünderen Böden und gepflanzten Obst und Nutzbäumen kann der Boden Regenwasser besser speichern, wird fruchtbarer, und die Setzlinge gedeihen besser. Durch die gemeinsame Arbeit auf den Feldern können die Menschen ihr Wissen austauschen. Phylis pflanzt Mangos, Passionsfrüchte und Grünkohl, Kürbisse, Süsskartoffeln und Maniok an. Auch ihr ältester Sohn Joseph hilft auf dem Feld regelmässig mit. Er hat sich auf die Veredelung von Pflanzen spezialisiert. So können die Obstbäume trotz zunehmender Dürre weiterwachsen. Joseph gefällt die Landwirtschaft, doch sein Berufswunsch ist Ingenieur. «Weil», wie er sagt, «Ingenieure Dinge normalerweise von Grund auf neu erschaffen. Das kommt dem nahe, was wir hier auf dem Feld machen.»

Der älteste Sohn Joseph beim Veredeln einer Pflanze.

Für das Schulgeld bleibt genügend übrig

Die Tage der Bäuerin und Mutter sind streng. Um 5.45 Uhr steht sie auf, spricht ihr Morgengebet und macht dann Feuer, um den Tee für die ganze Familie zu kochen. Wenn die Kinder ihr Frühstück beendet haben, gehen die drei älteren zur Schule, der Jüngste bleibt noch zu Hause, gerne auch bei den Grosseltern, die ganz in der Nähe wohnen. Phylis fegt das Haus, füttert die Hühner, melkt die Kühe und bringt sie danach auf die Weide. Anschliessend geht sie mit ihrem Mann zum Feld. «Ich geniesse es, zu sehen, dass alles, was ich angepflanzt habe, gut gedeiht. Ich bin einfach gerne auf dem Feld.»

Die Arbeit im Projekt hat das Leben der ganzen Familie Kamau verändert. «Ich hätte nie im Leben daran gedacht, Obstbäume zu pflanzen. Doch dank der Unterstützung der Koordinator:innen und zusammen mit meiner Gruppe habe ich es gewagt. Mittlerweile kaufe ich keine Früchte mehr. Ich hole sie einfach auf meinem Feld und gebe sie meinen Kindern zu essen. Ich habe sogar so viel Überschuss, dass ich ihn an einige meiner Nachbarinnen verteile, die nicht am Programm teilnehmen. Ich verwende auf meinem Hof keine chemischen Düngemittel mehr. Ich benutze natürliche Mittel, um Schädlinge zu vertreiben. Das hat die Qualität der Lebensmittel, die wir essen, verbessert und die Krankheiten, die wir früher hatten, drastisch reduziert. Zudem ernte ich so viele Früchte, dass ich sie zusätzlich noch auf dem Markt verkaufen kann. Mit dem Geld, das ich damit verdiene, bezahle ich das Schulgeld meiner Kinder und kaufe nur noch wenige Dinge, die ich für den Haushalt brauche. Mein Lebensmittelbudget ist nicht mehr sehr hoch, denn das meiste kommt aus meinem Garten.»

Zurück vom Feld gibt es erst einmal Tee und eine kleine Pause.

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Die Welt erholt sich vom Klimagipfel der Vereinten Nationen, der COP27 in Sharm El-Sheikh. Loisa Maimpu aus Kenia hat dazu keine Zeit. Sie ist den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser und Essen für ihre Familie und ihre Tiere zu suchen. Kenia erleidet seit über zwei Jahren eine extreme Dürre.

Ein Bericht von Leon Jander, Verantwortlicher für das Landesprogramm in Kenia

Loisa Maimpu lebt in Kajiado County, einer trockenen Region Kenias, an der Grenze zu Tansania. Sie gehört zum Volk der Massai. Die Massai sind eigentlich Viehhirtinnen und -hirten. Die grossen Herden sind der Stolz jeder Familie und ihre Lebensgrundlage. Die zunehmende Trockenheit durch den Klimawandel macht es schwerer, grosse Herden zu unterhalten und die Massai müssen immer weitere Strecken zurücklegen, um geeignete Weideflächen zu finden.

Die lange Trockenheit schwächt die Tiere. Viele sterben.
Verkürzte Regenzeit hat drastische Folgen
Loisa Maimpu und die anderen Menschen in den trockenen Gebieten Kenias sind Hitze- und Trockenperioden eigentlich gewöhnt. Sie erholen sich während der nächsten Regenzeit. Der Klimawandel verlängert deren Dauer und Intensität aber derart, dass Menschen und Tiere sich nicht schnell genug anpassen können. Eigentlich sollte es jetzt in vielen Regionen Kenias regnen. Teilweise tut es das auch, aber zum fünften Mal in Folge fällt diese Regenzeit unterdurchschnittlich aus. Meteorolog:innen sprechen von 60 Prozent weniger Regen. Die Aussichten für die lange Regenzeit im Frühjahr 2023 sind ebenso schlecht. Die langanhaltende Dürre führt dazu, dass die Menschen und Tiere gesundheitlich beeinträchtig sind und vermehrt sterben. Auch die langfristige Entwicklung der Kinder wird beeinträchtigt. Ausserdem kommt es zu mehr Konflikten zwischen Menschen, und zwischen Menschen und Tieren. Alle sind auf der Suche nach Wasser und Nahrung.
Die Landwirtschaft bietet zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquellen.
Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung
Doch die Menschen wissen sich zu helfen. Als zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquelle steigen sie teilweise auf Landwirtschaft um. Die Partnerorganisation Olkejuado Pastoralists Development Organization (Dupoto-e-Maa), mit der Fastenaktion seit 2009 erfolgreich zusammenarbeitet, begleitet sie dabei. In einer externen Projektevaluierung im Jahr 2021 wurden ermutigende Wirkungen festgestellt: 18 Prozent der Zielgruppe gaben den Verkauf von Gemüse als Haupteinnahmequelle an, zu Beginn des Projektes war dies noch kein Thema. Durch die Landwirtschaft konnte auch die Ernährung abwechslungsreicher gestaltet werden. Die Familien haben nun mehr Gemüse auf dem Tisch.
Die Welt erholt sich vom Klimagipfel der Vereinten Nationen, der COP27 in Sharm El-Sheikh. Loisa Maimpu aus Kenia hat dazu keine Zeit. Sie ist den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser und Essen für ihre Familie und ihre Tiere zu suchen. Kenia erleidet seit über zwei Jahren eine extreme Dürre.
Fastenaktion unterstützt mit Nothilfe 
Es wird Jahre brauchen, bis die Beschlüsse der COP27 umgesetzt werden. Die Erreichung des 1,5-Grad-Zieles wird Jahr für Jahr schwieriger. Loisa Maimpu hat diese Zeit nicht. Um die grösste Not in der Projektregion zu mindern, leistet Fastenaktion Nothilfe. Diese ist wichtig, damit erreichte Fortschritte in den langfristigen Entwicklungsprojekten der Partnerorganisationen nicht verloren gehen.  

Im Jahr 2020 berichtete SRF mitenand über Dupoto-e-Maa, einer Partnerorganisation von Fastenaktion in Kenia: Hier finden Sie den Beitrag.

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Natacha Forte ist bei Fastenaktion für das Sparöfen-Projekt in Kenia verantwortlich. Im Mai konnte sie erstmals in das ostafrikanische Land reisen. Da traf sie unsere Koordinatorin und bekam einen Einblick in die Agrarökologie.
Natacha Forte ist seit knapp einem Jahr bei Fastenaktion für das Sparöfen-Projekt in Kenia verantwortlich. Im Mai konnte sie erstmals in das ostafrikanische Land reisen. Da traf sie Stellamaris Mulaeh, die Koordinatorin von Fastenaktion in Kenia und bekam einen Einblick in die Agrarökologie.

Ein Kommentar von Natacha Forte, Verantwortliche für das Sparöfen-Projekt in Kenia

Eineinhalb Stunden von Nairobi entfernt, umgeben von trockenen Gärten, die nur wenige kümmerliche Setzlinge zum Vorschein bringen, befindet sich ein kleines Paradies: Der agrarökologische Garten von unserer kenianischen Koordinatorin Stellamaris Mulaeh (Stella), den ich während meiner Reise besuchen durfte. In ihrem blühenden Paradies gedeihen Obstbäume, Gemüse und Kräuter in Hülle und Fülle.

Der Mai bescherte Stella eine Menge Früchte, die alle köstlich schmeckten: Papayas, riesige Avocados, Orangen, Bananen und noch viel mehr. Leider waren die Mangos noch nicht reif, doch die wunderschönen Bäume spendeten uns angenehmen Schatten. Auch Mais, Kürbisse, Tomaten, Rosmarin, Petersilie und viele andere Pflanzen wachsen im Gartenparadies. Stella muss dank des Reichtums ihres Gartens keine Lebensmittel mehr einkaufen, sondern nur noch Salz, Öl und Gewürze.

Stella blickt in ihren agrarökologischen Garten.
Ernährungssicherheit stärken
Stella setzt sich leidenschaftlich mit ökologischen Themen auseinander und hat mehrere Schulungen in Agrarökologie absolviert. Vor sieben Jahren, nutzte sie die Gelegenheit und probierte alles aus, was sie in den Schulungen gelernt hatte. In der Agrarökologie wird nicht nur die Vielfalt und Bedeutung von Bäumen, Pflanzen und Insekten berücksichtig, sondern auch die Verträglichkeit mit dem lokalen Klima miteinbezogen. Als mir Stella von ihren Anbauversuchen, den Erfolgen und Misserfolgen erzählte, sprudelte sie nur so vor Begeisterung. Ich finde es grossartig, dass sie ihr Fachwissen teilt und die Leidenschaft an unsere Partnerorganisationen und die Dorfgemeinschaften weitergeben kann. Denn durch Agrarökologie wird die Ernährungssicherheit gestärkt und der Hunger bekämpft.

Als ich schliesslich die Strasse zu Stellas Dorf verliess, hörte ich im Garten die Bäume, Früchte und Insekten flüstern: «Schau, Agrarökologie funktioniert!»

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Fastenaktion und unsere Partnerorganisationen im Land setzen auf erprobte Ansätze: Familien lernen agrarökologische Anbaumethoden anzuwenden, welche die Bodenqualität verbessern und die Ernährungssicherheit nachhaltig fördern.

Der kirchliche CO2-Kompensationsfonds Klima-Kollekte ermöglicht es, Emissionen zu berechnen und über Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz auszugleichen.

Die Projekte sind für die lokale Bevölkerung in Ländern des globalen Südens entwickelt und mindern Armut vor Ort, in dem sie Frauen stärken, Gesundheit schützen und Perspektiven ermöglichen – zudem verringern sie den CO2 -Ausstoss und schützen so das Klima.

Fastenaktion bringt ein eigenes Kompensationsprojekt aus Kenia ein. In ländlichen Regionen in Kenia werden 17’000 energieeffiziente Öfen installiert. Über eine Laufzeit von sieben Jahren werden dadurch 90’000 t CO2 eingespart. Das Projekt ist Gold Standard zertifiziert.

Die Klima-Kollekte mit weiterführenden Informationen und dem Kompensationsrechner finden Sie hier.