Der Bau von einem neuem Ofen

Ein Bericht aus Kenya

Ein Ofen ist nicht nur zum Kochen gut

Zwei Jahre lang konnte Leon Jander, Programmverantwortlicher Kenya von Fastenaktion, aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht nach Kenya reisen. Während dieser Zeit fand der Austausch zwischen den Partnerorganisationen und der nationalen Koordination hauptsächlich über Videokonferenzen statt, was recht gut funktionierte. Nichtsdestotrotz ergeben sich die besten Anekdoten bei persönlichen Begegnungen. Im Februar konnte er endlich wieder reisen sich mit den Partnerorganisationen von Fastenaktion treffen und die Projekte besuchen.

Ein Bericht von Leon Jander, Verantwortlicher für das Landesprogramm in Kenya

Rebecca Wambui ist eine der ersten Begünstigten, die sich über einen verbesserten Ofen freuen kann. Das Ofen-Projekt wurde von der Caritas Kitui subventioniert und von Fastenaktion finanziert. Die verbesserten Öfen verbrauchen beim Kochen im Vergleich zu den traditionellen Drei-Steine-Feuerstellen nur die Hälfte Holz. Dadurch sparen die Familien Zeit (etwa drei Stunden pro Woche) und Geld (etwa 1,20 Franken pro Woche). Das kommt vor allem den Frauen und Mädchen zu Gute, die traditionell für das Holzholen zuständig sind. Im Gespräch erzählte mir Rebecca, dass sie den Ofen nicht nur zum Kochen nutzt: Am Abend stellt sich nach dem Kochen einen Eimer mit Wasser auf den Ofen. Da der Ofen die Wärme optimal speichert, hat sie am Morgen warmes Wasser, um sich zu waschen.

Hunger wird zunehmen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Partnerorganisationen sind trotz der erfreulichen Projektfortschritte besorgt. Grund dafür sind die Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. Der Preis für Mais ist aufgrund von pandemiebedingten Lieferengpässen und langanhaltenden Dürren am Horn von Afrika zwischen Januar 2021 und Januar 2022 um 8 Prozent gestiegen. Der Preis für Weizen ist im gleichen Zeitraum gar um 15 Prozent angestiegen. In Kenya werden 4 von 5 Weizenkörnern importiert. «Chapati» (Fladenbrot aus Weizenmehl) und «Ugali» (eine Art Maispüree) sind die Hauptkalorienlieferanten in Kenya. Der plötzliche Stopp der Getreideexporte aus der Ukraine und die Exportbeschränkungen in Russland werden die Lebensmittel verteuern. Gleichzeitig verschlechtert der Anstieg der Treibstoffpreise die Versorgung im Land. Die Menschen in Kenya befürchten, dass die Preise weiter in die Höhe schnellen und die Zahl der Hungernden steigt. 

Unser Geschäftsleiter Bernd Nilles ordnet  die Konsequenzen des Krieges  für den globalen Süden ein.

Hilfe zur Selbsthilfe
Die Partnerorganisationen von Fastenaktion unterstützen die Selbstversorgung kenyanischer Familien mit Ausbildungen in agroökologischen, diversifizierten und klimaresistenten Anbaumethoden. Dadurch wird den Familien geholfen, besser mit gesundheitlichen, politischen oder ökologischen Krisen umzugehen.

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Das Sparofenprojekt in Kenya trägt Früchte. Weniger Emissionen für die Umwelt und mehr Lebensqualität für die Bevölkerung gehören zum Erfolg des Projekts. Es wurde initiiert der Fastenaktion und wird durchgeführt von der Diözese Kitui in Kenya.

In den ländlichen Gebieten Kenyas kochen die Frauen auf offenen Feuerstellen. Das birgt Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Viele Menschen, vor allem Kinder, sind von Rauchvergiftungen, Verbrennungen und Atemwegerkrankungen betroffen. Aber auch das Klima leidet unter dieser traditionellen Kochart, die viel Rauch produziert und somit die Luft verschmutzt. Zudem wird viel abgeholzt in einer Region, wo Feuerholz ein rares Gut ist – Übernutzung und Klimawandel haben ihre Spuren hinterlassen.

Effiziente Sparöfen als Lösung

Handwerkerinnnen und Handwerker bauen Öfen mit lokal vorhandenen Materialien: Das Projekt, welches den lokalen Arbeitsmarkt in Kenya unterstützt, ist eine Bereicherung für die Familien. Im Gegensatz zum Kochen am offenen Feuer brauchen die geschlossenen Kochherde weniger Holz zum Kochen und können somit viel Geld sparen. Auch kann durch die Öfen viel Zeit eingespart werden, weil die weiten Wege zur Holzbeschaffung weniger oft gegangen werden müssen. Die gesparten Ressourcen werden investiert, zum Beispiel in Saatgut, welches zu mehr Ernte, mehr Ertrag und dementsprechend besseren Lebensverhältnissen führt. Auch die Sicherheit ist gewährleistet. Die energieeffizienten Kochöfen produzieren viel weniger Rauch, was der Gesundheit und Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohnern, sowie dem Klima zu Gute kommt. Sowohl durch die geringere Rauchproduktion wie den geringeren Bedarf an Holz kann viel CO2 kann eingespart werden. Weniger Holzverbrauch bedeutet auch weniger Abholzung, was wiederum mehr Bäume für die lebensnötige Photosynthese übriglässt. Dadurch wird die Umweltverschmutzung reduziert.

Mann und Frau beim Ofenbau

Ganz nebenbei tragen die Öfen auch zu mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen bei, denn das Projektteam der Diözese Kitui bildet sowohl Männer wie Frauen darin aus, selbständig Öfen zu bauen und so ein regelmässiges Einkommen zu gewinnen. «Die Öfen schaffen eine gute Umwelt und mehr Lebensqualität für die Menschen», so Mary Mulinga, die seit sieben Jahren mit ihrem Mann zusammen Öfen baut.

Den eigenen CO2-Verbrauch kompensieren 

Das energiesparende Projekt der Diözese Kitui wird inzwischen zum Teil über die Klima-Kollekte finanziert.  Falls Sie ihre Heizung, Veranstaltungen, Flüge oder ihren Transport allgemein kompensieren möchten, können Sie dies über diese kirchennahe Organisation tun – und damit das Projekt unterstützen. Auch Fastenaktion kompensiert seinen CO2-Verbrauch über die Klima-Kollekte.

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Corona hat die Sterblichkeit, das Leiden und die Ungerechtigkeit weltweit erhöht. Unterstützung, die schon vor Ausgangssperren, Schulschliessungen und anderen einschränkenden Massnahmen wichtig war, ist jetzt lebensnotwendig. Unsere Arbeit in den Projekten sowie die Solidarität sind wichtiger denn je.

Zahlreiche Probleme in Zeiten von Corona liegen auf der Hand, zum Beispiel die steigende Anzahl hungernder Menschen aufgrund erhöhter Lebensmittelpreise. Andere Hürden sind weniger transparent, jedoch nicht minder besorgniserregend. Mädchen, die nicht nur wegen ausfallender Schulstunden, sondern gleich noch mit einer frühen Schwangerschaft zu kämpfen haben oder Sans-papiers, welche trotz existenzbedrohender Lebensverhältnisse keinen Impftermin erhalten. Solche Geschichten drohen unterzugehen in den weltweiten Corona-Schlagzeilen zu Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Deshalb gibt Fastenaktion diesen Menschen eine Stimme und Perspektiven.

Wenn alle Stricke zu reissen drohen

In schwierigen Zeiten tendieren wir dazu, uns auf das Negative zu konzentrieren. Umso wichtiger ist es uns, auch die guten Erfahrungen und Hoffnungen unserer Projektpartner zu teilen. So haben kenyanische Frauen wegen der Corona-Ausnahmesituation von ihren Männern mehr Respekt für ihre Arbeit erhalten. Dies könnte den Weg ebnen zu mehr Geschlechtergerechtigkeit auch nach der Pandemie. Wo kein Verlass ins Gesundheitssystem ist, wird immerhin Vertrauen geschenkt:In den Philippinen, wo die Regierung versagt, bieten die Bischöfe moralische Unterstützung. In anderen Ländern wie Guatemala zeigt sich die Solidarität von innen – trotz Armut teilen die Indigenen mit den Bedürftigen, dies ist Teil ihrer Kultur. 

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Kleinbäuerinnen stellen ihre biologisch angebauten Produkte auf der Agrarökologie-Konferenz in Nyahururu aus., November 2019. © Fastenaktion/Eyeris CommunicationsKleinbäuerinnen stellen ihre biologisch angebauten Produkte auf der Agrarökologie-Konferenz in Nyahururu aus., November 2019. © Fastenaktion/Eyeris Communications

«Covid-19 hat keine grossen Auswirkungen auf unsere Bauern und Bäuerinnen gehabt, weil sie in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Sie haben einen Waldgarten (Food Forest) und einen bio-dynamischen Gemüsegarten, in dem sie nahrhaftes Gemüse und Obst ernten und auch mit andern teilen können», sagte die Koordinatorin der Fastenaktion in Kenya, Stellamaris Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.

von Mercy Maina

Kisumu, 02. Juli 2020 / 21:00 Uhr (ACI Africa)*

Die katholische Organisation Fastenaktion unterstützt Landwirtinnen und Landwirte in acht kenyanischen Distrikten dabei, Ernährungssicherheit durch Agrarökologie zu erreichen, einer alternativen Form der Landwirtschaft, die sowohl ökologische, wie soziokulturelle, wirtschaftliche und politische Dimensionen berücksichtigt.

 «Die Arbeit in den Gärten hilft die Richtlinien der physischen Distanz einzuhalten, da die Bäuerinnen und Bauern Zugang zu nahrhaftem Gemüse haben, ohne auf den Markt gehen zu müssen – ein Beweis dafür, dass «mit der Agrarökologie die Gemeinschaften selbst in Zeiten wie diesen stark und belastbar sind», sagt Mulaeh, Koordinatorin der Fastenaktion in Kenya.

Agrarökologie trägt zur Bewältigung der Krise bei

 «Als Covid-19 im März in Kenya zuschlug, zu einer Zeit, in der Fastenaktion und seine Partnerorganisationen die Bäuerinnen und Bauern normalerweise darauf vorbereiten, die Regenfälle von März bis Mai zu nutzen, verfügten die Teilnehmenden des agrarökologischen Programms über rund 15’000 Baumsetzlinge und 50’000 Fruchtsetzlinge in jeder der 21 Baumschulen», erinnert sich die Agrarökologie-Expertin.

«Wir mussten schnell handeln, weil die Setzlinge nicht warten konnten; sie sollten verteilt werden», sagt sie und fügt hinzu: «Wir mussten uns mit den Dorfältesten und den Führungspersonen zusammensetzen und mit ihnen eine Strategie ausarbeiten, wie wir diese Setzlinge noch verteilen konnten»

Mit Unterstützung der lokalen Verwaltung fanden die Mitarbeitenden der Organisation Wege, um in den Baumschulen sicher zu arbeiten. Sie richteten Handwaschanlagen ein und erstellten einen Plan, der es den Verantwortlichen der 241 Agrarökologie-Gruppen ermöglichte, die Anzahl der Setzlinge zu erfassen, welche die Landwirt/innen benötigten, erzählt Mulaeh.

In Bezug auf die physische Distanz fügt sie hinzu: «Wir entwickelten eine Methode, bei der die Projektteams die Setzlinge an einen bestimmten Ort ablegten, wo sie danach von den Leuten abgeholt werden konnten, jeweils von drei Bäuerinnen und Bauern auf einmal.

Wir arbeiten auch in Schulen, wo wir den Schüler/innen beibringen, wie man Waldgärten und biologisch-dynamische Gemüsegärten anlegt», sagt Mulaeh und fügt hinzu: «Dieses Jahr planten wir, mit 18 Schulen zu arbeiten, aber wir mussten die Initiative wegen Covid-19 stoppen.»

Friedensprogramme und Solidaritätsgruppen leiden unter Versammlungsverbot

Die in Nairobi wohnhafte Koordinatorin erzählt aber auch, dass die Covid-19-Krise die Friedensförderungsprogramme der Fastenaktion, in denen Mitglieder von Gemeinschaften zum «Dialog über die Nutzung ihrer Ressourcen» zusammenkommen, «enorm beeinträchtigt» habe.

«An diesen Programmen nehmen etwa 200 Personen teil, die sich mindestens einmal alle drei Monate treffen, um konfliktive Themen wie Wasser und Weideland zu diskutieren», sagte Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.

Die Pandemie hat sich auch auf die Aktivitäten der 69 Spargruppen negativ ausgewirkt, die Fastenaktion in Kenya unterstützt, da deren Arbeitsweise es erfordert, dass sich die 15 Mitglieder jeder Gruppe jeweils physisch treffen, um ihre Beiträge in die gemeinsame Kasse einzuzahlen und Kredite zu vergeben.

«Um die Spargruppen funktionsfähig zu halten, musste die Koordination der Fastenaktion in Kenya Anpassungen vornehmen und den Gebrauch von Mobiltelefonen einführen, um den Verantwortlichen der Gruppen die Vergabe von Krediten zu ermöglichen», erklärt Mulaeh und ergänzt, dass die Ausbildung zur Methode der Spargruppen nach wie vor unterbrochen sei.

Zusammenarbeit innerhalb der katholischen Kirche und darüber hinaus

Die Koordinatorin gibt auch bekannt, dass Fastenaktion plant, die Katholische Bischofskonferenz von Kenya (KCCB) mit 20 000,00 US-Dollar zu unterstützen. Dies als Antwort auf den aktuellen Appell der Bischöfe, die Millionen von Menschen erreichen wollten, die von der Covid-19-Krise und den Überschwemmungen betroffen sind.

Mulaeh vertrat Fastenaktion übrigens auch bei der allerersten Agrarökologie-Konferenz 2019 in Kenya, die beschloss, sich von der Soziallehre der katholischen Kirche inspirieren zu lassen und verschiedene Akteur/innen – insbesondere junge Menschen – zu gewinnen, mit dieser Methode die Ernährungssicherheit und den Umweltschutz in dem ostafrikanischen Land zu verbessern.

Die Organisation Fastenaktion hat ihren Sitz in Luzern, in der Schweiz, und arbeitet unter dem Motto «Wir teilen». Sie stärkt Initiativen, «in denen Menschen und Gemeinschaften unterschiedlicher konfessioneller und religiöser Ausrichtung sich einsetzen für die Beseitigung der Armut, für globale Gerechtigkeit sowie die Schaffung sicherer Lebensgrundlagen». Das katholische Hilfswerk arbeitet in Partnerschaft mit lokalen Organisationen in 14 Ländern sowie in der Schweiz.

*ACI Africa ist eine neue afrikanische Medienagentur im Dienste der Kirchen in Afrika, basiert in Nairobi.
Übersetzt und bearbeitet von Blanca Steinmann

Artikel Original auf Englisch

Fastenaktion plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. 

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Essbare Wälder und Küchengärten

Das Bistum Nyahururu liegt nordwestlich von Nairobi am Fuss der Aberdarekette. Die junge Diözese umfasst ein Gebiet von einem Viertel der Fläche der Schweiz. Besonders die Gebiete in den weiten Ebenen sind teilweise sehr trocken und werden von verschiedensten Volksgruppen besiedelt. Die Menschen leben fast ausschliesslich von Ackerbau oder Viehzucht. Regelmässige Ernteausfällen wegen dem Klimawandel, immer kleinere Anbauflächen, Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut und Kunstdünger sowie Ausbeutung durch Geldverleiher führen dazu, dass sich Kleinbauern und Kleinbäuerinnen immer stärker verschulden und sich oft nicht einmal selber ernähren können.

Mehr zum erfolgreichen Einsatz der Agrarökologie im Programm Fastenaktion in Kenia sehen Sie hier (Deutsch)

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