Rund 60 Personen aus dem kirchennahen Umfeld haben das erste Aktionsforum von Fastenaktion besucht. Sie erhielten dabei nicht nur viele Einblicke in unsere Arbeit, sondern diskutierten in Workshops fleissig mit – über Strategien gegen den Hunger und die Klimaerwärmung, aber auch über die Beziehung von Fastenaktion zur kriselnden katholischen Kirche.

In den Gängen des Alten Spitals Solothurn herrscht grosses Gewusel und Stimmengewirr. Die Workshops des Aktionsforums von Fastenaktion  sind eben zu Ende gegangen, doch die Diskussionen in der Pause sind so angeregt, dass Lucrezia Meier-Schatz, Präsidentin des Stiftungsforums, mehrmals zur Rückkehr ins Plenum aufrufen muss, für die Schlussrunde mit den Erkenntnissen dieses reichhaltigen Tages.

Er begann mit Referaten zu den Herausforderungen, mit denen Fastenaktion konfrontiert ist. Andreas Missbach von Alliance Sud referierte über den politischen Druck von bürgerlicher Seite auf NGOs nach deren Überraschungserfolg bei der Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative 2020. «Die Schweiz nimmt ihre Verantwortung nicht wahr», hielt er fest, «weder bei den Unternehmen noch bei der Emissionsreduktion von CO2.» Hinzu komme der Versuch des Bundesrats, die Entwicklungszusammenarbeit auf nur noch 0,36 Prozent des Bruttonationalproduktes zu reduzieren, entgegen dem Uno-Ziel von 0,7 Prozent. Zudem sollen 1,5 Mrd. Franken an die Ukraine gehen, die ursprünglich vor allem für den afrikanischen Kontinent vorgesehen waren.

Der Religionssoziologe Christophe Monnot derweil lobte die Innovationskraft kirchlicher Entwicklungsorganisationen, denen es immer wieder gelinge, die Widerstände der Kirchenbürokratie auszuhebeln und etwas zu bewegen. Aber er präsentierte auch eindrückliche Grafiken über den Rückgang der Kirchenmitgliedschaft in der Schweiz. «Der Trend ist klar: Seit Jahrzehnten ist jede Generation etwas weniger religiös.»

In Workshops wurden lebhafte Diskussionen über Themen geführt, die Fastenaktion beschäftigen.

Spenden aus dem kirchlichen Umfeld reichen nicht mehr

Dies bekommt auch Fastenaktion zu spüren, wie Geschäftsleiter Bernd Nilles ausführte. «Die Frage ist: Bleibt die Kirche dennoch engagiert, oder müssen wir uns vermehrt Unterstützung von anderen Kreisen suchen? » Für die Finanzierung der Projektarbeit reichten die Spenden aus dem kirchlichen Umfeld jedenfalls schon länger nicht mehr. Bischof Felix Gmür, der den Stiftungsrat von Fastenaktion präsidiert, betonte in seiner Rede , dass es Kraft und Mut brauche, Hilfe zu leisten und die Ursachen von Armut zu überwinden. «Doch das funktioniert nur, wenn es von vielen mitgetragen wird.»

In einem der vier Workshops am Nachmittag ging es dann auch um die Frage, wie es mit dem Verhältnis von Fastenaktion zur Kirche weitergehen soll. Ein Teilnehmer aus dem Kanton Luzern erzählte, dass sich in seiner Kirchgemeinde durch den Mitgliederschwund kaum noch jemand finde, der auf Pfarreiseite bereit sei, Fastenaktion im Rahmen der Ökumenischen Kampagne organisatorisch zu unterstützen. Ein Vertreter von Jungwacht/Blauring führte aus, dass die meisten Jungen für unser Engagement zwar zugänglich wären, aber nur wenn wir sie auf ihren Kanälen mit Botschaften ansprechen, die ihren diversen Lebenswelten gerecht werden. «DIE Jugend gibt es nicht», betonte er.

Alle in der Runde plädierten jedenfalls dafür, die Kooperation zwischen Fastenaktion und der Kirche aufrechtzuerhalten, auch weil die Entwicklungsorganisation einen wichtigen Teil der christlichen Werte repräsentiere. «Die Beziehung bleibt für beide Seiten wichtig», resümierte Urs Brosi, Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ) und Co-Moderator des Workshops. «Aber es klingt fast, als ob die Kirche Fastenaktion mehr braucht als umgekehrt.»

Urs Brosi, Generalsekretär der RKZ, im Gespräch mit Workshopteilnehmenden.
Urs Brosi, Generalsekretär der RKZ, resümierte nach einem Austausch: «Es klingt fast, als ob die Kirche Fastenaktion mehr braucht als umgekehrt.»

Diskussionen fliessen in neue Strategie ein

In anderen Workshops wurde ebenso engagiert über die Entwicklungszusammenarbeit, die Agenda 2030 und die Beseitigung des Hungers diskutiert. «Die Erkenntnisse und Impulse des Tages werden wir aufnehmen, reflektieren und in die neue Strategie einfliessen lassen, die derzeit entsteht», hält Lucrezia Meier-Schatz am Ende im Plenum fest. Für sie ist nach diesem Tag klar: «Wir dürfen nicht schweigen, wir müssen unsere Stimme erheben und auf die Probleme aufmerksam machen.»

Geschäftsleiter Bernd Nilles zieht ein positives Fazit dieses ersten Aktionsforums. «Das grosse Engagement und die lebendigen Diskussionen haben mich sehr gefreut.» Und es gebe offensichtlich weiterhin viele in der Kirche, die etwas bewegen wollten. «Das ist eine Chance für uns, denn diese Menschen können gemeinsam mit einer Organisation wie Fastenaktion viel erreichen.»

Das nächste Aktionsforum wird am 6. oder 7. September 2024 stattfinden.

Der Geschäftsleiter von Fastenaktion, Bernd Nilles, blickt zufrieden auf das erste Aktionsforum zurück.

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Wie muss sich Entwicklungszusammenarbeit verändern angesichts so vieler globaler Krisen? Am 10. November lädt Fastenaktion erstmals zu einem Aktionsforum ein, um über solche und andere Fragen zu diskutieren. Das Ziel: Austausch, Weiterbildung und neue Impulse. 

Im Gespräch: Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion und Lucrezia Meier-Schatz, Präsidentin Stiftungsforum Fastenaktion

Das Aktionsforum von Fastenaktion soll es künftig jedes Jahr geben. Was bezweckt ihr mit diesem neuen Anlass? 

Lucrezia Meier-Schatz: Er soll eine Mischung aus Weiterbildung und Impulstagung sein. Das Stiftungsforum von Fastenaktion möchte sich damit öffnen und Menschen erreichen, die kommunal und kirchlich an der Front tätig sind und sich schon jetzt in ähnlichen Bereichen engagieren. Auch um zusätzliche Menschen zu gewinnen, die unser Engagement weitervermitteln. 

Bernd Nilles
: Und die 60 Plätze des Aktionsforums waren schnell ausgebucht, was mich sehr freut. Es scheint fast, als ob die Leute auf sowas gewartet haben. Unser Grundgedanke ist: Wer sich im kirchlichen Raum engagieren möchte, kann sich bei Fastenaktion aktiv einbringen. Es geht um Dialog, Austausch, gemeinsames Lernen – auch schwierige Themen kommen zur Sprache. 

Lucrezia
: Nach drei Jahren ziehen wir Bilanz und schauen, ob es sich bewährt hat. Ziel ist, später 100 bis 150 Leute zu erreichen. 

 

Ein Thema sind neue Ansätze bei der Entwicklungszusammenarbeit angesichts der vielen globalen Krisen. In welche Richtung könnte es gehen? 

Bernd: Als Entwicklungsorganisation wird man derzeit ziemlich durchgeschüttelt. Wir möchten von der kirchlichen Basis hören, was sie beschäftigt, und erhoffen uns Impulse für den laufenden Strategieprozess. Klar ist: An der Dringlichkeit des Handelns hat sich nichts geändert. 

Lucrezia: Es nehmen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen am Aktionsforum teil, wir erwarten spannende Diskussionen und werden offen zuhören. Ich erhoffe mir, dass sie dazu beitragen, unser Themenportfolio zu schärfen. Persönlich könnte ich mir einen Fokus auf Hunger und Armut vorstellen, ergänzt durch einen feministischen Ansatz. 

Lucrezia Meier-Schatz: «Wir sind zwar klein, bewirken vor Ort jedoch viel für die Ernährungssicherheit und die Stärkung von Gemeinschaften.»

Bernd Nilles ist seit 2017 Geschäftsleiter von Fastenaktion.

Auch die Krise der Kirche kommt zur Sprache. Welche Erkenntnisse erhofft ihr euch davon?

Bernd: Wir sprechen das auch deshalb an, weil viele trotz dieser Krise am sozialen und gesellschaftlichen Engagement festhalten wollen. Aber wir fragen uns natürlich schon, wie wir uns als katholisches Hilfswerk zu all dem positionieren sollen. Ich bin sehr gespannt auf die Workshops – und finde auch den feministischen Ansatz vielversprechend, den Lucrezia angesprochen hat. Beim Thema Geschlechtergerechtigkeit hat Fastenaktion viel Erfahrung aus der Arbeit im Süden. 

Lucrezia
: Auch dort ist die Rolle der Frau wichtig. Egal, ob bei Ernährung, Bildung, Gesundheit, Kampf gegen die Armut – ein Grossteil der Alltagsarbeit in diesen Bereichen wird von Frauen gestemmt. Ein Fokus hier könnte Frauen an der Basis verstärkt ansprechen, gerade auch angesichts der Kirchenkrise.  

 

Welche weiteren Ansätze seht ihr, um kirchennahe Menschen anzusprechen?

Bernd: Neben den schon bisher treuen Unterstützer:innen sehe ich bei zwei Gruppen Potenzial: Einerseits bei Leuten, die sich entschieden haben, eine gewisse Distanz zur Kirche einzunehmen, die jedoch die gleichen Werte vertreten wie wir und unsere Arbeit hoffentlich weiter unterstützen. Andererseits bei Menschen mit Migrationshintergrund, die häufig auf eine andere Art Kirche leben und sich in ihren Herkunftsländern engagieren, Fastenaktion jedoch teils gar nicht kennen. Meine muslimische Zahnärztin zum Beispiel findet, wir sollten mit unseren Spendenaufrufen und guten Projekten unbedingt stärker auch auf Menschen ihrer Religion zugehen. Unsere Zielgruppe könnte künftig also diverser werden.

 

Unser Ziel ist die Beseitigung des Hungers – der global jedoch zugenommen hat in den letzten Jahren. Können wir überhaupt etwas ausrichten angesichts all der geopolitischen Krisen?

Lucrezia: Wir sind zwar klein, bewirken vor Ort jedoch viel für die Ernährungssicherheit und die Stärkung von Gemeinschaften. Damit leisten wir einen relevanten Beitrag zur Besserung. 

Bernd
: Wir dürfen uns nicht lähmen lassen von den vielen schrecklichen globalen Zahlen. Richtig, es gibt mehr Hunger, mehr Armut, mehr Krisen. Aber genau deshalb braucht es unsere Arbeit. So haben wir mit unseren Partnerorganisationen zum Beispiel über zwei Millionen Menschen geholfen, trotz der Krisen nicht hungern zu müssen. Denn unsere agrarökologischen Techniken führen zu einer anderen Landwirtschaft, die auch dann funktioniert, wenn es auf dem Weltmarkt kriselt. Wir hoffen sehr, dass die Teilnehmenden am Aktionsforum motiviert sind, sich mit uns zu engagieren. Der Einsatz lohnt sich. 

Lucrezia Meier-Schatz ist Präsidentin des Stiftungsforums von Fastenaktion.

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Fastenaktion ist erfreut, dass ihre Mitarbeiterin Helena Jeppesen-Spuhler an die Weltsynode der katholischen Kirche berufen wurde. So haben die Laien und die Ärmsten weltweit eine Stimme mehr in diesem Prozess zur Zukunft der Kirche.  

Fastenaktion begrüsst eine offene und progressive Kirche, welche die Zeichen der Zeit erkennt. Entsprechend sieht Fastenaktion mit grossem Interesse Reformbewegungen in Nord und Süd hin zu mehr Partizipation, Synodalität und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche. In diesen Bewegungen engagieren sich auch einige der Südpartner von Fastenaktion. 

Weltweite Solidarität gegen den Hunger 

Der Auftrag von Fastenaktion, nebst der internationalen Zusammenarbeit im Süden und dem Einsatz gegen Hunger, ist die Sensibilisierung in der Schweiz und das Benennen von Ungleichheiten. Daher ist es nur folgerichtig, dass Fastenaktion eine glaubwürdige, partizipative und respektierende katholische Kirche anstrebt. Dies sind Werte, die auch unsere Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im globalen Süden prägen. Was Fastenaktion in den Programmländern fordert, muss auch in der Schweiz und der Kirche weltweit eine Selbstverständlichkeit sein. 

Expertise von Fastenaktion im globalen Prozess

Helena Jeppesen hat nun die Möglichkeit, diese Themen in die Reformbewegung des synodalen Prozesses einzubringen. Kirchliche Organisationen und Strukturen spielen weltweit eine bedeutende Rolle bei der Bekämpfung von Armut und Hunger. Die Expertise von Fastenaktion in diesem Prozess ist deshalb äusserst relevant. Eine Kirche, die den Bedürfnissen benachteiligter Menschen, der Option für die Armen und der Bewahrung der Schöpfung Priorität einräumt, ist eine zukunftsfähige Kirche. Helena Jeppesen arbeitet seit 2001 bei Fastenaktion, zurzeit als Programmverantwortliche Philippinen und als Verantwortliche für die Beziehungen zu kirchlichen Akteuren. 

Helena Jeppesen auf Projektreise in Kolumbien.
Helena Jeppesen auf Projektreise in Kolumbien.

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Sowohl Projekte in Guatemala wie auch auf den Philippinen waren diesen Herbst ausgesprochen früh von Hurrikans und Taifunen betroffen. Die Verantwortlichen für das Landesprogramm Guatemala Philippa Mund und für das Landesprogramm Philippinen Helena Jeppesen, schildern, welche Auswirkungen diese auf die betroffenen Länder haben und wieso Nothilfe so wichtig ist.

Guatemala CODECA
Philippa Mund: «Hurrikan Julia erreichte Zentralamerika am 9. Oktober mit einer Geschwindigkeit von mehr als 140 km/h. Neben der starken Windgeschwindigkeit führte der Wirbelsturm zu starken Regenfällen, die ganze Landstriche unter Wasser setzten. Bereits Hurrikan Eta und Iota Ende 2020 hatten enorme Schäden in Alta Verapaz angerichtet. Genau dieses Phänomen traf im Oktober nun wieder ein. Die Regierung nutzte die Situation aus, um einen Ausnahmezustand auszurufen. Dies ist ein bekanntes Muster bei Naturkatastrophen. Damit werden jegliche politischen Proteste oder Mobilisierung kriminalisiert. Alle Partnerorganisationen erstellten eine Schadensbewertung und Bedarfsanalyse in den Regionen der Projektarbeit. Diese Analyse zeigte, dass die Partnerorganisationen Tzuul Taq’a in Alta Verapaz sowie Codeca an der Südküste am meisten betroffen sind».

Helena Jeppesen: «Die Philippinen wurden innerhalb eines Monats von zwei starken Taifunen heimgesucht: Taifun Noru am 25. September und Taifun Nalgae am 29. Oktober. Obwohl die Windsignale von Taifun Nalgae nicht über die Windstärke 3 hinausgingen, (89-117 km/h), brachte der Sturm schwere Regenfälle, die Gebiete in Luzon, Visayas und Mindanao überfluteten. Wir wissen von den indigenen Gemeinschaften der Agtas auf Bordeos Island auf Luzon, dass die Zerstörung an Häusern, Infrastruktur und Landwirtschaft durch Supertaifun Noru gewaltig war. Auf Bordeos traf der Taifun das erste Mal auf Land. Da Elektrizität und Mobilfunknetze ausgefallen waren, dauerte es lange, bis wir uns ein Bild des Schadens machen konnten. Die am stärksten betroffenen Gebiete waren die Inseln vor der Küste der Provinzen Quezon und Aurora und einige Küstendörfer.
Im Projektgebiet von YAPAK im Küstenort Dingalan wurden hunderte Häuser zerstört».

Philippa Mund. «Fastenaktion hat am 30. Oktober einer Co-Finanzierung des Nothilfeprojekts für Guatemala mit einem Gesamtvolumen von 216‘500 USD zugestimmt. Hiervon tragen wir 50‘000 USD. Die Humanitäre Hilfe der DEZA steuert den Grossteil bei. Im Rahmen dieses Projekts sollen 1‘800 Familien mit Nothilfe in den Departementen Alta Verapaz, Suchitepéquez und Izabal versorgt werden.

Philippinen YAPAK
Helena Jeppesen: Schon bevor die Wirbelstürme auf den Philippinen auf Land trafen, konnten Partnerorganisationen Notvorräte besorgen. Die Bevölkerung in den Dörfern wurde frühzeitig in Schulen, Turnhallen und Kirchen evakuiert. Die Vorbereitung auf Naturkatastrophen wird in den Dörfern, in denen wir arbeiten, regelmässig geübt. So können wir verhindern, dass Menschen durch Erdrutsche, umfallende Bäume und herumfliegende Dächer ums Leben kommen. Zudem bieten wir psychologische Hilfe für die traumatisierte Bevölkerung und die Teams der Projekte an. (mehr zum psychosozialen Ansatz im Dossier von Perspektiven)

Philippa Mund: «Das Equipo de Emergencia Local (EEL), das seit 2015 von der Fastenaktion-Koordination geleitet wird, aktivierte sich am 9. Oktober und sendete bereits am 12. Oktober einen ersten Bericht an die Abteilung der Humanitären Hilfe der DEZA in Managua. Teil des EEL sind alle in Guatemala tätigen Schweizer Hilfswerke. Das EEL ist an die Schweizer Botschaft angeschlossen und aktiviert sich im Falle einer Naturkatastrophe über klar festgelegte Mechanismen».

Helena Jeppesen: «Die Menschen auf den Philippinen brauchen nun am dringendsten Hygienekits, Lebensmittel, Plachen und Holz für die Reparatur der Häuser. In Absprache mit den politischen Gemeinden und anderen Hilfsorganisationen, konzentrieren wir uns bei YAPAK in Dingalan auf die psychologische Hilfe. Für die Agta-Gemeinschaften von TCD haben wir Mittel für Lebensmittelhilfe freigegeben. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit diesen Projektpartnern zusammen und stehen in regelmässigem Austausch, nebstdem, dass regelmässig Monitorings gemacht werden. So können wir sichergehen, dass die Hilfe auch bei den Menschen ankommt».

Philippa Mund: «In Guatemala wird die Verteilung auch von den lokalen Partnerorganisationen organisiert und umgesetzt. Sie sind es, die die Gegebenheiten am besten kennen und beurteilen können, wo die Bedürfnisse am grössten sind. Es werden hierbei HygieneKits, Wasserfilter zur Reinigung des verschmutzten Wassers und Nahrungsmittelpakete verteilt. Für den Einkauf greift die Koordination auf bereits etablierte Kontakte mit lokalen Verkaufsstellen zurück, die agrarökologische Produkte anbieten und mit denen wir bereits 2019 zusammengearbeitet haben».  Mehr darüber erfahren Sie hier.

Wirbelstürme und die Klimakrise

Die Klimaerhitzung hat massgeblichen Einfluss auf die Häufigkeit und die Stärke von Wirbelstürmen.

Wirbelstürme verursachen oft grosse Schäden und Verluste (Loss and Damage). Bei der 27. Weltklimakonferenz (COP27), die ab dem 06. November in Ägypten stattfindet, werden auch diese Schäden und Verluste durch die Klimaerhitzung ein Thema sein, denn viele reiche Länder blockieren Verhandlungen dazu. Es geht um die Entschädigung für irreversible Schäden als Folge der Klimaerhitzung.

Fastenaktion setzt sich daher an der COP27 für höhere Beiträge zur Finanzierung von Massnahmen gegen die Klimaerhitzung und zur Abfederung der Folgen ein. Die Lebensgrundlagen der Menschen im globalen Süden sind durch die Klimakrise am stärksten bedroht. Daher ist es wichtig, dass an der COP27 ernsthafte Bekenntnisse zum Pariser Klimaabkommen von 2015 erfolgen und ambitionierte Programme dazu verabschiedet werden.

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Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion
Nach rund 25 Jahren hat Fastenaktion sein Leitbild erneuert. Bernd Nilles, der Geschäftsleiter von Fastenaktion, hat sich in einem Interview mit kath.ch unter anderem zum neuen Leitbild geäussert.

Was ist ein Leitbild überhaupt?
Bernd Nilles: Ein gutes Leitbild ist wie die Seele einer Organisation. Es ist nicht so formal wie die Statuten und nicht so detailliert wie die Strategie. Es ist das bindende Glied, das alles zusammenhält.

Was ist der zentrale Gedanke des Leitbildes?
Eine gerechte Welt ohne Hunger und ein Leben in Würde sind möglich. Und es lohnt sich, dafür zu kämpfen! Für dieses Ziel müssen wir die Schöpfung in ihrer Vielfalt bewahren und auch die kommenden Generationen im Blick haben. Es geht um ein an christlichen Werten orientiertes Handeln auf Augenhöhe mit unseren Partnerorganisationen, den Menschen im globalen Süden und den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern in der Schweiz.

Welche Aspekte des Leitbildes sind neu?
Das Recht auf Nahrung für alle und ein Leben und Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen sind neu im Leitbild. Neu ist auch, dass wir uns als Schweizer Organisation der internationalen Zusammenarbeit bezeichnen.

Aber das waren Sie doch schon immer, oder?
Ja, aber der bisherige Begriff des Hilfswerks brachte weniger die Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Partnerorganisationen im Süden zum Ausdruck. Nur wenn wir die Menschen in den Projekten als gleichwertige Akteurinnen und Akteure miteinbeziehen kann eine nachhaltige Entwicklung erfolgen. Es entsteht eine gegenseitige Zusammenarbeit und nicht eine Abhängigkeit.

Was machen Sie im neuen Leitbild noch stark?
Wir stellen klar, dass wir aus der katholischen Jugendbewegung hervorgegangen sind. Und wie wichtig uns die christliche Sozialethik mit Blick auf Menschenrechte und Wissenschaft sind. Besonders wichtig ist auch ein klares Bekenntnis gegen jede Form der Diskriminierung. Wir wollen eine Organisation sein, die für Gerechtigkeit einsteht, sie aber auch lebt, einschliesslich Geschlechtergerechtigkeit. Ursachen von Armut und Umweltzerstörung wollen wir konsequent ansprechen, mutig Stellung nehmen, dabei aber stets parteipolitisch unabhängig sein. Wie bisher setzen wir aktiv auf Netzwerke und die ökumenische Zusammenarbeit und gestalten aktiv die Fastenzeit in Kirche und Öffentlichkeit.

Das gesamte Gespräch mit Bernd Nilles, in dem es auch um die Klimakrise und Geschlechtergerechtigkeit geht, können Sie auf kath.ch lesen.

Hier finden Sie das neue Leitbild von Fastenaktion.

Eine beschädigte Kirche in der Menschen Schutz gesucht haben.
Die Philippinen wurden gestern Sonntag vom Supertaifun Noru (Karding) getroffen. Auch Partner und Projekte von Fastenaktion sind vom Taifun betroffen. Helena Jeppensen, Programmverantwortliche Philippinen, gibt eine erste kurze Einschätzung zur Lage auf den Philippinen.  

Gestern ist der Supertaifun Noru auf die Philippinen getroffen – dies in Gebieten in denen Partner von Fastenaktion tätig sind. Was sind die Folgen des Taifuns?
Wir wissen von den indigenen Gemeinschaften der Agtas auf Bordeos Island, dass die Zerstörung an Häusern, Infrastruktur und Landwirtschaft durch den Supertaifun gewaltig ist. Noch wissen wir wenig aus den Projektgebieten. Auf Bordeos traf Taifun Noru das erste Mal auf Land. Da Elektrizität und Mobilfunknetze ausgefallen sind, haben uns erst wenige Nachrichten erreicht. Die am stärksten betroffenen Gebiete sind die Inseln vor der Küste der Provinzen Quezon und Aurora und einige Küstendörfer. Dies wissen wir aus den Nachrichten des philippinischen Wetterdienstes.  

Am stärksten Betroffen sind die Provinzen Quezon und Aurora.
 Wie unterstützt Fastenaktion die Menschen in den betroffenen Gebieten?
Schon bevor der Taifun auf Land traf, konnten Partnerorganisationen Notvorräte besorgen. Die Bevölkerung in den Dörfern wurde frühzeitig evakuiert in Schulen, Turnhallen und Kirchen, als das Warnsignal der höchsten Stufe 5 ausgerufen wurde. Die Vorbereitung auf Naturkatastrophen wird in den Dörfern, wo Fastenaktion arbeitet, regelmässig geübt. So können wir verhindern, dass Menschen durch Erdrutsche, umfallende Bäume und herumfliegende Dächer ums Leben kommen.   

Noru ist ein Supertaifun – was bedeutet dies? 
Ein Taifun der höchsten Stufe (5 von 5), was bedeutet, dass er Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern erreicht.  

Hat der Supertaifun auch einen Zusammenhang mit der Klimaveränderung?
Meteorologen sagen, das starke Anschwellen von Taifun Noru sei beispiellos. Die Windstärke habe innerhalb eines Tages um 90 Stundenkilometer zugenommen. Dies hat mit der Erwärmung der Ozeane zu tun, was eine Folge der Klimaveränderung ist. 

 

Update vom 30. September 2022

Projektgebiet unserer Partnerorganisation TCD:
Viele Gebiete wie die Inseln vor der Küste Infantas sind weiterhin schwer erreichbar. Nur einzelne Hilfslieferungen konnten bisher die betroffenen Inseln Polillo und Bordeos erreichen, weil das Wetter zu schlecht für Helikopterflüge oder Bootsfahrten ist. Zudem ist die Hilfe wegen den derzeitigen Benzin- und Lebensmittelpreisen sehr aufwendig und teuer. Weitere Organisationen und Stiftungen haben in der Region sofortige Hilfe zugesagt.

Projektgebiet YAPAK:
Das Projektgebiet im Küstenort Dingalan befindet sich in schlimmer Lage. Hunderte Häuser im Dorf sind zerstört. Ein neues Gebäude, indem die Bevölkerung untergekommen war, wurde so stark beschädigt, dass die Kinder, alten Menschen, Männer und Frauen rausrennen mussten. Die Betroffenen sind stark traumatisiert und benötigen Hilfe. Ein Team zur psychologischen Unterstützung wird zwischen dem 7. und 8. Oktober in der Region eintreffen und zuerst mit den Helfer:innen und traumatisierten Kindern arbeiten.

Fastenaktion organisiert in den vom Taifun betroffenen Projektgebieten psychologische Hilfe und leistet Nothilfe in Form von Lebensmitteln.

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Auch dieses Jahr liegt nicht nur Feierliches in der Luft. Denn nach wie vor belastet uns die Pandemie, beschäftigt uns das Virus. Darum bitten wir Sie: Werden Sie heute ein Lichtblick, der helle Stern am Himmel für Menschen in Not.

Ein Zeichen der Verbundenheit und der Solidarität brauchen jetzt vor allem auch die Menschen im globalen Süden. Denn die Pandemie hat ihre Not verstärkt. Die Zahl der Menschen, die in Hunger und Armut leben, ist stark gestiegen. 

Damit auch diese Menschen hoffnungsvoll ins neue Jahr starten können, bitte ich Sie heute um Ihre Unterstützung. Denn: Gemeinsam können wir Hunger stillen und Hoffnung nähren.

Ihre Weihnachtsspende

Mit Ihrer Spende erfüllen Sie den Wunsch nach Hoffnung: Zum Beispiel…

Kinder aus einem Dorf, das von Fastenaktion im Projekt Tsinjo Aina unterstütz wird.

…mit 50 Franken für dringend benötigte Nahrungsmittel

Verhindern Sie Hunger: In Madagaskar herrschte in diesem Jahr eine grosse Dürre. Mit einer Spende ermöglichen Sie Solidaritätskassen. Helfen Sie Bauern und Bäuerinnen Dürrezeiten durchzuhalten.

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…mit 80 Franken für Saatgut und sichere Ernten

Verhindern Sie die Verschuldung: Ein Dach geht kaputt, ein Kind wird krank oder das Saatgut wird knapp. Fördern Sie Spargruppen – eine echte Hilfe zur Selbsthilfe. 

Madagaskar TARATRA

… mit 150 Franken für klimaangepasste Landwirtschaft

Verhindern Sie verdorrte Ernten. Mit landwirtschaftlicher Ausbildung und Wasserprojekte ermöglichen Sie Ernten auch in der Klimaerhitzung. Helfen Sie Familien den Gefahren des Klimwandels zu trotzen. 

Seien Sie ein Lichtblick für Menschen in Not

Seit März hat sich unsere Welt grundlegend verändert. Das Jahr, das jetzt zu Ende geht war schwer für viele. Mit dieser Botschaft von Bischof Felix Gmür wünschen wir Ihnen viele helle Sterne während der Weihnachtstage. 

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Auch für viele Familien in unseren Projektgebieten hat Corona die Armut und den Hunger verschärft. Nicht alle haben genug Geld und Reserven um die Krise zu meistern. Einmal mehr trifft die Krise die Ärmsten am stärksten.

Darum bitten wir Sie: Werden Sie heute ein Lichtblick, der helle Stern am Himmel für Menschen in Not.

Nur dank Spenden von Menschen ist Fastenaktion überhaupt in der Lage, den Betroffenen auf der anderen Seite unseres Planeten zu helfen.

Ihr Beitrag kommt Menschen zugute, die von anhaltender Not, Dürren und Wetterextremen betroffen sind. 

Grossfamilie vor Haus, das die Mine zerstört hat. Foto: Fastenaktion/Meinrad SchadeFamilie in Burkina Faso vor ihrem Haus, das die Mine zerstört hat. Im Hintergrund die Abraumhalde der MIne. Foto: Fastenaktion/Meinrad Schade

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat heute Donnerstag gemeinsam mit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) eine Stellungnahme zur Konzernverantwortungsinitiative (KVI) veröffentlicht. Fastenaktion als Hilfswerk der katholischen Kirche begrüsst die Stellungnahme. Sie stützt die Erfahrungen, die Fastenaktion tagtäglich in seiner Arbeit macht. Verantwortung zu übernehmen, ist somit auch aus theologisch ethischer Sicht eine Notwendigkeit. Mit einem Ja zur Konzernverantwortung kann dieser Notwendigkeit endlich Nachdruck verliehen werden.

In ihrer heutigen Stellungnahme zeigen die SBK und die EKS auf, dass die Einhaltung der Menschenrechte aus Sicht der Kirche unabdingbar ist. Denn die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 spricht von einer einzigen Menschheitsfamilie, und verweist damit laut der Stellungnahme auch auf das Grundverständnis der Menschheit der jüdisch-christlichen Schöpfungsgeschichte. Christinnen und Christen in der Schweiz haben somit die einmalige Chance, dieser Notwendigkeit bei der Abstimmung am 29. November 2020 Ausdruck zu verleihen. 

Verbindliche Rechte im Interesse aller

Weiter führen die EKS und die SBK aus, dass die meisten Opfer von Menschenrechtsverletzungen sich nicht gegen diese Verletzungen zur Wehr setzen können, weshalb Konzerne in einer besonderen Verantwortung stehen: «Deshalb ist es umso wichtiger, dass die international tätigen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz gerade dort aktiv zum Menschenrechtsschutz beitragen, wo prekäre politische und rechtliche Verhältnisse diesen nicht garantieren wollen oder können. (…) sie tragen Verantwortung für eine Unternehmenskultur, die den Betroffenen die Persönlichkeits- und Schutzrechte garantiert, die ihnen ihr Staat unter Umständen verweigert.»  Die Stellungnahme greift aber auch auf, dass klare Regeln wie die KVI am Ende auch zum Erfolg der Wirtschaft und zur positiven Reputation beitragen können: «Ein verbindlicher Menschenrechtsschutz auf rechtsstaatlicher Basis kommt nicht nur den einzelnen Menschen, sondern auch den Unternehmen selbst zugute. Deshalb erfolgt das Engagement für Menschenrechte, die durch flankierende nationale Rechte überprüft und sanktioniert werden können im Interesse aller.»  

Rückmeldungen zeigen Notwendigkeit

Fastenaktion, Mitinitiant der Konzernverantwortungsinitiative, sieht in seinen Projektländern regelmässig wie Menschenrechte verletzt werden und die ärmsten und wehrlosesten Menschen ausgebeutet werden. Die Stellungnahme der SBK und des EKS zeigt aus einer ethisch theologischen Sicht, warum der Einsatz für Menschenrechte unabdingbar ist. Dazu gehört auch die Unterstützung der Konzernverantwortungsinitiative. Es ist zwar eine Massnahme, die rechtlichen Charakter hat, hinter der aber klar ein ethischer Grundgedanke steht. Die Kehrseite jeder Freiheit, auch der unternehmerischen Freiheit heisst Verantwortung.: «Kein Unternehmen sollte sich mit der Missachtung oder Umgehung von Menschenrechten schmücken oder daraus Profit oder Konkurrenzvorteile schlagen können.»  

Was fordert die Initiative
 

Die Initiative will Konzerne mit Sitz in der Schweiz verpflichten, die Menschenrechte nicht zu verletzen und die Umwelt nicht zu zerstören. Denn Freiwilligkeit genügt nicht, deshalb sollen Verstösse von Konzernen in Zukunft Konsequenzen haben. Konzerne sollen deshalb für Menschenrechtsverletzungen geradestehen, welche sie selber oder ihre Tochterfirmen verursachen. 

Für weitere Auskünfte (D/F):Daniel Hostettler, Leiter Internationale Programme, 041 227 59 41  

Die Medienmitteilung der SBK

Demokratische Republik Kongo: Im Schatten des Kobaltbooms
Portrait Bernd Nilles© Jacques Berset, cath.ch

Mit der Globalisierung haben wir alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche weltweit miteinander vernetzt. Das bringt zwar Vorteile wie kostengünstige Produktion, Zugang zu Produkten aus aller Welt, Zugang zu fremden Kulturen, Kommunikation ohne Grenzen. Doch die Nachteile kennen wir seit Jahren: Ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, eine Liberalisierung des Welthandels, die keine Rücksicht auf Menschen und Umwelt nimmt, Rohstoffausbeutung, bei denen Menschenrechte missachtet werden und die Erwärmung des Klimas.

Die Globalisierung macht sich auch das Corona-Virus zunutze. Durch die global vernetzte Welt verbreitet es sich mit hohem Tempo in jeden Winkel der Erde. Es waren Reisende und Touristen, die es zu Beginn von Ort zu Ort trugen. Was werden wir daraus lernen? Wie werden wir diese Erfahrung nutzen? Sind wir bereit für einen Wandel?

Jetzt gerade steht die Welt erst einmal still. Eine ungewohnte Ruhe kehrt in fast alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche ein. Zugleich macht sich innere Unruhe und die Angst um seine Liebsten breit. Man sorgt sich um seine Gesundheit, die Ernährungssicherheit und die Arbeitsplätze. Paradoxe Realitäten zeigen sich: Die CO₂-Konzentration und der Feinstaubausstoss nehmen weltweit stark ab, was Leben rettet, während das Corona-Virus es anderen nimmt.

Existenzgrundlagen brechen zusammen

Auch in der Entwicklungszusammenarbeit stehen wir vor neuen Herausforderungen. In allen 14 Ländern, in denen Fastenaktion-Partner tätig sind, breitet sich das Corona-Virus aus. Im Amazonasgebiet bringen die Arbeiter der Bergbaukonzerne das Virus zu den schutzlosen indigenen Gemeinschaften. Überall werden Ausgangssperren verhängt und Gesundheitssysteme kollabieren. Die Mittel- und Oberschichten machen Hamsterkäufe. Die Armen aber haben keine Ersparnisse, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Der informelle Sektor, in dem die meisten von ihnen arbeiten, im Kleinstgewerbe oder auf Märkten, bricht zusammen und damit auch ihre Existenzgrundlage. Einige Regimes nutzen zudem den Ausnahmezustand, um repressive Massnahmen zu ergreifen und Freiheit und Menschenrechte einzuschränken. Fake News werden verbreitet und führen zu Unruhe, Chaos und Gewalt.

Dem wollen wir entgegenwirken und weiterhin helfen. Viele denken möglicherweise momentan nicht ans Spenden, da sie damit beschäftigt sind, sich um ihre Familie zu kümmern. Doch es ist zu befürchten, dass uns in den nächsten Wochen, wenn wir in der Schweiz die erste Corona-Welle gemeistert haben, schreckliche Nachrichten aus aller Welt erreichen werden. Dann, wenn die Corona-Welle im globalen Süden angekommen ist, bei den Ärmsten. Dieselben Massnahmen, die auch bei uns notwendig sind, werden verordnet, aber in vielen Dörfern gibt es kein Wasser. Es gibt kaum Krankenhäuser; es fehlt eine gute und gesunde Ernährung und die Versorgung wird zusammenbrechen.

Den Menschen überall auf der Welt Sorge tragen

Fastenaktion wird in dieser Situation seine fast 60-jährige Erfahrung in der Arbeit mit armen marginalisierten Bevölkerungsgruppen nutzen. Wir werden alles tun, um die lokale Versorgung mit Nahrung bei rund zwei Millionen Menschen sicherzustellen. Wir werden sensibilisieren und informieren, damit die Menschen sich schützen können, nicht auf Fake News hereinfallen und keine Unruhen entstehen. Und wir werden alles daran setzen zu intervenieren, wenn versucht wird, die Corona-Krise dazu zu nutzen, um Menschenrechte zu verletzen.

Einander zu helfen stärkt und eint eine Gemeinschaft – auch die Weltgemeinschaft. Während wir jetzt um die Gesundheit unserer Liebsten fürchten und die schwierige Situation in Zeiten des Corona-Virus für uns alle bedrückend ist, unterstützt Fastenaktion nach wie vor die Ärmsten in 14 Ländern der Welt. Das Fastenaktion-Team arbeitet derzeit an vielen Orten in der Schweiz im Homeoffice. Wir sind jedoch digital untereinander und mit hunderten Partnerorganisationen weltweit vernetzt, um unseren Auftrag weiterhin mit der gewohnten Sorgfalt zu erfüllen. Unsere Sorge gilt den Menschen im globalen Süden genauso wie den Menschen hier. Deshalb sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen: Helfen Sie mit – denn Solidarität kennt keine Grenzen und verbindet Menschen auf der ganzen Welt.

Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion

Hier können Sie direkt für die Menschen in unseren Projekten spenden. Danke!

Dürfen die Menschen nicht in die Kirche, kommen die Palmen halt zu den Menschen. Seit seiner Jugend bindet Othmar Küttel für die Pfarrei Horw Palmbüschel für den Palmsonntag. Gerade dieses Jahr sollten die Bauernfamilien in Horw – einer grossen Gemeinde bei Luzern – nicht ohne ihre Palmen sein. 

 

Ôthmar Küttel mit seiner Frau, Horw bei Luzern
Die gesegneten Palmen sind für Menschen und Tiere ein Zeichen des Schutzes vor Krankheiten und Seuchen. Dieses Jahr fand der Palmsonntags-Gottesdienst wegen der Corona-Krise nicht statt. Doch gerade in dieser schwierigen Zeit sollten die Bauernfamilien der umliegenden Höfe nicht auf Gottes Segen verzichten müssen. Deshalb verteilten Othmar Küttel und seine Frau die Palmen – traditionell gebunden mit Zweigen von Stechpalme, Buchs und verschiedenen Koniferen  – heuer nicht in der Kirche, sondern gingen direkt bei den Bauernfamilien vorbei.
Palmen segnen Palmsonntag 2020
Pfarrer Benedikt Wey vom Pastoralraum Horw segnete die Palmen am Samstag auf dem Hof der Familie Küttel.

 

Am Palmsonntag wird im Gottesdienst traditionell die Kollekte für Fastenaktion aufgenommen.

Herzlichen Dank, wenn Sie in diesem Jahr Online spenden.

Hier können Sie die Suppe bestellen

Viele Veranstaltungen wie Suppentage mussten wegen Corona in den Pfarreien abgesagt werden. Es gab also keine Begegnungen und Gespräche unter den Gemeindemitgliedern. Hart treffen werden diese Absagen auch die Menschen in unseren Projekten, die auf die Kollekten aus den Pfarreien angewiesen sind. 

Wir machen Pfarreien und Kirchgemeinden deshalb ein Angebot – auch über die Fastenzeit hinaus: Kleine Suppe – grosse Wirkung. Verteilen Sie an ihre Pfarreimitglieder eine kleine Fastensuppe, die in Ruhe zu Hause genossen werden kann. Zusammen mit einer Bitte um eine Spende an Fastenaktion. Unten finden Sie praktische Hinweise zu dieser Ausnahme-Aktion. 

Wie können wir als Pfarrei die „Kleine Suppe» mit grosser Wirkung anbieten?

  • Sie können die Suppe mit der Post verschicken, ein Beutel passt in ein C5-Couvert. 
  • Auch nach der Fastenzeit ist es möglich, unsere „Kleinen Suppen“ zu verteilen. Zum Beispiel anlässlich eines Suppentags, den Sie auf später im Jahr verschoben haben. 

Was ist eine „Kleine Suppe“?
Wir haben eine Reiscremesuppe von Morga ausgewählt, die mit frischem Gemüse und Kräutern ergänzt werden kann. Eine Packung reicht für fünf Portionen

Wo kann ich sie beziehen?
Sie können die Suppen in unserem regulären Shop bestellen, wo Sie sonst die Materialien zur Ökumenischen Kampagne beziehen können. Wir liefern eine Postkarte dazu, welche die Aktion beschreibt. 

Wie viel kostet die Suppe? 
Der Richtpreis beträgt pro Suppenbeutel 1 Franken. Wir freuen uns, wenn Sie bei der Verteilung der Suppe um Spenden für unsere Projekte bitten.

Wann wird sie geliefert?
Die extra für uns produzierten Suppenbeutel werden ab Ende März ausgeliefert. Eine Bestellung können Sie aber jederzeit machen.

Wie lange ist sie haltbar?
Das Haltbarkeitsdatum ist der 16.09.2021

Noch Fragen?
Mit allen Fragen zur „Kleinen Suppe“ können Sie sich wenden an Phil Eicher, Beratung und Fundraising Pfarreien, 041 227 59 13, E-Mail

Sie können auch direkt spenden: