Für die Bäuerinnen und Bauern Guatemalas wird es schwieriger, ihre Ernährung sicherzustellen. Die Klimaerwärmung führt zu mehr Dürren und Wirbelstürmen, was Anbau und Ernte von Nahrungsmitteln erschwert. Und Menschen zum Auswandern treibt.

Wie so viele Länder des Südens bekommt auch Guatemala den Klimawandel sehr direkt zu spüren: Neben Extremen wie Dürren oder Wirbelstürmen hat auch die Unberechenbarkeit des Alltagswetters zugenommen. «Entweder es vertrocknet alles, weil es zu lange gar nicht regnet – oder es schwemmt alles weg, weil es plötzlich tagelang sehr heftig regnet», sagt Inés Pérez, die Koordinatorin von Fastenaktion in Guatemala. «Die Wettervorhersagen sind ausserdem weniger verlässlich als früher, was es den Bäuerinnen und Bauern erschwert, zu entscheiden, wann gesät und wann geerntet werden soll.»

Die Folge: Viele Menschen müssen mangels Alternativen ihr Saatgut essen und haben dann keines mehr für die nächste Aussaat. «Und sie müssen inzwischen fast immer Mais dazukaufen, weil sie nicht mehr genug ernten können», sagt Inés. Mais ist die Grundlage für die Tortillas, die fast zu allen Mahlzeiten auf den Tisch kommen. Dass sich die Preise für dieses Grundnahrungsmittel in letzter Zeit mehr als verdoppelt haben, erschwert den kleinbäuerlichen Familien das Leben noch mehr.


Klimawandel gefährdet Landwirtschaft in Guatemala

Wegen der vielen unterschiedlichen Mikroklimas gilt Guatemala eigentlich als Land des ewigen Frühlings. Doch das ändert sich zurzeit dramatisch. «Es gibt Gegenden, wo es fast gar nicht mehr regnet, und wir sorgen uns, dass in diesem Trockenkorridor, der sich durch mehrere Länder Zentralamerikas zieht, irgendwann gar keine Landwirtschaft mehr möglich sein wird.»

Inés Pérez, Koordinatorin in Guatemala, steht vor einer blühenden Hecke.
Inés Pérez ist unsere Koordinatorin in Guatemala und sorgt sich um die Folgen der Klimaerwärmung in ihrem Land.

Schon jetzt wandern Menschen ab, besonders die Jungen. «Viele Männer gehen auf die Fincas der Grossgrundbesitzer an der Küste, wo sie zu einem Hungerlohn auf Plantagen arbeiten», erklärt Inés. Andere machen sich auf den Weg Richtung USA in der Hoffnung auf ein besseres Leben. «Doch dafür müssen sie ihr letztes Hab und Gut verkaufen – und viele überleben die gefährliche Reise am Ende nicht.»


Unterstützung von Fastenaktion wirkt

Die Projekte, die Fastenaktion in Guatemala unterstützt, geben Gegensteuer. «Die Familien, mit denen wir arbeiten, können dank agrarökologischer Anbaumethoden auf die Klimaerwärmung reagieren, haben bessere landwirtschaftliche Erträge und erreichen sogar eine gewisse wirtschaftliche Unabhängigkeit.» Dies führt dazu, dass weniger abwandern, auch weil sie dank besserer Ausbildung Jobs finden.

Vermehrt gelingt es dank der Unterstützung auch, dass Familien Landtitel bekommen und sich so nicht mehr davor fürchten müssen, von ihrem Land vertrieben zu werden. «Es sind kleine Tropfen der Verbesserung in einem Ozean von Problemen», sagt Inés. «Aber eben auch Hoffnungsschimmer – und Zeichen, dass man etwas verändern kann.»

Fastenaktion entwickelt gemeinsam mit lokalen Partnern Projekte, mit denen wir die Ernährung in Guatemala sichern und den Hunger abwenden. Erfahren Sie hier mehr über unsere Wirkung in Guatemala.

Ein Bäuerin arbeitet mit agrarökologischen Methoden und sammelt Blätter ein.
Agrarökologische Anbaumethoden sichern die Ernährung von bäuerlichen Familien.

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Die Situation in Haiti ist verheerend: Klimawandel, ungeeignete Anbaumethoden und eine fehlende Regierungsführung setzen der Bevölkerung zu. Die Ernährung von mehr als 3,6 Millionen Menschen ist gefährdet. Die Projekte von Fastenaktion schaffen Linderung.

Haiti ist lediglich für 0.3 Prozent der globalen CO2- Emissionen verantwortlich, gehört jedoch zu den Ländern, welche die Klimaerwärmung am stärksten zu spüren bekommen. Trockenphasen dauern länger als früher, die Regenzeit ist nicht nur kürzer, sondern auch heftiger, und es gibt mehr Wirbelstürme. «Schon heute verändert sich die Küstenlinie an manchen Orten spürbar», sagt J. V.*, der Koordinator von Fastenaktion in Haiti. «Gleichzeitig sinkt der Grundwasserspiegel in einigen Regionen, so dass man tiefer und tiefer bohren muss, um an Frischwasser zu kommen.»

Das grösste Problem jedoch ist die Erosion. «Über 70 Prozent unseres Landes ist gebirgig, doch kein Hang ist zu steil, um nicht auch dort Nahrungsmittel anzubauen», sagt er. «Es geht schlicht nicht anders.» Diese Anbauflächen sind allerdings besonders stark gefährdet, wenn sintflutartige Regenfälle über die Insel hereinbrechen. «Ist der Boden weggeschwemmt, kann man nichts mehr anbauen – und in der Ebene drohen Erdrutsche und Überschwemmungen.» Unser Koordinator fürchtet, dass bis 2030 rund 20 Prozent der heutigen Anbaugebiete für die Landwirtschaft verloren sein könnten.

«Unsere Partnerorganisationen sensibilisieren die Menschen und geben ihnen technisches Know-how.»

Der Klimawandel in Haiti führt zu Küstenschäden.
Erosion führt auch an der Küste zu Landverlust wie hier in Port Salut im Süden Haitis.

Agrarökologie und Aufforstung als Lösungsansätze

Ein wirksames Gegenmittel ist der Bau von Erosionsbarrieren – in Form von Terrassierungen, Steinmäuerchen oder Aufforstung, was von Fastenaktion ebenfalls gefördert wird. «Unsere Partnerorganisationen sensibilisieren die Menschen dafür und geben ihnen das technische Know-how», erklärt er. «Und ihre Erosionsbarrieren dienen als Modell für andere Bäuerinnen und Bauern ausserhalb unserer Projekte.» Dennoch passiere dies landesweit nicht systematisch genug. «Das ist eine Jahrhundertaufgabe.»

Dabei hat die Klimaerwärmung die Situation lediglich verschärft, begonnen hat das Problem einst mit übermässiger Abholzung. Aufforstung findet zwar statt, doch die Flächen dafür sind begrenzt, weil viele wegen der wachsenden Bevölkerung für die Landwirtschaft genutzt werden müssen. Zudem wird noch hauptsächlich mit Holz und Holzkohle gekocht.

«Dennoch bewirken wir mit unseren Partnerorganisationen einiges», betont unser Koordinator, «gerade, weil wir gezielt in Regionen aktiv sind, welche die Folgen der Klimaerwärmung stark spüren.» Die agrarökologischen Methoden führen zu besseren Ernten und wirken sich auch positiv auf die Biodiversität aus. «Inzwischen sind dadurch und dank der Aufforstung in manchen Projektgebieten einige Insekten- und Vogelarten zurückgekehrt. »

*Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Haiti verzichten wir auf eine namentliche Nennung.

Die Arbeit von Fastenaktion ist in Zeiten von Instabilität und Krisen umso wichtiger und ein Lichtblick für die Menschen in unseren Projekten. Erfahren Sie hier mehr über unser Länderprogramm Haiti.

Bäuerinnen legen Barrieren an, um ihre Felder wegen des Klimawandels vor Erosion zu schützen.
Bäuerinnen legen gemeinsam Barrieren an, um ihre Felder vor Erosion zu schützen.

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Maria Souza ist eine engagierte Kleinbäuerin in Brasilien. Sie betreibt eine vielfältige Landwirtschaft. Doch die Flüsse versiegen. Die Bauern- und Fischerfamilien in ihrem Dorf verlieren die Lebensader. Bitte helfen Sie heute mit einer Spende. Vielen Dank

«Wenn die Flüsse nicht mehr leben, fehlen uns die Fische für unsere Nahrung und zum Verkauf. Wie soll ich ohne Einkommen meine Kinder ernähren?»

Früher konnte Maria Souza im brasilianischen Amazonasgebiet ihre Familie von traditioneller Landwirtschaft und von Fischen aus dem Flusswasser ernähren. Jetzt hat es ausgerechnet in ihrer Region zu wenig Wasser. Sie macht sich Sorgen über die Zukunft. Denn Staudämme haben den Fluss und seine ursprüngliche Natur zerstört.

Der unfaire Kampf um das lebensnotwendige Wasser
Energieprojekte und die industrielle Landwirtschaft trocknen die Lebensader für die Kleinbauern aus. Alleine im brasilianischen Juruena-Flussbecken sind 125 neue Staudämme geplant. Mit gravierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung: Flüsse sterben, Fische fehlen. Was bleibt, ist Hunger. Der Klimawandel macht die Situation noch schlimmer.

Es darf nicht sein, dass Konzerne und Regierungen das Land und die Lebensgrundlagen der Einheimischen ausbeuten und zerstören. 

Bitte schützen Sie die Bauernfamilien heute vor dem Unrecht.

Eine Kleinbäuerin aus Kolumbien zeigt stolz ihre Nahrungsmittel, die sie aus bäuerlichem Saatgut produziert.

z.B. 50 Franken für dürreresistentes Saatgut… 

…für eine Kleinbauernfamilie, die vom Klimawandel betroffen ist.

Maria Souza giesst Salatpflanzen im selbst gebauten Gewaechshaus.Pará, Brasil.

z.B. 80 Franken zur Erhaltung der Lebensgrundlagen…

…damit alle genug zu essen haben.

Von den Wasserprojekten im Gebiet Matto Grosso sind unzählige Indigene betroffen - so nicht nur die Manoki, sondern, ganz in der Nähe, die Rikbaktsa.

z.B. 150 Franken für Bauernorganisationen…

…damit ihr Zugang zu Wasser sichergestellt werden kann.

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