Die Welt erholt sich vom Klimagipfel der Vereinten Nationen, der COP27 in Sharm El-Sheikh. Loisa Maimpu aus Kenia hat dazu keine Zeit. Sie ist den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser und Essen für ihre Familie und ihre Tiere zu suchen. Kenia erleidet seit über zwei Jahren eine extreme Dürre.

Ein Bericht von Leon Jander, Verantwortlicher für das Landesprogramm in Kenia

Loisa Maimpu lebt in Kajiado County, einer trockenen Region Kenias, an der Grenze zu Tansania. Sie gehört zum Volk der Massai. Die Massai sind eigentlich Viehhirtinnen und -hirten. Die grossen Herden sind der Stolz jeder Familie und ihre Lebensgrundlage. Die zunehmende Trockenheit durch den Klimawandel macht es schwerer, grosse Herden zu unterhalten und die Massai müssen immer weitere Strecken zurücklegen, um geeignete Weideflächen zu finden.

Die lange Trockenheit schwächt die Tiere. Viele sterben.
Verkürzte Regenzeit hat drastische Folgen
Loisa Maimpu und die anderen Menschen in den trockenen Gebieten Kenias sind Hitze- und Trockenperioden eigentlich gewöhnt. Sie erholen sich während der nächsten Regenzeit. Der Klimawandel verlängert deren Dauer und Intensität aber derart, dass Menschen und Tiere sich nicht schnell genug anpassen können. Eigentlich sollte es jetzt in vielen Regionen Kenias regnen. Teilweise tut es das auch, aber zum fünften Mal in Folge fällt diese Regenzeit unterdurchschnittlich aus. Meteorolog:innen sprechen von 60 Prozent weniger Regen. Die Aussichten für die lange Regenzeit im Frühjahr 2023 sind ebenso schlecht. Die langanhaltende Dürre führt dazu, dass die Menschen und Tiere gesundheitlich beeinträchtig sind und vermehrt sterben. Auch die langfristige Entwicklung der Kinder wird beeinträchtigt. Ausserdem kommt es zu mehr Konflikten zwischen Menschen, und zwischen Menschen und Tieren. Alle sind auf der Suche nach Wasser und Nahrung.
Die Landwirtschaft bietet zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquellen.
Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung
Doch die Menschen wissen sich zu helfen. Als zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquelle steigen sie teilweise auf Landwirtschaft um. Die Partnerorganisation Olkejuado Pastoralists Development Organization (Dupoto-e-Maa), mit der Fastenaktion seit 2009 erfolgreich zusammenarbeitet, begleitet sie dabei. In einer externen Projektevaluierung im Jahr 2021 wurden ermutigende Wirkungen festgestellt: 18 Prozent der Zielgruppe gaben den Verkauf von Gemüse als Haupteinnahmequelle an, zu Beginn des Projektes war dies noch kein Thema. Durch die Landwirtschaft konnte auch die Ernährung abwechslungsreicher gestaltet werden. Die Familien haben nun mehr Gemüse auf dem Tisch.
Die Welt erholt sich vom Klimagipfel der Vereinten Nationen, der COP27 in Sharm El-Sheikh. Loisa Maimpu aus Kenia hat dazu keine Zeit. Sie ist den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser und Essen für ihre Familie und ihre Tiere zu suchen. Kenia erleidet seit über zwei Jahren eine extreme Dürre.
Fastenaktion unterstützt mit Nothilfe 
Es wird Jahre brauchen, bis die Beschlüsse der COP27 umgesetzt werden. Die Erreichung des 1,5-Grad-Zieles wird Jahr für Jahr schwieriger. Loisa Maimpu hat diese Zeit nicht. Um die grösste Not in der Projektregion zu mindern, leistet Fastenaktion Nothilfe. Diese ist wichtig, damit erreichte Fortschritte in den langfristigen Entwicklungsprojekten der Partnerorganisationen nicht verloren gehen.  

Im Jahr 2020 berichtete SRF mitenand über Dupoto-e-Maa, einer Partnerorganisation von Fastenaktion in Kenia: Hier finden Sie den Beitrag.

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Abschlusskommentar von David Knecht, Fachverantwortlicher für Klima- und Energiegerechtigkeit bei Fastenaktion. David Knecht verfolgte die COP27 in den letzten zwei Wochen vor Ort.

Die Welt hat im ägyptischen Sharm-El-Sheikh getagt. Eine absurde Stadt für eine Monsterkonferenz – mit über 30’000 Teilnehmenden. Da kommt ab und an das Gefühl auf, dass das Konferenzgelände mit dem Menschengewimmel einem arabischen Basar gleicht. Nur das hier das drängendste aller globaler Themen verhandelt wird. Die Begrenzung der Klimaerhitzung.

Sharm-El-Sheik – Inbegriff des Massentourismus. Bekannt für wunderschöne Korallenriffe, welche durch den Klimawandel akut bedroht sind. Expert:innen gehen davon aus, dass bis zu 99 Prozent der Korallenriffe zerstört werden, wenn die Klimaerhitzung zwei Grad Celsius erreicht.[1]

Klimaerwärmung wartet nicht – die Ärmsten leiden
Präsidenten und Premierminister:innen aller Nationen haben sich die Türklinke in die Hand gedrückt. Sie haben in Reden betont, wie wichtig es ist, die Klimaerhitzung zu begrenzen. Diesem Treiben haben über 600 Fossilenergie Lobbyisten nickend zugeschaut und eifrig dafür gesorgt, dass der Abschlusstext der COP27 keinen Ausstieg aus den fossilen Energien fordert.[2] Sie sagen, das wäre angesichts der weltweiten Energiekrise zu viel des Guten, das brauche mehr Zeit, müsse sorgfältig geplant werden. Fossil is King. Die Klimaerwärmung aber wartet nicht. Sie schreitet Tag für Tag weiter voran. Gerade die ärmsten Menschen unseres Planeten leiden am meisten unter der Erwärmung. Sie haben nicht die Mittel, sich den Auswirkungen anzupassen.

Eine indonesische Delegation über die Folgen der Klimaerhitzung.

Fonds für Klimagerechtigkeit
Wenn Anpassung nicht mehr möglich ist, weil die Klimaerwärmung irreparable Schäden verursacht, werden Kompensationszahlungen nötig. Deshalb ist es so wichtig, dass ein spezifischer Fonds für diese Zahlungen aufgebaut wird. Verluste und Schäden müssen ausgeglichen werden. In der moralischen Pflicht stehen die historischen Verursacher der Klimaerwärmung. Viele Südländer, Inselstaaten und tausende zivilgesellschaftliche Vertreter:innen aus der ganzen Welt, darunter Fastenaktion, haben sich für einen solchen Fonds eingesetzt. Blockiert wurde dieses Vorhaben in den vergangenen Jahren vom globalen Norden. Nach einem langen Seilziehen konnten sich die Staaten schliesslich dazu einigen, Fonds für klimabedingte Schäden und Verluste zu schaffen. Das ist ein grosser Erfolg und ein bedeutsamer Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit!

Solidarität zeigen
Aber Kompensationszahlungen sind nur ein Teil der Gleichung. Wichtig ist, dass die Klimaerhitzung gar nicht voranschreitet. Die Klimaerhitzung soll möglichst auf 1.5 Grad Celsius begrenzt werden. Dafür müssen wir unsere Treibhausgasemissionen global drastisch reduzieren. Die UNO hat im Oktober veröffentlicht, dass die weltweiten Klimaschutzpläne zu einer Erhitzung von über 2.4 Grad Celsius führen würden.[3] Es braucht dringend schnelle und ambitioniertere Emissionsreduktionsprogramme. An der COP27 haben die Länder deshalb ein Arbeitsprogramm zur Emissionsminderung beraten und verabschiedet – ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Wichtig ist, dass diese Massnahmen mit den entsprechenden Finanzzahlungen ergänzt werden, damit finanzschwache Länder ebenfalls die nötigen Klimaprogramme durchführen können. Solidarität und die Anerkennung der historischen Verantwortung durch den globalen Norden ist hierfür zentral.

Schweiz muss Verantwortung übernehmen
Aber die Welt hinkt den eigenen Versprechen hinterher. 2009 versprachen die Industrieländer jährlich 100 Milliarden USD, doch bislang wurden davon nur 83 mobilisiert.[4] Und auch dies ist gemäss dem Weltklimarat noch zu wenig, es braucht Billionen.[5] Zur Finanzierungslücke hat die Klimakonferenz keine zufriedenstellenden Antworten geliefert. Das ist frustrierend, gerade in einem Jahr wo die Mineralöl- und Energiekonzerne BP, ExxonMobil, Chevron, Shell und TotalEnergies zusammen allein im zweiten Quartal 55 Milliarden Gewinn verbuchten. Dieses Ungleichgewicht muss dringend aufgelöst werden.  Die Schweiz ist ein reiches Land und trägt als Drehscheibe des internationalen Rohstoffhandels dabei eine besondere Verantwortung.

Fastenaktion setzt sich für Ernährungssicherheit ein
Wenn die Staatengemeinschaft dabei scheitert, können die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden, was insbesondere für die ärmsten Menschen katastrophale Folgen hätte. Denn die Klimaerhitzung wirkt sich direkt auf die Ernährungssicherheit dieser Menschen aus. Verstärkte Dürren und Überschwemmungen sind direkte folgen der Klimaerhitzung. Und sie nehmen zu, in Stärke und Häufigkeit. Die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel. Fastenaktion setzte sich deshalb zusammen mit der CIDSE an der COP für die Verankerung der Agrarökologie als ein tragendes Element der landwirtschaftlichen Lösungen ein. Die Forderung hatte an der COP27 einen schweren Stand und deren Erwähnung wurde weggestrichen. Der Druck der industriellen Landwirtschaft ist zu gross.

Das CIDSE-Team an der Weltklimakonferenz.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass an der COP27 mit Fonds für klimabedingte Schäden und Verlustes sowie dem Programm zur Abschwächung der Klimakrise (Mitigation) wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht worden sind. Dass aber der Staatenbund sich nicht auf ein Aussteigen aus fossilen Energien einigen konnte, zeigt, dass der Einfluss der Lobby für fossile Energien sehr stark ist. Das zudem keine konkreten Pläne zur Schliessung der Finanzierungslücke verabschiedet wurden bestätigt, dass das dringend notwendige Umdenken noch nicht stattgefunden hat. So werden wir das globale 1.5 Grad Celsius Ziel nicht erreichen. Und das Fenster dazu schliesst sich mit rasendem Tempo.

Fastenaktion begleitete eine Delegation aus dem Amazonas.

Partner von Fastenaktion zeigen Lösungen
In Sharm El Sheikh hat sich Fastenaktion mit Partnerorganisationen aus Kolumbien und Brasilien aktiv für eine rasche und sozialgerechte Umsetzung der Pariser Klimaziele eingesetzt. Zudem wurden Menschen- und Indigene Rechte sowie das wichtige Prinzip der Transparenz in Berichterstattungen in die Verhandlungen eingebracht. In einem offiziellen COP-Event haben wir mit unseren Partnern gezeigt, dass es in vielen Ländern hapert mit der Transparenz. Unsere Partner haben aufgezeigt, dass dezentralisierte, gemeinschaftliche Energielösungen ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels sind. Gleichzeitig stärken sie die Ernährungssicherheit der Menschen. Gemeinsam mit unseren Partnern wird sich Fastenaktion auch im kommenden Jahr für eine rasche und sozialgerechte Umsetzung der Pariser Verträge einsetzen, um dem Hunger auf der Welt entgegenzuwirken.

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«Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg», singt Reinhard Mey im Lied Narrenschiff, welches volle Fahrt mit Kurs aufs Riff steuert. Es beschreibt bildlich unser individuelles Verhalten in der Klimakrise. Gleichzeitig hoffen viele Menschen auf die Beschlüsse an der Klimakonferenz in Ägypten. Morgen beginnt die 27. Weltklimakonferenz (COP27). Ambitionierte Beschlüsse braucht es mehr denn je.

Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Hitzewellen, Dürre, Wasserknappheit. Was in Partnerländern von Fastenaktion seit Jahren Alltag ist, kommt auch auf die Schweiz und Europa zu. Was wir im Sommer 2022 erlebt haben, ist ein bitterer Vorgeschmack auf das, was der Weltklimarat voraussagt. Die Zunahme von Wetterextremen aufgrund der Klimaerhitzung. Überall, auch in der Schweiz.

Kurs aufs Riff
Trotzdem tun wir uns schwer, unser individuelles Handeln anzupassen. Tanks werden vor dem Winter mit frischem Heizöl aufgefüllt. Eine Nachbarin erzählt mir im Vorbeigehen, wie sehr sie sich auf einen dreitägigen Trip nach Ibiza freut. Viele Mitmenschen, die sich über die Hitze im Sommer beklagt hatten, ärgern sich über hohe Energiepreise und kaufen billiges Fleisch. Als gäbe es keinen Zusammenhang. Unser Schiff steuert auf das Riff zu, wir wissen es. Und machen weiter wie gewohnt. Den Preis dafür zahlen viele in Armut lebende Menschen auf der ganzen Welt.

Und die Politik?
Bis 2050 sollen die schweizerischen Treibhausgasemissionen bei null ankommen – für die Menschen in vielen Weltregionen viel zu spät. Sie leiden schon heute, haben das Problem aber nicht verursacht. Teile der schweizerischen Politik nimmt die Dringlichkeit nicht ernst. Gegen den indirekten Gegenvorschlag der Gletscher-Initiative wurde das Referendum ergriffen. Dabei ist das neue Klimagesetz nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Gerade deshalb ist das Ja zur Gletscherinitiative ein absolutes Minimum, wenn wir zu globaler Klimagerechtigkeit einen Beitrag leisten wollen. Eine weitere Verzögerung ist keine Option.

Sharm el Sheikh
Am 6. November beginnt die 27. Klimakonferenz in Ägypten. Viele wichtige Punkte werden verhandelt. Die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 ist weiterhin das Hauptziel. Dieses will die Erderwärmung bei 2 Grad Celsius, wenn möglich 1.5 Grad Celsius begrenzen. Gemäss Climate Action Tracker steuern wir aber auf eine Erderwärmung von 2.7 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Konkret soll in Ägypten ein Arbeitsprogramm verabschiedet werden, um die Ambitionen zur Minderung von Emissionen schneller und wirksamer zu reduzieren (Mitigation Work Programme). Neben Minderung geht es auch um Anpassungen an die Klimaerwärmung. Darum sind Einigungen zu höheren Beiträgen zur Klimafinanzierung ein dringendes Ziel.

Viele reiche Länder blockieren die Verhandlungen zu Schäden und Verlusten (Loss and Damage). Es geht um die Entschädigung für irreversible Schäden als Folge der Klimaerhitzung. Was dies bedeutet, hat die Flutkatastrophe 2022 in Pakistan gezeigt. Tausende Menschen sind gestorben. Millionen von Menschen haben durch den extremen Monsunregen ihre Lebensgrundlagen verloren. Sie haben keine Perspektiven mehr. Gerade arme Menschen sind auf die Unterstützung der reichen Länder angewiesen. Globaler Klimaschutz und Klimagerechtigkeit bedingen Solidarität zur Bekämpfung der Klimakrise.

Fastenaktion setzt sich für eine ambitionierte Klimapolitik in der Schweiz ein. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Gletscher-Initiative.
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Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion
Nach rund 25 Jahren hat Fastenaktion sein Leitbild erneuert. Bernd Nilles, der Geschäftsleiter von Fastenaktion, hat sich in einem Interview mit kath.ch unter anderem zum neuen Leitbild geäussert.

Was ist ein Leitbild überhaupt?
Bernd Nilles: Ein gutes Leitbild ist wie die Seele einer Organisation. Es ist nicht so formal wie die Statuten und nicht so detailliert wie die Strategie. Es ist das bindende Glied, das alles zusammenhält.

Was ist der zentrale Gedanke des Leitbildes?
Eine gerechte Welt ohne Hunger und ein Leben in Würde sind möglich. Und es lohnt sich, dafür zu kämpfen! Für dieses Ziel müssen wir die Schöpfung in ihrer Vielfalt bewahren und auch die kommenden Generationen im Blick haben. Es geht um ein an christlichen Werten orientiertes Handeln auf Augenhöhe mit unseren Partnerorganisationen, den Menschen im globalen Süden und den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern in der Schweiz.

Welche Aspekte des Leitbildes sind neu?
Das Recht auf Nahrung für alle und ein Leben und Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen sind neu im Leitbild. Neu ist auch, dass wir uns als Schweizer Organisation der internationalen Zusammenarbeit bezeichnen.

Aber das waren Sie doch schon immer, oder?
Ja, aber der bisherige Begriff des Hilfswerks brachte weniger die Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Partnerorganisationen im Süden zum Ausdruck. Nur wenn wir die Menschen in den Projekten als gleichwertige Akteurinnen und Akteure miteinbeziehen kann eine nachhaltige Entwicklung erfolgen. Es entsteht eine gegenseitige Zusammenarbeit und nicht eine Abhängigkeit.

Was machen Sie im neuen Leitbild noch stark?
Wir stellen klar, dass wir aus der katholischen Jugendbewegung hervorgegangen sind. Und wie wichtig uns die christliche Sozialethik mit Blick auf Menschenrechte und Wissenschaft sind. Besonders wichtig ist auch ein klares Bekenntnis gegen jede Form der Diskriminierung. Wir wollen eine Organisation sein, die für Gerechtigkeit einsteht, sie aber auch lebt, einschliesslich Geschlechtergerechtigkeit. Ursachen von Armut und Umweltzerstörung wollen wir konsequent ansprechen, mutig Stellung nehmen, dabei aber stets parteipolitisch unabhängig sein. Wie bisher setzen wir aktiv auf Netzwerke und die ökumenische Zusammenarbeit und gestalten aktiv die Fastenzeit in Kirche und Öffentlichkeit.

Das gesamte Gespräch mit Bernd Nilles, in dem es auch um die Klimakrise und Geschlechtergerechtigkeit geht, können Sie auf kath.ch lesen.

Hier finden Sie das neue Leitbild von Fastenaktion.

Die Energiekrise beschäftigt die Schweiz. Strom, Gas, Öl und Treibstoffe werden knapp und die Preise gehen durch die Decke. Der Energiepfad von Fastenaktion liefert Ihnen Tipps zum bewussten Energiekonsum für die ganze Familie und in verschiedenen Lebensbereichen.

Wir verbrauchen zu viele natürliche Ressourcen. Wenn alle Länder so haushalten würden wie die Schweiz, dann bräuchten wir fast drei Erden. Der Energieverbrauch in der Schweiz bestimmt diesen Wert massgeblich mit. Unser Energie-Überkonsum ist aktuell nicht nur wahnsinnig teuer, sondern schadet auch dem Klima. Die Folgen für das Klima spüren die Menschen im globalen Süden am härtesten, obwohl sie am wenigsten zum Klimawandel beitragen. Wenn wir bewusst und klimagerecht Handeln, kommt das also nicht nur unserem Geldbeutel zu Gute, sondern auch den Menschen in den ärmsten Ländern.

Wie kann ich Energie sparen?
In allen Lebensbereichen gibt es Potenzial, Energie zu sparen: Sei es bei der morgendlichen Dusche, beim Heizen oder in der Freizeit. Der Energiepfad aus der Ökumenischen Kampagne von Fastenaktion und HEKS gibt dabei auf spielerische Art und Weise Energiespartipps für die ganze Familie. Das Ziel: Gemeinsam dem Energiefresserli zu entwischen!

Die Energiereise durch den eigenen Alltag wird mit eindrücklichen Hintergrundinformationen über unseren Konsum und dessen Auswirkungen ergänzt. Inspirierende Beispiele aus unseren Partnerländern zeigen zudem auf, wie die Menschen dort mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen.

Unsere Lebensweise hat Auswirkungen, die weit über unsere eigene Existenz hinausgehen. Seien wir also solidarisch mit den künftigen Generationen – in der Schweiz und auf der ganzen Welt.

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Die Corona-Pandemie, Klimagerechtigkeit und der Namenswechsel prägten das Jahr 2021 von Fastenaktion (ehemals Fastenopfer). Zusammen mit seinen Partnerorganisationen sicherte Fastenaktion Zugang zu Nahrung und Saatgut. Wegen der zunehmenden Extremwetter, bedingt durch die Klimakrise, musste vermehrt Nothilfe geleistet werden. Rund 2.4 Millionen Menschen profitierten 2021 direkt von der Arbeit von Fastenaktion.

Im vergangenen Jahr verbesserte Fastenaktion mit seinen Aktivitäten in zwölf Landesprogrammen und den drei Internationalen Programmen die Lebensumstände von rund 560‘000 Menschen direkt. Indirekt bedeutet das für 2,4 Millionen Menschen eine Verbesserung ihrer Lebensumstände. Gemeinsam mit kleinbäuerlichen Netzwerken, Solidaritätsgruppen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen setzte Fastenaktion 355 Projekte um. Im Fokus der Arbeit stand der Zugang zu genügend und gesunder Nahrung. Dies geschah durch nachhaltige Anbaumethoden und Stärkung von Dorfgemeinschaften.

9 von 10 Franken fliessen direkt in die Projekte
Den Ausgaben von 22‘536‘223 Franken standen Einnahmen von insgesamt 23‘132‘838 Franken gegenüber. 86.8 Prozent der Einnahmen wurden direkt für die Projektarbeit eingesetzt.

Bewusster Konsum – Kampagne in der Schweiz gab zu Reden
Das Sujet der Ökumenischen Kampagne 2021, welches einen bewussten Fleischkonsum und mehr Klimagerechtigkeit forderte, führte zu angeregten Diskussionen. Es zeigte, welche Auswirkungen Entscheidungen im industrialisierten Norden auf die Menschen im globalen Süden haben. Deshalb auch die entwicklungspolitische Forderung an die Schweizerische Nationalbank aus der Finanzierung fossiler Energien auszusteigen, um den Klimawandel abzumildern der den Süden bereits hart trifft. In der Schweiz erreichte Fastenaktion mit der Informations- und Sensibilisierungsarbeit rund 3 Millionen Menschen.

Von Fastenopfer zu Fastenaktion
Am 60 Jahre Jubiläum im September wurde der Namenswechsel von Fastenopfer zu Fastenaktion bekannt gegeben. Der Organisationsname der Suisse romande «Action de Carême» wurde zum nationalen Namen, auf Deutsch und Italienisch wurde er entsprechen angepasst; Fastenaktion – Action de Carême – Azione Quaresimale. Die Änderung ging mit einer leichten Anpassung des Logos der Organisation einher. Erste Auswertungen im 2022 zeigen, dass der Namenswechsel positiv aufgenommen wurde.

Ausblick 2022
Zwei Jahre dauert die Covid-Pandemie bereits an und hat schlimme Auswirkungen auf die Menschen in den Ländern in denen Fastenaktion tätig ist. Zudem macht ihnen die Klimakrise bereits seit Jahren zu schaffen. Zunehmende Armut und steigende Nahrungsunsicherheit sind die Folge und bereits kündigt sich eine Verschärfung der Krise an. Der Krieg in der Ukraine und der damit einhergehende Mangel an Getreide und Treibstoff, sowie die rapide steigenden Preise für Nahrungsmittel, verschlimmern ihre Lebensumstände zusätzlich. Hungerkrisen sind unausweichlich. Fastenaktion versucht mit seinen Partnern und dem Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe dagegen zu halten. In vergangenen Hungerkrisen, zeigte sich die Wirkung des von Fastenaktion gewählten Ansatzes. Die Menschen können dank eigenem, lokal angepasstem Saatgut und Anbaumethoden ihre Nahrung produzieren und ihre Lebensumstände verbessern.

Auskunft zur Medienmitteilung geben Ihnen gerne:

  • Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion,  +41 41 227 59 71
  • Mischa von Arb, Leiter Medien, Information und Campaigning, +41 41 227 59 66

Medienmitteilung
Ökumenische Kampagne 2022

Höchste Zeit, Verantwortung zu übernehmen

Mit einer politischen Forderung an Bundesrätin Simonetta Sommaruga für ambitionierte Klimaziele sowie einem Appell an die Eigenverantwortung hat die Ökumenische Kampagne erneut für das Thema Klimagerechtigkeit sensibilisiert. Die Kernbotschaften der Entwicklungsorganisationen HEKS, Fastenaktion und Partner sein gehen einher mit denen des neuesten Berichts des Weltklimarats (IPCC).

Die Schweiz darf aus Sicht der Klimagerechtigkeit bis 2050 kein CO2 mehr ausstossen. Da dies offensichtlich weiterhin geschehen wird, fordert die Ökumenische Kampagne zum sofortigen Handeln auf. «Klimagerechtigkeit bedeutet, dass Länder, die die Hauptverursacher der Klimaerwärmung sind, Verantwortung für die globalen Folgen und Schäden des Klimawandels übernehmen», sagt Stefan Salzmann, Verantwortlicher Klima- und Energiepolitik bei Fastenaktion. Die Schweiz solle daher in einem neuen CO2-Gesetz das Netto-Null-Ziel bis 2040 auf einem mindestens linearen Absenkpfad festhalten, sowie konsequent aus fossilen Energieträgern aussteigen. Schweizweit wurden für diese Forderung im Rahmen einer Petition schon etliche Unterschriften gesammelt, die Aktion läuft noch immer.

Die Klimakrise ist akut, dies zeigen die zwei neu erschienenen Kapitel des IPCC-Berichts 6. Dieser unterstreicht die Dringlichkeit, den weltweiten CO2-Ausstoss zu reduzieren, aus fossilen Energieträgern auszusteigen und erneuerbare Energien zu fördern. Der weltweite CO2-Ausstoss steige stetig an und der Gesamtplan der internationalen Klimapolitik leite die Welt auf einen Weg mit einem Temperaturanstieg bis zu 2.7 °C – mit verheerenden Folgen.

Breite Unterstützung bei der Kampagne
„Das grosse Engagement von Kirchgemeinden, Schulklassen und Freiwilligen hat uns begeistert“, so Elke Fassbender, Kampagnenleiterin HEKS. Es wurden zahlreiche Suppentage organisiert, über 70‘000 Rosen verkauft, und mit kreativen Ideen wurde für das Thema Klimagerechtigkeit sensibilisiert. Ein grosser Erfolg war auch das „Escape-Spiel“, welches für die Jugendarbeit zur Verfügung gestellt und rege genutzt wurde. Dieses bietet Jugendlichen einen spielerischen Zugang zu verschiedenen Aspekten der Klimagerechtigkeit, Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien, mit denen sie sich im Anschluss vertiefter auseinandersetzen können. Dies schärft das Verantwortungsgefühl für Klimathemen schon in jungem Alter, denn alle können mit ihrem Handeln ihren Fussabdruck reduzieren.

Dies wurde mit dem Kampagnensujet aufgezeigt: Die übervolle Badewanne mit Warmwasser auf der einen Seite symbolisiert unser Konsumverhalten im Norden, die Konsequenz davon ist auf der rechten Seite sichtbar – ein sich aus einer Überschwemmung rettender Mann, was für die verschiedenen Klimakatastrophen und das daraus resultierende Leid steht. „Es geht nicht darum, den Leuten das Baden zu verbieten, sondern darum, sie zu sensibilisieren, zum Reflektieren anzuregen und zu einer Verhaltensänderung zu bewegen“, meint Matthias Dörnenburg, Kampagnenleiter Fastenaktion, zum Kampagnensujet.

Weiterführende Unterlagen

Auskunft zur Medienmitteilung geben Ihnen gerne:

Klimagerechtigkeit

Menschenrechte in der Klimakrise

Je länger die Klimakrise andauert und je weiter sie sich verschärft, desto deutlicher werden die Schäden für die Menschheit. Es trifft am stärksten Menschen im globalen Süden, die schon jetzt Hunger erleiden und deren prekäre Situation sich weiter verschlechtert. Die Vereinten Nationen (UNO) warnen davor, dass Menschenrechtsverletzungen als Folge der Klimakrise weiter zunehmen. Fastenaktion setzt sich mit seiner Arbeit für mehr Klimagerechtigkeit ein.

Ein Kommentar von Daniel Hostettler, Leiter Internationale Programme bei Fastenaktion

Die Menschenrechte sind bedroht
Die Klimakrise bedeutet massive Menschenrechtsverletzungen für Millionen von Menschen. Das hat die UNO-Menschenrechtsrat vergangenen Sommer in einer Resolution deutlich gemacht. Die Auswirkungen davon sind laut UNO ein reduzierter Zugang zu Nahrung und Trinkwasser, zu Gesundheitsdiensten und sozialer Fürsorge, zu Bildung, geeigneten Unterkünften, Transport und Arbeit. Sie listet eine ganze Reihe von Menschenrechten auf, deren Durchsetzung durch die Klimakrise erschwert oder verunmöglicht wird. Das Recht auf Nahrung etwa; das Recht auf Gesundheit; oder das Recht auf Leben.

Unser Konsum entzieht Menschen die Grundrechte
Die Verknüpfung der Klimakrise mit den Menschenrechten ist ein wichtiger Schritt. Er bringt uns dazu, die Krise nicht als moralische Frage abzutun, die je nach weltanschaulichem Standpunkt beantwortet werden kann. Deutlich wird vielmehr, dass durch die Art der Produktion und Konsumation der reichen Staaten und Gesellschaftsschichten die Grundrechte ganz vieler Menschen verneint werden. Der UNO-Menschenrechtsrat ruft deshalb dazu auf, den Ausstoss an Treibhausgasen gemäss Pariser Abkommen schnell und kontinuierlich zu reduzieren und den ärmeren Ländern bei der Anpassung an den Klimawandel finanziell angemessen beizustehen.

Klimagerechtigkeit für alle
Die Massnahmen gegen die Klimakrise sollten dabei wiederum auf ihre Auswirkungen überprüft werden, um weitere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Es darf nicht sein, dass der Klimakrise auf Kosten der Ärmsten begegnet wird. Die Massnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, so die UNO, sollten mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung koordiniert werden, und zwar auf integrierte Weise. Dies ist auch der entwicklungspolitische Ansatz von Fastenaktion. Nur wenn die soziale und die ökologische Dimension der Krise zusammen gedacht werden, ergibt sich Klimagerechtigkeit für alle. Dabei muss die Schweiz ihre Verpflichtungen als Mitverursacherin des globalen Klimawandels wahrnehmen – auch zur Wahrung der Menschenrechte.

Die Klimakrise ist akut und die Schweiz ist mitschuldig. Fordern Sie jetzt Bundesrätin Sommaruga per Petition zum Handeln auf!

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Wir danken herzlich für jede Spende.
Der Bau von einem neuem Ofen

Ein Bericht aus Kenya

Ein Ofen ist nicht nur zum Kochen gut

Zwei Jahre lang konnte Leon Jander, Programmverantwortlicher Kenya von Fastenaktion, aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht nach Kenya reisen. Während dieser Zeit fand der Austausch zwischen den Partnerorganisationen und der nationalen Koordination hauptsächlich über Videokonferenzen statt, was recht gut funktionierte. Nichtsdestotrotz ergeben sich die besten Anekdoten bei persönlichen Begegnungen. Im Februar konnte er endlich wieder reisen sich mit den Partnerorganisationen von Fastenaktion treffen und die Projekte besuchen.

Ein Bericht von Leon Jander, Verantwortlicher für das Landesprogramm in Kenya

Rebecca Wambui ist eine der ersten Begünstigten, die sich über einen verbesserten Ofen freuen kann. Das Ofen-Projekt wurde von der Caritas Kitui subventioniert und von Fastenaktion finanziert. Die verbesserten Öfen verbrauchen beim Kochen im Vergleich zu den traditionellen Drei-Steine-Feuerstellen nur die Hälfte Holz. Dadurch sparen die Familien Zeit (etwa drei Stunden pro Woche) und Geld (etwa 1,20 Franken pro Woche). Das kommt vor allem den Frauen und Mädchen zu Gute, die traditionell für das Holzholen zuständig sind. Im Gespräch erzählte mir Rebecca, dass sie den Ofen nicht nur zum Kochen nutzt: Am Abend stellt sich nach dem Kochen einen Eimer mit Wasser auf den Ofen. Da der Ofen die Wärme optimal speichert, hat sie am Morgen warmes Wasser, um sich zu waschen.

Hunger wird zunehmen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Partnerorganisationen sind trotz der erfreulichen Projektfortschritte besorgt. Grund dafür sind die Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. Der Preis für Mais ist aufgrund von pandemiebedingten Lieferengpässen und langanhaltenden Dürren am Horn von Afrika zwischen Januar 2021 und Januar 2022 um 8 Prozent gestiegen. Der Preis für Weizen ist im gleichen Zeitraum gar um 15 Prozent angestiegen. In Kenya werden 4 von 5 Weizenkörnern importiert. «Chapati» (Fladenbrot aus Weizenmehl) und «Ugali» (eine Art Maispüree) sind die Hauptkalorienlieferanten in Kenya. Der plötzliche Stopp der Getreideexporte aus der Ukraine und die Exportbeschränkungen in Russland werden die Lebensmittel verteuern. Gleichzeitig verschlechtert der Anstieg der Treibstoffpreise die Versorgung im Land. Die Menschen in Kenya befürchten, dass die Preise weiter in die Höhe schnellen und die Zahl der Hungernden steigt. 

Unser Geschäftsleiter Bernd Nilles ordnet  die Konsequenzen des Krieges  für den globalen Süden ein.

Hilfe zur Selbsthilfe
Die Partnerorganisationen von Fastenaktion unterstützen die Selbstversorgung kenyanischer Familien mit Ausbildungen in agroökologischen, diversifizierten und klimaresistenten Anbaumethoden. Dadurch wird den Familien geholfen, besser mit gesundheitlichen, politischen oder ökologischen Krisen umzugehen.

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Maria Souza ist eine engagierte Kleinbäuerin in Brasilien. Sie betreibt eine vielfältige Landwirtschaft. Doch die Flüsse versiegen. Die Bauern- und Fischerfamilien in ihrem Dorf verlieren die Lebensader. Bitte helfen Sie heute mit einer Spende. Vielen Dank

«Wenn die Flüsse nicht mehr leben, fehlen uns die Fische für unsere Nahrung und zum Verkauf. Wie soll ich ohne Einkommen meine Kinder ernähren?»

Früher konnte Maria Souza im brasilianischen Amazonasgebiet ihre Familie von traditioneller Landwirtschaft und von Fischen aus dem Flusswasser ernähren. Jetzt hat es ausgerechnet in ihrer Region zu wenig Wasser. Sie macht sich Sorgen über die Zukunft. Denn Staudämme haben den Fluss und seine ursprüngliche Natur zerstört.

Der unfaire Kampf um das lebensnotwendige Wasser
Energieprojekte und die industrielle Landwirtschaft trocknen die Lebensader für die Kleinbauern aus. Alleine im brasilianischen Juruena-Flussbecken sind 125 neue Staudämme geplant. Mit gravierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung: Flüsse sterben, Fische fehlen. Was bleibt, ist Hunger. Der Klimawandel macht die Situation noch schlimmer.

Es darf nicht sein, dass Konzerne und Regierungen das Land und die Lebensgrundlagen der Einheimischen ausbeuten und zerstören. 

Bitte schützen Sie die Bauernfamilien heute vor dem Unrecht.

Eine Kleinbäuerin aus Kolumbien zeigt stolz ihre Nahrungsmittel, die sie aus bäuerlichem Saatgut produziert.

z.B. 50 Franken für dürreresistentes Saatgut… 

…für eine Kleinbauernfamilie, die vom Klimawandel betroffen ist.

Maria Souza giesst Salatpflanzen im selbst gebauten Gewaechshaus.Pará, Brasil.

z.B. 80 Franken zur Erhaltung der Lebensgrundlagen…

…damit alle genug zu essen haben.

Von den Wasserprojekten im Gebiet Matto Grosso sind unzählige Indigene betroffen - so nicht nur die Manoki, sondern, ganz in der Nähe, die Rikbaktsa.

z.B. 150 Franken für Bauernorganisationen…

…damit ihr Zugang zu Wasser sichergestellt werden kann.

Ja, ich helfe, den Hunger zu beenden. Ich spende: 

Medienmitteilung
Ökumenische Kampagne 2022

Rosen bringen dreifach Freude – duftend oder digital

Am kommenden Samstag, 26. März, verkaufen Freiwillige vielerorts Rosen für Projekte von HEKS, Fastenaktion und Partner sein. Zu jeder duftenden gibt es auch eine digitale Rose: Auf der Webseite «Give a Rose» kann diese zusammen mit einer Widmung verschenkt werden.

An über 500 Orten in der ganzen Schweiz findet am 26. März 2022 der traditionelle Rosenverkauf im Rahmen der Ökumenischen Kampagne statt. Viele Freiwillige bieten Rosen für eine symbolische Spende von fünf Franken an und informieren über die Arbeit von Fastenaktion, HEKS und Partner sein. Über 70’000 Rosen sind bestellt worden, das sind fast wieder so viele wie vor der Corona-Pandemie.

«Wir sind sehr erfreut, dass so viele Kirchgemeinden und Pfarreien mitmachen», sagt Maggie Pfister, Bereichsleiterin Kommunikation bei Fastenaktion, «und dies, obschon die Situation mit Corona immer noch unsicher ist». Genau deswegen setzen die drei Entwicklungsorganisationen auch auf die Webseite «Give a Rose»: Zu jeder verkauften Rose gehört ein Gutschein, mit dem zusätzlich eine virtuelle Rose verschenkt werden kann.

Jede Rose bereitet dreifach Freude: Erstens, weil der Erlös an Projekte von HEKS, Fastenaktion und Partner sein geht. Zweitens, weil fair produzierte und gehandelte Max Havelaar-Rosen verkauft werden. Die Fair-Trade-Prämie kommt direkt den Mitarbeitenden auf den Rosenfarmen zugute. Und drittens, weil jede verschenkte Rose – ob duftend oder digital – die Empfängerin oder den Empfänger glücklich macht.

Die Ökumenische Kampagne macht dieses Jahr erneut auf die Klimakrise aufmerksam. Unter dem Motto «Klimagerechtigkeit – jetzt!» lassen die Entwicklungsorganisationen Menschen aus Afrika, Asien und Lateinamerika zu Wort kommen, die von den Folgen der Klimaerhitzung berichten. Und sie fordern Bundesrat und Parlament mit einer Petition dazu auf, endlich griffige Massnahmen gegen die Klimakrise zu erlassen.

Weitere Informationen und Material zum Download:

Auskunft zur Medienmitteilung geben Ihnen gerne:

  • Selina Stadler, Kommunikation Ökumenische Kampagne,  +41 41 227 59 22
  • Lorenz Kummer, Medien und Information, HEKS, +41 76 461 88 70

Die Schweiz lebt ab heute auf CO2-Kredit

Die Folgen der Klimakrise wie Dürren, Starkregen oder Hitzewellen kommen in allen Partnerländern von Fastenaktion vor. Bereits 1989 waren die Folgen der Klimakrise das Thema der damaligen Ökumenischen Kampagne. Was hat sich seither verändert? Viel zu wenig. Die Untätigkeit der letzten Jahrzehnte hat aber Konsequenzen: Wir leben ab heute in der Schweiz auf Kredit.

Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Warum leben wir ab heute auf CO2-Kredit? Ich möchte dies an einem erfundenen Beispiel erklären. Stellen Sie sich vor, 1990 hätten Sie auf einem Bankkonto 1.8 Millionen Franken gehabt und sich im Alter von 65 Jahren zur Ruhe gesetzt. Wie wir alle hätten Sie gerechnet: noch ungefähr 30 Jahre zu leben macht pro Jahr 60’000, pro Monat rund 5’000 Franken, die sie von Ihren 1.8 Mio ausgeben dürfen. Damit kann man in der Schweiz als Einzelperson leben, ohne Not zu leiden.

Über dem Budget gelebt
Die Herausforderung 1990 war aber, dass Sie mit Ihrem Lebensstil pro Monat 10’000 Franken verbraucht haben. Sie haben ihren Lebensstil nicht ihrem Budget von 5’000 Franken angepasst. Dies führt zur Situation, in der Sie nach 15 Jahren Ihres Ruhestandes kein Geld mehr gehabt hätten. Ab dann mussten andere für Ihre Ausgaben aufkommen – zum Beispiel Ihre Kinder. Genau dies passiert zur Zeit mit unserem CO2-Budget, wir haben unser Budget aufgebraucht und Leben ab sofort auf Kredit. Wir leben lieber das Leben weiter wie bisher und geniessen unseren Lebensstil auf grossem Fuss. Die Frage nach dem Guthaben bleibt unbeantwortet, sie wird nicht mal gestellt.  

Wir fordern Klimagerechtigkeit!
Fastenaktion und HEKS haben sich deshalb die Frage nach dem Guthaben gestellt. Das Ziel war zu ermitteln wie viel COdie Schweiz noch ausstossen darf, wenn sie sich klimagerecht verhalten will. Die ernüchternde Wahrheit: die Schweiz hat Mitte März 2022 die letzte klimagerechte Tonne COausgestossen. In der Finanzsprache: Ab heute leben wir auf CO2-Kredit. Das Konto ist leer und andere müssen für unser Verhalten bezahlen. Die Generationen nach uns und auch die Menschen im globalen Süden, die schon jetzt stark unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden. Das ist ungerecht. Die Schweiz steht in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Es braucht griffige Massnahmen, damit die Schweiz bis 2040 klimaneutral wird.

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Medienmitteilung
Ökumenische Kampagne 2022

Das CO2-Budget der Schweiz ist aufgebraucht

Ab heute lebt die Schweiz in bezug auf die Klimagerechtigkeit auf Kosten anderer. Die Menge CO2,  welche die Schweiz ausstossen darf, um die 1.5-Grad-Beschränkung einzuhalten, ist erreicht. Fastenaktion, HEKS und Partner sein forderten deshalb an einer Medienkonferenz in Bern ambitionierte Klimaziele. Es braucht konkrete und griffige Massnahmen, damit die Schweiz das Ziel Netto-Null bis 2040 erreicht. Nur so können die Klimagerechtigkeit garantiert und jene Menschen gestärkt werden, die am meisten unter den Auswirkungen der Klimaerhitzung leiden.

Um die globale Erwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen, wie es das Pariser Klimaabkommen anstrebt, hat sich die Schweiz das Netto-Null-Ziel bis 2050 gesetzt. In Bezug auf die Klimagerechtigkeit haben wir jedoch heute schon unser ganzes CO2-Guthaben aufgebraucht. Zu diesem Schluss kam eine Diskussion zum Thema Klimagerechtigkeit von Ethiker:innen aus kirchlichen Institutionen. Diskutiert wurde auf der Grundlage von klimawissenschaftlichen Daten des Weltklimarates. Ab heute dürfte die Schweiz folglich kein CO2 mehr ausstossen. Dies tut sie aber weiterhin – auf Kosten anderer. «Jetzt ist es an der Zeit, konsequent und ambitioniert zu handeln. Die Schweiz muss ihren Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit leisten», sagte Judith Macchi, Themenbeauftragte für Klima und Umwelt bei HEKS, an der Medienkonferenz in Bern.

Bemühungen für mehr Klimagerechtigkeit
In einem offenen Brief fordern die Hilfswerke von Bundesrat und Parlament ambitioniertere Klimaziele. «Wir verlangen die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern», erklärte Stefan Salzmann, Beauftragter für Klima- und Energiepolitik bei Fastenaktion. «Das Netto-Null-Ziel muss 2040 erreicht sein – nicht 2050 wie bis anhin – und dies auf einem mindestens linearen Absenkpfad. Zudem sollen die Beiträge zur Finanzierung von Emissionsminderungen und Anpassungen in anderen Ländern erhöht werden». Im Rahmen der Ökumenischen Kampagne haben die Hilfswerke deshalb eine Petition lanciert, die über Postkarten an Bundesrätin Sommaruga unterzeichnet werden kann. Bundesrat und Parlament werden darin aufgefordert, eine mutige und weitsichtige Klimapolitik zu betreiben und ihre Verantwortung für Klimagerechtigkeit wahrzunehmen.

Sicht aus dem Süden
Jedes zusätzliche Zehntelgrad an globaler Erwärmung führt zu häufigeren Wetterextremen, mit welchen die Menschen in den Programmländern der drei Hilfswerke vermehrt zu kämpfen haben. Die Dürre in Madagaskar hat zu einer Hungersnot geführt, Taifune auf den Philippinen sorgten für Verwüstung und Armut, Überschwemmungen in Kolumbien raubten den Betroffenen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Folgen des Klimawandels sind sichtbar, und wohlhabende Länder wie die Schweiz stehen in der Verantwortung zu handeln. Zum einen, weil sie deutlich mehr zur Klimaerwärmung beitragen als die Menschen im globalen Süden, die jedoch ungleich stärker davon betroffen sind; zum anderen, weil sie im Gegensatz zu ärmeren Regionen die nötigen Ressourcen dafür haben. Der neueste IPCC-Bericht betont die Bedrohung des Klimawandels für die Menschheit und die Erde: Werde nicht bald entschlossen gehandelt, schliesse sich «für alle das Fenster auf eine sichere,  lebenswerte und nachhaltige Zukunft».

Die Ökumenische Kampagne in Kürze
Fastenaktion (ehemals Fastenopfer) und HEKS (seit 2022 fusioniert mit Brot für alle) führen seit 1969 jährlich eine Ökumenische Kampagne in den sechs Wochen vor Ostern durch. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Die Ökumenische Kampagne hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit für die Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren, die weltweit zu über 800 Millionen Menschen in Hunger und Armut führen. Diese Realität zu erkennen, genügt jedoch nicht. Deshalb zeigen die drei Werke Handlungsmöglichkeiten auf: Das eigene Konsumverhalten verändern, Menschen in Südprojekten mit einer Spende unterstützen oder sich an einer Aktion beteiligen – so wird die Ökumenische Kampagne zum Inbegriff gelebter Solidarität.

Weiterführende Unterlagen

Auskunft zur Medienmitteilung geben Ihnen gerne:

Medienmitteilung
Ökumenische Kampagne 2022

Energieverschwendung führt zu Überschwemmungen

Die Klimakrise ist akut. Am stärksten betroffen sind Menschen im globalen Süden, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen. Das ist ungerecht. Während viele Menschen keinen Zugang zu «sauberer» Energie haben, verbrauchen wir im Norden zu viel Energie. Dieser Überkonsum ist einer der grössten Treiber der Klimakrise, die zu Hunger und Armut bei den Menschen im globalen Süden führt. Länder wie die Schweiz, die über ihre Verhältnisse leben, müssen daher mehr für den Klimaschutz tun und ihren CO2-Ausstoss verringern. Darum fordern Fastenaktion, HEKS und Partner sein in der Ökumenischen Kampagne 2022 mehr Klimagerechtigkeit.

Würden alle Menschen der Welt so konsumieren wie wir in der Schweiz, bräuchten wir mehr als drei Erden. Wir haben jedoch nur diese eine, und die gilt es zu beschützen. Deshalb fordert die Ökumenische Kampagne für die Schweiz die Reduktion des CO2-Ausstosses auf Netto-Null bis 2040. Die Energieproduktion ist weltweit für rund 70 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich. Wir können und müssen unseren Energieverbrauch reduzieren – einerseits durch einen bewussteren und nachhaltigeren Konsum, andererseits durch den Umstieg auf erneuerbare Energien. Dafür braucht es ein Umdenken auf individueller Ebene sowie konkrete politische Vorgaben.

Die Forderung «Klimagerechtigkeit-jetzt» der Ökumenischen Kampagne 2022 von Fastenaktion, HEKS und Partner sein will für Klimaschutz, Alternativenergie und Eigenverantwortung sensibilisieren. Dies geht Hand in Hand mit den grundsätzlichen Themen der Organisationen, wie die Verteidigung der Menschenrechte, die Überwindung der Armut oder das Recht auf Nahrung. Wir haben das nötige Wissen, die Technologien und die Ressourcen zur Umstellung auf erneuerbare Energien. Fastenaktion und HEKS fördern dies mit ihren Projekten. Die Umstellung darf jedoch keinesfalls auf Kosten der Ärmsten geschehen, sondern muss sozial und ökologisch verträglich sein.

Globale Zusammenhänge erkennen und handeln
«Mein Haus wurde überschwemmt», berichtet eine Frau aus Indonesien; «wir haben immer weniger Wasser» ein Mann aus Kolumbien. So gegensätzlich die Aussagen der Betroffenen auch scheinen, so ähnlich sind sie in ihrem Ursprung. Der Klimawandel zeigt sich besonders verheerend in den Projektländern der drei Organisationen. Zu viel oder zu wenig Regen, Überschwemmungen, Taifune, Dürren – solche extremen Wetterereignisse führen dazu, dass die betroffene Bevölkerung mit Hunger und Armut zu kämpfen hat. Um diese Entwicklung zu stoppen, muss der globale Temperaturanstieg auf 1.5°C beschränkt bleiben – so wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart. Deshalb beziehen Fastenaktion, HEKS und Partner sein mit der Ökumenischen Kampagne auch politisch Position und fordern Parlament und Bundesrat auf zur raschen Revision des CO2-Gesetzes.

Die Ökumenische Kampagne in Kürze
Fastenaktion (ehemals Fastenopfer) und HEKS (seit 2022 fusioniert mit Brot für alle) führen seit 1969 jährlich eine Ökumenische Kampagne in den sechs Wochen vor Ostern durch. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Die Ökumenische Kampagne hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit für die Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren, die weltweit zu über 800 Millionen Menschen in Hunger und Armut führen. Diese Realität zu erkennen, genügt jedoch nicht. Deshalb zeigen die drei Werke Handlungsmöglichkeiten auf: Das eigene Konsumverhalten verändern, Menschen in Südprojekten mit einer Spende unterstützen oder sich an einer Aktion beteiligen – so wird die Ökumenische Kampagne zum Inbegriff gelebter Solidarität.

Weiterführende Unterlagen

Auskunft zur Medienmitteilung geben Ihnen gerne:

  • Selina Stadler, Kommunikation Ökumenische Kampagne,  +41 41 227 59 22
  • Lorenz Kummer, Medien und Campaigning, HEKS, lorenz.kummer@heks.ch, +41 79 489 38 24
Fastenaktion ist erfreut, auch in Zukunft Mitglied von Alliance Sud zu sein. Alliance Sud startet gestärkt ins 2022 mit einem neuen Geschäftsleiter und zwei neuen Mitgliedorganisationen.

Medienmitteilung

Neue Mitglieder verstärken Alliance Sud

Mit neuen Mitgliedern, einem neuen Geschäftsleiter und einem neuen Präsidium bricht in der 50-jährigen Geschichte von Alliance Sud eine neue Ära an.

Fastenaktion ist erfreut, auch in Zukunft Mitglied von Alliance Sud zu sein. Alliance Sud startet gestärkt ins 2022 mit einem neuen Geschäftsleiter und zwei neuen Mitgliedorganisationen.

Angesichts wachsender Ungleichheit und einer Zivilgesellschaft, die weltweit immer mehr unter Druck kommt, ist eine starke entwicklungspolitische Stimme in der Schweiz wichtiger denn je. Diese Stimme nimmt Alliance Sud wahr.

Mehr dazu in der Medienmitteilung von Alliance Sud.

Dank Fastenaktion erhalten Indigene Gemeinschaften aus Brasilien an der COP26 eine Stimme. Sie leiden im Amazonas unter Vertreibung und Brandrodungen. Derweil das offizielle Brasilien alles tut um den Klimagipfel zu sabotieren.

Ein Einblick direkt in die COP26 in Glasgow von Stefan Salzmann und Bernd Nilles

Klimagerechtigkeit gefordert – Staudämme im Amazonas vertreiben lokale Gemeinschaften.

Der Fastenaktion Anlass an einer Klimakonferenz in Glasgow war gut besucht. Rund 100 Zuschauerinnen waren vor Ort, weitere 200 online zugeschaltet. Vertreter und Vertreterinnen von indigenen Gemeinschaften aus dem Amazonasbecken haben über ihren Alltag erzählt.

Traurige Geschichten über Vertreibung, den Verlust von Heimat und Kultur, Perspektivlosigkeit, verursacht durch den Bau des Staudamms von Belo Monte. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen, deshalb sind die Indigenen Vertreterinnen nach Glasgow gereist. Die Welt soll wissen, wie die Kehrseite von Grossprojekten zur erneuerbaren Energieproduktion aussieht.

Brasilianische Politik: Voller Greenwashing und Widersprüche

Zur selben Zeit unterzeichnen brasilianische Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft und Politik haufenweise internationale Initiativen zur Begrenzung der Klimaerwärmung. Eine davon soll Entwaldung ohne Massnahmen und Umsetzungsplan stoppen. Doch genau das macht die aktuelle Regierung.

Eine andere soll die Errichtung globaler Energieverteilungsnetze für erneuerbare Energien vorantreiben. Im Namen des Klimaschutzes werden grosse Projekte vorangetrieben ohne Rücksicht auf lokale Gemeinschaften zu nehmen. Wird doch am Rio Tapajos bereits der nächste grosse Staudamm in Angriff genommen.

Eine Regierung, die sich nicht zu schade ist, im brasilianischen Pavillon die Erfolge der nachhaltigen «grünen» Entwicklung des Bundesstaates Mato Grosso zu präsentieren. Der Bundesstaat also, der in den letzten Jahren wie kein anderer gerodet wurde, um agrarindustriellen Ackerbau voranzutreiben.

Fastenaktion bringt indigenen Gemeinschaften an die COP26 – Brasilien bringt die Lobbyisten der Agrar-Industrie

Der Bundesstaat, in dem indigene Gemeinschaften, vereint im Netzwerk «Jurena Vivo» sich gegen diese Regierung zur Wehr setzen. Fastenaktion hat diese Menschen nach Glasgow gebracht damit ihre Stimme gehört wird.

Das offizielle Brasilien ist in Glasgow mit sage und schreibe 479 Personen vertreten. Das sind etwa doppelt so viele wie aus dem Gastgeberland Grossbritannien vertreten sind. Die Fastenaktion Partnerorganisation «Observatorio do Clima» hat nachgezählt wie viele der wertvollen Zugangslizenzen an Lobby-Organisationen der Agrarwirtschaft (9), der Industrie (6), oder der Wirtschaft (25) vergeben wurden.

Zugangslizenzen für die Ehepartnerinnen – kaum Zugang für indigene Aktivistinnen

Sogar First Ladies aus vier Bundesstaaten und einer Grossstadt sind in die Delegation eingeladen worden und haben Zugang zu sämtlichen Verhandlungsräumen. Und genau in diesen Verhandlungsräumen sind die brasilianischen Vertreter und Vertreterinnen dafür bekannt Transparenzanforderungen zu blockieren, mit langen Monologen die Verhandlungen aufzuhalten oder die Texte mit nicht mehrheitsfähigen Ergänzungen anzureichern.

Gleichzeitig wird die junge indigene Aktivistin Txai Suruí, die nur mit Glück eine Akkreditierung für die Teilnahme an der Konferenz ergatterte, in der Öffentlichkeit physisch belästigt. Ein brasilianisches Delegationsmitglied wurde vom Sicherheitspersonal verhaftet, weil er sich der Frau ungebührlich genähert hatte. Brasilien hat für diese Belästigung und ihr Auftreten den von der Zivilgesellschaft verliehenen «Fossil of the Day»-Award bekommen. Ein Preis der für negatives Verhalten an der Klimakonferenz verliehen wird.

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Paralell zur COP26 organisierte Fastenaktion den Klimaevent „4 days 4 future“ in Köln. Engagierte Klimaaktivistinnen besuchten das Dorf Lützelrath, das für die Braunkohle dem Erdboden gleich gemacht werden soll.

Dieses gigantische dunkle Loch, liess uns erschaudern. Es ist ein Symbol für die Leere ist, die nach der kompletten Ausbeutung dieses Landes zurückbleibt. 

Ein Erfahrungsbericht von Pauline Bellanger aus Genf: 

Der verantwortliche Energiekonzern RWE plant in Lützerath den Braunkohleabbau zu erweitern

Lützelrath: Eine der grössten CO2-Schleudern Europas

Im Rahmen der Veranstaltung «4 days 4 future» in Köln, Deutschland, die von den Hilfswerken Fastenaktion, CIDSE und MISREOR organisiert wurde, besuchten wir das rheinische Braunkohlerevier in der Nähe des Dorfes Lützerath. 

in Lützelrath befindet sich bereits heute eine der grössten Quellen für CO2-Emissionen in Europa. Dennoch plant der verantwortliche Energiekonzern RWE, das Dorf Lützerath zu zerstören, um den Braunkohleabbau zu erweitern.

Bauernfamilien und Klimaaktivistinnen wehren sich gegen die Zerstörung

Vor Ort trafen wir eine Frau, die einen alten Bauernhof besitzt, und sich seit Jahren gegen den Kohleabbau und die Zerstörung ihres Dorfes wehrt. Gleich nebenan haben zudem Klimaaktivistinnen ein Camp aufgeschlagen. Sie fordern einen Stopp des Kohleabbaus und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°.

Ein grosses Engagement für die Umwelt und die Menschen war auch bei den Aktivist*innen spürbar, mit denen wir im Camp sprechen konnten.

Das Camp der Klimaaktivistinnen in Lützelrath

Umsiedlung und Verlust von fruchtbarem Ackerland

Obwohl das Land so fruchtbar ist, soll es weiter zerstört werden, damit noch mehr Kohle abgebaut werden kann. Gemäss den Aussagen der Landwirtin, wird es nach der Ausbeutung des Landes nicht mehr möglich sein, das ursprüngliche Ökosystem wiederherzustellen.

Der Braunkohleabbau zur Gewinnung von Strom zerstört nicht nur das kostbare Ökosystem, sondern auch die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort. Denn auch wenn RWE eine Umsiedlung anbietet, werden die Bewohnerinnen von Lützerath ihre Heimat und ihr Land verlieren.

Aktivisten und Aktivistinnen hoffen auf die COP26

Ein grosses Engagement für die Umwelt und die Menschen war auch bei den Aktivistinnen spürbar, mit denen wir im Camp sprechen konnten. Diese jungen Menschen harren trotz Kälte, Wind und Schlamm aus und fordern auf friedliche Weise das Recht auf Leben ein. Das Versprechen von mehr als 190 Staaten an der COP26, der Ausstieg aus dem Braunkohleabbau ist deshalb verpflichtend und darf nicht aufgeschoben werden!

Pauline Bellanger aus Genf, engagiert sich für Klima und Umwelt und weilte auf Einladung der Fastenaktion an der Rahmenveranstaltung zur COP26 in Köln

Pauline Bellanger engagiert sich für Klima und Umwelt. Sie weilte auf Einladung der Fastenaktion an der Rahmenveranstaltung „4 Days 4 Future“ zur COP26 in Köln

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«Energie für was? Energie für wen?»

Diese Fragen standen im Zentrum des der Fastenaktion und Partnerorganisationen durchgeführten Events an der Klimakonferenz COP26.
Energie benötigen wir alle in unserem Alltag. So auch indigene Gemeinschaften auf dem Land in Brasilien und Kolumbien. Sei es, um den gefangenen Fisch zu lagern oder zum Betrieb von Wasserpumpen für die Bewässerung von Feldern. Und – um die Klimaerhitzung zu begrenzen – müssten es erneuerbare Energien sein.

Stimmen aus Kolumbien und Brasilien
Aber nicht alle erneuerbare Energieprojekte sind per se gut. Davon berichteten vier indigene Frauen am Event.
Juma Xipaia und Alessandra Korap Munduruku, indigene Anführerin des Xipaya, respektive Munduruku-Volkes, berichtete mit eindrücklichen Worten, wie der Bau des Belo Monte Staudammes in Brasilien das Leben ihrer Gemeinschaften verändert hat. Mit dem Bau des Staudammes kam auch Gewalt und Korruption in die Region. Die beiden Frauen zeigten zudem sehr deutlich, dass grosse, aber auch kleine Wasserkraftwerke Lebensgrundlagen bedrohen können, wenn sie nicht nachhaltig geplant werden. Zum Beispiel kann durch solche Kraftwerke die Wanderung von Fischen gestört werden. Im Juruena-Bassin beispielsweise sind 160 mittlere und kleinere Wasserkraftwerke geplant.

Zitat Juma Xipaia, des Xipaia Volkes, Brasilien
Ich kann mir meine Welt ohne Belo Monte leider nicht mehr vorstellen. Die negativen Auswirkungen betreffen nicht nur die Umwelt, sondern auch soziale, kulturelle und spirituelle Dimensionen. Sie Verändern unsere Leben, Geschichten, und unsere Spiritualität.

Ati Gunnawi, von der indigenen Gemeinschaft Arhuaca im Norden Kolumbiens, erklärte wie sich ihre Gemeinschaft wiederholt wehren musste gegen den Bau von Staudämmen im Fluss Don Diego. Sie zeigte auch, wie die Gemeinschaften nach Alternativen für ihre Bedürfnisse suchten und beschlossen Solaranlagen für den Betrieb einer Schule zu installieren.

Zitat Ati Gunnawi Viviam, der Arhuaca Gemeinschaft, Kolumbien:
Das ist eine gute Gelegenheit um Netzwerke zu stärken und um Sonnenenergie zu nutzen. Die Projekte erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaften, die sich das wünschen.

Eine andere Möglichkeit schilderte Sineia Bezerra do Vale. Ihre Gemeinschaft des Wapichana-Volkes in Roraima (Brasilien) baut auf Sonne und Wind zur Energieproduktion. Die Gemeinschaft hat sich dafür entschieden, die starken Winde bei ihnen zu nutzen und mittels Windräder Strom zu produzieren. Zurzeit installieren sie zusätzlich Solaranlagen. So konnten sie die Abhängigkeit von Diesel-Generatoren reduzieren.

Der Schutz von Urwälder ist essentiell für Klimagerechtigkeit
An der COP26 setzen sich die vier Frauen für die Anliegen ihrer Gemeinschaften ein – auch mit Lösungsideen im Gepäck. Denn der Einsatz für die Rechte und Bedürfnisse der indigenen Völker trägt direkt zum Schutz von Urwälder und Biodiversität bei. Für Klimagerechtigkeit ist dies essentiell. Der Kampf gegen die Klimaerhitzung ist dringend und muss an Tempo gewinnen. Er soll gleichzeitig genutzt werden, um die Lebensgrundlagen von ländlichen und indigenen Gemeinschaften auf der ganzen Welt zu verbessern.

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Wirbelstürme auf den Philippinen hat es auch früher gegeben. Als Folge des Klimawandels sind diese aber heftiger und häufiger geworden und nehmen vielen Menschen Haus und Hof.

Medienmitteilung

COP26 – die Schweiz steht in der Pflicht

Luzern, 25.10.2021
An der am nächsten Montag beginnenden Klimaverhandlung COP26 in Glasgow muss die Schweiz endlich Verantwortung übernehmen. Für den globalen Kampf gegen die Klimaerhitzung müssen mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen Länder ihre Massnahmen gegen die Klimaveränderungen klar benennen. Dafür tritt Fastenaktion an der COP26 ein.

An der COP26 wird über die Klimaerhitzung beraten – und wie sie sich noch vermeiden lässt. Dabei werden einmal mehr die Stimmen der Menschen aus dem globalen Süden untervertreten sein. Sie sind am stärksten von der Klimakrise betroffen, haben aber kaum etwas dazu beigetragen. Darum wird Fastenaktion in Glasgow zusammen mit Partnerorganisationen die Stimme für die Menschen im globalen Süden ergreifen. Fastenaktion fordert Klimagerechtigkeit und dass die Schweiz ihre Verpflichtungen als Mitverursacherin der globalen Klimaerhitzung wahrnimmt.

Zusätzliche finanzielle Mittel sind notwendig
Für den globalen Kampf gegen die Klimaerhitzung ist es entscheidend, dass kurzfristige und einseitig wirtschaftliche Eigeninteressen überwunden werden. Reiche Länder wie die Schweiz stehen in der moralischen Pflicht. Die Klimaerhitzung ist ein globales Problem, welches globaler Lösungen bedarf. Dazu gehört die Finanzierung von Massnahmen zur Anpassung an die Klimaerhitzung oder zur Minderung von deren Folgen im globalen Süden. Jetzt ist der Moment dazu. Bis 2025 sollen von der Schweiz zusätzliche Mittel für Massnahmen gegen die Klimaveränderung bereitgestellt werden. Die Gelder müssen zusätzlich zum Rahmenkredit Internationale Zusammenarbeit oder für Klimaprojekte, welche klar die Armut mindern, gesprochen werden.

Mehr Transparenz im Kampf gegen die Klimaveränderung
Fastenaktion und die anwesenden Partnerorganisationen setzen sich für mehr Transparenz bezüglich der Massnahmen gegen die Klimaveränderung ein. Nur so kann nachvollzogen werden, ob die einzelnen Länder ihren Verpflichtungen und Versprechen zum Pariser Klimaabkommen nachkommen. Dies ist auch eine elementare Forderung der Partnerorganisationen von Fastenaktion.

Fastenaktion in Glasgow
Fastenaktion wird mit zwei Energie- und Klimafachpersonen und dem Geschäftsleiter Bernd Nilles vor Ort sein und all diese Forderungen an der COP26 vertreten. Sie stehen für Einschätzungen und aktuelle Kommentare zur Verfügung.

Netto–Null bis 2040 – oder gar 2022?
Zudem fordert Fastenaktion von der Schweiz Netto-Null bis 2040. Dabei muss die Reduktion des Ausstosses von CO2 mindestens linear sein. Der konsequente Ausstieg aus fossilen Energieträgern ist zwingend. Nur so kann die 1.5 Grad-Grenze in einem sinnvollen Rahmen erreicht werden. Aus ethischer Sicht hat die Schweiz ihr CO2-Restbudget sogar bereits im März 2022 aufgebraucht – diese These diskutieren Fachleute morgen Dienstag im Hotel Kreuz in Bern.

 

Die Medienmitteilung als .pdf finden Sie hier.

Auskunft zur Medienmitteilung geben Ihnen gerne

  • Stefan Salzmann, Fachverantwortlicher Energie und Klimagerechtigkeit Fastenaktion, 041 227 59 53
  • Mischa von Arb, Mediensprecher Fastenaktion, 041 227 59 66

Weitere Informationen im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP26

 Nächste Schritte der Fastenaktion und Partnerorganisationen hin zur

  • Analyse der Umsetzung der Klimaziele in verschiedenen Ländern
  • Ausbildung Vertreter/innen indigener Gemeinschaften in den Klimakonferenz-Prozessen
  • Podiumsdiskussion zu Klimagerechtigkeit & Kohlenstoffbudget der Schweiz am 26 Oktober 2021 in Bern

Fastenaktion engagiert sich mit Partnerorganisationen gegen den Klimawandel im Süden

Fastenaktion bietet Handlungsmöglichkeiten gegen den Klimawandel in der Schweiz:

 

Auskünfte zum Thema Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion geben Ihnen gerne

  • David Knecht, Programm Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion: +41 41 227 59 89
  • Stefan Salzmann, Programm Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion: +41 41 227 59 53
Schweiz, Luzern, Verkehrshaus: Jubiläumsanlass «60 Jahre Fastenaktion». Bernd Nilles, Geschäftsleiter, präsentiert das neue Logo des auf «Fastenaktion» umbenannten, katholischen Hilfswerks. 10.9.2021 © Fabian Biasio / Fastenaktion

Wandel und Bewegung – Fastenaktion wird zu Fastenaktion

Das Hilfswerk Fastenaktion feierte heute Freitag sein 60 Jahre Jubiläum mit einem Festakt und einer Podiumsdiskussion. Themen waren die Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit – auch Angesichts der Klimakrise.

Auf dem Podium diskutierten, moderiert von Markus Brun, Leiter Internationale Zusammenarbeit bei Fastenaktion, Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, Botschafterin Ruth Huber von der DEZA, Stiftungsratspräsident Bischof Felix Gmür und der Geschäftsleiter von Fastenaktion, Bernd Nilles, über die Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) in Zeiten der Klimakrise. Denn am stärksten unter der Klimakrise leiden die Menschen, die am wenigsten dazu beitragen. So unterstrich Bernd Nilles während der Diskussion, dass die Menschen in den Fastenaktion-Projekten bereits jetzt stark unter den Folgen der Klimaerwärmung leiden. «Durch die Klimaerwärmung ausgelöste Naturkatastrophen, bedeuten eine konstante Gefahr für die Menschen im globalen Süden. Ihre Lebensgrundlagen können jederzeit zerstört werden – sei es in Form von Dürren, Taifunen oder Erdrutschen.» so Nilles weiter. Auch deshalb ist die Forderung auf das «Recht auf Nahrung» für Fastenaktion ein zentrales Anliegen.

 

Mehr Gerechtigkeit, weniger «Pflästerlipolitik»

In den Grundsätzen ist das Werk sich in den 60 Jahren treu geblieben: Mit der Ausrichtung auf die Fastenzeit, die Verzicht, Solidarität und Besinnung miteinander verbindet, mit dem Aufruf zu einem massvollen Lebensstil, dem Engagement für mehr entwicklungspolitische Verantwortung der Schweiz und der Projektarbeit auf Augenhöhe im globalen Süden. Oder wie Toni Bernet Strahm, ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied in seiner Festrede sagte: «Die Frauen und Männer in den Projekten, kompetent, initiativ, mutig, mit vielen Kenntnissen und Erfahrungen in ihren Ländern, machen die Hauptarbeit und die Wirkung von Fastenaktion aus. Sie bilden Organisationen, stärken die Zivilgesellschaft in ihren Ländern und tragen zum Empowerment von Benachteiligten bei. Sie berücksichtigen ihre kulturellen und religiösen Hintergründe, die hilfreich für jegliche Art von Veränderungen sind.»

Die Grundidee eines Fastenaktions, das nicht «Pflästerlipolitik» sondern Ursachenbekämpfung, mehr Gerechtigkeit und einen zukunftstauglichen Lebensstil fordert, wurde seit der Gründung konstant weiterentwickelt.

 

Neuer Name und neues Logo

Ein nächster Entwicklungsschritt sind ein neues Logo und der neue Name, die am Jubiläumsanlass erstmals präsentiert wurden. Ab dem 1. Januar 2022 wird Fastenaktion zu Fastenaktion werden. Der Namenswechsel wird durch ein erneuertes Logo begleitet. Es betont die Menschlichkeit und symbolisiert durch einen unterbrochenen Kreis die ungerechte Welt. So ist das Logo auch ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln für mehr Gerechtigkeit.

Auskünfte:

Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion
nilles@fastenaktion.ch

 

Das Sparofenprojekt in Kenya trägt Früchte. Weniger Emissionen für die Umwelt und mehr Lebensqualität für die Bevölkerung gehören zum Erfolg des Projekts. Es wurde initiiert der Fastenaktion und wird durchgeführt von der Diözese Kitui in Kenya.

In den ländlichen Gebieten Kenyas kochen die Frauen auf offenen Feuerstellen. Das birgt Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Viele Menschen, vor allem Kinder, sind von Rauchvergiftungen, Verbrennungen und Atemwegerkrankungen betroffen. Aber auch das Klima leidet unter dieser traditionellen Kochart, die viel Rauch produziert und somit die Luft verschmutzt. Zudem wird viel abgeholzt in einer Region, wo Feuerholz ein rares Gut ist – Übernutzung und Klimawandel haben ihre Spuren hinterlassen.

Effiziente Sparöfen als Lösung

Handwerkerinnnen und Handwerker bauen Öfen mit lokal vorhandenen Materialien: Das Projekt, welches den lokalen Arbeitsmarkt in Kenya unterstützt, ist eine Bereicherung für die Familien. Im Gegensatz zum Kochen am offenen Feuer brauchen die geschlossenen Kochherde weniger Holz zum Kochen und können somit viel Geld sparen. Auch kann durch die Öfen viel Zeit eingespart werden, weil die weiten Wege zur Holzbeschaffung weniger oft gegangen werden müssen. Die gesparten Ressourcen werden investiert, zum Beispiel in Saatgut, welches zu mehr Ernte, mehr Ertrag und dementsprechend besseren Lebensverhältnissen führt. Auch die Sicherheit ist gewährleistet. Die energieeffizienten Kochöfen produzieren viel weniger Rauch, was der Gesundheit und Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohnern, sowie dem Klima zu Gute kommt. Sowohl durch die geringere Rauchproduktion wie den geringeren Bedarf an Holz kann viel CO2 kann eingespart werden. Weniger Holzverbrauch bedeutet auch weniger Abholzung, was wiederum mehr Bäume für die lebensnötige Photosynthese übriglässt. Dadurch wird die Umweltverschmutzung reduziert.

Mann und Frau beim Ofenbau

Ganz nebenbei tragen die Öfen auch zu mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen bei, denn das Projektteam der Diözese Kitui bildet sowohl Männer wie Frauen darin aus, selbständig Öfen zu bauen und so ein regelmässiges Einkommen zu gewinnen. «Die Öfen schaffen eine gute Umwelt und mehr Lebensqualität für die Menschen», so Mary Mulinga, die seit sieben Jahren mit ihrem Mann zusammen Öfen baut.

Den eigenen CO2-Verbrauch kompensieren 

Das energiesparende Projekt der Diözese Kitui wird inzwischen zum Teil über die Klima-Kollekte finanziert.  Falls Sie ihre Heizung, Veranstaltungen, Flüge oder ihren Transport allgemein kompensieren möchten, können Sie dies über diese kirchennahe Organisation tun – und damit das Projekt unterstützen. Auch Fastenaktion kompensiert seinen CO2-Verbrauch über die Klima-Kollekte.

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Wir danken herzlich für Ihre Spende.
Bei Hungerkrisen, werden im Süden Madagaskars Feigenkakteen an die Zeburinder verfüttert.Bei Hungerkrisen bleiben den Menschen im Süden Madagaskars oft nur die Früchte der Feigenkakteen. Die Blätter verfüttern sie an ihre Zeburinder.

Die Situation im Süden Madagaskars hat sich verschlechtert: Unzureichende Regenfälle, steigende Nahrungsmittelpreise und Sandstürme haben die Ernährungsunsicherheit erhöht. Rund zwei Drittel der Bevölkerung benötigen dringende Massnahmen, um ihre Lebensgrundlagen zu schützen, das Nahrungsdefizit zu reduzieren und ihr Leben zu retten.

Die Aussichten für die Bevölkerung im Süden Madagaskars sind kritisch. Die Zahl der Menschen in akuter Ernährungsunsicherheit wird auf über 1.3 Millionen ansteigen. Da die letzten beiden Regenzeiten völlig unzureichend waren, gibt es von April bis September kaum etwas zu ernten. Die Hoffnung auf die dürreresistenten Feldfrüchte wurde durch Stürme zerstört, welche diese ausgetrocknet haben.

Hungerkrise mit schlimmen Folgen

Die Produktion von Reis, Hülsenfrüchten und anderen lokalen Grundnahrungsmitteln wird zwischen 60-75 Prozent tiefer ausfallen als bisher. Die Nahrungsmittelpreise waren aufgrund von Covid-19 bereits angestiegen, nun steigen sie noch höher. Ohne Hilfe von aussen sind viele Haushalte gezwungen, Vieh oder ihren Hausrat und sogar Kochutensilien zu verkaufen, um zu überleben – mit schwerwiegenden Folgen für die kommenden Jahre.

Jetzt ist Hilfe dringend nötig

Die Fastenaktion-Partnerorganisation Taratra realisiert in den beiden Distrikten Ampanihy und Betioky das Projekt Tsinjo Aina mit Spar- und Solidaritätsgruppen und ein Wasserprojekt in Zusammenarbeit mit dem Deza-Wasserkonsortium. Mit Direktzahlungen und der Verteilung von Grundnahrungsmitteln Reis, Bohnen und Öl unterstützt Taratra nun die Familien dabei, ihre Lebensgrundlagen zu schützen. Zudem ermöglicht die Verteilung von Saatgut den Menschen, ihre Nahrungsmittel nach der Hungerkrise wieder selbst zu produzieren. 15’750 Menschen aus 35 Dörfern werden durch dieses Nothilfeprojekt der Fastenaktion unterstützt.

14. 07. 2021: Die HIlfe von Taratra und Fastenaktion (Action de Carême) in Midi Madagaskara – PDF en français

14.07.2021: Article Midi Madagaskara

Unterstützen Sie unsere Nothilfe in Madagaskar.

Wir danken herzlich für jede Spende.
Zum Jahresbericht 2020: Die Projekte von Fastenaktion sichern auch während einer weltweiten Pandemie den Menschen Zugang zu Nahrung, Saatgut oder Solidaritätskassen.

Die Projekte von Fastenaktion sichern auch während einer weltweiten Pandemie den Menschen Zugang zu Nahrung, Saatgut oder Solidaritätskassen. Dies und die solidarische Unterstützung der Schweizer Bevölkerung prägten das Corona-Jahr 2020 der Fastenaktion.

Die Coronakrise traf Fastenaktion während der Ökumenischen Kampagne – der für das Werk wichtigsten Spendenzeit. Suppentage, Gottesdienste und Veranstaltungen mussten landesweit abgesagt werden. Dennoch konnten dank der grosszügigen Unterstützung der Spenderinnen und Spender alle Projekte und Programme finanziert werden.

Gleichzeitig bringt die Covid-19-Pandemie grosse Herausforderungen für die Arbeit von Fastenaktion mit sich. Es gilt, trotz der schwierigen Umstände, die Verbindung mit den Partnerorganisationen in den Projektländern zu halten. Seit mittlerweile mehr als einem Jahr arbeiten die Projektverantwortlichen und Koordinationen von Fastenaktion im Notfallmodus. Das letzte Jahr hat jedoch gezeigt, dass unsere auf längerfristige Hilfe ausgerichteten Projekte auch in diesen schwierigen Zeiten erfolgreich Armut lindern.

Fastenaktion verbesserte im vergangenen Jahr mit seinen Aktivitäten in den 14 Landesprogrammen und den drei Internationalen Programmen die Lebensumstände von rund 633‘000 Menschen direkt. Indirekt bedeutet das für 2,8 Millionen Menschen eine Verbesserung ihrer Lebensumstände. Gemeinsam mit kleinbäuerlichen Netzwerken, Solidaritätsgruppen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen arbeiteten wir in 331 Projekten zusammen. Im Fokus stand dabei, den Zugang zu genügend und gesunder Nahrung zu schaffen und das Risiko einer weiteren Verarmung zu verringern. Selbst in Zeiten von Lockdowns und Ausgangssperren konnte für den Grossteil der Zielgruppen der Zugang zu Saatgut, Nahrung oder Solidaritätskassen aufrechterhalten werden. Die Massnahmen zur Linderung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erreichten 352‘000 Menschen.

In der Schweiz erreichte unsere Organisation mit der Informations- und Kampagnenarbeit über 3,5 Millionen Menschen – eine enorme Steigerung. Viel Beachtung fanden 2020 unser Einsatz für die Konzernverantwortungsinitiative zum Schutz der Menschenrechte, die Ausweitung der Klimagespräche Schweiz und die Rosenverteilaktion in vielen Spitälern während des Lockdowns.

Steigende Einnahmen bei sinkenden Ausgaben

Den Ausgaben von 20‘589‘709 Franken standen Einnahmen von insgesamt 21‘603‘624 Franken gegenüber. 87 Prozent der Einnahmen wurden direkt für die Projektarbeit eingesetzt. Die Internationalen Programme Energie- und Klimagerechtigkeit, Ernährungssicherheit und Rohstoffe und Menschenrechte, setzen sich auf nationaler und internationaler Ebene für politische und strukturelle Veränderungen ein und verstärken die Arbeit der Landesprogramme.

Seit nunmehr 60 Jahren arbeitet Fastenaktion erfolgreich mit dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehören die überaus erfolgreich agierenden Solidaritätsgruppen, die auf allen Kontinenten, auf denen Fastenaktion aktiv ist, zehntausenden von Frauen und Männern eine Zukunftsperspektive eröffnen. Gerade während der weltweit immer schlimmer wütenden Covid-Pandemie bewährte sich einmal mehr der von Fastenaktion gewählte Ansatz. Die Menschen hatten Antworten auf die Krise und konnten trotz Ausgangssperren und weitgehenden Einschränkungen ihre Felder weiter bearbeiten, Gemüse und Früchte ernten und trotz geschlossener Märkte ihre Produkte verkaufen.

Eine neue starke Allianz

Bereits 2019 gründete Fastenaktion mit weiteren Hilfswerken die Allianz SuFoSEC – Alliance for Sustainable Food Systems and Empowered Communitites. Gemeinsam wurde ein Programm zur Ernährungssicherheit erarbeitet, mit dem Ziel Synergien zu nutzen, Fachwissen zu teilen und Wirkung zu steigern. Das Programm ist insgesamt in 28 Ländern tätig und wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) gefördert.

Sie möchten mehr wissen?

Auskünfte:

Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion
nilles@fastenaktion.ch

 

Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert
Fastenopfer Jahresbericht 2020
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Es regnet nicht im Süden von Madagaskar. Dies ist ein grosses Problem für die Bevölkerung des Inselstaats, eines der ärmsten sowie am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern der Welt.

Vier von fünf Personen leben unter der Armutsgrenze. Die derzeitige Trockenzeit verschlimmert die Situation stetig. Kein Regen bedeutet ein enormer Wassermangel in einem Land, wo sowieso nur eine von drei Personen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Zudem trocknen die Felder aus, was zu extremen Ernteverlusten führt und die limitierte Produktion der Lebensmittel lässt die Preise steigen. Die Folgen liegen auf der Hand: Hunger, Mangelernährung, Krankheiten, Todesfälle.

Schlechte Prognose

Knapp die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner des südlichen Madagaskars leben in Ernährungsunsicherheit, 14 000 Personen davon befinden sich in einer katastrophalen Situation. Dieser Zustand droht sich zu verschlimmern und bis mindestens Ende Jahr anzudauern. Vermehrt verkaufen Familien ihre Rinder und Schafe sowie Küchenutensilien, um mit dem geringen Erlös immerhin ein bisschen Reis oder Linsen zu erwerben. Diese Notreaktion hat jedoch gravierende Folgen für ihre Zukunft, da sie plötzlich mit ganz leeren Händen dastehen.

Klimagerechtigkeit – jetzt!

Die prekäre Lage in Madagaskar ist ein Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels. Lange Trockenzeiten, geringere Ernteerträge, Sandstürme – Katastrophen, für die wir mitverantwortlich sind, sie jedoch nicht selbst tragen müssen. Nebst den klimawandelbedingten Veränderungen hat Covid-19 die Inflation vorangetrieben und die Arbeitslosenquote ist in die Höhe geschnellt.

Helfen Sie jetzt den Menschen in Madagaskar

Wir danken herzlich für Ihre Spende.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind für diejenigen mit am stärksten spürbar, die am wenigsten dazu beigetragen haben: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Globalen Süden. Die veränderten Wettermuster bedrohen ihre Existenzgrundlagen. Fair Trade unterstützt sie darin, sich an die Auswirkungen von Klimaveränderungen anzupassen, Treibhausgase zu reduzieren und ihre kleinbäuerliche und saisonal ausgerichtete Anbauweise ressourcenschonend weiterzuentwickeln.

Der Klimawandel verursacht enorme Veränderungen im Wettermuster. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im in vielen Ländern des Südens leiden unter diesen Auswirkungen: Die veränderten Wettermuster führen zu Dürren, Überschwemmungen, veränderten oder ausfallenden Reife- und Erntemustern, neuen Schädlingen, Unkraut und Krankheiten. Dies betrifft nicht nur die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, sondern oft die nationale Wirtschaft, da diese in vielen Ländern des globalen Südens auf kleinbäuerlicher Landwirtschaft basiert.

Da Kleinbauerfamilien oft nur über geringfügige finanzielle Mittel verfügen, ist es für diese eine Herausforderung, sich an die veränderten Wettermuster anzupassen. Gewisse Veränderungen sind sich Landwirtschaft betreibende Menschen zwar gewohnt, doch die bisherigen Bewältigungsstrategien können mit den derzeitigen Schwankungen nicht standhalten

Fair Trade hilft Resilienz aufzubauen

Um die Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel zu verkleinern, muss die Anpassungsfähigkeit der Kleinbäuerinnen und -bauern erhöht werden. Organisationen von Bäuerinnen und Bauern und der faire Handel leisten hierzu einen relevanten Beitrag.

Fair Trade unterstützt Kleinbäuerinnen und -bauern bei der Anpassung an die Auswirkungen von Klimaveränderungen, fördert ihre Resilienz und hilft ihnen Treibhausgasemissionen zu reduzieren und auf erneuerbare Energien umzustellen. Ein Fokus ist dabei die Schulung von Kleinbàuerinnen und Kleinbauern durch lokale Fachleute, um die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen und Ernährungs- und Einkommenssicherheit zu gewährleisten. Die Fair Trade Standards enthalten Umweltkriterien, die die Anpassung der Bäuerinnen und Bauern an den Klimawandel sowie ökologieorientierte Anbauweisen fördern, zum Beispiel durch Umstellung auf erneuerbare Energien, Reduktion der Treibhausgase sowie nachhaltigem Umgang mit Abfällen und Wasserressourcen.

Unser Konsum – unser Klima

Die saisonal angepasste Landwirtschaft der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ist ressourcen- und klimaschonend. Fair Trade Produkte werden mit ein paar wenigen Ausnahmen per Schiff transportiert; Schätzungen gehen davon aus, dass 98% der Fair Trade-Produkte als Seefracht befördert werden. Da in der Ökobilanz der Anbau und die Verarbeitung für den grössten Anteil der CO2-Emissionen eines Produktes verantwortlich sind und nicht der Transport, stellen Produkte aus dem Fairen Handel auch aus ökologischer Sicht sinnvolle Alternativen im Warenkorb dar und helfen den Menschen im Globalen Süden eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu entwickeln.

Lesen Sie hier mehr über die Zusammenhänge zwischen Fair Trade und Klima

Der Flyer der Fastenaktion-Partnerorganisation Swiss Fair Trade zum Fair Trade-Tag 2021

Unterstützen Sie unser Engagement für einen nachhaltigen Handel.

Vielen Dank für Ihre Spende.
Die Petition mit fast 14'000 Unterschriften wurde am Mittwoch von Yvan Maillard, HEKS an zwei Vertreter/innen der Nationalbank vor dem SNB-Hauptsitz in Bern übergeben. Foto: Fastenaktion/Patrik KummerDie Petition wurde am 27. April von Yvan Maillard, HEKS, an zwei Vertreter/innen der Nationalbank in Bern übergeben. Foto: Fastenaktion/Patrik Kummer

Bern/Luzern, 30. April 2021. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt ihre klimapolitische Verantwortung nach wie vor nicht wahr. An der heutigen Online-Generalversammlung erklärte sie auf Fragen der Entwicklungsorganisationen HEKS und Fastenaktion bloss, sie beteilige sich am «internationalen Erfahrungsaustausch» im Rahmen eines Netzwerks von Zentralbanken, ohne jedoch konkrete Massnahmen zur Reduktion ihrer Klimawirkung zu benennen.

Am Mittwoch hatten die beiden Hilfswerke der Bank eine von 14’000 Personen unterzeichnete Petition übergeben, welche die SNB zum Ausstieg aus Investitionen in fossile Energien aufforderte (vergleiche die Medienmitteilung unten). 

Die SNB teilte mit, dass sie dem Pariser Abkommen nicht unterstellt sei und dass das Schweizer CO2-Gesetz keine Vorschriften für ihre Anlagen beinhalte. Weiter betont sie, dass sie eine breite Diversifizierung der Anlagen anstrebe. Obwohl die Nationalbank behauptet, dass sie sich seit längerem intensiv mit dem Thema Klimawandel beschäftigt, hat sie bisher nur wenig getan: Die SNB hat Unternehmen aus ihrem Portfolio ausgeschlossen, die primär Kohleminen betreiben. Das sind aber nur fünf Unternehmen unter den 150 Unternehmen des SNB-Portfolios, die in fossilen Energien tätig sind. Diese fünf Unternehmen machen nur 0.1 Prozent der SNB-Investitionen in fossile Energien aus.

So bleibt die SNB im Rückstand im Vergleich zu anderen Zentralbanken, die aus Klima- und Risikogründen Investitionen in fossile Energien abstossen – etwa die Banque de France und die Schwedische Bank, die vollständig aus Kohle, Erdöl und Erdgas aussteigen. Eine von der NGO «Positive Money» publizierte Studie bestätigt den Rückstand der SNB in Sachen Klimaschutz. Die Schweiz liegt im Rating deutlich hinter den Zentralbanken ihrer Nachbarländer.

 

14’000 Menschen fordern Ausstieg aus fossilen Energien

Bern/Luzern, 30. April 2021. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) soll aus Investitionen in fossile Energien aussteigen, die den Klimawandel anheizen. Dies fordern die Entwicklungsorganisationen Fastenaktion und HEKS mit einer von 14’000 Personen unterzeichneten Petition. Diese wurde der SNB am Mittwoch auf dem Berner Bundesplatz übergeben. Die Klimaverantwortung der SNB wird auch an der heutigen Generalversammlung der Bank ein Thema sein.

Mit einer von 13’929 Personen unterzeichneten Petition fordern deshalb die Entwicklungsorganisationen Fastenaktion und HEKS die SNB auf, alle Investitionen in fossile Energien umgehend abzustossen. Die Petition wurde am Mittwoch einem Vertreter der Nationalbank auf dem Berner Bundesplatz übergeben. Die Hilfswerke werden die Klimaverantwortung der SNB auch an der heutigen Online-Generalversammlung (GV) zum Thema machen und die Bank mit entsprechenden Fragen zu deren Anlagestrategie konfrontieren.

SNB hinkt hinterher

Mit ihrer Investitionsstrategie steht die SNB in Widerspruch zu eigenen Anlagerichtlinien. Diese schreiben vor, dass die Bank auf Investitionen verzichten muss, die «grundlegende Menschenrechte massiv verletzen oder systematisch gravierende Umweltschäden verursachen». Im Rahmen der diesjährigen Ökumenischen Kampagne zeigten HEKS und Fastenaktion unter dem Motto «Klimagerechtigkeit – jetzt!» auf, dass vor allem ärmere Menschen im globalen Süden die Folgen der Klimaerhitzung, etwa mehr Wirbelstürme oder längere Dürren, schon heute als Verletzung ihrer Menschenrechte erleben – ausgerechnet jene Menschen also, die kaum etwas zur Klimakrise beitragen.

Die von der Organisation Campax mitunterstützte Petition fordert die SNB deshalb auf, ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen und mit dem Ausstieg aus fossilen Energien einen Beitrag zu mehr globaler Klimagerechtigkeit zu leisten. Als einer der weltweit grössten institutionellen Investoren hätte die SNB dafür noch viel Potenzial: Zwar gab die Bank im Dezember 2020 bekannt, Unternehmen aus ihrem Portfolio auszuschliessen, die primär Kohleminen betreiben. Das ist aber nur ein kleiner Schritt, weil 99.9 Prozent der Investitionen in fossile Energien davon unberührt bleiben.

Andere Zentralbanken sind weiter und steigen aus Klima- und Risikogründen aus fossilen Energien aus. Um in Übereinstimmung mit dem Klimaabkommen von Paris zu sein, plant etwa die Banque de France bis 2024 den vollständigen Ausstieg aus der Kohle und den Ausschluss von Öl- und Gasunternehmen aus ihrem Portfolio. Eine Ende März von der NGO «Positive Money» publizierte Studie bestätigt den Rückstand der SNB in Sachen Klimaschutz. Die Schweiz liegt im Rating deutlich hinter den Zentralbanken ihrer Nachbarländer, aber auch hinter den entsprechenden Instituten der EU, Grossbritanniens, Brasiliens und Chinas.

Weitere Informationen 

Auskünfte:

Typhon Sendong, Philippine. Un cocotier détruit une maison.Même si les typhons sont monnaie courante aux Philippines, ils sont devenus plus violents et plus fréquents en raison des changements climatiques. Des maisons et des fermes sont détruites et de nombreuses personnes restent sans abri.

Luzern, 27. April 2021. Das CO2-Gesetz ist die Umsetzung der internationalen Klimaverpflichtungen der Schweiz. Im Interesse der Menschen in den Projekten, welche bereits unter klimatischen Katastrophen leiden, setzt sich Fastenaktion ein für ein «Ja» bei der kommenden Abstimmung vom 13. Juni. Zusammen mit Justitia et Pax und oeku Kirchen und Umwelt veröffentlicht Fastenaktion heute eine ausführliche Stellungnahme zum CO2-Gesetz.

Das CO2-Gesetz stellt die Weichen für effektivere Klimaschutzmassnahmen ab 2022.  Fastenaktion setzt sich ein für ein «Ja», denn:

  • Das neue CO2-Gesetz nimmt das Verursacherprinzip ernst und gewährleistet einen sozialen Ausgleich, indem ein Grossteil der CO2-Lenkungsabgabe pro Kopf an die Bevölkerung rückerstattet wird. Die neuen Instrumente des CO2-Gesetzes sind ein wichtiger Schritt gegen die Klimaerwärmung und für mehr globale Klimagerechtigkeit. Darum stellen sich die Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit deutlich hinter das Gesetz.
  • Mit der Flugticketabgabe ergreift das CO2-Gesetz Massnahmen im besonders klimaschädlichen Flugverkehr. Dieses Geld fliesst mindestens zur Hälfte als Öko-Bonus an die Bevölkerung zurück. Die Mehrheit der Bevölkerung, die wenig oder gar nicht fliegt, profitiert somit finanziell.
  • Die Schweiz wird durch das Gesetz verpflichtet, ihre Finanzpolitik allgemein mit dem Klimaschutz in Einklang zu bringen.

Mit einem «Ja» zum CO2-Gesetz schlägt die Schweiz den dringend notwendigen Weg ein, hin zu einer klimaneutralen Zukunft. Sie leistet einen Beitrag, um die Klimaerhitzung auf 1.5 Grad zu begrenzen. Bei einem «Nein» drohen weitere Jahre ohne verbindliche Ziele und Massnahmen – ein Totalschaden in der Schweizer Klimapolitik, nachdem das Parlament mehr als drei Jahre an der Vorlage gearbeitet hat.

Klimagerechtigkeit – jetzt!

In sechs Monaten, am ersten November 2021, beginnt die Weltklimakonferenz in Glasgow (COP 26). An dieser werden die Staaten ihre aktualisierten Klimaziele diskutieren. Auch die Schweiz wird ihre aktualisierten Klimaziele präsentieren. Diese bauen auf dem schweizerische CO2-Gesetz auf. Es ist wichtig, dass auch die Schweiz ambitioniertere Ziele einbringen kann. Denn die Dynamik zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens muss beibehalten und verstärkt werden.

Fastenaktion engagiert sich für das CO2-Gesetz und die Weltklimaziele, weil die klimatische Katastrophe die ärmsten Menschen besonders hart trifft. In den Projekten des Hilfswerks im globalen Süden leiden bereits Zehntausende unter der dramatischen Zunahme von Wirbelstürmen überfluteten Küsten und lang andauernden Dürren. Ihre Ernährungssituation – bereits vorher prekär – verschlechtert sich zunehmend.

Die Stellungnahme zum CO2-Gesetz finden Sie hier

Auskunft zur Stellungnahme geben Ihnen gerne

  • Wolfgang Bürgstein, Dr. theol., dipl. oec., Generalsekretär Justitia et Pax, Mitautor der Stellungnahme, 078 824 44 18
  • Kurt Zaugg-Ott, Dr. theol., Leiter der Fachstelle oeku Kirchen für die Umwelt, 076 531 26 00
  • Matthias Dörnenburg, Leiter Kommunikation Fastenaktion, 041 227 59 21

Weitere Informationen im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP26

 Nächste Schritte der Fastenaktion und Partnerorganisationen hin zur

  • Analyse der Umsetzung der Klimaziele in verschiedenen Ländern
  • Ausbildung Vertreter/innen indigener Gemeinschaften in den Klimakonferenz-Prozessen
  • Podiumsdiskussion zu Klimagerechtigkeit & Kohlenstoffbudget der Schweiz im Oktober 2021

Fastenaktion engagiert sich mit Partnerorganisationen gegen den Klimawandel im Süden

Fastenaktion bietet Handlungsmöglichkeiten gegen den Klimawandel in der Schweiz:

 

Auskünfte zum Thema Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion geben Ihnen gerne

  • David Knecht, Ökonom und verantwortlich für das Programm Energie und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion: +41 41 227 59 89
  • Matthias Dörnenburg, Leiter Kommunikation und verantwortlich für die Ökumenischen Kampagne 2021 «Klimagerechtigkeit – jetzt!»: +41 41 227 59 21

In der Nacht am 11./12. November traf Taifun Vamco im Norden der Philippinen auf Land. Er hinterliess eine Spur der Verwüstung im Grossraum Manila, in Infanta und der angrenzenden Provinz Aurora. Drei Projekte von Fastenaktion in Infanta, darunter das Partnerprojekt von Jubla Schweiz, wurden hart getroffen.

Mitarbeiter Marcelino von TCD Infanta zeigt, wie hoch das Wasser in seinem Dorf steht.Mitarbeiter Marcelino von TCD Infanta zeigt, wie hoch das Wasser in seinem Dorf steht. Foto: TCD
Der Taifun Vamco war der fünfte Taifun innerhalb eines Monats, der die Philippinen traf. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h zog er über den Osten der Insel Luzon hin. Innert weniger Stunden wurden mindestens 73 Menschen getötet und viele verletzt. 19 Personen werden noch vermisst.

Gegen 400‘000 Menschen wurden in Luzon im Vorfeld des Taifuns evakuiert. Eine Million Menschen war ohne Strom. Der Taifun hatte einen Durchmesser von 500 Kilometern und brachte grosse Mengen Niederschlag. Viele Provinzen und Städte in Zentral- und Nordluzon bis hin zur Hauptstadt Manila wurden arg in Mitleidenschaft gezogen.   

Landwirtschaft und Fischerei stark betroffen

Eine erste Bilanz zeigt das Ausmass der Zerstörung. Insbesondere der Landwirtschaft und der Fischerei wurden schwere Schäden zugefügt. Die Ernte ist vielerorts ganz verloren, auch weil vier aufeinanderfolgende Taifune vorher schon Schäden angerichtet hatten. Rund 11‘350 Haushalte auf den Philippinen sind betroffen, viele davon sind auf Soforthilfe angewiesen.

Der Gesamtschaden des Taifuns für die Landwirtschaft in den Philippinen wird auf 60 Millionen Franken geschätzt. Dazu kommen auch die Schäden für die Fischerei.

Nothilfe für die Menschen in den Projekten der Fastenaktion

Laut den letzten Berichten der Prelature of Infanta und der Partnerorganisationen TCD sind in ihrem Projektgebiet in der Provinz Quezon 720 Haushalte betroffen, die dringend Hilfe brauchen. Davon sind 150 indigene Agtas-Familien, die zu den Ärmsten in der Region gehören. Ihre Gemüsekulturen, einschliesslich Bananen und Kokosnüsse, sind zerstört. 

Im Norden der Prelature of Infanta sind auch Zielgruppen des Basisgemeindeprojekts YAPAK und der Task Force Anti Apeco betroffen. Dort wird im Rahmen des bestehenden Projektbudgets Nothilfe geleistet.

Auch auf den vorgelagerten Inseln Polillo und Bordeos, die zur Prelature gehören, gab es immense Schäden an Gebäuden, Land, Wald und Infrastruktur. Dort werden NASSA (Nationale Caritas Philippinen) und DKA Österreich Nothilfe leisten.

Direkte Zielgruppe dieses FO Nothilfe-Projekts: 720 Haushalte, darunter 150 Agta-Familien, rund 4‘500 Personen in der Provinz Quezon.

Folgende Aktivitäten sind vorgesehen:

  1. Mit Saatgut und Pflanzmaterial werden 350 betroffene Familien unterstützt, damit sie ihre Felder und Gärten wieder anbauen und bepflanzen können.
  2. Baumaterialien wie Nägel, Holz und Plastikblachen werden für 500 Familien für das Reparieren und den Wiederaufbau ihrer Häuser zur Verfügung gestellt.
  3. Disaster Risk Management (DRR): In Workshops wird die Bevölkerung informiert, was sie zur Reduzierung des Katastrophenrisikos zusammen mit den lokalen Behörden unternehmen können. Inhalt dieser Workshops sind Risikoanalysen für die Projektgebiete, Kennenlernen von DRR(Disaster Risk Reduction Tools, Katastrophen-Vorbereitungsmassnahmen und Katastrophenhilfe.

Unterstützen Sie die Menschen auf den Philippinen - gerade jetzt!

Herzlichen Dank für Ihre Spende.
Bernd Nilles, Geschäftsleiter der FastenaktionBernd Nilles, Geschäftsleiter der Fastenaktion schöpft Suppe am 50 Jahre-Jubiläum mit HEKS.

Im Jahr 2019 konnte Fastenaktion über 620‘000 Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika direkt erreichen. Das bedeutet: bessere Lebensbedingungen, weniger Hunger und gesichertere Menschenrechtssituationen für 2,7 Millionen Menschen in 14 Ländern. Auch finanziell schloss das Hilfswerk 2019 erfreulich ab: Geschäftsleiter Bernd Nilles kann eine schwarze Null präsentieren.

Fastenaktion schaut auf ein erfolgreiches Jahr mit einer schwarzen Null zurück, die ohne die treuen Spenderinnen und Spender nicht möglich gewesen wäre. Ihnen gebührt ein grosser Dank! Geschäftsleiter Bernd Nilles zeigt sich denn auch trotz der schwierigen aktuellen Umstände optimistisch: «Das gute finanzielle Ergebnis von 2019 ermöglicht es uns, zuversichtlich in das schwierige, durch Corona geprägte 2020 zu blicken, da wir trotz der Krise eine effiziente und wirksame Entwicklungszusammenarbeit sicherstellen können.»

In den Projektländern ist die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Partnerorganisationen erfolgreich. Die Evaluierung der Strategie zur Halbzeit hat gezeigt; Fastenaktion erreicht mit seinen Projekten die angestrebten Zielgruppen.

Auch in der Schweiz arbeitet Fastenaktion in Bündnissen und hat 2019 zusammen mit fünf weiteren Hilfswerken die neue Allianz SuFoSEC (Sustainable Food Systems and Empowered Communities) gegründet – mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit der Lebensgrundlagen, der Ernährungssicherheit und der Selbstorganisation lokaler Gemeinschaften vor dem Hintergrund der Agenda 2030 zu stärken.

Auch das Engagement für die auf Parlamentsebene noch immer hängige Konzernverantwortungs-initiative wird gemeinschaftlich vorangetrieben. Mit der Gruppierung «Kirche für Konzernverantwortung» konnten breite kirchliche Kreise mobilisiert werden.

Ruf nach Klimaschutz hoch oben in den Bergen

2019 wurde der weltweite Einsatz gegen den Klimawandel durch Millionen von Schülerinnen und Schülern gestärkt und hat dieses existenzielle Thema in die Wohnzimmer quer durch alle Altersgruppen und Schichten getragen. Zeitgleich hat Fastenaktion die «KlimaGespräche» ausgebaut, welche landesweit auf grosses Interesse stossen. Die in England entwickelte Methode hatte Fastenaktion in Zusammenarbeit mit HEKS zuerst in der Suisse Romande eingeführt. Seit 2019 haben sich auch in der Deutschschweiz Gruppen zusammengeschlossen, die gemeinsam einen ressourcenschonenderen Lebensstil entwickeln. Während der «Schweizer Klimawochen», kurz vor den Parlamentswahlen, war Fastenaktion zudem massgeblich an der Durchführung der vielbeachteten Abdankungsfeier für den Pizolgletscher beteiligt.  

Die Ökumenische Kampagne «Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine bessere Welt» hat 50 Akteurinnen des Wandels ein Gesicht gegeben. Sie hat aufgezeigt, was Frauen, die mit Fastenaktion und HEKS zusammenarbeiten, bewirken und welchen Mut sie dabei aufbringen. Diese Botschaft wurde mit dem 50-Jahr-Jubiläum der Kampagne verbunden, die in Bern und Luzern mit öffentlichen Anlässen gefeiert wurde. Mit der Ökumenischen Kampagne werden jedes Jahr über zwei Millionen Menschen in der Schweiz erreicht.

Forderung nach verstärkter Armutsbekämpfung

Ein guter Anlass um die Entwicklungszusammenarbeit und die Arbeit der Fastenaktion zu stärken, bot die Vernehmlassung des Bundes zur neuen Botschaft über die Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit Alliance Sud, deren Präsidentschaft Fastenaktion im Dezember übernommen hat, hat sich das Hilfswerk aktiv mit Sensibilisierung, Mobilisierung und Anwaltschaftsarbeit in den politischen Prozess und die öffentliche Debatte eingebracht. Dazu gehören auch die Forderungen nach einem klaren Fokus der Armutsbekämpfung, 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe und eine Klimafinanzierung, die nicht auf Kosten der Armen geht.

Dank vielen Spenden, einem stabilen DEZA-Beitrag und sparsamem Wirtschaften, gelang ein Abschluss mit einer schwarzen Null. Die Einnahmen aus Spenden und Beiträgen (ohne Deza) betrugen CHF 15‘361‘184 (Vorjahr CHF 15‘685‘116). Zusammen mit den Erträgen aus Handel- und Dienstleistungen resultierte ein betrieblicher Gesamtertrag von CHF 21’625’102 (Vorjahr CHF 21‘889‘927). Dank dem Liegenschafts- und Finanzertrag kann Fastenaktion mit einer schwarzen Null abschliessen.  

Auskünfte:

Colette Kalt, Medienbeauftragte Fastenaktion
kalt@fastenaktion.ch, 041 227 59 51

 

Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine bessere Welt
Fastenopfer Jahresbericht 2019
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«Die Klimakrise zwingt uns, unsere Welt neu zu gestalten. Dieser Wandel soll nicht auf Kosten bedrohter Indigener und Bauerngemeinschaften geschehen. Dafür setzt sich Fastenaktion an der Klimakonferenz ein.»

David Knecht, Programmverantwortung Klima und Energie, Fastenaktion

David Knecht, Verantwortlicher Internationales Programm Energie und Klimagerechtigkeit
UNO Klimakonferenz cop25 titelbild

Anfang Dezember findet in Madrid die COP25 - die jährliche Klimakonferenz der UNO - statt. Gemeinsam mit seinen Allianzpartnern wird Fastenaktion vom Klimawandel bedrohten Indigenen und Bauerngemeinschaften eine Stimme geben. So dass deren Anliegen wahrgenommen und Schutzmechanismen für sie eingebaut werden.

Brasilien hat ein ambitioniertes Klimaziel verkündet. Zwischen 2005 und 2025 sollen die Treibhausgas-Emissionen um 37 Prozent reduziert werden. Um dieses zu erreichen, soll der Energiemix des Landes bis 2030 zu 45 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehen. Dafür sind unter anderem viele Wasserkraftwerke geplant.

Kurzsichtige Lösungen entlarven

Im Bundesstaat Mato Grosso, im brasilianischen Amazonas erlebt die Fastenaktion-Partnerorganisation Opan direkt, wie eine schlechte Umsetzung der Ziele auf Kosten der benachteiligten Bevölkerung geschieht. Im Einzugsgebiet des Flusses Juruena sind 127 kleine und mittelgrosse Wasserstaudämme geplant. Diese bedrohen die Lebensgrundlagen der lokalen indigenen Bevölkerung. Denn der Wasserfluss verändert sich drastisch, Fischpopulationen schwinden, heilige Orte sind nicht mehr zugänglich. Und schliesslich kommt die produzierte Energie nicht ihnen selbst zugute, sondern wird direkt ins nationale Netz eingespeist, von dem vor allem Städte ihren Strom beziehen.

Deshalb setzt sich die der Fastenaktion unterstützte Organisation der indigenen Gemeinschaften Opan dafür ein, dass falsche Lösungen als solche enttarnt und gesellschaftsfähige Lösungen gesucht und verbreitet werden. Gerade für die brasilianische Organisation Opan ist es je länger je wichtiger, auf der internationalen Ebene mehr Druck auf die Regierung machen zu können. Denn in Brasilien wird die Zivilgesellschaft je länger je mehr von der aktuellen Regierung eingeschränkt und Aktivistinnen und Aktivisten bedroht.

Sozial verträgliche Lösungen suchen

Die Partnerorganisation Censat in Kolumbien arbeitet an solchen gesellschaftsfähigen Lösungen: Sie führen lokale, dezentrale Energielösungen ein, wie solarbetriebene Wasserpumpen zur Bewässerung agrarökologischer Landwirtschaft oder gemeinschaftlich verwaltete kleine Biogasanlagen, die beispielsweise zur Verarbeitung von Kakao genutzt werden.

Denn die UNO-Klimaziele greifen zu kurz, wenn sie «nur» die Senkung der Treibhausgas-Emissionen überwachen. Es ist wichtig, bei der dringend notwendigen Umsetzung der vertraglich bindenden Ziele die sozialen Aspekte einzubeziehen. Für diese soziale Dimension setzen sich Fastenaktion und seine Allianzpartner an der Klimakonferenz in Madrid ein. Gemeinsam mit dem Netzwerk katholischer Entwicklungswerke Cidse ist eine offizielle Veranstaltung zu diesem Thema geplant, um die Anliegen der indigenen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen einzubringen.

Der Handel mit Treibhausgas-Zertifikaten ist keine langfristige Lösung

An den Verhandlungen in Madrid geht es auch konkret darum, den Marktmechanismus zum Handel von Emissionsreduktionen zu bestimmen. Der Bundesrat möchte auf diesen Mechanismus setzen, um die Schweizer Klimaziele zu erreichen. Dieser Handel hat zum Ziel, dass die Treibhausgase, die an einem Ort ausgestossen werden – also zum Beispiel in der Schweiz – an anderen Orten der Welt mit konkreten Massnahmen vermieden werden – zum Beispiel mit Windkraftwerken statt Dieselgeneratoren in Madagaskar. Dahinter steht die Idee, dass es für das Klima – anders als beim Wasser oder der Luftverschmutzung – nicht darauf ankommt, wo die Treibhausgase ausgestossen oder wo sie eingespart werden.

Fastenaktion ist der Meinung, dass ein solch globaler Handel am Ziel vorbei führt: Die wohlhabende Schweiz soll die Verantwortung für ihre Treibhausgasemissionen voll übernehmen und die Reduktionen im Inland erreichen. Darüber hinaus besteht die akute Gefahr, dass der Handel mit Treibhausgasemissionen falsche Anreize setzt und Klimaprojekte mit verheerenden sozialen Schäden fördert.

Verhelfen Sie Menschen zu ihrem Recht auf Nahrung

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