Frauen sind existenziell betroffen
Der Bericht zeigt, dass die negativen und lebensfeindlichen Auswirkungen der Minentätigkeit vielfältig sind. Der Staub des Kohleabbaus breitet sich überall aus und legt seinen grauen Schleier über Land, Pflanzen, Tiere und Häuser. Vor allem Frauen – darunter viele Grossmütter – pflanzen traditionell in Küchengärten Gemüse für den täglichen Bedarf an. Durch den Minenstaub gehen die Ernten zurück, das Vieh verendet. Den Menschen, die zuvor selbstversorgend waren, wird damit ihre Lebensgrundlage genommen und die Armut steigt massiv an. Frauen sind hiervon stärker betroffen, da es meist sie sind, die sich um die Nahrungsversorgung und -zubereitung für die Familie kümmern.
Mama Moya, Anwohnerin einer Mine, schildert die schlimmen Folgen der Mine folgendermassen:
«Wir müssen alles bedecken – das Essen, Wasser, die Möbel, einfach alles. Denn wenn wir es nicht tun, wird alles schwarz, sobald der Wind aus Richtung der Mine bläst. […] Unser Wasser ist verschmutzt. Wenn du den Hahn öffnest, kommt schwarzes Wasser. Wir essen und trinken faktisch Kohle und wir werden krank. Auch die Kinder werden krank. Wir brauchen öfter Medikamente für sie, müssen häufiger zum Arzt mit ihnen. Das alles kostet – wir müssen mehr Geld ausgeben. Wir können nicht einmal unsere traditionellen Heilpflanzen nutzen – denn sie sind mit Kohlestaub bedeckt. Nichts wächst mehr, der Staub tötet alle Pflanzen.»