Carine Shombe Dombo ist 35 Jahre alt und Mutter von acht Kindern. Im Fastenaktion-Projekt lernte sie lesen und schreiben und verfolgt nun das Ziel, wirtschaftlich unabhängig zu sein.

«Ich habe als Kind nie eine Schule besucht und war nur Hausfrau. Ich habe mich aus Neugierde für das Alphabetisierungsprogramm angemeldet. Ich wollte wissen, was genau im Kurs passiert.

Jetzt kann ich schreiben, lesen, rechnen und zählen.

Ich weiss jetzt, wie nützlich es ist, dass ich an diesem Kurs teilgenommen habe. Dank dieser Ausbildung habe ich eine Menge gelernt, und sie hat mir Respekt verschafft. Mittlerweile kann ich meinem Mann ein Thema vorschlagen, und wir diskutieren darüber, um Lösungen zu finden. Wir haben auch gemeinsam entschieden, unsere Kinder einschulen zu lassen. Und wenn er einmal abwesend ist, kann ich mich in der Schule über die Entwicklung der Kinder informieren und an Elterninformationen teilnehmen.

Ich bin froh, dass ich lesen, rechnen und schreiben kann und dass ich nicht mehr betrogen werde. Das war früher oft der Fall, wenn ich meine Shikwanges (Maniokbrot) auf dem Markt verkaufte: Die Kunden gaben mir statt der verlangten 10 000 FC nur 1000 FC, weil sie wussten, dass ich nicht rechnen kann. So machte ich jeden Tag Verluste. Doch das passiert mir heute nicht mehr.

Als Nächstes möchte ich lernen, mit der Nähmaschine Kleider zu nähen oder Seife herzustellen.

Ich sage mir: Jetzt, da ich lesen kann, werde ich auch eines Tages eine bezahlte Arbeit finden, sodass ich finanziell unabhängig werde – das ist wirklich mein Ziel.»

Der Stimme von Carine Shombe Dombo ist im Magazin «Perspektiven» von Fastenaktion erschienen. Erfahren Sie hier mehr über das Landesprogramm in der Demokratischen Republik Kongo.

Carine Shombe Dombo hält das Zertifikat ihres Alphabetisierungsprogramms in der Hand.
Carine Shombe Dombo möchte ihre neu erworbenen Fähigkeiten anwenden und wirtschaftlich unabhängig werden.

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Justinne Akatshi Ndjadi ist Gender-Animatorin bei der Partnerorganisation Caritas Kole in Lomela. Sie berichtet über das Engagement der Frauen und den  Wandel in der kongolesischen Gesellschaft.

«In der Vergangenheit waren wir Frauen Opfer verschiedener Diskriminierungen und häuslicher Gewalt. Zudem wurde uns der Schulbesuch verboten. Wie aber sollen wir unsere Kinder zu gebildeten Menschen erziehen, wenn wir selbst keine Bildung haben? In unserer Tradition ist der Glaube verbreitet, dass es den Mädchen schadet, in die Schule zu gehen. Bildung stellt keinen Mehrwert dar. So organisierten wir von Caritas Kole – der Partnerorganisation von Fastenaktion – mit interessierten Frauen in der Region Zusammenkünfte und begannen, zu überlegen, wie wir die Rechte der Frauen thematisieren können.

Wir begannen, den Tag der Frau am 8. März zu feiern, um auf unsere Rechte aufmerksam zu machen und sie zu verteidigen.

Das machen wir nun seit acht Jahren. Dieser Feiertag ist für alle Frauen und Mädchen. Um die Ungerechtigkeit, die uns ständig widerfährt, darzustellen, erarbeiten wir regelmässig kurze Theaterszenen, in denen die Diskriminierung auf spielerische Art thematisiert wird.

In Kongos Gesellschaft ist dadurch ein grosser Wandel eingetreten.

Erstens hat sich die Achtung vor der Frau durchgesetzt, häusliche Gewalt ist verboten und wird rechtlich geahndet. Die Frauen dürfen sich frei bewegen und können an unseren Versammlungen teilnehmen. Früher wäre das nicht denkbar gewesen. Auch die Frage der Gleichheit am Arbeitsplatz wird ernst genommen. Wir brauchen immer noch eine Menge Training zu Frauenfragen und -rechten, das ist die ständige Herausforderung, um die Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft Kongos zu verankern. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Frauen nach ihrer Ausbildung ihre Fähigkeiten gerne unter Beweis stellen würden. Doch das ist gar nicht einfach. Deshalb wollen wir Arbeitsplätze schaffen, um zu verhindern, dass sie wieder in die gleiche Situation wie am Anfang geraten.»

Der Stimme von Justinne Akatshi Ndjadi ist im Magazin «Perspektiven» von Fastenaktion erschienen. Erfahren Sie hier mehr über das Landesprogramm in der Demokratischen Republik Kongo.

Die Gender-Animatorin Justinne Akatshi Ndjadi steht in einem Dorf und blickt hoffnungsvoll in die Kamera.
Justinne Akatshi Ndjadi organisiert seit achten Jahren Aktionen für den Tag der Frau.

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Georgette Alembe Ekandji hat einen Alphabetisierungskurs im Rahmen eines Fastenaktion-Projekts besucht. Sie berichtet, dass ihr Mann der Direktor einer Grundschule ist, erst spät verstanden hat, wie wichtig für sie ist, lesen und schreiben zu können.

«Mein Mann und ich haben zusammen 13 Kinder, zwei von ihnen sind verstorben. Heute kann ich überzeugt sagen, dass wir in Harmonie leben. Das war nicht immer so. Unsere traditionellen Bräuche, die der Tetela, zu denen wir gehören, sehen vor, dass Frauen sich in der Gegenwart von Männern nicht äussern dürfen. Nur Männer haben das Recht, zu sprechen.

Vor sieben Jahren aber begann hier bei uns das Alphabetisierungsprogramm.

Und seitdem hat sich sehr viel verändert. Deshalb feiern wir mittlerweile auch unsere Rechte am Tag der Frau, am 8. März. Wir fühlen uns nun endlich als gleichwertige Menschen. Ich habe nie eine Schule besucht. Doch als sich uns die Möglichkeit bot, lesen und schreiben zu lernen, entschied mein Mann, dass ich diese Ausbildung machen kann, um diese wichtigen Grundkenntnisse zu erlangen. Und heute hilft es mir dabei, dass ich mich mit ihm so gut verstehe. Seit ich lesen und schreiben gelernt habe, ist er noch mehr in mich verliebt.

Eine weitere Veränderung ist, dass ich heute seinen Lohn verwalte.

Früher war er der Meinung, dass ich nicht einmal das Recht hätte, zu wissen, wie viel er verdient, weil ich nicht lesen und schreiben konnte. Aber seit ich mit dem Alphabetisierungskurs begonnen habe, habe ich vieles gelernt, und jetzt vertraut er mir sogar sein Geld an. Er gesteht mir jetzt meine Rechte zu. Und seine anfängliche Angst, dass ich keine Hausarbeit mehr machen würde, sobald ich lesen und schreiben könne, hat sich auch nicht bewahrheitet. Eine gebildete Frau kann ihren Haushalt führen und gleichzeitig mitreden. Zwei meiner drei Töchter haben die Schule bereits beendet, und das macht mich stolz. Es ist wichtig, dass die Ausbildung und Alphabetisierung von Frauen fortgesetzt werden. Denn nur so kann unsere Gemeinschaft sich verändern und entwickeln.»

Der Stimme von Georgette Alembe Ekandji ist im Magazin «Perspektiven» von Fastenaktion erschienen. Erfahren Sie hier mehr über das Landesprogramm in der Demokratischen Republik Kongo.

Zu sehen ist Georgette Alembe Ekandji, die am Alphabetisierungsprogramm von Fastenaktion lesen und schreiben gelernt hat.
Georgette Alembe Ekandji hat einen Alphabetisierungskurs besucht. Seither hat sich ihre Ehe zum positiven verändert.

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Maman Danga Esambo ist Mutter von sieben Kindern. Zusammen mit anderen Frauen hat sie eine Solidaritätsgruppe gegründet. 

«Ich bin Vorsitzende des Vereins Anawedja, was so viel wie Die Ausländerinnen bedeutet. Wir bewirtschaften gemeinsam Reis und Erdnussfelder. Im April und Mai ernten wir den Reis. Einen Teil lagern wir für den Verbrauch ein, ein Teil wird verkauft, und der Rest wird als Saatgut an die Mitglieder unseres Vereins weitergegeben, damit sie dieses auf ihren eigenen Feldern aussäen können. In der darauffolgenden Saison bauen wir Erdnüsse an. Von dieser Ernte verkaufen wir einen Teil, um mit dem Ertrag die Schuluniformen für unsere Kinder zu kaufen. Die Kinder brauchen ausserdem Armmanschetten und Bücher.

Wir Frauen kaufen von diesem Geld auch Hacken für die Feldarbeit, ausserdem Dinge des täglichen Bedarfs für unsere Familien.

Zudem schaffen wir uns Jungtiere für die Zucht an, um unsere landwirtschaftliche Produktion zu erweitern. Ein Teil der Einnahmen fliesst in die Solidaritätskasse. Zudem führen wir regelmässige Treffen durch, bei denen jedes Mitglied seine Beiträge für die Solidaritätsgruppe entrichtet. Doch nicht alle zahlen gleich viel ein. Einige zahlen nie. Das macht es für uns wiederum schwierig, sie zu unterstützen, wenn sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Wir Bäuerinnen brauchen die Unterstützung der Politik, denn wir wollen uns weiterentwickeln.

Wir brauchen Schulungen in der modernen landwirtschaftlichen Praxis. Wir möchten verschiedene Früchte und Gemüse anpflanzen, damit wir unsere Produktion variieren und ausbauen können.»

Seit über 20 Jahren stehen im Mittelpunkt der Arbeit von Fastenaktion und seinen Partnerorganisationen Solidaritätsgruppen. Dank des Ansatzes wird der Hunger nachhaltig und langfristig reduziert. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Maman Danga Esambo steht vor einer Wand. Sie ist Mutter von sieben Kindern. Zusammen mit anderen Frauen hat sie eine Solidaritätsgruppe gegründet.
Danga Esambo bewirtschaftet mit anderen Frauen Felder. Ein Teil des Erlöses aus der Ernte fliesst in die Solidaritätsgruppe.

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Im Jahr 2022 profitierten rund 2.5 Millionen Menschen von der Arbeit von Fastenaktion. Zusammen mit den Partnerorganisationen in den Projektländern sicherte Fastenaktion Zugang zu Nahrung und Saatgut. Die Folgen der Klimakrise und des Ukrainekriegs waren massgebende Faktoren für die Arbeit von Fastenaktion. Klimachaos, Terror und Hunger führten dazu, dass Fastenaktion neben der langfristigen Hilfe auch Nothilfe geleistet hat.

Im vergangenen Jahr verbesserte Fastenaktion die Lebensumstände von rund 624‘000 Menschen direkt, dies durch ihre Aktivitäten in zwölf Landesprogrammen und den drei Internationalen Programmen. Insgesamt bedeutet das für 2.5 Millionen Menschen eine Verbesserung ihrer Lebensumstände – 58 Prozent davon sind Frauen. Gemeinsam mit kleinbäuerlichen Netzwerken, Solidaritätsgruppen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen setzte Fastenaktion 338 Projekte um. Im Fokus der Arbeit stand der Zugang zu genügend und gesunder Nahrung. Dies erreichte Fastenaktion durch die Vermittlung von nachhaltigen Anbaumethoden und die Stärkung von Dorfgemeinschaften. Die Förderung des lokalen Zugangs zu Nahrung und Saatgut war umso dringlicher, da aufgrund des Krieges in der Ukraine und die Verknappung von Getreide, die Preise für Grundnahrungsmittel in vielen Projektländern massiv anstiegen. Dies führte dazu, dass in einigen Projekten von Fastenaktion Nothilfe-Massnahmen getroffen wurden.

Innovatives Projekt im Kampf gegen den Hunger

Fastenaktion lancierte 2022 ein mehrjähriges Projekt zur Förderung der Menschenrechte in Ernährungssystemen: Das Projekt mit dem Namen «Raise» hat zum Ziel, die UNO-Deklaration für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern und Personen im ländlichen Raum (UNDROP) umzusetzen. Zudem soll dadurch die lokal angepasste und agrarökologische Landwirtschaft gefördert und die Versorgung mit Nahrungsmitteln im ländlichen Raum nachhaltig gestärkt werden. Das Projekt wird unter anderem von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziert.

9 von 10 Franken fliessen direkt in die Projekte

Den Ausgaben von 22‘951‘715 Franken standen Einnahmen von insgesamt 23‘968‘947 Franken gegenüber. 86 Prozent der Einnahmen wurden direkt für die Projektarbeit eingesetzt.

Kampagne zu erneuerbaren Energien – überschattet durch den Krieg

Im Jahr 2022 stand die Ökumenische Kampagne zum zweiten Mal unter dem Motto «Klimagerechtigkeit – jetzt». Die Kampagne legte den Fokus auf die Wichtigkeit und die Notwendigkeit von erneuerbaren Energien. Denn aus ethischer Sicht hätte die Schweiz bereits ab dem 15. März 2022 kein CO2 mehr ausstossen dürfen. Die Ökumenische Kampagne ist die wichtigste Sammlungs- und Sensibilisierungskampagne von Fastenaktion. Doch der Angriff Russlands auf die Ukraine überschattete die Kampagne.

Neues wegweisendes Leitbild

Nach rund 25 Jahren erneuerte Fastenaktion ihr Leitbild. Der zentrale Gedanke des neuen Leitbildes: Eine gerechte Welt ohne Hunger und ein Leben in Würde. Es lohnt sich, dafür einzustehen. Das Recht auf Nahrung für alle und ein Leben und Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen – Grundsätze der Arbeit von Fastenaktion – sind ebenfalls Bestandteile des Leitbilds.

Ausblick 2023

Nebst dem Krieg in der Ukraine sind Gewalt und Terror in vielen Ländern, in denen Fastenaktion tätig ist, an der Tagesordnung. Die Projektländer von Fastenaktion sind zudem stark von den Folgen der Klimakrise betroffen. Zunehmende Armut und steigende Nahrungsunsicherheit sind die Folgen – Hungerkrisen sind unausweichlich. Mit den Partnerorganisationen und dem Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe unternimmt Fastenaktion alles, um dagegen zu halten.

Bereits in früheren Hungerkrisen zeigte sich die Wirkung des von Fastenaktion gewählten Ansatzes. Menschen können dank eigenem, lokal angepasstem Saatgut und Anbaumethoden ihre Nahrung produzieren, somit Hunger reduzieren und ihre Lebensumstände verbessern. 2023 ist für die Schweiz in Bezug auf die Klimagerechtigkeit wegweisend. Die Schweiz muss endlich Verantwortung in Bezug auf die Klimakrise übernehmen. Denn die, die am stärksten unter den Folgen der Klimakrise leiden, sind die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt, die am wenigsten zur Krise beigetragen haben. Klimakrise bedeutet Hunger! Ein Ja am 18. Juni zum Klimaschutzgesetz ist ein Schritt zu mehr Klimagerechtigkeit, ein Schritt zu weniger Hunger auf dieser Welt.

Den Fastenaktion-Jahresbericht 2022 finden Sie hier.

Weitere Auskünfte zum Jahresbericht und der Arbeit von Fastenaktion: Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion (041 227 59 71)

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Donatien Mulumba lebt in Sankuru, einer Region in der Demokratischen Republik Kongo. Nachdem die Kautschukfirma in der Donatien arbeitete Konkurs ging, entschloss er sich mit anderen Menschen aus dem Dorf fortan gemeinsam Feldarbeit zu betreiben – für eine bessere Zukunft. 

«Mein Name ist Donatien Mulumba Ngalambidi. Hier im Dorf Kutusongo war ich früher Arbeiter in einer Kautschukfabrik. Doch als sie Konkurs ging, haben wir alle unsere Arbeit verloren. Glücklicherweise habe ich mich einer Partnerorganisation von Fastenaktion angeschlossen und unser Projekt nimmt nun langsam Fahrt auf. Unsere Gruppe nennen wir Association Emongo und ich bin seit drei Jahren ihr Vorsitzender. Ich habe an der Universität studiert und einen Abschluss in Erziehungswissenschaft an der Fakultät für Psychologie erlangt. In unserem Verein sind wir 32 Personen. Jeden Morgen gehen wir auf unser Feld. Erst jäten wir Unkraut und dann bepflanzen wir die Beete. Wir bauen Reis, Mais, Kürbisse und Erdnüsse an, um unsere Familien zu ernähren und einen Teil der Produktion zu verkaufen. Wir hoffen, dass dies die Entwicklung unseres Dorfes vorantreiben wird.  

Es ist wichtig, dass wir die Landwirtschaft gemeinsam betreiben. So können wir uns gegenseitig helfen und unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation verbessern. Wenn wir Überschüsse verkaufen, können wir das Geld untereinander aufteilen, damit alle Mitglieder ihre dringendsten Bedürfnisse befriedigen können. Dazu gehören der Kauf von Saatgut, das Schulgeld für die Kinder oder die medizinische Notversorgung im Krankheitsfall. Wir würden gerne lernen, wie wir lokal angepasstes Saatgut vermehren und damit arbeiten können. Und wir möchten weitere Felder im Wald zwischen den Bäumen anlegen, damit die Setzlinge vor der Sonne geschützt sind. Unsere Gemeinschaft hat zum Ziel, wirtschaftlich unabhängig zu werden 

Früher hat jede Person im Dorf für sich allein gearbeitet, heute arbeiten wir zusammen, um gemeinsam zu produzieren und auch gemeinsam zu ernten. Das geht besser und ist einfacher. Zusammen können wir bis zu 2 000 Reisballen produzierenallein wäre dies nicht möglich.  

Donatien Mulumba steht im Eingang seiner Hütte.
Donatien Mulumba Ngalambidi ist Vorsitzender der Association Emongo.

Im Verein können wir gemeinsam grössere Mengen produzieren und damit auch genügend Geld erwirtschaften. Bisher haben wir noch nicht mit dem Verkauf unserer Produkte begonnen, aber wir werden Käufer:innen finden und den Gewinn aus unserer gemeinsamen Arbeit teilen oder unsere Einnahmen in andere Projekte investieren. Wir würden gerne einen Fischteich anlegen und Wasserhühner züchten. Wir entwickeln unsere Tätigkeiten stets weiter, so haben wir gerade gestern ein zusätzliches Erdnusslager eingerichtet. Denn Reis- und Erdnusssamen können nicht miteinander gelagert werden. Deshalb bewahren wir jedes Saatgut separat an seinem richtigen Platz auf.» 

Die Demokratische Republik Kongo ist reich an natürlichen Ressourcen. Trotzdem lebt über die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut. In den Projekten von Fastenaktion lernen Familien verbesserte Anbautechniken kennen. Mit organischer Düngung und einer sinnvollen Fruchtfolge wird die Bodenfruchtbarkeit erhalten und die Produktion erhöht. Erfahren Sie hier mehr über das Landesprogramm in der Demokratischen Republik Kongo.

Frisch geerntete Reisähren auf dem Feld.
Einige frisch geerntete Reisähren der Gruppe.

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Für Bauern, Bäuerinnen und Landarbeiter:innen ist heute ein besonderer Tag. Am 17. April ist der weltweite Tag des bäuerlichen Widerstands. Es geht um ihre Anerkennung als Nahrungsmittelproduzierende und um den Schutz ihrer Rechte und Lebensgrundlagen.

Ein Kommentar von Claudia Fuhrer, Verantwortliche Ernährungsgerechtigkeit / Recht auf Nahrung bei Fastenaktion

Im Vergleich zu 2021 hat die Anzahl der weltweit hungernden Menschen infolge Klimakrise, Konflikten und Covid-Pandemie von 811 auf 828 Millionen Menschen zugenommen. Von Anfang 2020 bis Mitte 2022 hat sich gemäss Welternährungsprogramm die Zahl der Menschen, die unter akutem Hunger leiden gar auf 345 Millionen verdoppelt.

Kleinbäuerliche Familien von Hunger betroffen

Obwohl Kleinbäuerinnen und -bauern rund 70 Prozent der weltweiten Nahrungsmittel produzieren, sind die Hälfte von ihnen selbst von Hunger betroffen. Ihr Zugang zu Land, Wasser und Saatgut ist bedroht. Sie erfahren Ausgrenzung und Gewalt durch die eigenen Regierungen und Agrarkonzerne. Am Internationalen Tag des bäuerlichen Widerstandes machen Bäuerinnen und Bauern mit weltweiten Aktionen auf ihre Situation aufmerksam, fordern Anerkennung ihrer Rechte und Solidarität.

Fastenaktion unterstützt die Kleinbäuer:innen

Die Zusammenarbeit mit Kleinbauern und -bäuerinnen ist zentraler Bestandteil der Arbeit von Fastenaktion. In zwölf Ländern unterstützt Fastenaktion Projekte, welche eine nachhaltige und sozialgerechte Landwirtschaft fördern und zur Verwirklichung der bäuerlichen Rechte beitragen.

Fastenaktion unterstützt gezielt Kleinbäuer:innen, so auch in Guatemala.
Fastenaktion unterstützt gezielt Kleinbäuer:innen, so auch in Guatemala.

Solidaritätsgruppen zeigen Wirkung

Ein Ansatz mit dem Fastenaktion arbeitet sind Solidaritätsgruppen. Diese ermöglichen Kleinbäuer:innen, sich untereinander zinslose Darlehen zu geben und sich gegenseitig bei der Feldarbeit und beim Verkauf der überschüssigen Ernte zu helfen. Inzwischen sind unter anderem in Madagaskar, Senegal, Indien und Kenia tausende von Bauern und Bäuerinnen in selbstständigen Solidaritätsgruppen aktiv und setzen Impulse für wichtige gesellschaftliche Veränderungen.

Rechte müssen durchgesetzt werden

Zudem setzt sich Fastenaktion zusammen mit den Partnerorganisationen des Internationalen Programms «Ernährungsgerechtigkeit» und dem Projekt RAISE für die Verwirklichung der UN-Bauernrechtsdeklaration in zehn Ländern und auf internationaler Ebene ein. So kann gemeinsam der Hunger beendet werden.

Wir setzen uns für die Umsetzung der UN-Bauernrechtsdeklaration ein, um Hunger nachhaltig zu beenden.
Wir setzen uns für die Umsetzung der UN-Bauernrechtsdeklaration ein, um Hunger nachhaltig zu beenden.

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