Nach einem schweren Erdbeben im Westen Nepals im November 2023 organisierte Fastenaktion ein Nothilfeprojekt. Junge Freiwillige aus mehreren Regionen unterstützten die ärmsten Familien dabei, ihre Häuser so rasch wie möglich wieder aufzubauen. Diese Solidarität stiess auf grosse Dankbarkeit – und war auch für die Helfenden sehr erfüllend.

Ein Text von Ralf Kaminski, Redaktor bei Fastenaktion 

Durch das Erdbeben vom 3. November 2023 starben in der westnepalesischen Provinz Karnali 153 Menschen, über 300 wurden verletzt. Zudem zerstörten die Erschütterungen 17‘700 Häuser vollständig und etwa nochmals so viele teilweise. Auch an der allgemeinen Infrastruktur gab es erhebliche Schäden.

Fastenaktion ist in dieser Region mit Projekten aktiv und reagierte schnell. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Sahakarmi Samaj organisierten wir Solidaritätscamps, in denen Dorfbewohner:inneren und junge Freiwillige aus anderen Regionen Nepals die ärmsten Familien dabei unterstützten, ihre Häuser so rasch wie möglich neu aufzubauen oder wieder bewohnbar zu machen. Daneben halfen sie auch beim Räumen der Trümmer, dem Bau von Notunterkünften, der Reparatur der öffentlichen Infrastruktur wie Schulen, Sportplätze oder Toiletten, sowie der Arbeit auf den Feldern.

 

Unterstützung für 120 Familien

Zwischen Dezember 2023 und März 2024 wurden sieben solcher Solidaritätscamps durchgeführt, bei denen während jeweils knapp zwei Wochen insgesamt etwa 120 Familien unterstützt wurden. Pro Camp waren 40 bis 45 junge Freiwillige und mehrere Teamleiter:innen im Einsatz. 

Diese solidarische Unterstützung war nicht nur eine grosse Erleichterung für die Familien, die durch das Erdbeben oft alles verloren hatten. Auch die Freiwilligen fanden es sehr erfüllend, helfen zu können. Basanti Tiwari etwa erzählte von ihrer «tiefen Zufriedenheit», nachdem ihr eine schwangere Frau gedankt hatte: Sie müsse nun endlich in der Nacht nicht mehr frieren.  

Ausserdem organisierten die Helfer:innen in ihren Regionen noch eine lokale Spendensammlung und konnten den betroffenen Familien am Ende rund 5000 Kilo Nahrungsmittel sowie umgerechnet 400 Franken übergeben – für nepalesische Verhältnisse ein ziemlich hoher Betrag.

Freiwillige eines Solidaritätscamps verputzen die Fassade eines reparierten Hauses.

Grosse Dankbarkeit

Insgesamt profitierten über 600 Personen von der Unterstützung, mehr als die Hälfte von ihnen weiblich. Darunter auch viele Dalits, die zu den niedrigeren Kasten im nepalesischen Kastensystem gehören, oft diskriminiert werden und häufig durch die Maschen der offiziellen Unterstützung fallen.

Alle waren sehr dankbar für die Hilfe: «Das Erdbeben hat alles zerstört, es blieben nur Holz und Steine», sagte die über 70-jährige Harikala Damai. «Die Freiwilligen, die ich nun wie meine eigenen Kinder ansehe, haben enorme Arbeit geleistet. Alleine hätten wir das nie geschafft.» 

Fastenaktion hat den Wiederaufbau mit rund 30‘000 Franken unterstützt, die durch eine effiziente Nothilfeaktion gesammelt werden konnten.

Die glücklichen Helferinnen und Helfer stehen vor einem Haus, das sie nach dem Erdbeben instand gesetzt haben.

Im Video können Sie die Solidaritätscamps hautnah miterleben und sich ein Bild von der grossartigen Arbeit machen. Das Video verfügt über englische Untertitel.

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Eine von Fastenaktion unterstützte Solidaritätsgruppe im Westen Nepals kämpft gegen die Diskriminierung von Dalits. Nach ersten Erfolgen ist sie nun mit Rückschlägen konfrontiert, lässt sich dadurch jedoch nicht entmutigen.

Ein Text von Ralf Kaminski, Redaktor bei Fastenaktion 

17 der 28 Schülerinnen und Schüler an der Bhawani Basic School in der westnepalesischen Region Dolpa sind Dalits. Sie sind mit vielfältigen Diskriminierungen konfrontiert, obwohl Dalits etwa 13 Prozent der Bevölkerung Nepals ausmachen.

Das jahrhundertalte Kastensystem in Nepal basiert auf dem Hinduismus, der eine Einteilung der Menschen in soziale Klassen vornimmt, so genannte Kasten. Die Dalits umfassen über 20 einzelne niedrige Kasten und gelten traditionell als unrein und somit als unberührbar”. Für die anderen, höheren Kasten gelten deshalb auch Nahrungsmittel oder Getränke, die von ihnen berührt werden, als unrein.

Sushila B. K. ist eine Dalit und Mitglied einer Solidaritätsgruppe in der Region Dolpa.

«Unsere Kinder erzählten uns immer wieder von ihren Erfahrungen in der Schule», sagt Sushila B. K. (35), Landwirtin, Mutter und Mitglied der Dalit-Solidaritätsgruppe Batabaran Krishi Samuha. «Sie wurden von Nicht-Dalit-Lehrpersonen häufig ignoriert. Zum Beispiel kontrollierten sie ihre Hausaufgaben nicht. Dafür bestraften sie sie härter als die anderen, wenn sie mal etwas zu Hause vergassen.» 

Besonders stark äussert sich die Diskriminierung rund um Essen und Trinken. «So liessen sich zwei Nicht-Dalit-Lehrerinnen, wenn sie durstig waren, immer Wasser von ihren Nicht-Dalit-Schüler:innen bringen statt den für solche Dinge zuständigen Dalit-Schulangestellten zu fragen.» Und die Schüler:innen, die das Wasser holten, mussten darauf achten, dabei ja nicht aus Versehen eine ihrer Dalit-Kolleg:innen zu berühren. «Sonst tranken die Lehrerinnen das Wasser nicht.» Generell weigerten sich die Nicht-Dalits, Mahlzeiten oder Getränke zu konsumieren, die der Dalit-Schulangestellte berührt hatte. 

Drohung mit einer Anzeige wirkte

So zumindest war es bis im Herbst 2023. Dann intervenierte die Solidaritätsgruppe bei der Schule. «Das Gesetz ist nämlich auf unserer Seite», erklärt Sushila B.K. Die Gruppe machte die Schulleitung darauf aufmerksam, dass das Verhalten der Nicht-Dalits gegen geltendes Recht verstösst und drohte mit einer Anzeige. «Natürlich war die rechtliche Situation allen bereits bekannt, aber es brauchte unsere Drohung, um eine Verhaltensänderung zu erreichen.» 

Danach erweiterten sich die Aufgaben des Dalit-Schulangestellten Maan Prasad Kami (40): «Heute koche und serviere ich das Mittagessen für alle Lehrer:innen und Schüler:innen, mache Tee und Kaffee für Gäste und Lehrpersonen, kümmere mich wie bisher um das Schulmaterial und putze die Klassenzimmer.» Zuvor hatte es mittags nur ungesunden Fast Food gegeben wie Instant-Nudeln oder Kekse. «Ich bin sehr glücklich über die grössere Verantwortung und dass die Kinder nun etwas Gesünderes zu essen bekommen.» 

 

Rückschlag wegen Schamane

So assen ab Oktober 2023 mittags alle gemeinsam in der Schulkantine, was Maan Prasad Kami zubereitete. Etwa fünf Monate lang lief alles gut. «Danach jedoch nahmen weniger und weniger am Mittagessen teil», erzählt Sushila B. K. Denn ein Nicht-Dalit-Kind hatte einen Ausschlag in der Mundgegend bekommen, worauf die Eltern mit ihm zum Dorf-Schamanen gingen. «Er wies sie an, dass ihr Kind nichts essen oder trinken dürfe, dass von Menschen aus tieferen Kasten berührt wurde.» Dies verbreitete sich rasch in der Schule. Heute essen nur noch drei von elf Nicht-Dalit-Kindern Kamis Mittagsmahlzeiten. Dabei entwickelte sich der Ausschlag wohl aufgrund von gesundheitlichen Problemen. 

«Einige positive Veränderungen jedoch sind geblieben», sagt Sushila B.K. «So sitzen die Kinder heute alle zusammen in den gleichen Bänken im Klassenzimmer, nicht mehr getrennt wie früher.» Und auch Maan Prasad Kami hat trotz des Rückschlags Hoffnung geschöpft. «Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Diskriminierung für uns Dalits je ändern würde. Aber sie hat nun tatsächlich abgenommen, und ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Kampf gewinnen können und sich das Verhalten an der Schule weiter bessern wird.» Umso mehr als er auch an einer anderen Schule positive Veränderungen in der Kantine gesehen hat.

Maan Prasad Kami arbeitet an der Bhawani Basic School und freut sich über mehr Verantwortung.

Zwei Schritte vorwärts, einer zurück

Sushila B.K. wiederum fühlt sich in ihrer Meinung bestätigt, dass die Intervention der Gruppe lediglich das Verhalten der Nicht-Dalits an der Schule verändert hat, nicht jedoch ihre Einstellung. «Und auch das nur wegen unserer rechtlichen Drohung. Hinzu kommt, dass sie Angst haben vor der Reaktion anderer Nicht-Dalits.» Eine Lehrerin wurde von ihrem Vermieter gewarnt, sie müsse sich eine andere Wohnung suchen, wenn sie an der Schule weiterhin Mahlzeiten esse, die ein Dalit zubereitet habe.    

Dass es im Kampf gegen Diskriminierung immer wieder Rückschritte gebe, sei nicht ungewöhnlich, sagt Umakanta Bhusal, der lokale Projektleiter von CAED, einer Partnerorganisation von Fastenaktion in Nepal. «Oft sind es zwei Schritte vorwärts und einer zurück – aber auch das bringt uns langsam vorwärts.  Den Hauptgrund für den Rückschlag an der Bhawani Basic School sieht er in der Haltung der Nicht-Dalit-Eltern. «Sie setzten ihre Kinder und die Lehrpersonen unter Druck. Letztlich wollen die Nicht-Dalits ihre privilegierte Rolle so lange wie möglich behalten.»

 

Dalits kämpfen weiter

Umakanta Bhusal räumt ein, dass es schwierig ist, solche tiefsitzenden sozialen Einstellungen zu verändern. Gesetzesänderungen allein reichten dafür nicht. «Aber wir sind überzeugt, dass es möglich ist – ebenso die Dalit-Gemeinschaften, mit denen wir arbeiten.»   

Die Dalit-Solidaritätsgruppe hat nun den Rektor der Schule aufgefordert, ein Treffen zwischen der Leitung, den Lehrer:innen und der Gruppe zu organisieren, um das Thema erneut zu diskutieren. «Wir sind entschlossener denn je weiterzukämpfen», sagt Sushila B.K.  

Es gehe ihnen dabei vor allem um ihre Kinder. «Deshalb fokussieren wir auch so sehr auf die Schule, denn wir wissen, dass eine gute Ausbildung viele Türen öffnet. Wir wollen, dass unsere Kinder gern zur Schule gehen, viel lernen und ein besseres Leben haben als wir.»

Erfahren Sie hier mehr über unseren Einsatz in Nepal.

Umakanta Bhusal ist der Projektleiter der lokalen Partnerorganisation CAED von Fastenaktion.

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Mit der Unterstützung von Fastenaktion sind in einem abgelegenen nepalesischen Weiler zahllose agrarökologische Küchengärten mit lokalem Saatgut entstanden. Dies verbessert nicht nur die Ernährungssicherheit, sondern auch die Gesundheit der Menschen.

Die Einwohner von Jhumlawang im Westen Nepals arbeiten seit jeher solidarisch zusammen. Anders lassen sich die Herausforderungen nicht meistern, die das Leben in den abgelegenen Dörfern des Himalayas mit sich bringt. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde Bildung auch für diese Regionen zugänglicher, doch die Unterstützung durch die Regierung war minimal. Deshalb spielten ins Ausland ausgewanderte Nepali eine wichtige Rolle bei der Beschaffung finanzieller Mittel. Ausserdem leisteten die Dorfbewohner:innen freiwillige Arbeitseinsätze. 

So entstand nicht nur eine Schule, sondern auch ein Gemeindezentrum. Eine Herausforderung jedoch blieb der Zugang zu medizinischer Versorgung: Das nächste Krankenhaus war mehrere Tage Fussmarsch entfernt, viele Patient:innen verstarben auf dem Weg. Die Gemeinde wollte deshalb eine eigene kleine Gesundheitsstation im Dorf haben, was jedoch noch viel mehr finanzielle Mittel benötigte. Eine französische Volontärin, die vor über 15 Jahren während eines Gesundheitscamps einige Zeit in Jhumlawang verbrachte, bot an, dabei zu helfen.  

 

Agrarökologie für nachhaltige Gesundheit

Dies führte zur Gründung der Jhumlawang Village Foundation (JVF) und schliesslich zu einer einfachen Gesundheitsstation mit rascherer medizinischer Hilfe. Dennoch verbesserte sich die gesundheitliche Situation der Menschen im Dorf nicht nachhaltig. Durch eine Zufallsbegegnung mit Fastenaktion hört JVF erstmals von agrarökologischen Methoden. Sie verbessern die Ernährungssituation und den Zugang zu frischem Gemüse und Kohlenhydraten durch eine regional und saisonal angepasste Produktion. JVF ist begeistert und trägt diesen Ansatz in die Dorfgemeinschaft als nachhaltigere Lösung für eine verbesserte Gesundheitssituation. So beginnt 2019 ein gemeinsam entwickeltes Pilotprojekt, unterstützt von Fastenaktion. 

Eine nepalesische Bäuerin zeigt ihren agrarökologischen Garten.
Eine Bäuerin präsentiert ihren Küchengarten.

Heute ist JVF ein Paradebeispiel für erfolgreiche agrarökologische Arbeit in der Region mit vielen funktionierenden Küchengärten, in denen saisonales Gemüse und lokale Sorten angepflanzt werden. Nicht nur die Gesundheit, auch die Ernährungssicherheit hat sich dadurch deutlich verbessert. Und die Menschen sind begeistert und pflegen ihre eindrücklichen Gärten voller Elan. Dank JVF ist zudem eine Gärtnerei entstanden, die das lokale Saatgut produziert und bei neuen Sorten über längere Zeit prüft, ob sie der Klimaerwärmung auch wirklich standhalten. Sie führt zudem Weiterbildungen für die Bäuerinnen und Bauern durch.

 

Ein Vorbild für andere

JVF träumt davon, dass nun auch andere Weiler der Region nach agrarökologischen Methoden produzieren. Der lokal verankerte Verein besitzt eine hohe Glaubwürdigkeit und hat mit seiner Arbeit inzwischen auch das Interesse der Behörden geweckt. Es wird allerdings weitere Lobby-Arbeit nötig sein, um diesen Traum wahr werden zu lassen.

Um die Arbeit von Fastenaktion möglichst lokal zu verankern und an die spezifischen Bedürfnisse anzupassen, unterstützen wir Partnerorganisationen wie JVF. Sie sind in den Gemeinden verwurzelt und mit den Vorstellungen der Menschen vertraut. Dies erlaubt nachhaltige Projekte, die von der Bevölkerung getragen werden. Erfahren Sie hier mehr über das Landesprogramm in Nepal.

Die Küchengärten sichern den Zugang zu frischem Gemüse und Kohlenhydraten durch eine regional und saisonal angepasste Produktion.
Küchengärten erhöhen die Ernährungssicherheit und helfen, dem Klimawandel standzuhalten.

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Update vom 21. November

Inzwischen ist weitgehend klar, welche Schäden das Erdbeben in Nepal angerichtet hat. Laut dem nepalesischen Roten Kreuz wurden fast 30’000 Häuser zerstört oder beschädigt. In den Projektgebieten von Fastenaktion haben 228 Häuser und drei Schulen den heftigen Erschütterungen nicht standgehalten, über 1’000 weitere Häuser sind beschädigt. Unsere Hilfe ist angelaufen. 

Der Wintereinbruch lässt die Temperaturen bedrohlich sinken, was die Menschen besonders trifft, die beim Erdbeben ihr Zuhause verloren haben. Derzeit leben über 34’000 nepalesische Familien in Zelten. Für ihren Schutz vor der eisigen Kälte ist es entscheidend, die zerstörten Häuser möglichst schnell wieder aufzubauen. 

Fastenaktion hat in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Saharkarmi Samaj ein Hilfsprojekt gestartet. Bei den sogenannten «Solidarity Camps» helfen jugendliche Freiwillige den betroffenen Familien beim Wiederaufbau der Häuser.  

Die ersten Arbeiten beginnen in diesen Stunden und konzentrieren sich zunächst auf die Auswahl von Schulen sowie die Häuser der ärmsten Familien. Diese gehören zu den untersten Kasten und bekommen nur wenig Unterstützung. Die Hilfe von Fastenaktion erreicht mehr als 300 Familien und ist ein Hoffnungsschimmer in dieser schwierigen Zeit. 

7. November 2023

Das schwere Erdbeben vom 4. November hat auch Regionen getroffen, in denen Fastenaktion aktiv ist. Die Schäden sind verheerend, und es ist weiterhin schwierig, abgelegene Regionen zu erreichen. Bisher haben wir keine Kenntnis von Toten oder Schwerverletzten in unseren Projekten. Derzeit prüfen wir mit unseren Partnerorganisationen den Einsatz von Nothilfe.  

Fastenaktion hat Projekte im Erdbebengebiet, derzeit wird dort das Ausmass der Schäden geprüft. Viele Regionen sind jedoch nach wie vor schwer zu erreichen. Bislang gibt es noch keine Angaben über Tote oder Verletzte in unseren Projekten. 

Unser lokaler Programmkoordinator, Samrat Katwal, berichtet von Häusern aus Stein und Lehm, die einfach in sich zusammengefallen sind. In den simplen Bauten leben häufig die ärmsten Menschen – etwa Dalits, die der untersten Kaste angehören und oft Diskriminierung und Ausbeutung erleben. 

Nothilfemassnahmen in Abklärung  

Wir prüfen nun mit unseren Partnerorganisationen Hilfe für den Wiederaufbau. Nach dem letzten schweren Erdbeben in Nepal im Jahr 2015 initiierte Fastenaktion sogenannte «Solidarity Camps», in denen Jugendliche bei den Wiederaufbau-Arbeiten halfen. Solche lokalen Initiativen kommen auch diesmal in Frage. 

Lokale Ansätze für den Wiederaufbau sind wichtig, weil ein Grossteil der internationalen Hilfe zeitlich begrenzt ist. Gerade für die schwächsten Haushalte ist es schwierig, den Wiederaufbau alleine zu bewerkstelligen. 

Fastenaktion engagiert sich seit Jahrzehnten für die Ernährungssicherheit der Menschen in Nepal. Wir setzen alles daran, dass unsere langfristige Arbeit im Land trotz der Katastrophe weitergeht und wir den betroffenen Menschen helfen können.

Erdbeben vom 4. November

Das Erdbeben mit einer Stärke von 6,4 auf der Richterskala ereignete sich um 23:47 Uhr Ortszeit. Die Erschütterungen waren im ganzen Land spürbar, besonders stark betroffen sind die Distrikte Jajarkot und Karnali im Westen Nepals. Mittlerweile haben die Behörden 157 Tote und über 256 Verletzte bestätigt (Stand 5.11.2023). Tausende Häuser sind stark beschädigt und unbewohnbar. 

Ein zerstörtes Haus, dass durch das Erdbeben in Nepal eingestürzt ist.
Das Erdbeben hat tausende Häuser zerstört oder stark beschädigt.

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Die Folgen der Klimakrise machen sich in Nepal stark bemerkbar. Die Monsunregenfälle werden immer unregelmässiger, was schwere Folgen für die Landwirtschaft hat. Samrat Katwal ist unser Programmkoordinator in Nepal und berichtet über die Auswirkungen für die Bevölkerung im Land.

 

«Ungefähr zwei Drittel der nepalesischen landwirtschaftlichen Betriebe werden von Regenwasser gespeist und sind grösstenteils von den Monsunregenfällen abhängig. Obwohl die Landwirtschaft nur ein Viertel der Wirtschaftsleistung ausmacht, ernährt sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Unsere Wirtschaft hängt von der Landwirtschaft und die Landwirtschaft von den Klimaschwankungen ab. Doch leider können unsere Bäuerinnen und Bauern das Klimageschehen nicht steuern, denn es hängt von der Lebensweise von Millionen Menschen weltweit und der Politik von Dutzenden anderer Länder ab. In vielen Teilen Nepals war der Winter trocken, das beeinträchtigte die Weizenproduktion. Darauf folgte eine weitere Welle von Trockenheit im Frühjahr, die sich auf die Maisproduktion auswirkte. Für viele Nepali sind Weizen und Mais die wichtigsten Grundnahrungsmittel – vor allem für die Menschen in den abgelegenen Gebieten, in denen kein Reis angebaut werden kann. Um den Beginn des Monsunregens herum, der von Juni bis September dauert, waren die Wasserquellen versiegt.

Agrarökologie als Lösungsansatz

Trockenperioden gehören in Nepal zur Landwirtschaft. Die Menschen haben sich entsprechend angepasst. Was Wissenschaft und Landwirtschaft jedoch gleichermassen beunruhigt, ist die anhaltende Trockenheit in Zeiten, in denen es eigentlich regnen sollte, und die zu einer Dürre führt. Der Aufbau eines widerstandsfähigen Ernährungssystems durch die Anpassung der Landwirtschaft an die lokalen Ökologie – und sozialen Sicherheitsnetze – durch soziale und kulturelle Solidarität sind der Schlüssel. In Krisenzeiten bekommt die Erkenntnis, dass die Agrarökologie die Widerstandsfähigkeit stärkt, noch mehr Bedeutung. Viele Antworten auf das Problem der Dürre finden sich in traditionellen landwirtschaftlichen Praktiken: der Anbau von traditionellen Wurzelsorten, Hirse, Brennnesseln als Gemüse. Wenn man solche Ernährungspraktiken genau beobachtet, kann man die Weisheit der Vorfahren entdecken. Diese Weisheit wird derzeit vernachlässigt und muss wiederbelebt werden. Dennoch ist die Agrarökologie kein Traum, der sofort in Erfüllung geht. Sie erfordert Geduld und Schweiss. Bis dahin müssen die Menschen überleben, und wenn dieses Überleben eine vorübergehende Nahrungsmittelhilfe bedeutet, muss auch diese geleistet werden.»

Die Partnerorganisationen von Fastenaktion in Asien, Afrika und Lateinamerika setzen sich für agrarökologische Ansätze ein. Erfahren Sie hier mehr über das Thema.

Bauer Sete Budha arbeitet auf seinem Feld nach agrarökologischen Anbaumethoden.
Bauer Sete Budha hat im Fastenaktion-Projekt gelernt, agrarökologische Anbaumethoden anzuwenden.

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Über 40 Prozent der weltweiten Reisexporte stammen aus Indien. Das von der Regierung im Juli verhängte Reisausfuhrverbot macht die Situation für arme Länder wie Nepal oder Senegal noch prekärer. Sie litten schon zuvor unter stark gestiegenen Preisen für Grundnahrungsmittel. 

Wegen verspätetem oder zu heftigem Monsunregen erwartet Indien dieses Jahr eine schlechte Reiseernte. Die Regierung hat deshalb am 20. Juli beschlossen, bestimmte Reissorten nicht mehr zu exportieren, um die schon zuvor gestiegenen Preise im Land zu stabilisieren. Der Entscheid ist vor allem innenpolitisch begründet, um die vielen Armen wohlwollend zu stimmen, die bei den anstehenden Wahlen 2024 eine wichtige Rolle spielen. 

Reispreise nun noch höher 

Reis ist ein Grundnahrungsmittel für mehr als drei Milliarden Menschen. 2022 exportierte Indien über zehn Millionen Tonnen von den vom Ausfuhrverbot betroffenen Reissorten – insbesondere an afrikanische Länder wie Benin, Senegal, Elfenbeinküste und Togo, aber auch an Nachbarstaaten wie China, Bangladesch oder Nepal. Für die ärmere Bevölkerung dieser Länder, die wegen unberechenbaren Wetterextremen und dem russischen Angriff auf die Ukraine ohnehin schon mit höheren Preisen für Grundnahrungsmittel konfrontiert ist, wird die Lage nun noch prekärer. 

Nepal etwa ist nach Benin der zweitgrösste Importeur dieser indischen Reissorten und leidet dieses Jahr zudem wegen unzuverlässiger Regenfälle unter Ernteausfällen – die Reispreise sind deswegen bereits gestiegen.

Eine trägt einen 30 Kilogramm schweren Reisbeutel auf ihrer Schulter.
Nepal ist stark vom Import indischer Reissorten abhängig.

Hoffnung kommt auf 

«Es zeichnet sich jedoch ab, dass sich Nepal durch Verhandlungen mit Indien mindestens einen Teil der üblichen Exporte auch für dieses Jahr sichern kann», sagt Samrat Katwal, der die Ernährungsprojekte von Fastenaktion in Nepal koordiniert. Somit bestehe Hoffnung, dass das Exportverbot die Lage nicht allzu sehr verschärfe. 

Dennoch bleibt die Ernährungssituation für viele Menschen in ärmeren Verhältnissen schwierig. «Bei höheren Preisen müssen sie sich weiter verschulden und verstärken so ihre Abhängigkeit. Dies stützt die bestehenden Machtstrukturen, die die Schwächsten der Gesellschaft in einem Teufelskreis der Armut gefangen halten.» 

Agrarökologie ist Teil der Lösung 

Dagegen hilft unter anderem eine Umstellung der Landwirtschaft nach den Grundlagen der Agrarökologie, wie sie Fastenaktion in Nepal, Senegal und weiteren Projektländern unterstützt. Dabei handelt es sich um eine lokal angepasste und umweltschonende Landwirtschaft, die zudem die Widerstandskraft gegenüber den Folgen der Klimaerwärmung erhöht. «Mögliche Antworten auf diese schwierigen Zeiten finden sich in traditionellen landwirtschaftlichen Praktiken», sagt Samrat Katwal. «In den Weisheiten der Ahnen liegt grosses Potenzial, heutige Probleme anzugehen.»  

Die Partnerorganisationen von Fastenaktion in Asien, Afrika und Lateinamerika setzen sich für agrarökologische Ansätze ein. Erfahren Sie hier mehr über das Thema.

Ein agrarökologisches Feld in einem nepalesischen Dorf.
Fastenaktion setzt in Projekten auf eine lokal angepasste und umweltschonende Landwirtschaft, um den Hunger langfristig zu vermindern.

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Die Gleichstellung der Frau ist für den Kampf gegen Hunger und Armut zentral. Als der Landesverantwortliche Benno Steffen nach langer Pause die Fastenaktion Projekte in Nepal wieder besuchen konnte, hatte er zusammen mit dem Koordinator Samrat Katwal eine eindrückliche Begegnung.

Der Weg zur Gleichberechtigung ist lang und mit schwerer Last verbunden

Als der Landesverantwortliche Benno Steffen nach langer Corona bedingter Pause die Fastenaktion Projekte in Nepal wieder besuchen konnte, hatte er zusammen mit dem Koordinator Samrat Katwal eine eindrückliche Begegnung.

Auf der schlechten Strasse, die Dolpa mit dem Rest Nepals verbindet, gibt es an vielen Übergängen keine befahrbaren Brücken. Daher müssen Menschen die Waren über Fussgängerbrücken von der einen Seite des Flusses auf die andere tragen, um sie dort für den Weitertransport wieder auf die Anhänger von Traktoren zu verladen. Auf unserer Fahrt zur Partnerorganisation Caed durch die abgeschiedene Provinz Karnali, der ärmsten Nepals, trafen wir in Tripurasundari auf mehr als ein Dutzend junger Frauen, die mit schweren Lasten auf dem Rücken den gewaltigen Fluss Thuli Bheri auf einer Hängebrücke überquerten. Mit Purnima Sharki, einer 18 Jahre alten Dalit-Frau, kamen wir ins Gespräch. Auf ihrem Rücken trug sie Lasten von bis zu 50 Kilogramm, mehr als ihr Körpergewicht. Andere Frauen schleppten sogar Waren von bis zu 80 Kilogramm, während die 13 bis 14-jährigen bis zu 40 Kilogramm trugen. Trotz dieser Plackerei waren Purnima und ihre Freundinnen gut gelaunt und sichtlich froh darüber, dass sich ihnen die Gelegenheit bot, eigenes Geld zu verdienen.

Für den Transport eines vollen Anhängers von der einen zur anderen Flussseite erhalten die Frauen zusammen 6000 NPR (rund CHF 46.00). Je nach Anzahl der Anhänger und Gruppengrösse kann so jede von ihnen 500 bis 2000 Rupien pro Tag verdienen. Das Interesse der Frauen an dieser körperlich anstrengenden Arbeit ist so gross, dass sich die Dalit-Frauen in den umliegenden Dörfern darauf geeinigt haben, dies abwechselnd zu tun, damit möglichst viele von ihnen Geld verdienen können. Unter anderem fragten wir die jungen Frauen, warum denn keine jungen Männer zu sehen seien, die könnten diese Arbeit doch auch machen. Purnima meinte, sie seien wohl zu schüchtern und selbstbewusst ergänzte sie, das sollte sowieso den Frauen vorbehalten sein, damit sie ihr eigenes Geld verdienen könnten.

Selbstbewusst für ein selbstbestimmtes Leben
Gefragt nach ihren Lebensträumen, antwortete Purnima, zum Vergnügen ihrer Freundinnen, dass sie einen Job finden und ein selbstbestimmtes Leben führen wolle. Ihre Freundinnen wollten sie etwas necken und erwiderten, dass sie sicher zuerst heiraten wolle. Für die Frauen im ländlichen Nepal bedeutet eine Heirat, dass sie ihre berufliche Laufbahn aufgeben müssen. Um ihren Traum zu verwirklichen, besucht Purnima im Moment nicht nur die 12. Klasse. Parallel dazu besucht sie zudem eine Landwirtschaftsschule, um sich zur Junior-Technikerin in der Landwirtschaft (JTA) auszubilden.

Caed, die Partnerorganisation von Fastenaktion in Dolpa, ist sich der Diskriminierung von Frauen im Allgemeinen und der Dalits im Besonderen bewusst und hat ihre Arbeit darauf ausgerichtet, um das zu ändern. Kulturelle Praktiken und Überzeugungen sind jedoch tief verwurzelt und lassen sich nicht über Nacht ändern. Der Weg hin zu Gleichberechtigung ist lang und steinig. Dennoch haben wir bei dieser spontanen Begegnung mit Purnima Sharki und ihren Freundinnen realisiert, dass sie des Geldes wegen zwar diese harten Jobs machen müssen, gleichzeitig aber selbstbewusst sind und zur Schule gehen, um ihre Träume zu verwirklichen. Noch vor zehn Jahren wären viele dieser jungen Frauen verheiratet worden, hätten die Schule vorzeitig verlassen müssen und wären noch vor ihrem zwanzigsten Altersjahr Mutter mehrerer Kinder gewesen.

Weltfrauentag
Die Gleichstellung der Frau ist für den Kampf gegen Hunger und Armut zentral. In sämtlichen Projekten und Programmen konzentrieren wir uns darauf, die Selbstermächtigung von Frauen zu unterstützen und Machtbeziehungen zwischen den Geschlechtern nachhaltig aufzubrechen. Wir respektieren alle Menschen in ihrer Diversität, in Bezug auf Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft, Glauben und Alter. Menschen sollen frei von Diskriminierung leben können.

Corona hat die Sterblichkeit, das Leiden und die Ungerechtigkeit weltweit erhöht. Unterstützung, die schon vor Ausgangssperren, Schulschliessungen und anderen einschränkenden Massnahmen wichtig war, ist jetzt lebensnotwendig. Unsere Arbeit in den Projekten sowie die Solidarität sind wichtiger denn je.

Zahlreiche Probleme in Zeiten von Corona liegen auf der Hand, zum Beispiel die steigende Anzahl hungernder Menschen aufgrund erhöhter Lebensmittelpreise. Andere Hürden sind weniger transparent, jedoch nicht minder besorgniserregend. Mädchen, die nicht nur wegen ausfallender Schulstunden, sondern gleich noch mit einer frühen Schwangerschaft zu kämpfen haben oder Sans-papiers, welche trotz existenzbedrohender Lebensverhältnisse keinen Impftermin erhalten. Solche Geschichten drohen unterzugehen in den weltweiten Corona-Schlagzeilen zu Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Deshalb gibt Fastenaktion diesen Menschen eine Stimme und Perspektiven.

Wenn alle Stricke zu reissen drohen

In schwierigen Zeiten tendieren wir dazu, uns auf das Negative zu konzentrieren. Umso wichtiger ist es uns, auch die guten Erfahrungen und Hoffnungen unserer Projektpartner zu teilen. So haben kenyanische Frauen wegen der Corona-Ausnahmesituation von ihren Männern mehr Respekt für ihre Arbeit erhalten. Dies könnte den Weg ebnen zu mehr Geschlechtergerechtigkeit auch nach der Pandemie. Wo kein Verlass ins Gesundheitssystem ist, wird immerhin Vertrauen geschenkt:In den Philippinen, wo die Regierung versagt, bieten die Bischöfe moralische Unterstützung. In anderen Ländern wie Guatemala zeigt sich die Solidarität von innen – trotz Armut teilen die Indigenen mit den Bedürftigen, dies ist Teil ihrer Kultur. 

Erfahren Sie mehr zu Corona in unseren Projekten.

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Pramod Dahal, CAED/NepaPramod Dahal, CAED/Nepal

Die Menschen in den Projekten der Fastenaktion, die in abgelegenen Gebieten leben, können auf ihren Feldern weiter arbeiten. Doch vor kurzem wurde die Ausgangssperre bis zum 18. Mai verlängert. Das heisst, dass - mit wenigen Ausnahmen - niemand auf den Strassen unterwegs sein darf und keine Projektbesuche möglich sind. Pramod Dahal, Koordinator der Partnerorganisation CAED, berichtet.

«Eine Woche bevor in Nepal die Grenzen geschlossen wurden, überquerten fast eine halbe Million nepalesische Wanderarbeiter, die aus ihren Jobs in Indien vertrieben worden waren, die Grenzen im westlichen Teil des Landes. Doch viele nepalesische Arbeiter stecken noch immer an der indisch-nepalischen Grenze fest. Sie alle möchten zurück zu ihren Familien, in ihre Dörfer. Denn dort müssen sie wenigstens nicht verhungern. Es besteht jedoch ein hohes Risiko, dass die Rückkehrer von ausserhalb das Coronavirus in die ländlichen Gebiet bringen.

Da der Chef des Bezirkskrankenhauses in Dolpa es unterlassen hatte, eine Quarantäne und Isolierstation einzurichten, drohte der Chief District Officer, ihn zu verhaften, was wiederum die Arbeitenden aus den Gesundheitsberufen auf den Plan rief. Sie demonstrierten und forderten für sich Schutz und Sicherheit. 

Die Provinzregierung von Karnali hat Medikamente und Ausrüstung, darunter 200 Operationsmasken, 25 NH90-Masken, 60 persönliche Schutz-Ausrüstungen und 1000 Handschuhe mit dem Helikopter in den Distrikt geliefert. Das reicht nirgendwo hin. Alle sind überfordert. Täglich wird es wärmer und wir hoffen, das dies dazu beitragen wird, die Übertragung des Coronavirus zu verringen.»

Pramod Dahal, Koordinator der Partnerorganisation CAED, Anfang April 2020

 

Up date, 11. Mai 2020

Nepal zählte bis heute offiziell 134 Ansteckungen und keine Toten – doch fürchtet die Regierungen einen grossen Anstieg, wenn die Ausgangssperre gelockert wird. Am 6. Mai kündigte sie deshalb an, dass die Ausgangssperre bis zum 18. Mail verlängert wird. In- und Auslandflüge sind bis zum 31. Mai suspendiert. Bis auf weiteres ist auch Trekking in der Himalayaregion nicht erlaubt. 

Am 30. April konnten die letzten 2000 nepalesischen Arbeiter die Grenze zwischen Indien und Nepal überqueren.  Nepal hatte Mitte März die Grenzen für die Wanderarbeiter gesperrt, die in Indien ihre Jobs verloren hatten und verzweifelt versuchten, zu ihren Familien und in ihre Dörfer zurückzukehren, um wenigstens nicht zu verhungern. Manche waren mehrere hundert Kilometer zu Fuss unterwegs. In Quarantänelagern mussten sie darauf warten, ins Land gelassen zu werden.

Fastenaktion plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. Hier lesen Sie mehr zur regulären Programmarbeit in Nepal.

Um diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende. 

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