Die Projekte von Fastenaktion auf den Philippinen führen zu spürbaren Verbesserungen für Menschen am Rande der Gesellschaft. Dies bestätigt eine externe Beurteilung des Landesprogramms.

Bereits seit den 1970er-Jahren ist Fastenaktion auf den ostasiatischen Philippinen aktiv. Aktuell konzentrieren sich die Projekte auf das Recht auf Nahrung mit dem Ziel, die Lebensgrundlagen der Ärmsten zu verbessern. Unterstützt werden insbesondere indigene Kleinbäuerinnen und Fischer in Gebieten mit grosser Armut und hohem Risiko für Taifune, Überschwemmungen und Dürren. Das jährliche Budget beträgt 800’000 Franken.

 

Stimmen der Frauen haben mehr Gewicht

2022 liessen wir das Länderprogramm vom unabhängigen Beratungsbüro Lumina Ventures aus Manila begutachten, dessen Ergebnisse inzwischen vorliegen. Die Gutachterinnen bezeichnen den Mitteleinsatz als effizient und die Projekte als «höchst relevant» – durch sie seien «spürbare Veränderungen erreicht worden, um gesunde Lebensmittel für gefährdete Zielgruppen zugänglich zu machen». Dies geschah mit agrarökologischen Anbaumethoden und Produktion von Lebensmitteln in den eigenen Hinterhöfen. Ausserdem haben sich die Bauern– und Fischerfamilien vernetzt, um ihre Rechte gegenüber staatlichen Stellen besser durchzusetzen. Die Projekte erreichten ein «hohes Mass an Eigenverantwortung und bieten eine starke Grundlage für die Nachhaltigkeit der erreichten Ziele», heisst es im Bericht. 

Profitiert von den Projekten haben insbesondere Frauen. Diese hätten nun eine stärkere Stimme in der Gemeinschaft, schreiben die Gutachterinnen weiter. Generell sei es gelungen, das Selbstbewusstsein von Menschen am Rande der Gesellschaft zu stärken. Die 14 Partnerorganisationen, mit denen Fastenaktion zusammenarbeitet, haben mit ihrem guten Netzwerk in die katholische Kirche und zu anderen Organisationen zudem Kampagnen unterstützt, um die nachhaltige Lebensmittelproduktion politisch zu stärken und auf mehr Menschen auszudehnen. 2021 hat das Programm 17’600 Personen geholfen, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern.

 

Herausforderung Klimaerwärmung

Diese Erfolge fanden unter erschwerten Bedingungen statt: einerseits die Covid-Pandemie und eine Regierung, die Menschenrechte eher ignorierte als schützte, andererseits eine wachsende Zahl an Naturkatastrophen als Folge der Klimaveränderungen.  

Verbesserungsbedarf sehen die Gutachterinnen im Umgang mit den Folgen der Klimaerwärmung. Sie empfehlen auch, den Wissensaustausch unter den Partnerorganisationen zu verstärken. Diese sollten zudem gezielter auf die lokalen Behörden einwirken, um Investitionen in Bereichen zu fördern, welche die Ärmsten stärken. 

Die vollständige Zusammenfassung des Berichts finden Sie hier auf Englisch.

In unseren Projekten sollen sich Menschen unabhängig vom Geschlecht selbst befähigen, ihre Interessen zu verfolgen und ihre spezifischen Rechte einzufordern. Das ist der Grundsatz in der Gender-Arbeit von Fastenaktion. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Die Fischerin Marilou Galdones erlebt mehr Gleichberechtigung, seitdem sie im Fastenaktion-Projekt aktiv ist.
Die Stimme der Fischerin Marilou Galdones wird in ihrer Gemeinschaft gehört, seitdem sie Teil eines Fastenaktion-Projekts ist.

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Helena JeppesenSpuhler arbeitet bei Fastenaktion und ist eine von 54 Frauen, die aktuell bei der Weltsynode der katholischen Kirche in Rom mit Stimmrecht teilnehmen. Sie berichtet, was sie bisher erlebt hat und was für Ergebnisse sie sich erhofft. 

Die Synode läuft seit Anfang Oktober. Gibt es schon erste Ergebnisse?

Abgeschlossen ist noch nichts. Aber es kommen alle Themen auf den Tisch, auch die heiklen. Da dürfen sie aber nicht liegenbleiben! Am Ende formulieren wir zu allem möglichst klare Empfehlungen zuhanden des Papstes, mit Vorschlägen, was eingeführt oder erarbeitet werden soll, inklusive Prioritätenliste und zeitlichem Fahrplan. Diese Empfehlungen geben ihm und den Gläubigen weltweit auch ein Stimmungsbild der Versammlung. Etwa dass der Zugang von Frauen zum Diakonat in allen Teilen der Welt auf Zustimmung stösst, dass es aber auch andere Sichtweisen gibt. 

 

Wie kommen die Bischöfe damit klar, dass erstmals auch Frauen und verheiratete Männer mitdiskutieren? Nehmen sie euch ernst?

Die grosse Mehrheit schon. Es gibt Einzelne, die sich offensichtlich schwertun. Klar ist: Dass Frauen und nichtgeweihte Männer mitreden und -entscheiden dürfen, ist historisch und ein grosser Kulturwandel. Einige, die schon bei vielen Synoden dabei waren, sagten mir, es herrsche eine ganz andere Stimmung als sonst. Ich denke, dass die Mitsprache von Laien künftig zum Standard wird.

 

Du vertrittst wie Fastenaktion und die Schweizer Kirche eine fortschrittliche Vision für die katholische Welt. Wird die auch von Vertreter:innen anderer Kontinente unterstützt?

Mein Kompass ist der Schweizer Bericht zur Synode, der drei Dinge fordert: eine Dezentralisierung der Weltkirche, den Zugang von Frauen zu allen Weiheämtern sowie eine Kirche, die niemanden diskriminiert. Die Dezentralisierung und Gleichberechtigung der Frauen wird auch aus anderen Weltregionen breit unterstützt. Selbst für die Nichtdiskriminierung von LGBTQ+-Personen gibt es Zuspruch, etwa aus Asien oder Südafrika. Aber bei dem Thema gibt es auch starke Opposition.

«Wir müssen nach innen umsetzen, was wir nach aussen fordern.»

Helena Jeppesen-Spuhler mit weiteren Teilnehmerinnen der Weltsynode in Rom.
Helena mit anderen Synodenteilnehmerinnen aus Burkina Faso, Österreich, der Ukraine und dem Irak.

Durch deine Arbeit bei Fastenaktion bist du im globalen Süden gut vernetzt: Wie nimmst du dort die Stimmung gegenüber der Kirche wahr? Könnte ein progressiver Wandel unser Engagement erleichtern?

Sehr, nur schon weil es die Glaubwürdigkeit unserer Forderungen enorm erhöhen würde. So hat zum Beispiel der frühere philippinische Präsident Duterte Menschenrechtsmahnungen der Kirche mit der Bemerkung abgeblockt, diese solle doch erst mal selbst die Menschenrechte einhalten, bevor sie sich bei anderen beklage. Wir müssen nach innen umsetzen, was wir nach aussen fordern. Im Übrigen nehme ich bei den Delegierten aus Lateinamerika und Asien eine grosse Wandelstimmung innerhalb der Kirche wahr. Die Menschen möchten, dass es vorwärts geht.

 

Wie fühlt es sich an, plötzlich in diesem klerikalen Machtzentrum mitreden zu können?

Einerseits ist es toll, weil es historisch ist und eine echte Chance für einen Wandel in die richtige Richtung. Andererseits ist das Setting schon nicht immer angenehm. Wir sind so wenige Frauen und oft breit verteilt über die Arbeitsgruppen. Ich sass also auch schon allein mit einer Gruppe konservativer Bischöfe da, das ist dann nicht so toll. Wir Frauen kommen zwischendurch auch immer wieder zusammen, um uns zu stärken. Und ja, das alles braucht Geduld, viel Geduld.

Helena Jeppesen-Spuhler (57) arbeitet seit 2001 bei Fastenaktion und betreut aktuell unter anderem das Landesprogramm Philippinen. Sie vertritt Fastenaktion zudem in mehreren kirchlichen Gremien im Rahmen ihrer Stelle «Pflege Netzwerk Kirche Schweiz». Helena ist eine von 80 Laien, die dieses Jahr erstmals an einer Weltsynode der katholischen Kirche teilnehmen dürfen. Das Gremium hat beratende Funktion; welche Reformen wirklich kommen, entscheidet allein Papst Franziskus, nach der nächsten Synode im Herbst 2024. Helena vertritt in Rom zwar nicht Fastenaktion, wurde aber auch deshalb in die Synode berufen, weil sie viel Erfahrung mitbringt aus ihrem weltweiten Einsatz für Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. 

Helena Jeppesen-Spuhler mit dem kanadischen Kurienkardinal Michael Czerny im Rahmen der Weltsynode.
Helena Jeppesen-Spuhler mit dem kanadischen Kurienkardinal Michael Czerny.

Auf Northern Samar, der drittärmsten Region der Philippinen, haben die Menschen eine gesunde Alternative zu Instantnudeln entwickelt. Weder Taifun Pisoy noch die Einschränkungen aufgrund COVID konnten sie davon abhalten, ihre Idee umzusetzen.  

Auf Northern Samar ist Cerd, die Partnerorganisation von Fastenaktion tätig. Über 70 Prozent der Menschen arbeiten dort entweder in der Fischerei, der Landwirtschaft oder als Handwerker:in. Dabei ist die Arbeit als Fischer eine der am schlechtesten bezahlten. Und durch die Klimaerhitzung ist die Arbeit zudem für sie schwierig geworden. Die Fischpopulationen nehmen stetig ab, Taifune fegen häufiger übers Land und die Preise, die für Fisch bezahlt werden, unterliegen grossen Schwankungen. Die Menschen sind gezwungen, sich andere Einkommensquellen zu schaffen. So entstand die Idee, aus Kürbissen Nudeln zu machen, um sie zu verkaufen. Kürbisse wachsen in vielen Hinterhöfen und in rauen Mengen. Unterstützt von der Partnerorganisation von Fastenaktion wurden Abklärungen, Bedarfsanalysen und Schulungen zur Nudelherstellung gemacht.  

Zwei Katastrophen kurz nacheinander 

Ende 2019 war es schliesslich so weit. Alles war bereit für die erstmalige Produktion von Kürbisnudeln. Verkauft werden sollte das neue Produkt an kleinen regionalen Märkten, den Talipapa, die insbesondere frisches Gemüse verkaufen. Das Sortiment sollte mit den getrockneten Nudeln vergrössert werden.  Doch im Dezember 2019 verhinderte der Taifun Pisoy den Beginn des Projekts, da die Nudeln nicht im Freien getrocknet werden konnten. Im März 2020 verunmöglichte Corona den Produktionsstart. Um kurz darauf dennoch unter strengen Hygienevorschriften starten zu können, finanzierte Cerd die Rohstoffe sowie die Entlohnung für die Fachkräfte. Im April gingen die ersten Nudeln endlich in Produktion.  

Männer und Frauen beteiligen sich gleichermassen an der Produktion. Zwei elektrische Nudelpressen und ein Nudeltrockner kommen zum Einsatz. Die Kürbisse werden von den Bäuerinnen und Bauern der Partnerorganisation geliefert. Sie produzieren ohne Chemie und Pestizide in ihren kleinen Hinterhofgärten und Feldern. Zur Herstellung der Nudeln braucht es neben den Kürbissen Mehl, Salz, Öl und Lauge.  

Kürbisnudeln dienen der Nothilfe 

Sechs bis sieben Menschen können 50 bis 60 Kilogramm Nudeln an einem Tag produzieren. Die erste Produktionsrunde dauerte 16 Tage und die gesamte Produktion wurde als Hilfsnahrung an rund 500 Familien, lokale Bezirksvertretungen und einige Regierungsbehörden abgegeben. Der zweite Produktionszyklus im Mai dauerte 12 Tage und 250 Kilo Kürbisnudeln konnten an die Kommunalverwaltung abgegeben werden, damit sie die getrockneten Kürbisnudeln als Hilfsnahrung abgeben konnten. Die im September produzierten 1‘000 Packungen wurden im Rahmen von Nothilfe verteilt und reduzierten Unterernährung. 

Die Partnerorganisation kaufte einen Nudeltrockner für die Produktion.
Die Partnerorganisation kaufte einen Nudeltrockner für die Produktion.

Kürbisnudeln schaffen Einkommen

Mit der Herstellung von Kürbisnudeln haben die Menschen in Northern Samar zusammen mit der Partnerorganisation ein äusserst nützliches Projekt realisiert. Kürbisse sind in der Region reichlich vorhanden, in der Hochsaison besteht sogar ein Überangebot. Die Herstellung der getrockneten Nudeln bietet den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein zusätzliches Einkommen und reduziert die Verschwendung von Kürbissen. Zudem können sie Kenntnisse und Fähigkeiten in der Führung eines Kleinunternehmens erwerben.

Sollte ein Taifun oder Unwetter Kürbiskulturen zerstören, wissen sie, was zu tun ist. Denn sie haben bereits mit alternativen Zutaten gepröbelt; auch Yamswurzel, Süsskartoffel oder Moringa, die widerstandsfähiger gegen Taifune sind, können verwendet werden. Kürbisnudeln sind zudem eine gute Quelle für Ballaststoffe und Vitamine und sind eine gesunde Alternative zu den weitverbreiteten Instantnudeln.

Die Kürbisnudeln sind eine gesunde Alternative zu Instantnudeln.
Die Kürbisnudeln sind eine gesunde Alternative zu Instantnudeln.

Fastenaktion arbeitet mit der Partnerorganisation Cerd in mehreren Projekten auf den Philippinen zusammen. Wir unterstützen beispielsweise Fischereifamilien dabei ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Mehr über das Projekt erfahren Sie hier.

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Sowohl Projekte in Guatemala wie auch auf den Philippinen waren diesen Herbst ausgesprochen früh von Hurrikans und Taifunen betroffen. Die Verantwortlichen für das Landesprogramm Guatemala Philippa Mund und für das Landesprogramm Philippinen Helena Jeppesen, schildern, welche Auswirkungen diese auf die betroffenen Länder haben und wieso Nothilfe so wichtig ist.

Guatemala CODECA
Philippa Mund: «Hurrikan Julia erreichte Zentralamerika am 9. Oktober mit einer Geschwindigkeit von mehr als 140 km/h. Neben der starken Windgeschwindigkeit führte der Wirbelsturm zu starken Regenfällen, die ganze Landstriche unter Wasser setzten. Bereits Hurrikan Eta und Iota Ende 2020 hatten enorme Schäden in Alta Verapaz angerichtet. Genau dieses Phänomen traf im Oktober nun wieder ein. Die Regierung nutzte die Situation aus, um einen Ausnahmezustand auszurufen. Dies ist ein bekanntes Muster bei Naturkatastrophen. Damit werden jegliche politischen Proteste oder Mobilisierung kriminalisiert. Alle Partnerorganisationen erstellten eine Schadensbewertung und Bedarfsanalyse in den Regionen der Projektarbeit. Diese Analyse zeigte, dass die Partnerorganisationen Tzuul Taq’a in Alta Verapaz sowie Codeca an der Südküste am meisten betroffen sind».

Helena Jeppesen: «Die Philippinen wurden innerhalb eines Monats von zwei starken Taifunen heimgesucht: Taifun Noru am 25. September und Taifun Nalgae am 29. Oktober. Obwohl die Windsignale von Taifun Nalgae nicht über die Windstärke 3 hinausgingen, (89-117 km/h), brachte der Sturm schwere Regenfälle, die Gebiete in Luzon, Visayas und Mindanao überfluteten. Wir wissen von den indigenen Gemeinschaften der Agtas auf Bordeos Island auf Luzon, dass die Zerstörung an Häusern, Infrastruktur und Landwirtschaft durch Supertaifun Noru gewaltig war. Auf Bordeos traf der Taifun das erste Mal auf Land. Da Elektrizität und Mobilfunknetze ausgefallen waren, dauerte es lange, bis wir uns ein Bild des Schadens machen konnten. Die am stärksten betroffenen Gebiete waren die Inseln vor der Küste der Provinzen Quezon und Aurora und einige Küstendörfer.
Im Projektgebiet von YAPAK im Küstenort Dingalan wurden hunderte Häuser zerstört».

Philippa Mund. «Fastenaktion hat am 30. Oktober einer Co-Finanzierung des Nothilfeprojekts für Guatemala mit einem Gesamtvolumen von 216‘500 USD zugestimmt. Hiervon tragen wir 50‘000 USD. Die Humanitäre Hilfe der DEZA steuert den Grossteil bei. Im Rahmen dieses Projekts sollen 1‘800 Familien mit Nothilfe in den Departementen Alta Verapaz, Suchitepéquez und Izabal versorgt werden.

Philippinen YAPAK
Helena Jeppesen: Schon bevor die Wirbelstürme auf den Philippinen auf Land trafen, konnten Partnerorganisationen Notvorräte besorgen. Die Bevölkerung in den Dörfern wurde frühzeitig in Schulen, Turnhallen und Kirchen evakuiert. Die Vorbereitung auf Naturkatastrophen wird in den Dörfern, in denen wir arbeiten, regelmässig geübt. So können wir verhindern, dass Menschen durch Erdrutsche, umfallende Bäume und herumfliegende Dächer ums Leben kommen. Zudem bieten wir psychologische Hilfe für die traumatisierte Bevölkerung und die Teams der Projekte an. (mehr zum psychosozialen Ansatz im Dossier von Perspektiven)

Philippa Mund: «Das Equipo de Emergencia Local (EEL), das seit 2015 von der Fastenaktion-Koordination geleitet wird, aktivierte sich am 9. Oktober und sendete bereits am 12. Oktober einen ersten Bericht an die Abteilung der Humanitären Hilfe der DEZA in Managua. Teil des EEL sind alle in Guatemala tätigen Schweizer Hilfswerke. Das EEL ist an die Schweizer Botschaft angeschlossen und aktiviert sich im Falle einer Naturkatastrophe über klar festgelegte Mechanismen».

Helena Jeppesen: «Die Menschen auf den Philippinen brauchen nun am dringendsten Hygienekits, Lebensmittel, Plachen und Holz für die Reparatur der Häuser. In Absprache mit den politischen Gemeinden und anderen Hilfsorganisationen, konzentrieren wir uns bei YAPAK in Dingalan auf die psychologische Hilfe. Für die Agta-Gemeinschaften von TCD haben wir Mittel für Lebensmittelhilfe freigegeben. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit diesen Projektpartnern zusammen und stehen in regelmässigem Austausch, nebstdem, dass regelmässig Monitorings gemacht werden. So können wir sichergehen, dass die Hilfe auch bei den Menschen ankommt».

Philippa Mund: «In Guatemala wird die Verteilung auch von den lokalen Partnerorganisationen organisiert und umgesetzt. Sie sind es, die die Gegebenheiten am besten kennen und beurteilen können, wo die Bedürfnisse am grössten sind. Es werden hierbei HygieneKits, Wasserfilter zur Reinigung des verschmutzten Wassers und Nahrungsmittelpakete verteilt. Für den Einkauf greift die Koordination auf bereits etablierte Kontakte mit lokalen Verkaufsstellen zurück, die agrarökologische Produkte anbieten und mit denen wir bereits 2019 zusammengearbeitet haben».  Mehr darüber erfahren Sie hier.

Wirbelstürme und die Klimakrise

Die Klimaerhitzung hat massgeblichen Einfluss auf die Häufigkeit und die Stärke von Wirbelstürmen.

Wirbelstürme verursachen oft grosse Schäden und Verluste (Loss and Damage). Bei der 27. Weltklimakonferenz (COP27), die ab dem 06. November in Ägypten stattfindet, werden auch diese Schäden und Verluste durch die Klimaerhitzung ein Thema sein, denn viele reiche Länder blockieren Verhandlungen dazu. Es geht um die Entschädigung für irreversible Schäden als Folge der Klimaerhitzung.

Fastenaktion setzt sich daher an der COP27 für höhere Beiträge zur Finanzierung von Massnahmen gegen die Klimaerhitzung und zur Abfederung der Folgen ein. Die Lebensgrundlagen der Menschen im globalen Süden sind durch die Klimakrise am stärksten bedroht. Daher ist es wichtig, dass an der COP27 ernsthafte Bekenntnisse zum Pariser Klimaabkommen von 2015 erfolgen und ambitionierte Programme dazu verabschiedet werden.

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Eine beschädigte Kirche in der Menschen Schutz gesucht haben.
Die Philippinen wurden gestern Sonntag vom Supertaifun Noru (Karding) getroffen. Auch Partner und Projekte von Fastenaktion sind vom Taifun betroffen. Helena Jeppensen, Programmverantwortliche Philippinen, gibt eine erste kurze Einschätzung zur Lage auf den Philippinen.  

Gestern ist der Supertaifun Noru auf die Philippinen getroffen – dies in Gebieten in denen Partner von Fastenaktion tätig sind. Was sind die Folgen des Taifuns?
Wir wissen von den indigenen Gemeinschaften der Agtas auf Bordeos Island, dass die Zerstörung an Häusern, Infrastruktur und Landwirtschaft durch den Supertaifun gewaltig ist. Noch wissen wir wenig aus den Projektgebieten. Auf Bordeos traf Taifun Noru das erste Mal auf Land. Da Elektrizität und Mobilfunknetze ausgefallen sind, haben uns erst wenige Nachrichten erreicht. Die am stärksten betroffenen Gebiete sind die Inseln vor der Küste der Provinzen Quezon und Aurora und einige Küstendörfer. Dies wissen wir aus den Nachrichten des philippinischen Wetterdienstes.  

Am stärksten Betroffen sind die Provinzen Quezon und Aurora.
 Wie unterstützt Fastenaktion die Menschen in den betroffenen Gebieten?
Schon bevor der Taifun auf Land traf, konnten Partnerorganisationen Notvorräte besorgen. Die Bevölkerung in den Dörfern wurde frühzeitig evakuiert in Schulen, Turnhallen und Kirchen, als das Warnsignal der höchsten Stufe 5 ausgerufen wurde. Die Vorbereitung auf Naturkatastrophen wird in den Dörfern, wo Fastenaktion arbeitet, regelmässig geübt. So können wir verhindern, dass Menschen durch Erdrutsche, umfallende Bäume und herumfliegende Dächer ums Leben kommen.   

Noru ist ein Supertaifun – was bedeutet dies? 
Ein Taifun der höchsten Stufe (5 von 5), was bedeutet, dass er Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern erreicht.  

Hat der Supertaifun auch einen Zusammenhang mit der Klimaveränderung?
Meteorologen sagen, das starke Anschwellen von Taifun Noru sei beispiellos. Die Windstärke habe innerhalb eines Tages um 90 Stundenkilometer zugenommen. Dies hat mit der Erwärmung der Ozeane zu tun, was eine Folge der Klimaveränderung ist. 

 

Update vom 30. September 2022

Projektgebiet unserer Partnerorganisation TCD:
Viele Gebiete wie die Inseln vor der Küste Infantas sind weiterhin schwer erreichbar. Nur einzelne Hilfslieferungen konnten bisher die betroffenen Inseln Polillo und Bordeos erreichen, weil das Wetter zu schlecht für Helikopterflüge oder Bootsfahrten ist. Zudem ist die Hilfe wegen den derzeitigen Benzin- und Lebensmittelpreisen sehr aufwendig und teuer. Weitere Organisationen und Stiftungen haben in der Region sofortige Hilfe zugesagt.

Projektgebiet YAPAK:
Das Projektgebiet im Küstenort Dingalan befindet sich in schlimmer Lage. Hunderte Häuser im Dorf sind zerstört. Ein neues Gebäude, indem die Bevölkerung untergekommen war, wurde so stark beschädigt, dass die Kinder, alten Menschen, Männer und Frauen rausrennen mussten. Die Betroffenen sind stark traumatisiert und benötigen Hilfe. Ein Team zur psychologischen Unterstützung wird zwischen dem 7. und 8. Oktober in der Region eintreffen und zuerst mit den Helfer:innen und traumatisierten Kindern arbeiten.

Fastenaktion organisiert in den vom Taifun betroffenen Projektgebieten psychologische Hilfe und leistet Nothilfe in Form von Lebensmitteln.

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Corona hat die Sterblichkeit, das Leiden und die Ungerechtigkeit weltweit erhöht. Unterstützung, die schon vor Ausgangssperren, Schulschliessungen und anderen einschränkenden Massnahmen wichtig war, ist jetzt lebensnotwendig. Unsere Arbeit in den Projekten sowie die Solidarität sind wichtiger denn je.

Zahlreiche Probleme in Zeiten von Corona liegen auf der Hand, zum Beispiel die steigende Anzahl hungernder Menschen aufgrund erhöhter Lebensmittelpreise. Andere Hürden sind weniger transparent, jedoch nicht minder besorgniserregend. Mädchen, die nicht nur wegen ausfallender Schulstunden, sondern gleich noch mit einer frühen Schwangerschaft zu kämpfen haben oder Sans-papiers, welche trotz existenzbedrohender Lebensverhältnisse keinen Impftermin erhalten. Solche Geschichten drohen unterzugehen in den weltweiten Corona-Schlagzeilen zu Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Deshalb gibt Fastenaktion diesen Menschen eine Stimme und Perspektiven.

Wenn alle Stricke zu reissen drohen

In schwierigen Zeiten tendieren wir dazu, uns auf das Negative zu konzentrieren. Umso wichtiger ist es uns, auch die guten Erfahrungen und Hoffnungen unserer Projektpartner zu teilen. So haben kenyanische Frauen wegen der Corona-Ausnahmesituation von ihren Männern mehr Respekt für ihre Arbeit erhalten. Dies könnte den Weg ebnen zu mehr Geschlechtergerechtigkeit auch nach der Pandemie. Wo kein Verlass ins Gesundheitssystem ist, wird immerhin Vertrauen geschenkt:In den Philippinen, wo die Regierung versagt, bieten die Bischöfe moralische Unterstützung. In anderen Ländern wie Guatemala zeigt sich die Solidarität von innen – trotz Armut teilen die Indigenen mit den Bedürftigen, dies ist Teil ihrer Kultur. 

Erfahren Sie mehr zu Corona in unseren Projekten.

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Marieta Llanera aus den PhilippinenMarieta Llanera aus den Philippinen

5. April 2021, Bern/Luzern. Die Ökumenische Kampagne «Klimagerechtigkeit – jetzt!» von HEKS und Fastenaktion führte zu überdurchschnittlich vielen Reaktionen, negativen wie positiven. Die Klimagerechtigkeit wird die Debatte und die Tätigkeit der Entwicklungsorganisationen auch in den nächsten Jahren prägen.

Besonders bewegt habe das Kampagnenplakat, sagt Matthias Dörnenburg, Kampagnenleiter von Fastenaktion. Es steht exemplarisch für übermässigen Fleischkonsum, der Regenwald zum Verschwinden bringe und damit die Klimakrise vorantreibe. «Wir wollen weltweite Zusammenhänge aufzeigen, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen für Menschen im globalen Süden haben, bei den Ärmsten, die bereits jetzt stark unter den Folgen des Klimawandels leiden» so Dörnenburg. Ein bewusster Konsum von Nahrungsmitteln bedeute, regionale und saisonale Produkte zu kaufen. Dies komme auch der Schweizer Landwirtschaft zugute. Rückmeldungen gab es von Pfarreien und Kirchgemeinden, aber auch von Metzgern und Bäuerinnen. «Wenn das Plakat zum Diskutieren anregt oder kleine Verhaltensänderungen zugunsten des Klimas bewirkt, hat es viel der gewünschten Wirkung erreicht», sagt Elke Fassbender, Kampagnenleiterin bei HEKS. Viele haben die Entwicklungsorganisationen aber auch dafür gelobt, den Zusammenhang von Konsumverhalten hier und Auswirkungen anderswo so klar anzusprechen.

Wegen Corona fand mehr draussen statt

Hunderte von Pfarreien und Kirchgemeinden setzten das Kampagnenthema mit viel Kreativität um – wegen Corona oftmals draussen: als Familienlehrpfad, als «Klima-Landkarte», die ökologische Initiativen und Läden in der Gemeinde aufzeigte, als Posten- oder als Sponsorenlauf per Velo. Die Suppentage, welche Menschen in der Zeit vor Ostern zusammenbringen, wurden vielerorts als Take-Away oder Heimlieferdienst angeboten.

Die Ökumenische Kampagne der Entwicklungsorganisationen dauerte vom Aschermittwoch, 17. Februar, bis Ostersonntag, 5. April 2021. Trotz der durch Corona erschwerten Rahmenbedingungen ziehen die Organisationen eine positive Zwischenbilanz: «Das Thema Klimagerechtigkeit bleibt wichtig, und wir werden dranbleiben», sagt Fassbender.

 

Hallau führte durch verschiedene Stationen zum Thema Klima...
Hallau führte durch verschiedene Stationen zum Thema Klima...
...in Bolligen wurden persönliche Klimaziele gesetzt....
...in Bolligen wurden persönliche Klimaziele gesetzt....
...und in Sursee half Bischof Felix Gmür beim Ausliefern der Fastensuppe.
...und in Sursee half Bischof Felix Gmür beim Ausliefern der Fastensuppe.

Weitere Infos

Auskünfte

Matthias Dörnenburg, Leiter Kommunikation Fastenaktion, 041 227 59 21

Lorenz Kummer, Medienbeauftragter HEKS, 079 489 3824

In der Nacht am 11./12. November traf Taifun Vamco im Norden der Philippinen auf Land. Er hinterliess eine Spur der Verwüstung im Grossraum Manila, in Infanta und der angrenzenden Provinz Aurora. Drei Projekte von Fastenaktion in Infanta, darunter das Partnerprojekt von Jubla Schweiz, wurden hart getroffen.

Mitarbeiter Marcelino von TCD Infanta zeigt, wie hoch das Wasser in seinem Dorf steht.Mitarbeiter Marcelino von TCD Infanta zeigt, wie hoch das Wasser in seinem Dorf steht. Foto: TCD
Der Taifun Vamco war der fünfte Taifun innerhalb eines Monats, der die Philippinen traf. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h zog er über den Osten der Insel Luzon hin. Innert weniger Stunden wurden mindestens 73 Menschen getötet und viele verletzt. 19 Personen werden noch vermisst.

Gegen 400‘000 Menschen wurden in Luzon im Vorfeld des Taifuns evakuiert. Eine Million Menschen war ohne Strom. Der Taifun hatte einen Durchmesser von 500 Kilometern und brachte grosse Mengen Niederschlag. Viele Provinzen und Städte in Zentral- und Nordluzon bis hin zur Hauptstadt Manila wurden arg in Mitleidenschaft gezogen.   

Landwirtschaft und Fischerei stark betroffen

Eine erste Bilanz zeigt das Ausmass der Zerstörung. Insbesondere der Landwirtschaft und der Fischerei wurden schwere Schäden zugefügt. Die Ernte ist vielerorts ganz verloren, auch weil vier aufeinanderfolgende Taifune vorher schon Schäden angerichtet hatten. Rund 11‘350 Haushalte auf den Philippinen sind betroffen, viele davon sind auf Soforthilfe angewiesen.

Der Gesamtschaden des Taifuns für die Landwirtschaft in den Philippinen wird auf 60 Millionen Franken geschätzt. Dazu kommen auch die Schäden für die Fischerei.

Nothilfe für die Menschen in den Projekten der Fastenaktion

Laut den letzten Berichten der Prelature of Infanta und der Partnerorganisationen TCD sind in ihrem Projektgebiet in der Provinz Quezon 720 Haushalte betroffen, die dringend Hilfe brauchen. Davon sind 150 indigene Agtas-Familien, die zu den Ärmsten in der Region gehören. Ihre Gemüsekulturen, einschliesslich Bananen und Kokosnüsse, sind zerstört. 

Im Norden der Prelature of Infanta sind auch Zielgruppen des Basisgemeindeprojekts YAPAK und der Task Force Anti Apeco betroffen. Dort wird im Rahmen des bestehenden Projektbudgets Nothilfe geleistet.

Auch auf den vorgelagerten Inseln Polillo und Bordeos, die zur Prelature gehören, gab es immense Schäden an Gebäuden, Land, Wald und Infrastruktur. Dort werden NASSA (Nationale Caritas Philippinen) und DKA Österreich Nothilfe leisten.

Direkte Zielgruppe dieses FO Nothilfe-Projekts: 720 Haushalte, darunter 150 Agta-Familien, rund 4‘500 Personen in der Provinz Quezon.

Folgende Aktivitäten sind vorgesehen:

  1. Mit Saatgut und Pflanzmaterial werden 350 betroffene Familien unterstützt, damit sie ihre Felder und Gärten wieder anbauen und bepflanzen können.
  2. Baumaterialien wie Nägel, Holz und Plastikblachen werden für 500 Familien für das Reparieren und den Wiederaufbau ihrer Häuser zur Verfügung gestellt.
  3. Disaster Risk Management (DRR): In Workshops wird die Bevölkerung informiert, was sie zur Reduzierung des Katastrophenrisikos zusammen mit den lokalen Behörden unternehmen können. Inhalt dieser Workshops sind Risikoanalysen für die Projektgebiete, Kennenlernen von DRR(Disaster Risk Reduction Tools, Katastrophen-Vorbereitungsmassnahmen und Katastrophenhilfe.

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