Die Kalebassen sind Solidaritätsgruppen, die sich ein gemeinsames Vermögen ansparen, mit welchem sie sich in Notzeiten absichern. Das angesparte Vermögen wird auch dazu genutzt, gemeinsam einzukaufen. Dadurch werden Produkte für die Familien günstiger und der Einkaufsweg entfällt. Die Kalebasse kommt besonders Frauen und Kindern zugute, wenn die Männer abwesend sind. Diese gehen oft für mehrere Monate im Jahr in die Stadt oder ziehen mit dem Vieh auf neue Weiden. Wenn die Männer weg sind, können die Familien sich in finanziellen Notlagen dennoch Zugang zu finanziellen Mitteln sichern.
Solidaritätsgruppen für mehr Sicherheit
Das nationale Kalebassennetzwerk vereint 66’500 Familien aus knapp 2000 Kalebassen und sorgt somit für die soziale Sicherheit von über einer halben Million Menschen. Diese können sich in knappen Zeiten diskret zinslose Kredite einholen, die für Gesundheitskosten, Nahrungsmittel oder Schulgebühren verwendet werden.
Regierung stützt Ansatz von Fastenaktion
Das senegalesische Ministerium für Mikrofinanz und Sozial- und Solidarwirtschaft hat Anfangs 2023 zugesagt, das nationale Kalebassennetzwerk mit Transportmitteln und Unterständen zu unterstützen. Ausserdem stellt es ca. 150’000 CHF als Kredit zur Verfügung. Damit ermöglicht es den Netzwerken, die Gruppeneikäufe auch auf regionaler oder sogar nationaler Ebene abzuwickeln und effizienter zu werden. Ein Teil dieses Geldes ist für die junge Bevölkerung reserviert. Die Jugendlichen und jungen Eltern haben spezifische Produkte, die sie benötigen – zum Beispiel Windeln und Schulhefte, oder Milchpulver und Veloreifen.