Zwei Schritte vorwärts, einer zurück
Sushila B.K. wiederum fühlt sich in ihrer Meinung bestätigt, dass die Intervention der Gruppe lediglich das Verhalten der Nicht-Dalits an der Schule verändert hat, nicht jedoch ihre Einstellung. «Und auch das nur wegen unserer rechtlichen Drohung. Hinzu kommt, dass sie Angst haben vor der Reaktion anderer Nicht-Dalits.» Eine Lehrerin wurde von ihrem Vermieter gewarnt, sie müsse sich eine andere Wohnung suchen, wenn sie an der Schule weiterhin Mahlzeiten esse, die ein Dalit zubereitet habe.
Dass es im Kampf gegen Diskriminierung immer wieder Rückschritte gebe, sei nicht ungewöhnlich, sagt Umakanta Bhusal, der lokale Projektleiter von CAED, einer Partnerorganisation von Fastenaktion in Nepal. «Oft sind es zwei Schritte vorwärts und einer zurück – aber auch das bringt uns langsam vorwärts. Den Hauptgrund für den Rückschlag an der Bhawani Basic School sieht er in der Haltung der Nicht-Dalit-Eltern. «Sie setzten ihre Kinder und die Lehrpersonen unter Druck. Letztlich wollen die Nicht-Dalits ihre privilegierte Rolle so lange wie möglich behalten.»
Dalits kämpfen weiter
Umakanta Bhusal räumt ein, dass es schwierig ist, solche tiefsitzenden sozialen Einstellungen zu verändern. Gesetzesänderungen allein reichten dafür nicht. «Aber wir sind überzeugt, dass es möglich ist – ebenso die Dalit-Gemeinschaften, mit denen wir arbeiten.»
Die Dalit-Solidaritätsgruppe hat nun den Rektor der Schule aufgefordert, ein Treffen zwischen der Leitung, den Lehrer:innen und der Gruppe zu organisieren, um das Thema erneut zu diskutieren. «Wir sind entschlossener denn je weiterzukämpfen», sagt Sushila B.K.
Es gehe ihnen dabei vor allem um ihre Kinder. «Deshalb fokussieren wir auch so sehr auf die Schule, denn wir wissen, dass eine gute Ausbildung viele Türen öffnet. Wir wollen, dass unsere Kinder gern zur Schule gehen, viel lernen und ein besseres Leben haben als wir.»
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