Norberta Contreras mit ihrem Mann José und den beiden Söhnen im eigenen Garten.
Der Bauer José Barrera und die Bäuerin sowie Leaderin einer Spargruppe, Norberta Contreras, arbeiten in Guatemala mit nachhaltigen Anbaumethoden. Im Interview sprechen sie über die Fortschritte und Wirkung des Programmes.

«José Barrera: Meine Frau und ich arbeiten jetzt seit zwei Jahren im Programm von Fastenaktion mit und praktizieren agrarökologische Anbaumethoden. Wir haben gesät und angepflanzt, was uns zur Verfügung gestellt wurde. Angefangen haben wir mit Obstbäumen, von denen wir bereits die ersten Früchte geerntet haben. Einen Teil davon haben wir für unsere Familie zurückbehalten, und den anderen Teil haben wir verkauft.

Norberta Contreras: Mein Mann und ich sind Teil dieses Programmes, weil es uns überzeugt. Ich pflanze meine Früchte an und verkaufe die geernteten Bananen, Zitronen und Mangos, und damit verdiene ich Geld und kann meine Familie versorgen. Bevor uns die Projektverantwortlichen Unterstützung anboten, fühlten wir uns einsam, weil wir uns an niemanden wenden konnten. Doch mittlerweile haben wir viele unterschiedliche Anbaumethoden kennengelernt. Wir haben gelernt, unseren Garten zu terrassieren, um den Boden zu pflegen.

José Barrera und Norberta Contreras arbeiten in Guatemala mit nachhaltigen Anbaumethoden. Im Interview sprechen sie über die Vorteile und Fortschritte.
Wir bauen das Futter für die Tiere selbst an, damit sie auch während der Dürrezeit nicht hungern müssen. Wir sind Bäuerin und Bauer, das ist unser Beruf, und es ist das, was wir sein wollen. Mittlerweile haben wir auch einen Streuer für organischen Dünger. Er erleichtert uns die Arbeit. Zudem müssen wir keinen chemischen Dünger kaufen, der teuer und auch schädlich ist. Wir machen unseren eigenen Dünger und pflegen damit unsere Pflanzen und Obstbäume.

José Barrera: Doch der fehlende Zugang zu Wasser macht uns Sorgen. Und wir hoffen sehr, dass wir das mit der Unterstützung des Partners von Fastenaktion bald ändern können.

Norberta Contreras: Seit zwei Jahren bin ich die Leaderin unserer Spargruppe. Dank ihr hat unsere Gemeinschaft mittlerweile auch gemeinsame Ersparnisse. Das hilft uns sehr. Hätten wir diese Ersparnisse nicht, wüsste ich nicht, was mit der Gemeinschaft geschehen würde. Wenn jetzt jemand krank wird, haben wir die Mittel und können ins Krankenhaus gehen, um Hilfe zu bekommen. Das macht mich und auch die Gemeinschaft glücklich.»

 

Der Artikel ist in der Dezemberausgabe des Magazins Perspektiven  «Hoffnung in Guatemala» erschienen. Hier finden Sie die vollständige Ausgabe.

Unterstützen Sie Bäuerinnen und Bauern in Guatemala

Wählen Sie hier die Summe, die Sie spenden möchten

Diese Website verwendet Cookies, die die Funktionalität der Website ermöglichen. Sie helfen uns dabei, die Interessen unserer Nutzer:innen zu analysieren. Damit optimieren wir für Sie unserer Inhalte und Ihre Spendenmöglichkeiten. Die gesammelten Daten werden weder durch uns noch durch unsere Partner verwendet, um Sie zu identifizieren oder zu kontaktieren. Mehr erfahren

Lidia Morente ist Animatorin der Partnerorganisation von Fastenaktion.
Lidia Morente, Animatorin Spargruppen Caritas Verapaz

«Wir von Caritas Verapaz, der Partnerorganisation von Fastenaktion, arbeiten mit den Frauen daran, dass sie das Recht haben, ihre traditionelle Kleidung zu tragen, und dass sie mit Stolz in ihrer eigenen Sprache sprechen können, kurzum, das Recht ihre Identität zu leben. Zwischen dem Recht auf Identität und dem Recht auf Nahrung bestehen viele Zusammenhänge. Beispielsweise in der Art, wie Nahrung zubereitet wird, oder was gegessen wird.

Recht auf Nahrung als Grundsatz

Das Essen ist Teil der kulturellen Identität, und jeder Mensch hat das Recht auf Nahrung. Das ist unser Grundsatz. Wir wollen Traditionen und Kultur weder verändern noch den Menschen eine aufzwingen, die der eigenen fremd ist. Wir betonen immer wieder, dass sie auch das Recht auf Wasser haben. Genauso wie sie das Recht haben, auf kommunaler Ebene mitzuwirken, um die Sitten und Gebräuche der einzelnen Gemeinschaften bekannt zu machen. Sie sollen sich dabei wohl und sicher fühlen. Vielen ist das nicht bewusst, wurde es ihnen doch so lange gesetzlich verboten.

Die Guatemaltekin Lidia Morente ist Animatorin einer Spargruppe. Die Partnerorganisation von Fastenaktion arbeitet mit Frauen daran, ihre Rechte zu nutzen.

Weibliche Mitwirkung bringt Fortschritt

Durch unsere Projekte lernen die Frauen sich zu beteiligen, und das verändert vieles. Sie handeln unternehmerisch, ernähren mit dem Anbau von Gemüse und Früchten die Familie und erzielen mit den Überschüssen ihrer Ernte ein wirtschaftliches Einkommen. Die Kinder essen nicht mehr so viel Junkfood, sondern selbstangebaute nährstoffreiche Lebensmittel. Die Gemeinschaften haben dadurch die Ernährungssouveränität, denn sie bauen ihre eigenen Pflanzen und Lebensmittel an.


Klimakrise erfordert Veränderungen

Dennoch gibt es grosse Herausforderungen. Eine davon ist die Klimakrise. Es gibt Jahre, in denen Dürre herrscht, und andere, in denen es zu viel regnet. Laufend müssen wir uns an diese einschneidenden Veränderungen anpassen. Eine andere sind die politischen Rechte der Frauen, denn es ist oft schwierig, ihnen verständlich zu machen, dass sie Rechte haben. Doch wir setzen uns unermüdlich dafür ein, dass sie eine Stimme haben und auf Gemeindeebene mitbestimmen und mitwirken können.»

Der Artikel ist in der Dezemberausgabe des Magazins Perspektiven  «Hoffnung in Guatemala» erschienen. Hier finden Sie die vollständige Ausgabe.

Unterstützen Sie Frauengruppen in Guatemala

Wählen Sie hier die Summe, die Sie spenden möchten
Ein erfolgreiches Projekt in Senegal hat seinen Ursprung in einem alten Brauch der Volksgruppe der Serer. Es basiert auf den Pfeilern Solidarität, Würde und Diskretion. Die getrocknete Hälfte des Flaschenkürbisses – die Kalebasse – ist Namensgeberin der Gruppen.

Folgend finden Sie die multimediale Geschichte über die Solidaritätskalebassen in Senegal. Mit einem Klick auf «Enter» starten Sie das visuelle Abenteuer. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Erkunden!

Steigt Rauch auf, ist das Mittagessen gesichert
Wie ein alter senegalesichscher Brauch den Ursprung für das erfolgreiche Prinzip der Solidaritätsgruppen bildet.
Enter
keywords

Lesen Sie hier mehr über unsere Projekte im Senegal

«Ich möchte zeigen, wie vielschichtig der Senegal ist»

Die Studentin Sofia Poku reiste letztes Jahr in den Senegal und besuchte unsere Projekte. Ihre eindrücklichen Beobachtungen hat sie in Zeichnungen festgehalten.

MEHR

Die Klimaerwärmung zwingt die Menschen, sich anzupassen

Bäuerinnen und Fischer im Senegal spüren die Auswirkungen des Klimawandels. In den Fastenaktion-Projekten lernen sie, damit umzugehen.

MEHR
Die anhaltende Trockenheit lässt Menschen und Tiere in Senegal leiden.

Zu wenig Regen und Pflanzensterben

In Senegal bleibt der Regen immer häufiger aus, was zu schlechten Ernten und mehr Hunger führt. Deshalb sind Anpassungen an die Klimaerwärmung nötig.

MEHR
Im Senegalprogramm sind 90 Prozent der Mitglieder in den Solidaritätsgruppen Frauen.

Senegalesische Regierung unterstützt Solidaritätsgruppen

Unser Programm in Senegal zeigt, wie die Menschen ihre Armut selbst verringern können. Davon ist auch die senegalesische Regierung überzeugt.

MEHR

Unterstützen Sie unser Landesprogramm im Senegal

Wählen Sie hier die Summe, die Sie spenden möchten
Awa Dione mit ihrer Schwiegertochter im eigenen Laden.
In Senegal ist die Bouillon wichtiger Bestandteil in jeder Küche. Das industriell gefertigte Produkt besteht in der Regel aus Salz, Fett, Würze und Geschmacksverstärkern. Awa Dione von der Kalebasse in Touba Ngotième weiss, dass diese ungesund ist, und hat sich auf die Herstellung von natürlicher Bouillon spezialisiert.

Awa Dione ist Beraterin der Solidaritätskalebasse Touba Ngotième im Dorf Ndondol im Westen Senegals und stellt nachhaltige Bouillon her. Sie kam ursprünglich aus dem Sine-Saloum-Delta und zog 1984 der Heirat wegen nach Ndondol.

Gleich nach ihrer Ankunft begann sie im Programm der Schwestern der katholischen Mission mitzuarbeiten. Sie stellte mit Nährstoffen angereichertes Mehl her, das die Unterernährung in der Region bekämpfen sollte. Die Generalversammlung der Union der Frauengruppen der Gemeinde wählte sie 2003 zu ihrer Vorsitzenden. Die von ihr geleiteten Frauengruppen beschlossen 2006, sich RECODEF (Regroupement Communautaire pour l’auto Développement de Familles) anzuschliessen, einem Partner von Fastenaktion.

Ausbildung dank Solidaritätskalebasse
RECODEF setzt zur Bekämpfung von Hunger und Verschuldung auf die Solidaritätskalebasse. So kam es, das sie einerseits Kalebassenmitglied wurde und andererseits die Ausbildungen des Netzwerks nutzte und sich auf die Kunst der Herstellung natürlicher Bouillon spezialisierte. An der Sonne getrocknetes geschnittenes Gemüse, Zwiebeln, Meersalz sind unter anderem Bestandteil der Bouillon, doch das genaue Rezept ist ihr Geheimnis, das sie nur ausgewählten Frauen während der Ausbildung weitergibt. Die selbstgemachte Bouillon ist bei den Frauen weit über Ndondol hinaus beliebt. Denn es ist eine schmackhafte und gesunde Alternative zu der industriell hergestellten Bouillon, die meist einen hohen Anteil an Salz, Fett und Geschmacksverstärkern aufweist.

Natürliche Bouillon für die ganze Region
Mittlerweile ist es Awa gelungen, das ganze Dorf davon zu überzeugen, der industriell gefertigten Bouillon den Rücken zu kehren. Zudem hat sie sich zur Aufgabe gemacht, die junge Generation in die Technik der Herstellung natürlicher Bouillon einzuführen. Begonnen hat sie mit den Mitgliedern ihrer eigenen Kalebasse, zu der auch ihre Schwiegertochter gehört, auf deren Unterstützung sie immer zählen kann. Mit ihrer reichen Erfahrung ist Awa Dione eine begehrte Ausbildnerin bei den Kalebassengruppen der ganzen Region. Zudem nutzt sie ihr Wissen, um die Bevölkerung für den Konsum von natürlicher Bouillon zu sensibilisieren.

Unterstützen Sie unser Landesprogramm im Senegal

Wählen Sie hier die Summe, die Sie spenden möchten
Natacha Forte ist bei Fastenaktion für das Sparöfen-Projekt in Kenia verantwortlich. Im Mai konnte sie erstmals in das ostafrikanische Land reisen. Da traf sie unsere Koordinatorin und bekam einen Einblick in die Agrarökologie.
Natacha Forte ist seit knapp einem Jahr bei Fastenaktion für das Sparöfen-Projekt in Kenia verantwortlich. Im Mai konnte sie erstmals in das ostafrikanische Land reisen. Da traf sie Stellamaris Mulaeh, die Koordinatorin von Fastenaktion in Kenia und bekam einen Einblick in die Agrarökologie.

Ein Kommentar von Natacha Forte, Verantwortliche für das Sparöfen-Projekt in Kenia

Eineinhalb Stunden von Nairobi entfernt, umgeben von trockenen Gärten, die nur wenige kümmerliche Setzlinge zum Vorschein bringen, befindet sich ein kleines Paradies: Der agrarökologische Garten von unserer kenianischen Koordinatorin Stellamaris Mulaeh (Stella), den ich während meiner Reise besuchen durfte. In ihrem blühenden Paradies gedeihen Obstbäume, Gemüse und Kräuter in Hülle und Fülle.

Der Mai bescherte Stella eine Menge Früchte, die alle köstlich schmeckten: Papayas, riesige Avocados, Orangen, Bananen und noch viel mehr. Leider waren die Mangos noch nicht reif, doch die wunderschönen Bäume spendeten uns angenehmen Schatten. Auch Mais, Kürbisse, Tomaten, Rosmarin, Petersilie und viele andere Pflanzen wachsen im Gartenparadies. Stella muss dank des Reichtums ihres Gartens keine Lebensmittel mehr einkaufen, sondern nur noch Salz, Öl und Gewürze.

Stella blickt in ihren agrarökologischen Garten.
Ernährungssicherheit stärken
Stella setzt sich leidenschaftlich mit ökologischen Themen auseinander und hat mehrere Schulungen in Agrarökologie absolviert. Vor sieben Jahren, nutzte sie die Gelegenheit und probierte alles aus, was sie in den Schulungen gelernt hatte. In der Agrarökologie wird nicht nur die Vielfalt und Bedeutung von Bäumen, Pflanzen und Insekten berücksichtig, sondern auch die Verträglichkeit mit dem lokalen Klima miteinbezogen. Als mir Stella von ihren Anbauversuchen, den Erfolgen und Misserfolgen erzählte, sprudelte sie nur so vor Begeisterung. Ich finde es grossartig, dass sie ihr Fachwissen teilt und die Leidenschaft an unsere Partnerorganisationen und die Dorfgemeinschaften weitergeben kann. Denn durch Agrarökologie wird die Ernährungssicherheit gestärkt und der Hunger bekämpft.

Als ich schliesslich die Strasse zu Stellas Dorf verliess, hörte ich im Garten die Bäume, Früchte und Insekten flüstern: «Schau, Agrarökologie funktioniert!»

Unterstützen Sie unser Landesprogramm in Kenia

Fastenaktion und unsere Partnerorganisationen im Land setzen auf erprobte Ansätze: Familien lernen agrarökologische Anbaumethoden anzuwenden, welche die Bodenqualität verbessern und die Ernährungssicherheit nachhaltig fördern.
Die Koordinator:innen von Fastenaktion berichten über die Lebensumstände in ihren Ländern. Hier folgen die Stimmen von Djibril Thiam und Ndeye Wade, Koordination im Senegal bei Fastenaktion.
In der Geschichten-Reihe «Stimmen aus dem Süden» berichten unsere Koordinator:innen über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern.  Sie wissen bald nicht mehr, wie sie noch über die Runden kommen sollen. In diesen harten Zeiten sind die Programme von Fastenaktion ein Lichtblick und geben den Menschen Zuversicht.

Hier die Stimmen von Djibril Thiam und Ndeye Wade, Koordination im Senegal bei Fastenaktion.

«Zu Beginn war die Bevölkerung Senegals nicht sehr besorgt über diesen Krieg in der Ukraine, da er für sie sehr weit weg von unserem Land stattfindet. In den Medien wurden lediglich einige Informationen über die russischen Angriffe und die Reden des ukrainischen Präsidenten wiedergegeben. Doch das Bewusstsein hat sich gewandelt. Dieser Krieg betrifft auch uns. Denn das, was wir im Senegal lieben und viel essen, nämlich Brot, kann nicht ohne das Getreide aus der Ukraine gebacken werden. Mittlerweile ist den Menschen klar, dass dieser Krieg aufhören muss, und alle beten für ein rasches Ende.

In Knappheitsperioden hilft den Frauen der Solidaritätsgruppen der gemeinschaftlich angelegte Nahrungsmittelvorrat.
Eigenanbau statt Import
Die Grundnahrungsmittel Weizen und Mais sind sehr viel teurer geworden, weil sie mehrheitlich importiert werden. Zwar hat der Staat Subventionen eingeführt, doch es ist ungewiss, wie lange er diese finanzielle Unterstützung leisten kann. Zudem befürchten Expert:innen, dass Unternehmen geschlossen werden müssen und viele Menschen ihre Arbeit verlieren. Denn der Senegal exportierte Fisch, Schalentiere, Erze, Schlacke und Asche in die Ukraine.

Selbst wenn der Krieg heute aufhört, sind wir im Senegal in den kommenden Monaten nicht vor einer schweren Hungersnot gefeit. Derzeit suchen wir mit den Menschen in den Projekten nach Möglichkeiten, um die Folgen einer möglichen Nahrungsmittelkrise abzuwehren. Die Lösung wäre, dass wir 80 Prozent der benötigten Nahrungsmittel selber anbauen. Das passiert zwar nicht von heute auf morgen, doch dank unseren Solidaritätsgruppen sind wir auf dem richtigen Weg und haben schon sehr viel erreicht.»

Unterstützen Sie unser Landesprogramm im Senegal

Die Projekte von Fastenaktion initiieren Solidaritätsgruppen, Kalebassen genannt. Rund 50‘000 Gruppenmitglieder – 90 Prozent von ihnen Frauen – legen regelmässig Geld ein. Innerhalb dieser Gruppen können sich die Mitglieder in Notlagen ohne Zinsen gegenseitig aushelfen und sich so langfristig entschulden. Die Vernetzung durch die Kalebassen sorgt für Unabhängigkeit und fördert den Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Die Koordinator:innen von Fastenaktion berichten über die Lebensumstände in ihren Ländern. Hier folgen die Stimmen von Sam Barthélémy und Natacha Compaoré, Koordination in Burkina Faso bei Fastenaktion.
In der Geschichten-Reihe «Stimmen aus dem Süden» berichten unsere Koordinator:innen über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern.  Sie wissen bald nicht mehr, wie sie noch über die Runden kommen sollen. In diesen harten Zeiten sind die Programme von Fastenaktion ein Lichtblick und geben den Menschen Zuversicht.

Hier die Stimmen von Sam Barthélémy und Natacha Compaoré, Koordination in Burkina Faso bei Fastenaktion.

«Die Menschen in unseren Projekten in Burkina Faso sind meist Bäuerinnen und Bauern, leben in ländlichen Gebieten fernab der Stadt und der Medien. Die meisten konnten keine Schule besuchen und verstehen nicht, was mit dem Krieg in der Ukraine auf dem Spiel steht. Russland und die Ukraine sind für sie so weit entfernt wie ein Mythos oder eine Geschichte. Die Menschen hier beschäftigt vielmehr die Unsicherheit durch die verbreiteten Terroranschläge. Seit nunmehr sechs Jahren leben vor allem die Menschen in der Sahelzone im Norden, im nördlichen Zentrum und im Westen mit dieser ständigen Bedrohung.

Neben dem Terrorismus ist der Klimawandel eine weitere Sorge. Da die vergangene Winterperiode katastrophal war und die Ernte sehr schlecht ausfiel, hat sich bei den Menschen in fast allen Gebieten, in denen wir aktiv sind, die Situation verschlechtert und es wird zunehmend schwierig, sich noch ausreichend zu ernähren.

Möglichst viel selber herstellen, um wirtschaftlich unabhängig zu sein.
Abhängigkeit vom Ausland verringern
Dieser eigentlich weit entfernte Konflikt zeigt uns, wie sehr wir alle von wenigen Ländern abhängig sind. Ein Krieg, der in der Ukraine ausbricht, wirkt sich sowohl auf Europa als auch auf Afrika aus. Die derzeitige Situation betrachten wir als Chance für den lokalen Getreideanbau, der die Grundlage der Ernährung in Burkina bildet. Um das Fehlen von importiertem Weizen auszugleichen, probieren wir mit den Menschen in den Projekten aus, welches Getreide unter diesen schwierigen klimatischen Bedingungen bei uns wachsen und verarbeitet werden kann. Zudem wollen wir andere Techniken der Brotherstellung mit anderen Getreidearten ausprobieren.

Wir versuchen alles, um die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern und uns auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Immerhin hatte Burkina Faso bis 2005 eine nationale Getreidemühle (Les grands moulins du Burkina) in der der eigene Weizen gemahlen wurde. Da wollen wir wieder hin.»

Unterstützen Sie unser Landesprogramm in Burkina Faso

Mit der Unterstützung von Fastenaktion erhalten Familien eine Ausbildung zu angepasster Landwirtschaft und vielfältigem Saatgut. Dadurch können sie besser auf die Folgen des Klimawandels reagieren. Zusätzlich gründen sie Solidaritätsgruppen, in die sie regelmässig Geld einlegen und sich in Notlagen ohne Zinsen gegenseitig aushelfen können.
Die Koordinator:innen von Fastenaktion berichten über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern. Hier folgen die Stimmen von Diary Ratsimanarihaja und Parany Rasamimanana, Koordination in Madagaskar bei Fastenaktion.
In der Geschichten-Reihe «Stimmen aus dem Süden» berichten unsere Koordinator:innen über die Lebensumstände in ihren Ländern. Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unseren Projektländern.  Sie wissen bald nicht mehr, wie sie noch über die Runden kommen sollen. In diesen harten Zeiten sind die Programme von Fastenaktion ein Lichtblick und geben den Menschen Zuversicht.

Hier folgen die Stimmen von Diary Ratsimanarihaja und Parany Rasamimanana, Koordination in Madagaskar bei Fastenaktion.

«Madagaskar wird von einer galoppierenden Inflation beherrscht, die eine grosse Abhängigkeit von ausländischer Hilfe schafft. Selbst Reis, der im Land selbst produziert werden kann, muss eingeführt werden. Diese Abhängigkeit in Verbindung mit den Auswirkungen von Wirbelstürmen, Covid-19 und schlechter Regierungsführung lässt die Bevölkerung von Tag zu Tag ärmer werden. Mit unseren Projekten arbeiten wir hauptsächlich in ländlichen Gebieten, und die Bauern und Bäuerinnen wissen nicht einmal vom Krieg in der Ukraine.

Regelmässig versammeln sich die Mitglieder der Spargruppe.
Unabhängigkeit als Schlüssel 
Bis heute sind Getreide, Benzin, Gas, Sonnenblumenöl und Dünger noch erhältlich. Die Medienberichte über mögliche Engpässe haben Spekulationen begünstigt, und seit Beginn des Krieges steigen die Preise stetig an. Die immer höher werdenden Preise sind für die Haushalte eine grosse Belastung und für viele zunehmend unerschwinglich.

Wir haben gelernt, dass es für die Menschen in den Projekten am wichtigsten ist, gegenüber einem möglichen Mangel an Importprodukten, wie er derzeit droht, unabhängig zu sein. Die Instabilität der Weltwirtschaft aufgrund eines Krieges, gepaart mit der schlechten Regierungsführung unserer Staatsoberhäupter, bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass die Unterstützung der Bedürftigsten mehr als sinnvoll ist. Unser Programm zielt darauf ab, dass die Menschen sich selbst ernähren können, indem sie den Grossteil ihres Bedarfs selbst produzieren.»

Unterstützen Sie unser Landesprogramm in Madagaskar

Die Projekte von Fastenaktion bieten armen Familien einen Ausweg. Sie initiieren Spargruppen, welche sich in Notfällen gegenseitig mit zinslosen Darlehen aushelfen können – wenn am Ende der Regenzeit die Nahrungsvorräte zu Ende gehen, wenn jemand erkrankt oder wenn die Kinder Schulmaterial brauchen.
Regelmässig besuchen die Landesverantwortlichen die von ihnen betreuten Projekte. Einerseits informieren sie sich über den Stand der Arbeit, vor allem aber stehen die Menschen der Zielgruppen im Zentrum. Was bewirkt die Projektarbeit, wie entwickelt sie sich? Vreni Jean-Richard hatte während ihrer letzten Reise in den Senegal in einem Dorf der Casamance ein einmaliges Erlebnis.

Ein Bericht von Vreni Jean-Richard, Verantwortliche für das Landesprogramm im Senegal

Im Dorf erwarteten uns ungefähr 30 Frauen und 15 Männer. Der hohe Anteil an Männern, zusammengesetzt aus Dorfältesten, Dorfchef, Lehrer, Imam, dazu verschiedene Kalebassenmitglieder, erstaunte mich. Zudem waren auch ältere Kinder dabei, eigentlich hätten sie zu dieser Zeit in der Schule sein müssen. Bei der Vorstellungsrunde wurde klar, dass selbst der Dorfchef und einer der beiden Lehrer Kalebassenmitglied sind. Die Lehrer hatten ihre Schülerinnen und Schüler bewusst an dieses Treffen mitgenommen, denn die Kinder und Jugendlichen sollten etwas über das Dorf und seine Entwicklung lernen. So etwas habe ich während einer Projektreise noch nie erlebt. Genau wie ich, waren die Projektverantwortlichen und die Verantwortlichen der Koordination sehr beeindruckt. Denn landesweit sind über 90 Prozent der Mitglieder von Kalebassengruppen1 Frauen. Doch in der Casamance hatte sich das ganze Dorf eingefunden. «Das ist keine Kalebassengruppe innerhalb des Dorfes, das ganze Dorf ist in einer Kalebasse vereint,“ ging mir beim Anblick der Menschen durch den Kopf. Sogar Mitglieder des Nachbarsdorfs waren gekommen, die beiden Dörfer haben sich zu einem Réseau de Proximité (Nachbarschaftsnetzwerk) zusammengeschlossen.

Kalebassen schaffen Sicherheit
Susanne Madjia musste bis vor wenigen Jahren während der Trockenzeit ihre Familie zurücklassen, um in Cap-Skirring in einer Fischproduktion den Lebensunterhalt zu verdienen. Heute kann sie dank der ökonomischen Aktivitäten der Kalebassengruppe das ganze Jahr über im Dorf bleiben und sich und die Familie finanziell über Wasser halten. Sie ist mittlerweile Vizepräsidentin des Netzwerks, das alle Kalebassen in der Region vereint. Als erste der Partnerorganisationen im Senegal, haben sie ihr Netzwerk bereits in eine Genossenschaft umgewandelt. Nebst ihren regelmässigen Gruppentreffen, den zinslosen Krediten, die die Mitglieder aus dem gemeinsam angesparten Vermögen aufnehmen können, lernen sie immer wieder Neues, um sich damit zusätzliche wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erarbeiten.

Zusammenhalt der Dörfer gestärkt
Bei dem Besuch zeigen sie uns wie sie selber Seife herstellen. Die Vorbereitungen dazu waren bereits am Vorabend getroffen worden. So wurden nur noch die zwei zubereiteten Flüssigkeiten gemischt und verrührt. Wichtig dabei, wie mir gesagt wurde, sei, dass nur in eine Richtung gerührt werden darf. Die fertige Seife wurde in 35 Töpfchen abgefüllt, die danach mindestens zehn Tage gelagert werden müssen. Die Herstellung ging sehr schnell. Das hohe Produktionstempo hatte einen Grund: Durch die immer wieder aufflackernden Angriffe der Separatisten in der Casamance, ist die Polizei schnell vor Ort, wenn sich grössere Menschenansammlungen bilden. In Zusammenhang mit den Unruhen kamen die Leute auf das von der Partnerorganisation eingeführte Réseau de Proximité zu sprechen. Dank diesem seien die Dörfer näher zusammengerückt, und freundschaftlich miteinander verbunden. Gerade in unruhigen Zeiten, wenn das gegenseitige Misstrauen gross ist und jederzeit der Vorwurf im Raum stehen kann die Rebellen zu unterstützen, leisten die Kalebassen und die Netzwerke einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt. Einer der Ältesten meinte, dass die Beziehungen zwischen den Dörfern, die in den letzten Jahren zu verschwinden drohten, heute besser denn je seien.

Am Ende des Besuchs berechneten die Frauen noch den Verkaufspreis für die Seife. Der immer von den verwendeten Zutaten abhängig ist. Zurzeit ist Karitébutter sehr teuer. Zudem wurden die Einnahmen der Kalebasse aufgeteilt, 75 Prozent wurden für das Nachbarschaftsnetzwerkverbucht und 25 Prozent wurden, wie es Tradition ist, der gastgebenden Kalebassengruppe überreicht.

Die Solidaritätsgruppen im Senegal nennen sich Kalebassen. Zurückzuführen ist das auf die getrocknete Hälfte der Flaschenkürbisse, in denen die Gruppenmitglieder während ihren Treffen die freiwilligen Geldbeiträge sammeln.

Unterstützen Sie unsere Projekte im Senegal

Diary Ratsimanarihaja ist Programmkoordinatorin von Fastenaktion in Madagaskar

Wirbelsturm Batsiray

Zerstörte Dörfer – Strassen unter Wasser

Am Sonntag erreichte der Wirbelsturm Batsiray Madagaskar. Nicht nur wurden ganze Dörfer zerstört, der anhaltende Regen hat auch viele Felder und Bäume – die Lebensgrundlage der Menschen – zerstört. Die Fastenaktion-Koordinatorin Diary Ratsimanarihaja schildert in bewegenden Worten, wie sich die Situation in den Projekten im Südosten des Landes präsentiert.

Diary Ratsimanarihaja, nur wenige Tage nach dem Tropensturm, traf am vergangenen Sonntag der Wirbelsturm Batsiray auf Land, wie präsentiert sich die Situation?
Gemäss der Projektleiterin vor Ort sind 95 Prozent der Häuser im Bezirk Mananjary völlig zerstört Da die grosse Mehrheit der Menschen in Häusern lebt, die mit den Blättern der Ravenala Pflanze (Baum des Reisenden) gebaut sind, wurden die Häuser buchstäblich fortgeblasen. Schätzungen zufolge sind von 30 Häusern in einem Dorf gerade mal drei bis vier stehen geblieben, und selbst die sind beschädigt. Die Gemüsefelder wurden entweder überschwemmt oder vom Wind zerstört. Viele Bäume sind umgestürzt, sogar die Brotbäume, die eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Menschen sind. Darüber hinaus sind viele Dörfer aufgrund der Überschwemmung von der Umwelt abgeschnitten und der Strom fehlt. Über das wahre Ausmass der Katastrophe können wir uns noch kein definitives Bild machen, uns fehlen noch Informationen.

Was braucht es nun am dringendsten?
Die Menschen brauchen nun dringend Nahrung, Wasser und Medikamente. Denn die Lebensmittelvorräte wurden zerstört. Zudem müssen wir den Wiederaufbau der Häuser vorantreiben, da die Infrastruktur, die für die Aufnahme der Betroffenen vorgesehen war, ebenfalls zerstört wurde. Der Wind hat die Dächer von Kirchen, Schulen und Gemeindezentren abgedeckt. Zur Zeit leben die Menschen zu dritt oder zu viert in kleinen Küchen, die dem Wind standhielten. Einige fanden bei denen Unterschlupf, die noch Häuser haben, in denen man sich ein wenig in Sicherheit bringen kann. Auch der Bedarf an Saatgut ist gross. Nach dem Wiederaufbau der Häuser müssen sie wieder mit dem Anbau beginnen können, doch ohne Saatgut geht das nicht.

Eine erste Handyaufnahme: Das Ausmass der Zerstörung ist erschreckend
Was konnte bereits getan werden?
Die Organisation Taratra, die für dieses Gebiet zuständig ist, hat dem Team bereits einen Geldbetrag als Hilfe für ihre derzeitigen Grundbedürfnisse geschickt. Wir von der Koordinationsstelle diskutieren derzeit mit den Programmbeauftragten und der Leitung von Taratra über den Aufbau von Hilfeleistungen. Aufgrund der noch vagen Informationen und der Unterbrechung der Strasse nach Mananjary ist es für uns jedoch noch schwierig, konkrete Aktionen zu planen.

Wenn Sie unsere Arbeit in Madagaskar ins Besondere jetzt in dieser schwierigen Zeit unterstützen möchten, sind Spenden herzlich willkommen. Vielen Dank!

Unterstützen Sie unsere wertvolle Arbeit in Madagaskar!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Tobias Buser konnte als Verantwortlicher für das Landesprogramm in Madagaskar erstmals Ende Dezember auf die Insel reisen. Im Rahmen der Treffen mit unseren Projektpartnern konnte er auch Schulen besuchen und sich ein Bild der prekären Situation machen.

Madagaskar

Lange Schulschliessungen wegen Corona

Die Corona Pandemie hat auch die Arbeit der Verantwortlichen der Landesprogramme von Fastenaktion erschwert. Tobias Buser, der 2020 die Verantwortung für Madagaskar übernahm, musste mehr als ein Jahr warten bis er auf die Insel reisen konnte, um zum ersten Mal die Projektpartner zu treffen.

Tobias Buser, was sind deine Eindrücke nach der ersten Projektreise im Dezember von Madagaskar?
Ich war vor allem in der Hauptstadt Antananarivo, wo ich zusammen mit den Koordinator*innen des Landesprogramms, Andrianparany Rasamimanana und Diary Ratsimanarihaja verschiedene andere Organisationen und die Schweizer Botschaft besucht habe. Um möglichst effektiv zu arbeiten, wurde ein viertägiger Workshop organisiert, an dem ich alle Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen des Landesprogramms persönlich kennengelernt habe. Leider musste ich wegen der Entdeckung der Omikron-Variante im südlichen Afrika eine Woche früher als geplant zurückreisen, da Europa auch die Grenzen zu Madagaskar jederzeit hätte schliessen können. Corona war auch der Grund, weshalb ich nur einen Feldbesuch in der Nähe der Hauptstadt machen konnte. Madagaskar habe ich auf diesem kurzen Besuch als sehr schönes, fruchtbares und grünes Land erlebt.

Wie präsentiert sich die Situation im Land?
Im November 2021 hat die madagassische Regierung die Grenzen für den Tourismus wieder geöffnet. Damit erhofft man sich Impulse für die Wirtschaft. Andererseits steigen damit aber die Befürchtungen vor einem Anstieg der Covid-Fälle und damit verbunden erneute Einschränkungen. Für die Menschen im Land ist es eine Gratwanderung.

Offiziell hat die Pandemie nur wenige Opfer gefordert, wie ist deine und die Einschätzung der Partnerorganisationen dazu?
Aufgrund der Insellage und der Grenzschliessung, war es für Madagaskar vergleichsweise einfach die Pandemie zu kontrollieren. Bis zur Wiederöffnung der Grenze im November 2021, gab es tatsächlich relativ wenige Opfer, obwohl die offizielle Zahl der Fälle wohl nicht die Realität abbildet. Seit der Grenzöffnung geht die Zahl der Neuansteckungen jedoch nach oben.

Was sind die Auswirkungen der Pandemie?
Einschneidende Auswirkungen haben die wiederholten Schulschliessungen der letzten beiden Jahre auf die Kinder. Nach den Weihnachtsferien ist der Schulstart in der Hauptstadtregion Analamanga, wegen der vielen positiven Tests, um zwei Wochen, auf den 17. Januar verschoben worden. Allein in der ersten Januarwoche wurden in der Region Analamanga 1620 positive Fälle gemeldet. Im übrigen Land gab es im gleichen Zeitraum 2155 neue Ansteckungen.

Im Süden des Landes herrschte im letzten Jahr eine grosse Dürre. Fastenaktion hat Nothilfe geleistet, wie geht es den Menschen jetzt?
Das Nothilfeprojekt hat das Überleben der Menschen für drei bis vier Wochen gesichert. In der Zwischenzeit hat es etwas geregnet, doch nicht genug, damit sich ihre Situation verbessert. Was den Menschen in der Dürreregion im Süden fehlt, ist der Zugang zu Wasser. Sobald sie Wasser haben, können sie auch Landwirtschaft betreiben. Unsere Partnerorganisation Taratra wird sich noch dieses Jahr, überall dort wo es Brunnen gibt und eine minimale Bewässerung gewährleistet ist, vermehrt auf den Anbau von Nahrungsmitteln konzentrieren. Dazu gehört auch die Einführung von Basket-Kompost, auf organischen Küchenabfällen werden Linsen, Maniok, Mais und Erdnüsse angepflanzt. Im südöstlichen Teil Madagaskars kann mit dieser Methode auf nährstoffarmen Böden auf wenig Fläche eine sehr hohe Produktivität erzielt werden. Um die Hungersnot nachhaltig zu lindern, begnügen wir uns nicht mit dem Gemüseanbau in den Gärten. Die Partnerorganisation Taratra wird in den Dörfern bei den Tsinjo Aina Gruppen auch die Technik der „Keyhole Garden“ einführen. Keyhole Garden, oder Schlüssellochgarten, ist eine Art Hochbeet, in dem Gemüse angebaut wird. Auf diese Weise können knappe Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe optimal genutzt werden. Zudem treiben wir die Einrichtung von Baumschulen voran, um die negativen Effekte, die die Abholzung auf das Wetter hat, wie beispielsweise fehlender Regen, zu stoppen und im Idealfall sogar umzukehren.

Was ist dein Wunsch und welche Hoffnungen verbindest du damit?
Ich wünsche mir, dass wir die Zusammenarbeit im Landesprogramm Madagaskar optimal weiterführen können, damit die Menschen aus eigener Kraft ihre Lebensbedingungen verbessern können.

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

Setzen Sie sich mit uns für das Recht auf Nahrung ein!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Fely ist Schülerin am Lycée von Betioky.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Träume sollen wahr werden

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Wenn ich mein Abitur habe, möchte ich gerne Medizin studieren. Die Menschen hier leiden so sehr unter dem Klimawandel. Ich sehe, dass Krankheiten wie Kopfschmerzen und Malaria zunehmen. Akute Unterernährung ist auch eine Ursache für verschiedene Krankheiten. Als Alternative zum üblichen Essen sind wir gezwungen, Moky zu essen, den wir in der Erde suchen müssen. Glücklicherweise hat die Gruppe mit dem Anbau von Blattgemüse begonnen. Die Anstrengungen sind jedoch aufgrund der trockenen Böden und des Mangels an Regen und Wasser nach wie vor enorm. Wenn ich Ärztin bin, kann ich meinen Landsleuten helfen. Ich weiss, wie schwer das ist, aber ich bin entschlossen, mein Ziel zu erreichen. Als Erstes würde ich die Schritte der medizinischen Versorgung umkehren, indem ich zuerst die Gesundheit meiner Patientinnen und Patienten sicherstelle, und erst dann würde ich mich um die Bezahlung der Kosten kümmern. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie die Kranken ins Krankenhaus gehen, das meilenweit vom Dorf entfernt ist, und abgewiesen werden, weil sie kein Geld haben.

Mein Traum ist es, dass meine Familie ein anständiges Leben führen kann. Ich träume davon, dass das Dorf meiner Kindheit eines Tages Fortschritte macht und sich entwickelt. Und ich hoffe, dass Gruppen wie Tsinjo Aina Taratra gedeihen. Schliesslich wünsche ich mir ein Dorf, in dem alle Kinder die Schulen besuchen können.»

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

Setzen Sie sich mit uns für das Recht auf Nahrung ein!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Hareantsoa ist Züchterin und Bäuerin. Sie ist verheiratet und hat acht Kinder.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Genügend Schulen, Spitäler und Häuser für alle

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Durch die Dürre ist unser Leben sehr schwer geworden. Jetzt stehe ich um vier Uhr morgens auf, um unser Gemüse zu giessen. Anschliessend machen wir uns auf den drei Kilometer langen Weg, um auf den Feldern nach Moky zu suchen. Sobald wir zurück sind, so gegen Mittag, koche ich den Moky eineinhalb Stunden lang für das Mittagessen. Das ist die erste Mahlzeit des Tages. Am Nachmittag kehren wir zurück, um wieder Moky für das Abendessen zu suchen. Früher konnten wir dank dem Regen verschiedene Pflanzen wie Maniok, Linsen und Bambara-Erbsen anbauen.

 Ich bin Vater und Mutter zugleich, denn mein Mann ist seit sieben Jahren krank. Die Ärzte im Krankenhaus diagnostizierten bei ihm Bilharziose (eine durch Würmer übertragene Krankheit, Anm. der Red.). Als wir noch Geld hatten, konnten wir ihn behandeln lassen. Ich wünsche mir, dass unser Leben wieder so wird, wie es war. Früher hatten wir acht Zebus, jetzt haben wir keines mehr, weil wir sie verkaufen mussten, um uns weiter versorgen zu können. Ich hätte gerne ein Krankenhaus in der Nähe, damit die Behandlung meines Mannes fortgesetzt werden könnte. Ich wünsche mir, dass es für meine Kinder eine Schule in der Nähe gäbe. Wenn ich Präsidentin wäre, würde ich mich vorrangig darum kümmern, dass alle ein Dach über dem Kopf hätten und es genügend Krankenhäuser und Schulen gäbe.»

Stéphanie ist 9 Jahre alt und eine der Töchter von Hareantsoa. Sie besucht die Grundschule.

«Ich träume davon, Lehrerin in unserem Dorf zu werden. Ich wünsche mir ein sauberes und entwickeltes Dorf, dem es dank der Landwirtschaft gut geht. Denn ich liebe es, Gemüse und Früchte anzupflanzen und zu den Tieren zu schauen. Heute hatten wir nur am Morgen Schule. Unser Lehrer musste an ein Begräbnis, an eine Havoria. Und manchmal ist er an Markttagen abwesend. In meinen Augen ist das ein Problem, dass der Unterricht immer wieder ausfällt.»

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

Setzen Sie sich mit uns für das Recht auf Nahrung ein!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Soafiavy ist Dorfvorsteher, Züchter und Bauer. Er ist verheiratet und hat elf Kinder.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Der Klimawandel bedroht Leben

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Die meisten von uns sind Landwirt*innen und Viehzüchter*innen. Der Klimawandel in unserer Region bedroht unser Leben. Weder Menschen noch Tiere bekommen genügend Nahrung. Vor der Dürre konnten die Ochsen auf der Weide regelmässig Raketa fressen. Das ist eine Kaktusart, die überall wächst und ihnen sehr schmeckt. Aber seit der Dürre gibt es fast kein Raketa mehr. Auch die Tamarindenbäume sind abgepflückt. Allenfalls gibt es noch Tamarinden zu kaufen. Die Menschen essen nichts anderes mehr als Moky. Der letzte Regen fiel im Februar 2021, und die Landwirtschaft befindet sich in einem kritischen Zustand.

Um das Land zu bearbeiten, müssen wir unsere Kräfte bündeln, denn für eine Person allein ist es zu anstrengend. Je mehr wir zusammenarbeiten, desto besser. Die gegenseitige Hilfe hält weiterhin an: Diejenigen, die Moky ausgraben können, geben denen, die keinen haben. Die Gruppe lehrt uns, einander zu helfen, besonders in diesen schweren Zeiten.»

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

Setzen Sie sich mit uns für das Recht auf Nahrung ein!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Emahatratse und seine Frau Hinerisoa sind Viehzüchter*in und Bauer und Bäuerin. Sie sind Eltern von zwei Kindern.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Hoffnung auf Regen

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«In der Ausbildung haben wir gelernt, wie wir mit Wasser und Pflanzen sorgfältig umgehen können. Vor der Dürre war das Land fruchtbar, und es konnten Maniok, Süsskartoffeln und andere Feldfrüchte angebaut werden. Wir waren mit dem, was wir an Wasser und Lebensmitteln hatten, zufrieden. Wir mussten nur ein wenig graben, um Wasser zu bekommen. Und sogar unsere Tiere hatten genügend Futter. Wir hatten ein gutes Leben. Doch die Dürre ist schlimm. Das Land ist unfruchtbar geworden. Allmählich verlieren wir die Mittel, um für uns und unsere Tiere zu sorgen. Das Wasser ist sehr knapp geworden. Wir dürfen täglich maximal zwei Kleidungsstücke von Hand waschen. Wasser kann nur zu einer bestimmten Tageszeit geholt werden.

Um unseren Hunger zu stillen, müssen wir meilenweit fahren, um Moky, die Knollen, die eine Alternative zu den üblichen Nahrungsmitteln sind, in der Erde zu finden. Es gibt kein Wasser, keinen Regen und somit auch keine Ernte. Es ist der Gruppe Tsinjo Aina Taratra zu verdanken, dass wir durchhalten. Glücklicherweise ist unsere Selbsthilfegruppe immer noch aktiv. Wir alle hoffen, dass der Regen eines Tages zurückkehrt und der Boden wieder fruchtbar wird.»

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

Setzen Sie sich mit uns für das Recht auf Nahrung ein!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Tsarasoa ist Landwirtin und die Präsidentin der Dorfgruppe Tsinjo Aina Taratra. Sie ist alleinerziehende Mutter von sechs Kindern.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

Die Gemeinschaft stärken

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Wir alle haben viel Leid erfahren. Das hat bei mir den Wunsch geweckt, die Gruppe zu leiten. Wir alle litten unter extremem Hunger. Die Erziehung und der Unterricht der Kinder waren miserabel, und sie hatten mit verschiedenen Krankheiten zu kämpfen. Das hat mich sehr motiviert, beim Projekt Tsinjo Aina Taratra mitzumachen. Ich wollte Männern und Frauen, Jungen und Alten helfen. Ich hatte keine Angst davor, die Zügel in die Hand zu nehmen, denn ich hatte bereits eine Vision vom Erfolg, den das Projekt uns bringen würde. Ausserdem erleichterte mir der Enthusiasmus der Gruppenmitglieder meine Rolle als Führungsperson.

Alle waren bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, und wir lernten verschiedene Anbaumethoden, die Pflege der Gemüsefelder, erfuhren mehr über den Gemeinsinn, die Hygiene. Ich hoffe, dass die geknüpften Verbindungen weiter wachsen und dass das Projekt Tsinjo Aina Taratra für immer bestehen bleibt.»

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

Setzen Sie sich mit uns für das Recht auf Nahrung ein!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.

Wie ein Projekt in Madagaskar hilft

« Für uns selber sorgen»

Seit Monaten warten die Menschen im Süden Madagaskars auf Regen. Die Dürre beeinträchtigt die Landwirtschaft massiv und der Hunger breitet sich aus. Die schlimme Krise kann jedoch mittels Solidaritätsgruppen abgefedert werden. In unserer Reihe «Hoffnung trotz Dürre» teilen Menschen vor Ort ihre Erfahrungen mit uns und berichten über die Wirkung unserer gemeinsamen Projekte.

«Wenn wir keine Schulden haben, haben wir ein reines Gewissen. Früher haben wir in Zeiten extremen Hungers sehr gelitten. Wir waren gezwungen, uns Geld zu leihen, um unseren Hunger zu stillen. Das Schlimmste aber war, dass wir das Geld nicht nur zurückzahlen, sondern auch noch hohe Zinsen drauflegen mussten. Wir schämten uns, dass wir Mühe hatten, unsere Schulden zu bezahlen. Wenn wir keinen Ausweg wussten, blieb uns nichts anderes übrig, als unseren Kreditgebern möglichst aus dem Weg zu gehen. Doch seit wir uns dem Projekt Tsinjo Aina Taratra angeschlossen haben, gibt es erste Veränderungen. Unsere Lebensumstände haben sich sehr verbessert.

Wir Dorfbewohner*innen haben uns zusammengetan, um gemeinsam Geld zu sparen. Von diesem Geld kann jedes Mitglied der Gruppe einen Kredit aufnehmen und diesen vor allem auch zinslos zurückzahlen. Unsere Kinder können durch das Projekt zur Schule gehen, um zu lernen. Und da die meisten von uns Bäuerinnen und Bauern sind, beinhaltet das Projekt auch Schulungen in Anbautechniken, die dem Klima und der Trockenheit unseres Bodens Rechnung tragen. Davon konnten wir sehr profitieren. Seit der Gründung der Gruppe haben wir viel weniger Stress, da wir nun in aller Ruhe für uns selbst und unsere Bedürfnisse sorgen können.»

 *In der Region Betioky, im Süden von Madagaskar, ist es verbreitet,  dass die Menschen ausschliesslich einen Vornamen tragen.

Hier erfahren Sie mehr über die Projekte von Fastenaktion in Madagaskar.

Setzen Sie sich mit uns für das Recht auf Nahrung ein!

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende.
Kleinbäuerinnen stellen ihre biologisch angebauten Produkte auf der Agrarökologie-Konferenz in Nyahururu aus., November 2019. © Fastenaktion/Eyeris CommunicationsKleinbäuerinnen stellen ihre biologisch angebauten Produkte auf der Agrarökologie-Konferenz in Nyahururu aus., November 2019. © Fastenaktion/Eyeris Communications

«Covid-19 hat keine grossen Auswirkungen auf unsere Bauern und Bäuerinnen gehabt, weil sie in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Sie haben einen Waldgarten (Food Forest) und einen bio-dynamischen Gemüsegarten, in dem sie nahrhaftes Gemüse und Obst ernten und auch mit andern teilen können», sagte die Koordinatorin der Fastenaktion in Kenya, Stellamaris Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.

von Mercy Maina

Kisumu, 02. Juli 2020 / 21:00 Uhr (ACI Africa)*

Die katholische Organisation Fastenaktion unterstützt Landwirtinnen und Landwirte in acht kenyanischen Distrikten dabei, Ernährungssicherheit durch Agrarökologie zu erreichen, einer alternativen Form der Landwirtschaft, die sowohl ökologische, wie soziokulturelle, wirtschaftliche und politische Dimensionen berücksichtigt.

 «Die Arbeit in den Gärten hilft die Richtlinien der physischen Distanz einzuhalten, da die Bäuerinnen und Bauern Zugang zu nahrhaftem Gemüse haben, ohne auf den Markt gehen zu müssen – ein Beweis dafür, dass «mit der Agrarökologie die Gemeinschaften selbst in Zeiten wie diesen stark und belastbar sind», sagt Mulaeh, Koordinatorin der Fastenaktion in Kenya.

Agrarökologie trägt zur Bewältigung der Krise bei

 «Als Covid-19 im März in Kenya zuschlug, zu einer Zeit, in der Fastenaktion und seine Partnerorganisationen die Bäuerinnen und Bauern normalerweise darauf vorbereiten, die Regenfälle von März bis Mai zu nutzen, verfügten die Teilnehmenden des agrarökologischen Programms über rund 15’000 Baumsetzlinge und 50’000 Fruchtsetzlinge in jeder der 21 Baumschulen», erinnert sich die Agrarökologie-Expertin.

«Wir mussten schnell handeln, weil die Setzlinge nicht warten konnten; sie sollten verteilt werden», sagt sie und fügt hinzu: «Wir mussten uns mit den Dorfältesten und den Führungspersonen zusammensetzen und mit ihnen eine Strategie ausarbeiten, wie wir diese Setzlinge noch verteilen konnten»

Mit Unterstützung der lokalen Verwaltung fanden die Mitarbeitenden der Organisation Wege, um in den Baumschulen sicher zu arbeiten. Sie richteten Handwaschanlagen ein und erstellten einen Plan, der es den Verantwortlichen der 241 Agrarökologie-Gruppen ermöglichte, die Anzahl der Setzlinge zu erfassen, welche die Landwirt/innen benötigten, erzählt Mulaeh.

In Bezug auf die physische Distanz fügt sie hinzu: «Wir entwickelten eine Methode, bei der die Projektteams die Setzlinge an einen bestimmten Ort ablegten, wo sie danach von den Leuten abgeholt werden konnten, jeweils von drei Bäuerinnen und Bauern auf einmal.

Wir arbeiten auch in Schulen, wo wir den Schüler/innen beibringen, wie man Waldgärten und biologisch-dynamische Gemüsegärten anlegt», sagt Mulaeh und fügt hinzu: «Dieses Jahr planten wir, mit 18 Schulen zu arbeiten, aber wir mussten die Initiative wegen Covid-19 stoppen.»

Friedensprogramme und Solidaritätsgruppen leiden unter Versammlungsverbot

Die in Nairobi wohnhafte Koordinatorin erzählt aber auch, dass die Covid-19-Krise die Friedensförderungsprogramme der Fastenaktion, in denen Mitglieder von Gemeinschaften zum «Dialog über die Nutzung ihrer Ressourcen» zusammenkommen, «enorm beeinträchtigt» habe.

«An diesen Programmen nehmen etwa 200 Personen teil, die sich mindestens einmal alle drei Monate treffen, um konfliktive Themen wie Wasser und Weideland zu diskutieren», sagte Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.

Die Pandemie hat sich auch auf die Aktivitäten der 69 Spargruppen negativ ausgewirkt, die Fastenaktion in Kenya unterstützt, da deren Arbeitsweise es erfordert, dass sich die 15 Mitglieder jeder Gruppe jeweils physisch treffen, um ihre Beiträge in die gemeinsame Kasse einzuzahlen und Kredite zu vergeben.

«Um die Spargruppen funktionsfähig zu halten, musste die Koordination der Fastenaktion in Kenya Anpassungen vornehmen und den Gebrauch von Mobiltelefonen einführen, um den Verantwortlichen der Gruppen die Vergabe von Krediten zu ermöglichen», erklärt Mulaeh und ergänzt, dass die Ausbildung zur Methode der Spargruppen nach wie vor unterbrochen sei.

Zusammenarbeit innerhalb der katholischen Kirche und darüber hinaus

Die Koordinatorin gibt auch bekannt, dass Fastenaktion plant, die Katholische Bischofskonferenz von Kenya (KCCB) mit 20 000,00 US-Dollar zu unterstützen. Dies als Antwort auf den aktuellen Appell der Bischöfe, die Millionen von Menschen erreichen wollten, die von der Covid-19-Krise und den Überschwemmungen betroffen sind.

Mulaeh vertrat Fastenaktion übrigens auch bei der allerersten Agrarökologie-Konferenz 2019 in Kenya, die beschloss, sich von der Soziallehre der katholischen Kirche inspirieren zu lassen und verschiedene Akteur/innen – insbesondere junge Menschen – zu gewinnen, mit dieser Methode die Ernährungssicherheit und den Umweltschutz in dem ostafrikanischen Land zu verbessern.

Die Organisation Fastenaktion hat ihren Sitz in Luzern, in der Schweiz, und arbeitet unter dem Motto «Wir teilen». Sie stärkt Initiativen, «in denen Menschen und Gemeinschaften unterschiedlicher konfessioneller und religiöser Ausrichtung sich einsetzen für die Beseitigung der Armut, für globale Gerechtigkeit sowie die Schaffung sicherer Lebensgrundlagen». Das katholische Hilfswerk arbeitet in Partnerschaft mit lokalen Organisationen in 14 Ländern sowie in der Schweiz.

*ACI Africa ist eine neue afrikanische Medienagentur im Dienste der Kirchen in Afrika, basiert in Nairobi.
Übersetzt und bearbeitet von Blanca Steinmann

Artikel Original auf Englisch

Fastenaktion plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können. 

Um diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende. 

Unterstützen Sie die Bäuerinnen und Bauern in Kenya - gerade jetzt!

Wählen Sie hier den Betrag, den Sie spenden möchten

Essbare Wälder und Küchengärten

Das Bistum Nyahururu liegt nordwestlich von Nairobi am Fuss der Aberdarekette. Die junge Diözese umfasst ein Gebiet von einem Viertel der Fläche der Schweiz. Besonders die Gebiete in den weiten Ebenen sind teilweise sehr trocken und werden von verschiedensten Volksgruppen besiedelt. Die Menschen leben fast ausschliesslich von Ackerbau oder Viehzucht. Regelmässige Ernteausfällen wegen dem Klimawandel, immer kleinere Anbauflächen, Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut und Kunstdünger sowie Ausbeutung durch Geldverleiher führen dazu, dass sich Kleinbauern und Kleinbäuerinnen immer stärker verschulden und sich oft nicht einmal selber ernähren können.

Mehr zum erfolgreichen Einsatz der Agrarökologie im Programm Fastenaktion in Kenia sehen Sie hier (Deutsch)

Wie sieht diese Arbeit nun in Zeiten von Corona aus? Machen Sie sich hier ein Bild:

«Im Fluss leben auch Krokodile. Es ist jedoch die einzige Wasserquelle, die wir haben; man muss mehrere Kilometer gehen, um eine andere zu finden», sagt Paulette Rasoanivo. Sie und die Bewohnerinnen und Bewohner von Taratasy mobilisieren sich, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Vom Zusammenhalt der Gruppe hängt ihr Überleben ab.

In Taratasy leben 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Eine fünfköpfige Familie verfügt über ein Einkommen von weniger als einem Euro pro Tag.

Doch allmählich lebt das Dorf an der Ostküste Madagaskars auf – dank dem der Fastenaktion entwickelten Projekt «Tsinjo Aina».

Bedrohte Lebensgrundlagen

Die Lage von Taratasy entlang des Flusses Namandrahana beeinträchtigt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Dorfes: Der Bewässerungskanal der Reisfelder ist oft von Unkraut und wuchernden Pflanzen verstopft. Bei Regen werden die Kulturen überschwemmt. Weil es an einer Infrastruktur für das Trinkwasser fehlt, muss sich die Bevölkerung mit dem verschmutzten Wasser des Flusses begnügen.

«Im Fluss leben auch Krokodile. Es ist jedoch die einzige Wasserquelle, die wir haben; man muss mehrere Kilometer gehen, um eine andere zu finden».

Das sagt Paulette Rasoanivo. Die 49-Jährige ist eine der Verantwortlichen der Gruppe Fizai, die in Taratasy im Rahmen des Projekts «Tsinjo Aina» ins Leben gerufen wurde. Ziel: sich mit gemeinsamen Ersparnissen aus der Verschuldung befreien.

Dank der Gruppe organisieren sich die Mitglieder und denken sich gemeinsam Lösungen für die Probleme aus. Im konkreten Fall versammelten die Mitglieder der Sparkassen die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes. Zusammen diskutierten sie über die Schaffung eines Komitees, das für den Unterhalt des Kanals zuständig ist und dessen Regel mässige Säuberung sicherstellt. Schliesslich bildete sich eine Gruppe von rund 20 Personen.

«Verantwortungsbewusstsein geweckt»

Paulin Célestin, ein weiteres Mitglied der Gruppe, kommentiert die Resultate:

 «Seit es die Gruppe gibt, sind die Hochwasserschäden viel geringer. Und diese Initiative weckte das Verantwortungsbewusstsein der Bauernfamilien. Es hat sich gezeigt, dass nur Einigkeit stark macht.»

Die Mitarbeitenden des Projekts haben den Frauen und Männern geholfen, Unterstützung zu finden, um Zugang zu Trinkwasser zu erhalten. Eine lokale NGO hat auf Anfrage den Bau eines Brunnens im Dorfzentrum finanziert.

Dank der Mobilisierung der Bewohnerinnen und Bewohner verfügt Taratasy heute über zwei Brunnen. Das Dorf hat auch ein solidarisches Sparsystem eingerichtet. Das Ziel ist, sich gegenseitig kostenlose Darlehen zu ermöglichen und die Geldverleiher und ihre hohen Zinsen zu umgehen. Da Rasoanivo schuldenfrei wurde und sich ihre Körbe auf dem lokalen Markt gut verkauften, konnte sie einen kleinen Laden mit Produkten für den täglichen Bedarf eröffnen. Sie erzielt damit ein Einkommen, das die Lebensqualität ihrer Familie mit vier Kindern entscheidend verbessert.

«Tsinjo Aina verhalf mir zu einem erfüllten Leben. Zusammen mit der Gruppe kann ich Projekte entwickeln und über meine Grenzen hinausgehen», sagt Harivola Rasamizanany.

Nur Einigkeit macht stark Die Bewohnerinnen und Bewohner von Taratasy mobilisieren sich, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Vom Zusammenhalt der Gruppe hängt ihr Überleben ab.