Am 30. September findet die nationale Klimademo in Bern statt. Fastenaktion trägt die Aktion als Mitglied der Klima-Allianz  mit. Die Klimakrise bedroht die Menschen in den Programmländern von Fastenaktion jedes Jahr stärker. Diese globale Herausforderung braucht Lösungen auch auf politischer Ebene. Darum setzen wir uns in der Schweiz und im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen für eine ambitionierte und gerechte Klimapolitik ein. 

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Gemeinsam mit über 140 Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz und mit der Klimabewegung fordert Fastenaktion mehr Klimagerechtigkeit: Die grössten Verursacher:innen der Klimakrise müssen ihre Verantwortung wahrnehmen! 

Jahrzehntelanger Einsatz für Klimagerechtigkeit 

Seit der ersten Klimakampagne 1989 setzt sich Fastenaktion öffentlich für Klimagerechtigkeit ein. Von unseren Partnerorganisationen in den Programmländern wissen wir: Es sind die ärmsten Menschen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden. Immer stärkere Taifune auf den Philippinen, Dürren in Burkina Faso oder häufigere Starkniederschläge in Laos sind nur einige Beispiele und führen zu mehr Hunger. Ungerecht daran ist, dass die Betroffenen in diesen Ländern nicht zu den Verursacher:innen der Krise gehören. Doch sie müssen die Folgen tragen, weil ihnen die Mittel zur Anpassung fehlen. Verursacht wird die Klimaerwärmung durch reiche Menschen, die mit grossem ökologischem Fussabdruck leben. 

Weckruf des Weltklimarats 

Der beste Moment zu handeln wäre gestern gewesen – der zweitbeste Moment ist heute. Dieses Fazit kann man aus den Berichten des Weltklimarats ziehen. Wenn wir die schlimmsten Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung abwenden wollen, müssen die globalen Emissionen an Treibhausgasen bis 2030 auf 50 Prozent gegenüber 1990 sinken. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss global und in der Schweiz noch einiges passieren. 

Am 30. September gemeinsam für Klimagerechtigkeit

Wir wissen, dass politische Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz wichtig und notwendig sind. Die Schweiz muss ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 auf Netto-Null senken. Eine Lösung ist noch möglich, wenn wir jetzt handeln. Die Zeit drängt. Deshalb helft mit, am 30. September ein Zeichen zu setzen: Kommt alle nach Bern – für mehr Klimagerechtigkeit! Zeigen wir, dass uns Klimaschutz am Herzen liegt und dass wir Lösungen von der Politik erwarten. 

Setzen wir gemeinsam ein Zeichen an der Klimademo – für mehr Klimagerechtigkeit!
Weitere Informationen zur Klimademo finden Sie hier. 

Zehntausende Demonstrierende standen 2019 vor dem Bundeshaus für Klimagerechtigkeit ein.
Die letzte nationale Klimademo im Jahr 2019 mobilisierte zehntausende Menschen, die mehr Klimagerechtigkeit forderten.

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Das Ja des Schweizer Stimmvolks zum Klimaschutz-Gesetz heute Sonntag ist ein lang notwendiger Schritt für mehr Klimagerechtigkeit. Die Stimmberechtigten wollen, dass die Schweiz Verantwortung für mehr Klimaschutz übernimmt. Und dies ist dringend notwendig, denn die Klimakrise ist Realität und führt zu Hunger. 

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Von den Folgen der Klimaerwärmung sind besonders stark Menschen betroffen, die in Armut leben und wenig zur Problematik beigetragen haben. Es sind die ärmsten Menschen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden. Der Hunger nimmt als Folge drastisch zu. Diese sehen wir bei Fastenaktion in unserer täglichen Arbeit. Darum braucht es mehr Klimagerechtigkeit. 

Ein erster Schritt

Das heutige Ja zeigt, dass eine Mehrheit der Menschen in der Schweiz vor der Bedrohung durch die Klimakrise nicht länger die Augen verschliessen will. Konkrete Massnahmen, um unseren CO2-Ausstoss zu senken, können endlich angegangen werden. Dazu zählen nächste Schritte für mehr Klimagerechtigkeit. Aber es ist noch ein langer Weg zu einer sozialen, ökologischen und klimagerechten Gesellschaft. 

Klimagerechtigkeit für weniger Hunger 

Gehen wir gemeinsam diesen Weg – für uns, für die nächste Generation und insbesondere auch für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Denn nur wenn Länder wie die Schweiz ihre Verantwortung wahrnehmen, können die Folgen der Klimakrise abgeschwächt werden und die Nahrungsmittelsicherheit erhöht werden. 

Ziel Netto-Null bis 2040

Ja, das Klimaschutz-Gesetz ist ein erster Schritt – doch den Weg müssen wir konsequent gehen. Um das Pariser Klimaabkommen noch einhalten zu können, muss es schneller vorwärtsgehen – Netto-NullEmissionen bis 2040 muss das Ziel sein. Komm deshalb mit uns am 30. September an die nationale Klimademo in Bern und stehe mit uns für Klimagerechtigkeit ein.

Fastenaktion setzt sich für eine gerechtere Welt und die Überwindung von Hunger und Armut ein. Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit für mehr Klimagerechtigkeit.

Ein Mann steht neben einem Mangobaum, der vertrocknet und blattlos ist. Er blickt auf das Maniokfeld am Boden.
In Madagaskar werden die Dürren wegen der Klimakrise immer länger und lösen Hunger aus.

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Am 20. Mai sind rund 150 Menschen zum Morteratsch-Gletscher gewandert. Die Gletscher-Zeremonie war ein schöner, aber zugleich auch trauriger Anlass. Die Anwesenden haben gezeigt, dass die Menschen in der Schweiz verstehen: Die Schweizer Klimapolitik ist relevant für in Armut lebende Menschen weltweit.

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Im Sinne der Klimagerechtigkeit sollen nach dem Verursacher:innenprinzip  jene Länder, Unternehmen und Menschen, welche die Hauptursache der Erderwärmung sind, die entsprechende Verantwortung übernehmen. Von den Auswirkungen der Klimaerwärmung sind besonders stark Menschen betroffen, die in Armut leben und wenig zur Problematik beigetragen haben. Es sind also die ärmsten Menschen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden. Der Hunger nimmt als Folge drastisch zu. 

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache und … 

Laut einem Bericht des Stockholm Environment Institute und Oxfam aus dem Jahr 2020 sind die reichsten 10 Prozent der Welt für etwa die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Die Superreichen, das oberste Prozent sind gar für 15 Prozent der Emissionen verantwortlich. Das ist doppelt so viel wie die ärmsten 50 Prozent der Welt, die gerade mal 7 Prozent der Emissionen verursachen. 

… fordern zum Handeln auf. 

Die Schweiz muss sich – aus Verantwortung und im eigenen Interesse – zum Klimaabkommen von Paris bekennen und bis 2040 Netto-Null Emissionen erreichen. Es braucht ein JA zum Klimaschutz-Gesetz: für uns, für unsere Kinder und Enkel. Und für Menschen, die weit weg von hier leben, aber die Auswirkungen unserer politischen Entscheidungen tagtäglich spüren.  

Fastenaktion setzt sich für eine gerechtere Welt und die Überwindung von Hunger und Armut ein. Darum sagen wir JA zum Klimaschutz-Gesetz am 18. Juni!

Am 20. Mai haben wir eine Gletscherzeremonie für ein JA zum Klimaschutz-Gesetz organisiert.

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Am 18. Juni stimmen wir über das Klimaschutz-Gesetz ab. Das hat der Bundesrat heute bekannt gegeben. Bei der Abstimmung können wir das Schweizer Klimaziel «Netto Null 2050» ermöglichen. Dieser Schritt für mehr Klimagerechtigkeit braucht unser aller klares JA. Denn die ärmsten Menschen leiden bereits jetzt am stärksten unter der Klimakrise.

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

Menschen im Süden tragen die grösste Last

Das Abkommen von Paris ist für viele Menschen weltweit eine Art Rettungsring. Es ist die letzte Hoffnung, dass die globale Klimaerwärmung noch gestoppt werden kann. Sie offenbart sich in Hitzewellen, Waldbränden, schmelzenden Gletschern, Dürren, Überschwemmungen, ansteigendem Meeresspiegel und weiteren Wetterextremen. Die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen sind dadurch bedroht. Und die Klimakrise ist auch eine soziale Krise. In Armut lebende Menschen, unter anderem in den Projektländern von Fastenaktion, tragen die Hauptlast – ohne das Problem verursacht zu haben. In vielen Situationen erleben Frauen klimabedingte Stresssituationen überdurchschnittlich stark, etwa weil sie längere Wege für Trinkwasser gehen müssen. Menschen, die in Armut leben, fehlen die Mittel zur Anpassung an neue klimatische Realitäten. Die Folgen sind Hunger, Konflikte und Migrationsdruck. Das Recht auf ein Leben in Würde und ohne Hunger ist von der Klimakrise bedroht.

Die industrialisierten Länder nehmen ihre Verantwortung erst ansatzweise wahr und treiben den Klimawandel weiter voran. Das Klimaschutz-Gesetz bietet die Chance, hier einen Schritt zu tun und Verantwortung wahrzunehmen. Und deshalb engagieren wir uns im Namen der in Armut lebenden Menschen als Fastenaktion für das Klimaschutz-Gesetz.

Ein Bild einer Gletscherwanderung am Morteratschgletscher. Die Wanderung fand im Rahmen einer Aktion für ein JA zum Klimaschutz-Gesetz statt.
Am 20. Mai haben wir am Morteratschgletscher eine Aktion für ein JA zum Klimaschutz-Gesetz organisiert.

Das Klimaschutz-Gesetz (indirekter Gegenvorschlag Gletscher-Initiative) ist eine Art «letzte Chance», um Klimagerechtigkeit voranzubringen. Es geht um die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris. Die Schweiz hat dieses Abkommen ratifiziert. Es hat zum Ziel, die globale Klimaerwärmung auf 1.5 Grad Celsius zu begrenzen. Das vorliegende Gesetz enthält Massnahmen, wie die Schweiz zu diesem Abkommen beitragen soll.

Ein Ja für mehr Gerechtigkeit

Wir engagieren  uns in der Koalition Christ:innen für Klimaschutz und mit dem Verein Klimaschutz für mehr Klimagerechtigkeit. Fastenaktion trägt mit dem Einsatz die wichtigen Stimmen der Menschen vom globalen Süden in die Schweiz. Verschliessen Sie nicht die Augen vor der Ungerechtigkeit – Sagen Sie JA am 18. Juni 2023 zum Klimaschutz-Gesetz!

Die Medienmitteilung der Koalition Christ:innen für Klimaschutz finden Sie hier.

Fastenaktion sagt im Namen der in Armut lebenden Menschen JA zum Klimaschutz-Gesetz.

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Bericht des Weltklimarats zeigt: Die Staaten müssen endlich entschlossen handeln. Fastenaktion setzt sich auf verschiedenen Ebenen dafür ein.
Heute hat der Weltklimarat in Interlaken seinen zusammenfassenden Bericht veröffentlicht. Der Bericht zeigt: Die Staaten müssen endlich Verantwortung übernehmen und entschlossen handeln. Denn die Klimakrise trifft die Ärmsten besonders hart. Dies sieht Fastenaktion in seiner täglichen Arbeit.

Ein Kommentar von Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion

Nach mehreren umfangreichen Klimastudien (IPCC AR6) und Sonderberichten unter der Beteiligung von tausenden von Klimaforscher:innen aus aller Welt, hat der Weltklimarat (IPCC) heute Montag in Interlaken seine Schlussfolgerungen aus diesen Berichten, sowie seine Empfehlungen vorgelegt. Das, was wir heute vom IPCC hören, ist die wissenschaftliche Grundlage zum Handeln für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Der Klimawandel, wie wir ihn heute bereits erleben, führt zu Schäden, Verlusten und Armut. Wir bei Fastenaktion versuchen, mit unserer Arbeit und auch mit Nothilfe diesen Auswirkungen zu begegnen. Denn zu den Hauptleidtragenden gehören auch die Menschen in den Projektländern von Fastenaktion. Das sieht auch der Weltklimarat so: «Dies hat zu weitverbreiteten nachteiligen Folgen und damit verbundenen Verlusten und Schäden für Natur und Menschen geführt. Verwundbare Bevölkerungsgruppen, die historisch am wenigsten zum aktuellen Klimawandel beigetragen haben, sind unverhältnismässig stark betroffen.» Diese Hilfe wird in Zukunft immer wichtiger und braucht Entwicklungs- sowie Klimafinanzierung.

Klimakrise trifft die Ärmsten am stärksten

Der IPCC weist wie Fastenaktion in seinem Bericht «Das entscheidende Jahrzehnt» erneut darauf hin, dass entschlossenes Handeln in den nächsten sieben Jahren bis 2030 entscheidend ist für das Wohl von uns allen – aber insbesondere für die Menschen im globalen Süden. Der IPCC und Fastenaktion fordern die Einhaltung des jährlich schrumpfenden Restbudgets an CO2. Der Klimawandel betrifft alle Menschen, aber die Folgen für die Ärmsten sind am dramatischsten. In unserer täglichen Arbeit bei Fastenaktion sehen wir das Leid und den Hunger, welche die Klimakrise hervorrufen. Der Bericht des Weltklimarats ist hier eindeutig: Jede zusätzliche Tonne CO2 führt zu mehr Dürren, mehr zerstörerischen Stürmen und weiter ansteigenden Meeren.

Aus fossilen Brennstoffen aussteigen

Der IPCC hat uns heute zudem nochmal deutlich gemacht, dass wir immer noch eine Chance haben die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Politiker:innen, die das als unrealistisch oder hoffnungslos bezeichnen, offenbaren ihre Unverantwortlichkeit und ihren Unwillen, angemessen und zum Wohle aller zu handeln. Leider ist dies die Realität, mit der wir konfrontiert sind. Entsprechend zeigt der IPCC-Bericht, dass Regierungen immer noch mehr Geld für die fossile Wirtschaft ausgeben als für Anpassung und Abmilderung des Klimawandels.

Der Bericht lässt meiner Meinung nach nur einen Schluss zu: Der sofortige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, um unter 1,5 Grad Celsius globaler Erwärmung zu bleiben. Für diesen Ausstieg sieht der Bericht nur noch wenige Jahre Zeit, sofern wir grosses Leid vermeiden und ein Überleben der Menschheit unter würdigen Bedingungen sichern wollen. Dazu der Weltklimarat in seinem Bericht: «Das Zeitfenster, in dem eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für alle gesichert werden kann, schließt sich rapide.»

Wir können handeln

Solch eine Zukunft in Sicherheit wird unmöglich sein, wenn wir nicht aus den fossilen Brennstoffen aussteigen. Das gilt zuallererst für reiche Länder wie die Schweiz. Sowohl die Landesregierung, die Kantone, aber auch wir alle können handeln. Dieses Jahr zum Beispiel mit einem klaren «Ja zum Klimaschutzgesetz» am 18. Juni.

Denn die Schweiz kann sich mit hundert Prozent erneuerbarer Energie versorgen und ihre Landwirtschaft klimaneutral ausrichten. Es gibt keinen Grund weiterhin Kohle, Öl und Gas zu nutzen oder in anderen Ländern Regenwälder für unseren Konsum abzuholzen.

Die Hauptaussagen des Weltklimarat-Berichts finden Sie hier auf Deutsch.

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Eine symbolische Gedenkfeier für den schmelzenden Pizolgletscher im Rahmen einer Aktion für die Gletscher-Initiative.

Wetterextreme nehmen weltweit zu – in Häufigkeit und Intensität. Betroffen sind alle Weltregionen. In Armut lebende Menschen spüren die Folgen am stärksten. Sie sind die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen. Um sie zu schützen, muss das Klima geschützt werden. Dieses Jahr kann die Schweiz einen Schritt Richtung Klimaschutz machen.

Ein Kommentar von Stefan Salzmann, Fachexperte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

«Die Klimakrise schafft Ungerechtigkeit: Von den Auswirkungen der Klimaerwärmung sind insbesondere Menschen betroffen, die wenig zur Problematik beigetragen haben. Sie verfügen nicht über die finanziellen Mittel für nötige Schutz- und Anpassungsmassnahmen. Auch die immensen Kosten, um bereits entstandene Schäden zu beseitigen, übersteigen ihre finanziellen Möglichkeiten bei weitem. Klimagerechtigkeit bedeutet, dass Länder, Unternehmen und Menschen, die die Hauptverursacherinnen der Klimakrise sind, auch für deren Folgen und Schäden aufkommen. Zudem müssen sie in der Reduktion von Treibhausgasemissionen vorangehen. Sie stehen in der Verantwortung, sie müssen und sie können handeln.

Der Experte für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion erklärt , warum die Schweiz im Jahr 2023 einen Schritt Richtung Klimaschutz machen kann.

Kein Vorwärtskommen an der Klimakonferenz in Ägypten

Die Resultate der 27. Uno-Klimakonferenz im November 2022 in Sharm El Sheikh, Ägypten, haben keine Fortschritte gebracht. Angesichts der bestehenden Dringlichkeit, gegen die Klimaerhitzung vorzugehen, sind die Resultate dieser Konferenz enttäuschend. Nur in einem Punkt haben die Verhandlungen einen Schritt in Richtung hin zu mehr Klimagerechtigkeit gemacht. Die Errichtung eines neuen Fonds für klimabedingte Schäden und Verluste wurde beschlossen. Dieser Fonds ist dringend nötig, um Menschen, die als Folge der Klimaerhitzung ihr Hab und Gut verloren haben, zu unterstützen. Noch unklar ist, wie die notwendigen finanziellen Mittel zusammenkommen werden. Kompensationszahlungen sind aber nur ein Teil der Klimagerechtigkeit. Wichtig ist, dass die Klimaerhitzung nicht weiter zunimmt. Sie soll auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Dafür müssen wir unsere Treibhausgasemissionen reduzieren. Hier kommt der CO2-Ausstoss in der Schweiz ins Spiel.

Ein Schritt zum Klimaschutz in der Schweiz

In der Schweiz hat eine entscheidende Phase begonnen. Das sogenannte Klimaschutz-Gesetz (der indirekte Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative) liegt bereit. Damit übernimmt die Schweiz Verantwortung – auch in Bezug auf die Klimagerechtigkeit. Es enthält unter anderem konkrete Reduktionsziele zum CO2-Ausstoss. Es sorgt für einen besseren Klimaschutz, mehr Innovation und Energiesicherheit in der Schweiz. Und wer kann gegen den Schutz des Klimas und mehr Sicherheit sein? Klimaschutz kommt letztlich allen zugute – uns hier im eigenen Land, doch vor allem den Menschen im globalen Süden, die schon jetzt unter den Folgen der Klimakrise leiden.»

Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit im Bereich Klima- und Energiegerechtigkeit.

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Stephanie Rauer bietet Kurse zu Permakultur an und berät bei der Anlage von Schulgärten und essbaren Gärten.

Nicht nur in den Projekten von Fastenaktion werden sogenannte «Food Forest» angelegt. Auch im Tessin wächst dank der Initiative einiger Lehrer:innen seit September 2022 solch ein Waldgarten in der Grundschule San Nazzaro. Die Begeisterung darüber ist ansteckend.

Wir alle haben einen Traum in der Schublade, von dem wir hoffen, dass wir ihn früher oder später verwirklichen können. Doch zu oft bleibt er leider in der Schublade verschlossen. Nicht so in der Grundschule San Nazzaro, hier ist der Traum vieler Kinder Wirklichkeit geworden. Alles begann mit der Idee einiger Lehrer:innen, einen Gemüsegarten an der Schule anzulegen. So wandten sie sich an den Verein «Ortoascuola». Doch im Verlauf der Planung hat sich die ursprüngliche Idee weiterentwickelt, auch dank der Unterstützung von Stephanie Rauer, einer Permakultur-Designerin aus der italienischen Schweiz. Das Projekt startete im September 2022 mit drei Klassen. Die Initiative hat Schülerinnen und Schüler, Lehrer:innen und die ganze Gemeinde angesteckt: Sie alle sind von dem Projekt begeistert und kümmern sich liebevoll um den noch jungen Waldgarten.

Nicht nur in den Projekten von Fastenaktion werden sog. «Food Forest» angelegt, auch im Tessin wächst solch ein Waldgarten in der Grundschule San Nazzaro.

Das Leben um uns herum kennen- und lieben lernen

«Zunächst haben wir eine Analyse zu den Bedürfnissen und Träumen aller Beteiligten, der Ressourcen des gewählten Ortes und der dort lebenden Menschen durchgeführt», erklärt Stephanie. So entdeckten die Schüler:innen, wie viel Magie um sie herum schlummert, und erfuhren, dass es in einer Handvoll Erde mehr Lebewesen als Menschen auf dem gesamten Planeten gibt. «Dann haben wir beobachtet, was uns zur Verfügung steht, ob es Wasser und Sonne gibt», fügt sie an. In San Nazzaro wurden Hochbeete angelegt, in die der von der Gemeinde bereitgestellte Kompost eingebracht wurde. In den Beeten wurde ein Wintergarten mit verschiedenen Salat- und Gemüsesorten gepflanzt, die so üppig gedeihen, dass noch im Herbst die erste Ernte eingefahren werden konnte. Die Zufriedenheit der Schüler:innen ist gross, und sie haben beschlossen, ihren Garten «Kiwi-Garten» zu nennen. Anfang März wird der zweite Teil des Projekts mit der Anpflanzung von Obststauden beginnen. Bäume, Kletterpflanzen, Sträucher, Kräuter und Gemüse werden gemeinsam, wenn auch auf verschiedenen Ebenen, kultiviert und bilden einen Mini-Lebensmittelwald. Ein essbarer Wald, in dem die Kinder spielen und die gewachsenen Früchte wie Äpfel, Kiwis, Heidelbeeren, Erdbeeren und Himbeeren geniessen können. Ausserdem gibt es einen Lehrpfad zur biologischen Vielfalt mit einheimischen Wildblumen, die Insekten zur Nahrung dienen.

Den Kontakt zur Natur wiederentdecken

«Als Journalistin und Filmemacherin bin ich viel gereist und habe verschiedene Realitäten kennengelernt. Mir ist klargeworden, dass wir innerhalb von zwei Generationen das Know-how verloren haben, unsere Lebensmittel selbst zu produzieren», sagt Stephanie. Im Jahr 2013 entdeckte sie zufällig die Permakultur, die sie lehrte, dass alles miteinander verbunden ist und dass angesichts der heutigen Herausforderungen für die Menschheit jede:r von uns etwas bewirken kann. Jedes Projekt, jede menschliche Handlung muss ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltig sein. Dabei sollen drei ethische Grundsätze beachtet werden: Sorge für die Erde, Sorge für die Menschen und gerechte Verteilung der Überschüsse. Auf diese Weise ist es möglich, die Bedürfnisse von allen zu befriedigen und gleichzeitig die Ressourcen unseres Planeten für künftige Generationen zu erhalten.

Weitere Informationen finden sie hier: www.gioca-permacultura.ch

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Indem Brasilien tiefere Klimaziele einreicht, unterläuft das Land das Pariser Klimaabkommen. Die brasilianischen Partnerorganisationen der Fastenaktion wehren sich nun.

Zur Begrenzung der Klimaerwärmung sieht das Pariser Klimaabkommen vor, dass die Staatengemeinschaft alle fünf Jahre ihre Ziele steigert. Brasilen aber bricht mit dem Geist der Pariser Verträge und hat tiefere Klimaziele eingereicht. Dies berichtet unsere Partnerorganisation aus Brasilien.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015, versprachen die beteiligten 195 Staaten, dass sie in ihrem Land Massnahmen treffen, um die Klimaerwärmung zu verhindern. Alle fünf Jahre gibt jeder Staat seine Klimaziele bekannt. Und alle fünf Jahre müssen diese Ziele ambitionierter werden und wirksamere Massnahmen nach sich ziehen. Denn nur so kann gemeinsam verhindert werden, dass die Klimaerwärmung über 2 Grad Celsius steigt.

Schweiz geht ersten Schritt

Im vergangenen Jahr 2020 mussten die Länder zum ersten Mal ihre neuen, ambitionierteren Klimaziele einreichen. Auf Grund der Pandemie wurde die Klimakonferenz verschoben. Erfreulich ist, dass die Schweiz ihrer Verpflichtung trotzdem nachgekommen ist und internationale Klimaziele analog dem revidierten CO2-Gesetz eingereicht hat. Diese sind aus Sicht der Fastenaktion nicht genügend, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Für Fastenaktion und seine Partnerorganisationen im globalen Süden ist in diesem Zusammenhang die Klimagerechtigkeit zentral: Die Bedürfnisse von in Armut lebenden Menschen sind zu berücksichtigen. Denn sie gehören nicht zu den Verursachern des Klimawandels, spüren aber dessen Folgen bereits ungleich stärker als wir in der Schweiz.

Der faule Trick der brasilianischen Regierung

Partnerorganisationen der Fastenaktion in Brasilien nehmen ihr eigenes Klimaziel genau unter die Lupe. In Brasilien ist dies besonders wichtig, da die Bekämpfung des Klimawandels eng mit der Bewahrung des Amazonas und der Lebensgrundlage seiner Bewohner verknüpft ist. Sie haben das neue brasilianische Klimaziel analysiert, welches – wie das Schweizer Klimaziel – im Dezember 2020 offiziell eingereicht wurde. Dabei mussten sie feststellen, dass im Klimaziel von Brasilien eine Ambitionsminderung versteckt wurde: Brasilien hat zwar sein Reduktionsziel nicht verändert, aber es hat die Baseline – die Treibhausgasemissionen im Basisjahr 2005, auf denen die Berechnungen beruhen – deutlich erhöht. Das bedeutet: Die Regierung von Präsident Bolsonaro muss aufgrund dieser neuen Berechnung deutlich weniger Treibhausgase vermeiden, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen.

Zivilgesellschaft wehrt sich

Fastenaktion und seine Partnerorganisationen in Brasilien sehen die Klimaziel-Eingabe deshalb als Bruch der Pariser Klimaverträge. Es besteht zudem die Gefahr, dass andere Länder dem Beispiel von Brasilien folgen, was für die Bekämpfung der Klimaerwärmung verheerend wäre.

Die brasilianischen Partner haben sich an das Climate Action Network CAN gewandt, den weltweiten Zusammenschluss von 1300 Organisationen, die sich gegen den Klimawandel einsetzen. CAN verfasste Ende Januar 2021 einen eindringlichen Brief an die Generalsekretärin und das Compliance-Komitee der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und macht auf diesen gefährlichen Präzedenzfall aufmerksam. CAN fordert, dass Brasilien, die Klimaziele bis zur Klimakonferenz im November 2021 nachbessert.

Fastenaktion hat sich zusätzlich mit einem Brief direkt an Bundesrätin Simonetta Sommaruga gewandt, welche die Schweiz an der Klimakonferenz 2021 in Glasgow vertreten wird. Wir bitten die Schweizer Regierung, sich dafür einzusetzen, dass solche tieferen Klimaziele nicht akzeptiert werden. Denn sie gefährden den Erfolg des Pariser Klimaabkommens.

Studie zu den aktualisierten Klimazielen in Brasilien – Englisch

 

Unterstützen Sie die Menschen, die sich in Brasilien für ihre Rechte einsetzen.

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Hinweis, Klimagespraeche

Bern/Luzern. Die KlimaGespräche stossen trotz der Corona-Krise auf Anklang. 2020 hat die aus England stammende Methode mehr als 200 Menschen in der ganzen Deutschschweiz dabei unterstützt, ihr Leben auf Klimakurs zu bringen und ihren CO2-Ausstoss zu reduzieren. Nun gehen die KlimaGespräche mit 27 neuen Moderatorinnen und Moderatoren an acht Orten und auch Online in die nächste Runde.

Viele Schweizerinnen und Schweizer machen sich Sorgen über den Klimawandel. Trotzdem sind die wenigsten bereit, ihren Lebensstil anzupassen und etwa auf das Auto, die Ferienwohnung, exotische Lebensmittel oder ein neues Handy zu verzichten. Dies zu ändern, ist das Ziel der KlimaGespräche. Die in Grossbritannien entwickelte Methode vereint technische und psychologische Aspekte und setzt auf die Dynamik und Unterstützung der Gruppe. Mit Erfolg: Untersuchungen zeigen, dass Menschen dank der KlimaGespräche ihren CO2-Ausstoss innert fünf Jahren um die Hälfte verringern konnten.

 Die Methode wird inzwischen in zahlreichen Ländern wie Frankreich, Grossbritannien, Holland und Kanada erfolgreich angewandt. 2019 lancierten HEKS und Fastenaktion die KlimaGespräche, die vom Bundesamt für Umwelt und verschiedenen Städten und Kantonen unterstützt werden, auch in der Deutschschweiz. Im vergangenen Jahr haben mehr als 200 Personen von St. Gallen über Zürich und Basel bis ins Wallis daran teilgenommen. Zudem wurden auch vier Online-Gespräche durchgeführt.

Wer an den KlimaGesprächen teilgenommen hat, kann sich im Anschluss selber zum Moderator oder zur Moderatorin ausbilden lassen. Dank 27 neu ausgebildeten Moderatorinnen und Moderatoren sollen mit einer neuen Serie von KlimaGesprächen auch 2021 möglichst viele Personen an acht Orten in der Deutschschweiz erreicht werden. Auch Online gibt es erneut mehrere Angebote.

Information allein reicht nicht

«Die KlimaGespräche setzen dort an, wo die Wissensvermittlung aufhört», sagt Daniel Wiederkehr, Verantwortlicher für die KlimaGespräche in der Deutschschweiz. Denn die Erfahrung der letzten Jahre zeige deutlich, dass Informationen über den Klimawandel allein nicht genügen, um Menschen zu Verhaltensveränderungen zu bewegen. «Es braucht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema», sagt Wiederkehr.

In Gruppen zu sechs bis zehn Personen und unter der Leitung von jeweils zwei ModeratorInnen analysieren die Teilnehmenden im Rahmen von sechs Gesprächsrunden die eigenen Gewohnheiten in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum und deren Folgen fürs Klima. Zudem setzen sie sich in den Gesprächen damit auseinander, wie sie auch ihr Umfeld für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisieren können.   

Gleichzeitig werden innere Prozesse wie Ängste und Motivation beleuchtet, die eine langfristige Verhaltensänderung erschweren können. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Widerständen und der Austausch in der Gruppe helfen, das Gefühl der Machtlosigkeit zu überwinden und zu einem Lebensstil zu finden, der eine langfristige Reduktion der CO2-Emissionen ermöglicht. «Die KlimaGespräche öffnen die Augen: Zusammenhänge werden klarer und ich komme auf Ideen, was ich als Einzelperson gegen den Klimawandel tun kann», fasst eine Teilnehmerin ihre Erfahrungen zusammen. «Wer etwas ändern möchte und den Dreh nicht schafft, ist hier genau richtig. Informationen und Austausch in einer guten Mischung, Ermutigung und gemeinsames Nachdenken bringen einen weiter», sagt eine andere Teilnehmerin.

Rückfragen und Auskünfte

Anmeldung für KlimaGespräche und mehr Information

Spenden Sie für Menschen, die unter dem Klimawandel leiden.

Stefan SalzmannStefan Salzmann

Es fällt schwer, nach den letzten Wochen über die Notwendigkeit zu schreiben, den Konsum zu reduzieren. Und dennoch müssen wir das tun, wenn wir die nächsten Krisen verhindern wollen: Die in vielen Ländern des Südens bereits akute Klimakrise, die Übernutzung natürlicher Ressourcen, der Verlust der Biodiversität.

Wir alle waren betroffen von den Corona-Herausforderungen und wir alle kennen andere, die es härter traf: Krankheit, Unsicherheit, Arbeitslosigkeit, Verschuldung. Meine Gedanken drehten sich für eine Weile weniger um die in Armut lebenden Menschen in fernen Ländern sondern um Familienmitglieder und Nachbarn – mir liebe Menschen die wir über Wochen nur am Telefon oder über den Gartenzaun hinweg sehen durften. Wir mussten uns zu Hause gegenseitig aushalten: Wir haben Homeschooling und Kinderbetreuung plötzlich ohne Unterstützung von KiTa und Fussballverein gemacht. Wir ertrugen die soziale Kontrolle der Nachbarn, die mitzählten, mit wie vielen Leuten ich mich auf der Strasse unterhielt oder wie nahe ich dem Handwerker kam, wenn ich ihm einen Kaffee offerierte. Aber es ging uns auch gut dabei.

Unser Land erholt sich langsam und ich bin froh um bisher gesunde Staatsfinanzen und um kreative Köpfe dank einem gutem Bildungssystem. Wir haben uns solidarisch gezeigt und auf diesem guten Gefühl schauen wir auf die bevorstehenden Herausforderungen zur Bewältigung der Krise.

Wir schaffen das!

Diese Bewältigung aber – dies mein Appell – sollte nicht darin bestehen, wieder zum gleichen Leben zurückzukehren. Und wenn ich «wir» schreibe, dann meine ich uns alle – mich, meine Familie, meine Nachbarn, Sie und die Anderen. Wir alle können an Samstagen im Wald spazieren statt shoppen gehen. Wir können zum Teil im Homeoffice arbeiten, anstatt jeden Tag zu pendeln. Wir halten internationale Sitzungen online ab statt ins Flugzeug zu steigen. Wir machen Velotouren statt Ausflüge ins Trampolin-Zentrum und ins Möbelgeschäft. Junge Menschen haben Solidarität gezeigt gegenüber Alten und Schwächeren, sich als verantwortungsvolle Bürger/innen bewiesen und Corona eingedämmt bevor es zu einer Überforderung unseres Gesundheitssystems kam. In der Klimakrise zählen die Jungen nun auf die Solidarität der Älteren – unser Lebensstil muss jetzt ändern nicht erst wenn die heute Jungen die Älteren sind.

Shopping, Geschäftsflüge und Spritzfahrten werden nicht verboten sein nach Corona, aber sie zu reduzieren, ist nicht nur der Weg aus der Corona-Krise – es trägt auch bei zur Lösung der Klimakrise bei. In vielen Programmländern der Fastenaktion zeigt der Klimawandel bereits verheerende Folgen für die Menschen, verstärkt Hunger, Armut und Migration. Von den neu zu entwickelnden Strategien wird abhängig sein, wie wir die Klimakrise bewältigen können.

Corona hat uns gezeigt, dass vieles möglich ist, was wir uns nicht vorstellen konnten.

Stefan Salzmann, Fachverantwortlicher Energie und Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion

 

 

Hinweis, Klimagespraeche

6 Tipps, um den Klimawandel zu stoppen

Zur Bewältigung von Krisen braucht sowohl Individuen wie sinnvolle politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Den Individuen kommt eine wichtige Rolle zu: Wir können unser Verhalten und unsere Handlungen steuern. 

1.Über eine kohlenstoffarme Zukunft nachdenken

Grundlage für ist Bewusstsein und Wissen über den eigenen Ressourcenverbrauch, seinen eigenen ökologischen Fussabdruck. Um mehr über diesen zu erfahren, kann sich dafür anmelden bei «Le climat entre nos mains». Es ist wichtig zu wissen, wo das eigene Verhalten am meisten Potential hat, den Ressourcenverbrauch zu verringern. Je schneller wir die wichtigen Schritte angehen, desto mehr hilft es der Umwelt, dem Klima und dadurch auch den Armen der Welt.
Oder melden Sie sich dazu für die Klimagespräche der Fastenaktion und HEKS an.

2. Energie zu Hause

Für den schweizerischen Durchschnitt gilt: Rund ein Drittel der Energie, die wir als Individuen verbrauchen, fällt beim Wohnen an, dafür brauchen wir Strom und fossile Energieträger. Daran etwas zu ändern ist schwierig und braucht eine langfristige Strategie und einen langen Atem. Dennoch kann man viel tun.

Mieter/innen

  • Ökostrom beziehen – jeder Anbieter bietet eine Auswahl. Erkundigen Sie sich und bezahlen Sie den Aufpreis.
  • Weniger heizen – ein Grad weniger reduziert den Fussabdruck um bis zu 6 Prozent: Heizung ausschalten, wenn man in die Ferien fährt; Fenster nur zum Lüften öffnen.
  • Führen Sie ein Gespräch mit ihrem Vermieter – und zeigen Sie sich als bewusste Konsumentin von Energie. Fragen Sie nach Heizsystem und Rohstoff für die Heizung, wann die Heizung eingesetzt wurde und wann Sie ersetzt werden muss. Wann wurde etwas getan für die Wärmedämmung in den Hauswänden? Gerade wenn die Antworten abweisend oder ausweichend sind, ist die Botschaft angekommen.

Hausbesitzer/innen

  • Suchen Sie nach einer Energieberatung in ihrer Umgebung. Fachexpert/innen werden ihr Haus anschauen, Kostenschätzungen machen und mögliche nächste Schritte mit Ihnen planen. Solche Beratungen machen Sinn, weil die Reihenfolge und Umfang von Massnahmen aufeinander abgestimmt sein sollten.

3. Reisen und Mobilität

Wir pendeln, machen Ferien, nehmen an Meetings von internationalen Netzwerken teil. Doch das heutige Ausmass an Mobilität ist nicht zukunftsfähig. Selbst wenn alle Fahrzeuge elektrisch betrieben würden, brauchen die Batterien grosse Mengen an seltenen Erden und Energie aus Kraftwerken.

  • Keine Flugreisen in Europa – den Zug nehmen auch wenn es teurer ist. Die Zugreise gehört mit zum Erlebnis – ein Buch lesen, sehen, wie sich draussen die Landschaft sich langsam verändert, erleben, wohin man sich bewegt.
  • Einen Tag Homeoffice machen, statt pendeln.
  • Im Zug zu Arbeit und unterwegs die Sozialen Medien bearbeiten – Zeit gewinnen und den vollen Zug aushalten, dafür Zeit gewinnen statt alleine im Auto die Ruhe zu geniessen.

4. Nahrung und Wasser

Zu diesem Thema hat Fastenaktion bereits viele Kampagnen organisiert. Hier ein paar konkrete Ratschläge, die Energie und Ressourcen sparen:

  • Kein Mineralwasser in Flaschen einkaufen.
  • Beim Einkauf: bio – lokal – saisonal.
  • Weniger Fleisch essen.
  • Weniger Produkte aus Übersee kaufen.
  • Weniger Fertigprodukte kaufen

5. Konsum und Abfall

  • Abfall trennen, auch Nespresso-Kapseln richtig entsorgen
  • Ein Gemüseabonnement oder der Einkauf im Hofladen hilft nicht nur, den Abfall zu reduzieren.
  • Besuchen Sie mal den nächsten Unverpackt-Laden – Sie finden ihn mit Google.
  • «Verpackungs-Fasten» geht, ist aber nicht einfach!

6. Weniger ist mehr – diskutieren mit Freunden und Familie

Die Gespräche darüber, wie man weniger Ressourcen verbrauchen kann, sind wichtig. Und sehr schwierig zugleich. Es gibt kein Rezept dafür. Ausser vielleicht dieses: positiv bleiben – von gewonnenen Momenten erzählen statt mahnend andere zum Verzicht erziehen wollen. Selbstbewusst bleiben, nicht moralisch werden. Die eigene Freude teilen statt neidisch wirken. Zuhören. Wir überzeugen nicht mit guten Argumenten sondern mit guten Geschichten.

Quelle: Klimagespräche, ein Projekt der Fastenaktion und Brot für Alle

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