Ein Drittel der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu gesunder Nahrung
Erschwerend kommt hinzu, dass sich (Stand 2022) 2.8 Milliarden Menschen keine gesunde, ausgewogene Ernährung leisten konnten – also dem Risiko von Mangel– oder Unterernährung ausgesetzt waren. Dies entspricht einem Drittel der Weltbevölkerung und betrifft besonders Menschen in ländlichen Gebieten einkommensschwacher Länder, darunter vor allem Frauen, Jugendliche und Kinder sowie Indigene. Obwohl in Afrika prozentual mehr Menschen unter Ernährungsunsicherheit leiden als irgendwo sonst in der Welt (58 Prozent), lebt aktuell die Mehrheit der Personen ohne genug zu essen in Asien.
Aufgrund all dieser Entwicklungen gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass auch 2030 noch rund 582 Millionen Menschen chronisch unterernährt sein werden, dann jedoch mehr als die Hälfte davon in Afrika. Dabei hatte sich die Weltgemeinschaft in der Agenda 2030 eigentlich zum Ziel gesetzt, den Hunger bis dahin weltweit zu besiegen.
Die Gründe für dieses Versagen sind vielfältig: gewalttätige Konflikte, Klimaerwärmung, wirtschaftliche Krisen und Ungleichheit, gestiegene Kosten für Lebensmittel, ein von wenigen mächtigen Agrarkonzernen kontrolliertes Produktions- und Ernährungssystem. Aber auch die fehlende politische Bereitschaft, genügend finanzielle Mittel einzusetzen, um das Problem systematisch anzugehen.
Immerhin gibt es auch Lichtblicke. So hat sich die schwere und moderate Ernährungsunsicherheit in Lateinamerika und in der Karibik seit 2021 deutlich reduziert (von 34 auf 28 Prozent der Bevölkerung). Auch gibt es weltweit weniger Kinder unter fünf Jahren, die unter chronischer Unterernährung und einer deswegen beeinträchtigten Entwicklung leiden.