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Hilfswerk wechselt nach 60 Jahren den Namen - Fastenopfer ist jetzt Fastenaktion

Seit dem 01. Januar 2022 heisst das Hilfswerk Fastenopfer neu Fastenaktion. Mit dem Namenswechsel wurde auch das Logo überarbeitet.  Fastenaktion setzt sich weiterhin für eine Welt ohne Hunger ein. Dies kommt auch im Motto der Organisation zum Ausdruck: «Gemeinsam Hunger beenden».

Das neue Logo ist eine Weiterentwicklung. Das Kreuz wird zum Menschen, so betont Fastenaktion die Menschlichkeit. Ein unterbrochener Kreis symbolisiert die ungerechte Welt. Damit ist das Logo auch ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln für mehr Gerechtigkeit. 

Den Wurzeln treu bleiben

Fastenaktion wurde als Fastenopfer in den 60er-Jahren von den Katholikinnen und Katholiken der Schweiz gegründet. Dies spiegelte sich auch im ursprünglichen Logo mit dem Kreuz wieder. Mit dem neuen Auftritt werden diese Wurzeln nicht verleugnet, aber für nicht kirchennahe Personen ist das Werk so dennoch anschlussfähig. Dieser Balanceakt wird mit einer sanften Renovation umgesetzt. Der Organisationsname der Suisse romande «Action de Carême» wird zum nationalen Namen. Auf Deutsch wandelt sich Fastenopfer zu Fastenaktion und auf Italienisch wird Sacrifcio Quaresimale zu Azione Quaresimale.

In diesem kurzen Video wird der neue Auftritt von Fastenaktion anschaulich erklärt. Eine ausführliche Erklärung ist, zudem im Magazin Perspektiven Nr. 3 auf Seite 9 zu finden.

Gemeinsam Hunger beenden

Fastenaktion setzt sich für benachteiligte Menschen im globalen Süden ein – für eine gerechtere Welt und die Überwindung von Hunger und Armut. Das Werk fördert soziale, kulturelle, politische, wirtschaftliche und auch individuelle Veränderungen hin zu einer nachhaltigen Lebensweise. Dafür arbeitet die Organisation mit Partnerorganisationen in 14 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie mit Organisationen in der Schweiz zusammen.

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Was Menschenrechte mit Nahrung zu tun haben

Heute, am 10. Dezember, ist der Tag der Menschenrechte. Fastenaktion setzt sich in seiner Arbeit stark für die Menschenrechte ein. Eines der Menschenrechte ist zum Beispiel das Recht auf Nahrung. Um dieses Recht weiter zu stärken, gibt es eine Erklärung der Vereinten Nationen zu den Rechten von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Ein Kommentar von Claudia Fuhrer, Fachexpertin Ernährungsgerechtigkeit, Fastenaktion

Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht
Anfangs der 2000er-Jahre gaben bäuerliche Organisationen den Anstoss für eine UNO-Erklärung zu Rechten von Kleinbauern und -bäuerinnen. Eine entsprechende Erklärung wurde schliesslich im Jahr 2018 unter dem Namen UNDROP verabschiedet. Die Erklärung basiert auf verschiedenen Menschenrechten und insbesondere auf dem Recht auf Nahrung. Die Grundlagen sind bereits bestehende internationale Rechte. Die Erklärung wurde mit den Hauptbetroffenen zusammen ausgearbeitet. Denn die bäuerlichen Organisationen waren in allen Verhandlungsrunden vertreten.

Eine UNO-Erklärung zum Schutz von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern
Die Erklärung hat zum Zweck, Kleinbauern und –bäuerinnen, Fischer*innen, Viehhalter*innen, Sammler*innen und Landarbeiter*innen besser zu schützen. Sie sind überdurchschnittlich von Hunger und Armut bedroht. Zudem wird durch die Erklärung ihre Schlüsselrolle bei der weltweiten Sicherung von Nahrung anerkannt. UNDROP beinhaltet auch eine Reihe von Verpflichtungen an die Staaten. So müssen Rechte wie beispielsweise zu Saatgut, Landbesitz und Miteinbezug von Betroffenen in Entscheidungen in nationale Gesetze und internationale Abkommen integriert werden.

Lokale Produktion ist wichtig
Doch leider ist dies nicht überall der Fall. Drei Jahre nach Verabschiedung von UNDROP ist es endlich Zeit, dass die Staaten ihrer Verpflichtung zur Umsetzung nachkommen. Covid-19 hat uns gezeigt, wie wichtig in Krisenzeiten lokale, von Bauern und Bäuerinnen produzierte Nahrungsmittel sind. Es braucht deshalb dringend eine Anerkennung und den Schutz dieser bäuerlichen Ernährungssysteme.

Schweiz muss endlich aktiv werden
Die Schweiz stimmte für Annahme der UNDROP und spielte während der Verhandlungen eine zentrale Rolle. Diese positive Rolle muss sich jetzt auch in einer konkreten Unterstützung für die Umsetzung der Erklärung auf nationaler und internationaler Ebene niederschlagen. Fastenopfer hat als Teil der Schweizer Koalition «Freunde der Deklaration» zusammen mit der Geneva Academy 2020 eine Studie herausgegeben, welche die Schweizer Aussenpolitik in Bezug auf ihre Kohärenz zu UNDROP analysiert und eine Reihe von Empfehlungen in den Bereichen Handel, Saatgut und internationalen Zusammenarbeit formuliert. Anlässlich des heutigen Menschenrechtstags werden diese Empfehlungen mit Vertreter*innen verschiedener Bundesämter und mit einigen Parlamentarier*innen diskutiert und vertieft.

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die UNO-Vollversammlung verabschiedet. Seither ist der 10. Dezember weltweit der Tag der Menschenrechte.

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Helena Jeppesen ist Verantwortliche des Landesprogramms Philippinen und Asien allgemein sowie für die Kooperation Inland.Helena Jeppesen ist Verantwortliche des Landesprogramms Philippinen und Asien allgemein sowie für die Kooperation Inland.

„In meiner ganzen NGO-Karriere hat mich keine andere Organisation je gefragt: ‚Wie geht es dir?». Die Programmmitarbeitenden erleben Gewalt, Armut und Katastrophen hautnah mit. Wie kann man damit umgehen? Die Programmverantwortliche Helena Jeppesen schildert, wie ihr der psychosoziale Ansatz hilft.

«Der psychosoziale Ansatz hat meine Arbeit stark verändert: Früher haben wir nicht wirklich auf den Zusammenhang zwischen der philippinischen Geschichte, der politischen Realität und dem Umgang innerhalb der Projektteams geachtet.

Viele unserer heutigen Projektmitarbeitenden in den Philippinen waren einst in der Widerstandbewegung. Sie haben Muster, Begrifflichkeiten und militärische Strukturen unreflektiert in die NGO-Kultur übernommen.

Die lokalen Psycholog/innen-Teams, mit denen wir zusammenarbeiten, kennen den kulturellen Hintergrund, die Sprache und können auch die Begriffe anpassen. Genial finde ich auch, dass wir nun die Dimension des Teambefindens und der Zusammenarbeit aufgenommen haben. Das Vertrauen zueinander und der Zusammenhalt ist enorm gewachsen.

Erst kürzlich ist die Direktorin einer Partnerorganisation zusammengebrochen, weil sich die Schwester einer ihrer Mitarbeitenden umgebracht hat. Diese hochprofessionelle Direktorin war am Rande ihrer Kräfte. Sie war die Hauptverantwortliche, doch sie konnte ihre von Selbstvorwürfen verzweifelte Mitarbeiterin nicht mehr auffangen. Sofort war eines unserer lokalen Teams von Psycholog/innen zur Stelle und führte Gespräche mit den betroffenen Personen sowie mit dem ganzen Team.

Sehr berührt hat mich, als mir eine Projektverantwortliche einmal sagte: „In meiner ganzen NGO-Karriere hat mich keine andere Organisation je gefragt: ‚Wie geht es dir?»

Ein Interview von Romana Büchel: 
Weiterführende Informationen zu unserer Arbeit mit dem psychosozialen Ansatz (PSA) finden Sie in unserer Publikation: 
PERSPEKTIVEN vom September 2021

PERSPEKTIVEN 3/21: Mit Hand und Herz

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Claudia Fuhrer

Welternährungsgipfel: Konzerninteressen statt Recht auf Nahrung

Heute Donnerstag, 23. September, findet der UN Gipfel zu Ernährungssystemen (UNFSS) statt. Entgegen der ursprünglichen Absichtserklärung des UN Generalsekretärs António Guterres eine breite zivilgesellschaftliche Beteiligung zu fördern, droht der Gipfel zu einer exklusiven Veranstaltung unter der Führung vom Weltwirtschaftsforum (WEF) zu werden. Zentrale Themen wie Menschenrechte, bäuerliche Mitsprache und ungleiche Machtverhältnisse bei der Produktion werden nicht behandelt. Zahlreiche Netzwerke von Bauern und Bäuerinnen und viele NGOs auf der ganzen Welt haben sich deshalb entschieden, sich nicht am Gipfel zu beteiligen.

Ein Kommentar von Claudia Fuhrer, Fachexpertin Ernährungsgerechtigkeit, Fastenaktion

Vergangene Welternährungsgipfel wurden von den erfahrenen multilateralen Organisationen FAO und CFS (Welternährungskomitee) vorbereitet und durchgeführt. Für 2021 hat der UN Generalsekretär António Guterres diese Aufgabe an das WEF (World Economic Forum) und zugewandte Organisationen übertragen. Da diese den Agrarkonzernen nahestehen, liegt der Fokus des Gipfels auf einer industriellen Landwirtschaft mit hochtechnologischen Lösungsansätzen und nicht einer nachhaltigen, kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Es wird einmal mehr auf Strategien gesetzt, die mitverantwortlich für Hunger und Armut sind. Themen wie Menschenrechte und ungleiche Machtverhältnisse in Produktionsketten sind auf der Agenda des Gipfels nicht zu finden. Genau diese Themen müssen aber behandelt werden, damit die, welche am meisten von Hunger und Armut betroffenen sind ihre Ernährung sichern können Die Bauern und Bäuerinnen, Viehhalter- und Fischergemeinschaften und verarmte Landbevölkerung werden von der industriellen Landwirtschaft wie sie dem WEF vorschwebt noch stärker unter Druck geraten. Ihr Recht auf Nahrung wird missachtet.

Zivilgesellschaft wird nicht gehört
Alle am Gipfel Beteiligten – Staaten, Wirtschaftsverbände, Konzerne und zivilgesellschaftlichen Organisationen – sollten ohne Unterscheidung ihrer Verantwortlichkeiten teilnehmen. Faktisch haben jedoch die, welche über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, mehr Einfluss als die am meisten Betroffenen. Bereits bei der Vorbereitung des Gipfels zeichnete sich ab, dass grosse Teile der Zivilgesellschaft, insbesondere Kleinproduzent*innen, Landarbeiter*innen und Indigene ihre zentralen Anliegen nicht einbringen können. Die Zivilgesellschaft darf dabei sein, aber das Sagen haben andere. Dieser Ansatz hebelt das UN Konzept des Multilateralismus aus, nach welchem Staaten und die von ihnen gegründeten multilateralen Organisationen wie die FAO und das CFS für internationale Prozesse verantwortlich wären.

Fastenaktion unterzeichnet Deklaration
Weltweit haben Hunderte von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Forschende und unabhängige UN-Experten – darunter der Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – den Vorbereitungsprozess und die Inhalte der Gipfelkonferenz kritisiert. Menschenrechte und echte Mitsprache von Bäuerinnen und Bauern statt Konzerninteressen müssen bei der Gestaltung einer sozial-und klimagerechten Landwirtschaft und Ernährung im Zentrum stehen. Deshalb hat Fastenaktion die weltweite Deklaration zur Kritik der zivilgesellschaftlichen Organisationen mitunterzeichnet.

Weiterführende Informationen:
FIAN Schweiz  https://fian-ch.org/de/news/un-ernaehrungssysteme-gipfel-wirtschaftsinteressen-statt-recht-auf-nahrung/13042/

Sonderberichterstatter Recht auf Nahrung: https://www.ohchr.org/Documents/Issues/Food/Policy_brief_20210819.pdf

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Das BLW berichtet heute von den Schweizer Multi-Stakeholder-Dialogen über die Ernährungssysteme. Diese Dialoge sind als ein Beitrag für den im September in New York stattfindenden Food System Summit der UNO (UNFSS) gedacht. Der Gipfel steht im Dienst der Agenda 2030 – der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Die Teilnehmenden wollen nichts Geringeres als den «Aufbau der Ernährungssysteme der Zukunft» erreichen.

Jelena Filipovic, Mitgründerin von Landwirtschaft mit Zukunft, hat am Dialog teilgenommen und meint: «Es ist illusorisch zu glauben, dass sich durch ein zwei kurze Austausche zwischen unterschiedlichen Akteuren mit gegensätzlichen Interessen grundlegende Machtungleichgewichte und Zielkonflikte in Luft auflösen.» Dass der Bund bei der Gestaltung der Ernährungssysteme für die Zukunft auf Partizipation setzt, ist zwar positiv. Doch für echte Transformation braucht es einen viel umfassenderen Prozess mit Einbezug der Bevölkerung, der auf politische Veränderung zielt.

Noch schlechter sieht es auf globaler Ebene aus: Der Eindruck verfestigt sich, dass am UNFSS elementare Aspekte wie die Menschenrechte und insbesondere die bäuerlichen Rechte ausgeklammert, und stattdessen einseitig technologische Lösungen im Interesse der Agrarindustrie favorisiert werden.

Die nationalen Multi-Stakeholder-Dialoge des BLW brachten nur allgemeine und unverbindliche Handlungsansätze hervor. Besser waren die Städtedialoge, welche konkretere und vielversprechendere Massnahmen hervorbrachten. Parallel zu den Dialogen auf nationaler und lokaler Ebene hat die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) eine eigene Diskussionsrunde organisiert. Es ist bedauerlich, dass die Dialoge separat geführt wurden, denn um das Silodenken zu überwinden und Politikkohärenz zu erreichen, müssten Innen- und Aussenpolitik endlich zusammen gedacht werden.

Für erfolgreiche alternative Formen der Landwirtschaft

Die unterzeichnenden Organisationen – HEKS, Fastenaktion, Greenpeace, Heks, Landwirtschaft mit Zukunft, Public Eye, Swissaid, Uniterre – treten für eine Landwirtschaft ein, welche die Umsetzung des Rechts auf Nahrung zum Ziel hat und sich aus der Abhängigkeit von chemischen Düngern und Pestiziden befreit, welche die Böden mittelfristig unfruchtbar machen und Umwelt und Gesundheit gefährden. Die Wissenschaft sowie Bäuerinnen und Bauern – im Globalen Süden wie auch in der Schweiz – haben den Tatbeweis längst erbracht, dass alternative, agrarökologische Formen der Landwirtschaft erfolgreich sind. Infolge falscher politischer Rahmenbedingungen fristen diese Alternativen jedoch ein Schattendasein.

Der bevorstehende Gipfel verstärkt den Trend, dass globale Konzerne auf Kosten der Menschenrechte und sozialen Gerechtigkeit und damit auf Kosten der Staatengemeinschaft und der Zivilgesellschaft immer mehr Raum in Prozessen der UNO einnehmen. «Die UNO verliert so an Legitimität. Es ist besorgniserregend, dass die UNO-Organisationen den Prozess für die Lösung der aktuellen Probleme in den Ernährungssystemen weitgehend jenen Konzernen in die Hand gibt, die sie mit verursacht haben», sagt Simon Degelo, Verantwortlicher für Saatgut und Biodiversität bei Swissaid.

Welternährungsgipfel – Food System Summit der UNO – UNFSS

Der UNFSS wird von der UNO in enger Partnerschaft mit dem WEF organisiert – auf dem Hintergrund eines umfassenden «Strategic Partnership Framework», das die beiden Organisationen 2019 unterzeichnet haben. Eine angemessene Partizipationsmöglichkeit für bäuerliche und zivilgesellschaftliche Organisationen fehlt. Dagegen haben Konzerne und industrienahe Kreise grossen Einfluss. Im Vorfeld des UNFSS fanden in den einzelnen Ländern sogenannte Food Systems Dialoge – in der Schweiz organisiert vom BLW und der Deza) statt. Die erarbeiteten Lösungen sollen in den UNO Gipfel einfliessen.

Hier finden Sie die Medienmitteilung des Bundesamts für Landwirtschaft. 

Für weitere Informationen: